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BYH - Endausscheidung - Ludwigsburg

11.06.2001 | 03:29

10.06.2001, Rockfabrik

So, nun war es endlich so weit. Heute sollte sich entscheiden, wer letztendlich den Samstag das Bang Your Head eröffnen sollte. 7 Bands traten an, um den Kampf aufzunehmen. Schwach war - wie schon während des ganzen Nachwuchswettbewerbs - die Publikumsbeteiligung. Höchstens die Hälfte der Bands war mit Fans angereist und selbst diese waren nicht sonderlich zahlreich. Währenddessen waren AC/DC bei einem mit rund 80.000 Leuten ausverkauften Gig in Mannheim am Werkeln, das dürfte terminlich sicherlich zu Ungunsten der Bands gewesen sein, aber es ist trotzdem ein Armutszeugnis für die Szene.

Nun gut, steigen wir mal ins Geschehen ein:

Als erstes durften FROM THY ASHES die Bühne entern. Und was die Power/Prog Metaller boten, war allererste Sahne. Die Band präsentierte sich spiel- und lauffreudig und es war eine Freude, ihnen zuzusehen. Für Frontman Daniel Wamsler gab es kein Halten, stimmlich absolut auf der Höhe rannte er wie ein Derwisch auf der Bühne und im Publikum herum und versetzte einen immer wieder in ungläubiges Staunen.
Ebenfalls sehr sehenswehrt war die virtuose Gitarrenarbeit der beiden Klampfer, insbesondere die Sperenzchen, welche Uwe Gebhard mit seinem Instrument anstellte (auf der Schulter spielen etc.). Leider war die Band ohne Bassist angetreten, so daß beim Sound die Tiefen etwas fehlten, aber dennoch war es eine mehr als überzeugende Show der Jungs, was auch der deutliche Sprung auf Platz 4 in der Gesamtwertung dokumentiert.

Die darauf folgenden COBOLD hatten angesichts der geballten Live Power von FROM THY ASHES einen schweren Stand. Zu dritt angetreten, standen sie hauptsächlich wie angewurzelt auf ihren Plätzen und erinnerten Musikalisch stark an RUSH. Die mangelnde Live Performance und das doch auf die Dauer etwas dahinplätschernde Songwriting wurde weder von der Jury noch vom Publikum besonders gut aufgenommen, so daß es nur für einen 5.Platz reichte.

THE WILD MILD waren showmäßig keinen Deut besser als ihre Vorgänger und auch musikalisch nicht besonders innovativ. Hier ein bischen ACCEPT, dort ein bischen GAMMA RAY und da etwas MOTÖRHEAD. Klang alles irgendwie zusammengeklaut und konnte auch in der Umsetzung nicht bestechen. Mit 2 Sängern ausgestattet, die unterschiedliche Stimmlagen besitzen, konnte die Band zwar auf der einen Seite zumindest gesanglich für Abwechslung sorgen, andererseits klang sie dadurch wie eine Gruppe, die noch auf der Stilsuche ist und sich nicht entscheiden kann, welchen Weg sie gehen will. Nun, auch der Jury war das Ganze nicht so richtig geheuer und mit einem 6. Platz mußten die Mannen abziehen.

Etwas Panne waren die darauf folgenden MASSIVE PUNCH. Nun, eigentlich nur eines der Mitglieder und zwar der Frontmann. Andi Gutjahr (TANKARD) bezeichnete ihn als den \"Ozzy Osbourne aus dem Saarland\". Jedoch war es dem Veranstalter zuviel, nachdem der zweite Microständer von der Bühne flog und der Saft wurde abgedreht. An sich spielten sie klassischen Heavy Metal, mit einem Sänger der stimmlich an den Wolf aus \"Three Little Pigs\" von GREEN JELLY erinnerte. Letztendlich sprang ein abgeschlagener 7. Platz für die Jungs raus.

