BILMURI und SOUTH ARCADE - München

28.03.2025 | 16:40

24.03.2025, Backstage Halle

Johnny Franck und Co. machen München unsicher.

Eröffnet wird der Abend von der britischen Band SOUTH ARCADE. Die junge Band rund um Sängerin Harmony Cavelle lässt nichts anbrennen und startet direkt mit voller Energie in die Show. Aus den Boxen bläst dem Publikum softer Pop Punk entgegen und wird gut angenommen. Bereits innerhalb kürzester Zeit ist Stimmung da – das Publikum hüpft und hat die Arme oben, es gibt hin und wieder sogar einen Moshpit.

Harmony entledigt sich auch schnell des Mikroständers, nachdem sie die ganze Zeit auf der Bühne umherrennt, braucht sie ihn nicht. Sie nimmt in der Regel die Mitte der Bühne ein, links von ihr steht der E-Gitarrist, rechts der Bassist. Der Schlagzeuger bleibt wie gewohnt im Hintergrund, kann jedoch mit seinen blauen Stachelschwein-Haaren ein paar Blicke erhaschen.

Die Liveshow kann sich insgesamt sehen lassen. Auf der Bühne ist was geboten, denn nicht nur Sängerin Harmony ist aktiv, auch Gitarrist und Bassist hüpfen und gestikulieren. Die Musik ist popping und wird mit einigen elektronischen Effekten, Layering und Samples unterstützt. Auch der Gesang klingt entsprechend künstlich. Musikalisch also nicht ganz mein Fall, das macht die Show aber wett. SOUTH ARCADE hat die Aufgabe eines Openers, Stimmung aufzubauen, auf jeden Fall erfolgreich erfüllt. Jetzt folgt jedoch erstmal eine halbe Stunde warten…

Setliste: 2005; How To Get Away With Murder; Nepo Baby; Danger; Sexy Back; Supermodels; Moth Kids; Riptide; Stone Cold Summer

Mit leichter Verspätung ertönt 'Rockstars' vom Band, was den Auftritt von BILMURI eröffnet. Kurz darauf steht die Band um Johnny Franck auf der Bühne. Johnny selbst singt und übernimmt bei manchen Liedern auch die E-Gitarre. Mit dabei sind seit 2022 aber auch Gabi Rose an Saxophon, Querflöte und Gesang, sowie Gitarrist Reese Maslin, der auch die unclean vocals übernimmt. Josh Manuel sitzt am Schlagzeug.

Auf der Bühne ist zwar insgesamt weniger Action, es wird jedoch klar spürbar, dass die ganze Band Spaß am Auftritt hat und miteinander und mit dem Publikum gemeinsam den Auftritt genießt. Regelmäßig werfen sich zwei Bandmitglieder gemeinsam in Posen. Der Publikumskontakt liegt voranging bei Johnny und Gabi, die regelmäßig zwischen den Liedern kurz ein paar Worte ans Publikum richten. In diesen Ansprachen werden die Bandmitglieder vorgestellt, um anschließend einen Applaus zu ernten, oder es wird kurz gewitzelt. So zum Beispiel Johnny nach dem Lied 'Spinning', der meint, dass man Amerikanern Dummheit unterstellt käme nicht von ungefähr – sie hätten das Lied seit über einem Jahr und er kommt jetzt erst auf die Idee, einen Circle Pit dazu zu machen. Marktforschung betreibt die Band auch, indem sie nachfragt, woher das Publikum BILMURI denn kennt. Das Ergebnis: der Großteil kennt die Band als Opener von SLEEP TOKEN, ein paar auch von Youtube. Die Band findet jedoch ein gutes Maß für derartige Pausen, dass es nicht nervig wird. Auch Gitarrist Reese Maslin darf drei Worte an das Publikum richten: "Kingdom Come Deliverance", was in eine Diskussion darüber mündet, welche Computerspiele auf der Bühne und im Publikum gespielt werden.

Die Musik fühlt sich – im Gegensatz zur Vorband – echt an. Hier gibt es keine (oder zumindest weniger) Effekte, dafür echte Instrumente, wobei ich insbesondere das von Gabi gespielte Saxophon und die Querflöte hervorheben möchte. Das gefällt mir sehr und verpasst der Band einen eigenen Sound, der sich vom restlichen Angebot abhebt. Beim Publikum kommt das auch entsprechend gut an. Die Stimmung, die bei der Vorband schon sehr gut war, hat sich weiter gesteigert. Es wird immer noch mitgesungen, gehüpft und hin und wieder eine Pit aufgemacht. Auch ein paar Crowdsurfer gibt es den Abend über.

Nach ca. einer Stunde ist Schluss, doch das Publikum fordert "one more song" und erhält nach ein paar Minuten auch seinen Wunsch. Johnny bedankt sich und erzählt, die Band spiele im Normalfall kein Encore. Heute macht BILMURI aber eine Ausnahme und spielt noch einen letzten Song: 'Corn Fed Yetis'.

Setliste: Emptyhanded; All Gas; Absolutelycrankinmymf'inhog; Fluorideinthehardseltzerwater; Acowboysheavyload; Blindsided; Spinnin' Ou Around; 80/20skybeef; Too Late; Talkin' 2 Ur Ghost; 2016 Cavaliers (Ohio); Boutta Cashew; Livin' Aughin' Ovin'; The End; Straight Through You; Better Hell (Thicc Boi); Zugabe: Corn-Fed Yetis

BILMURI und SOUTH ARCADE bieten mir an diesem Abend eine willkommene Abwechslung von meinen Core-Schreihälsen. Während der Opener mich nur mit der Bühnenshow überzeugen kann, bietet BILMURI ein rundes Gesamtprogramm mit perfekter Mischung aus Gelaber, Soli und natürlich Liedern.



Fotocredit: Noah-Manuel Heim

Redakteur:
Noah-Manuel Heim

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