Und nun war die Zeit der drei Top Favoriten COURAGOUS, MAJESTY und MY DEEPEST INNER angebrochen. Diese drei Bands lagen in der Vorausscheidung nur 8 Pünktchen auseinander und so war es spannend zu sehen, wer das Rennen machen würde.

Als erste der drei betraten die Frankfurter COURAGOUS die Bühne. Nachdem sich Basser Jürgen Wieland am Tag zuvor in die Hand geflext hatte, wurde in 5 Stunden das geplante Programm mit Aushilfsbasser \"Jesus\" geprobt, der zwar nicht so virtuos wie Jürgen Wieland auf dem Bass herumzockte, dafür aber seine Sache mehr als gut machte und live eine absolut geile, professionelle Show bot.
Auch der Rest der Band präsentierte sich in prächtiger Spiellaune und sowohl musikalisch als auch showmäßig war sehr viel zu sehen. Der als Gitarrenroadie angreiste TANKARD-Gitarrist Andreas Gutjahr lies es sich nicht nehmen, mehrfach dem Stagediving zu frönen (auch wenn es nur 1 Person gab, die ihn auffing). Der Höhepunkt der Band war neben dem irren, ausgeklügeltem, abgedrehten Songwriting (thrashig mit NEVERMORE Einflüssen) Frontmann Chris Staubach. Allein seine Show anzusehen war der Hammer, irgendwo zwischen Genie und Wahnsinn wußte er sich perfekt in Szene zu setzen und es war eine Freude ihm zuzusehen, aber auch stimmlich brachte er alles rüber, was COURAGOUS schon seit Jahren ausmacht: abgedrehtes, irres Geschrei wechselte mit melancholischem, psychopatischem Gesang. Und nicht nur meine Wenigkeit war angesichts der enormen Livepower angetan, auch die Jury war überzeugt und zückte die Höchstnote. Damit werden die Jungs samstags auf dem Bang Your Head Festival zu sehen sein.

Nun war die Zeit für TRUE FUCKING HEAVY METAL angebrochen. MAJESTY aus Lauda um Frontman Tarek machten sich auf, die Poser aus der Halle zu verscheuchen und zum ersten Mal war vor der Bühne was los. Mit ihren eingängigen Melodien und hymnenhaften Songs, die sofort zünden und sich wie Ohrwürmer in die Gehörgänge fräsen, wußten sie zumindest das Publikum zu fesseln und dieses bangte und grölte fröhlich mit. Leider war die Bühnenshow diesmal nicht ganz so perfekt wie gewohnt. Da ihr TRUE HEAVY METAL doch zu deutliche Nähe zu Szenegrößen wie MANOWAR aufwies, gab es in er Innovatiions-Note nicht ganz so hohe Punktzahlen, was ihnen wohl - auch wenn sie wohl am besten auf das Billing des Bang Your Head gepasst hätten - den Sieg kostete. Dennoch eine beeindruckende Show der Truppe, der mit einem hervorragendem 3. Platz belohnt wurde.

Als \"Headliner\" betraten die Lokalmatadore MY DEEPEST INNER die Bretter, die die Welt bedeuten. Leider präsentierten sie fast ausschließlich Material von ihrem kommenden Release, so daß die anwesenden Fans der Band außer dem altbekannten \"Just Before The Dawn\" und dem Phil Collins Cover \"Land Of Confusion\" keinen der Songs kannten und sich dementsprechend reserviert verhielten. Erst mit dem dritten Song \"Resist The Starts\" kam so etwas wie Stimmung auf und die Musik begann zu zünden. Dennoch boten die 3 Jungs nicht nur erstklassige Musik, sondern vor allem auch ein ausgereiftes Stageacting, mit dem sie ihre zahlenmäßige Unterlegenheit locker ausglichen. Gerade Basser Jörg Kußmaul war nicht zu halten und wuselte und sprang ständig umher und wenn Sänger Ben Real mal nicht am Singen war, unterstützte er Jörg fleissig. Letztendlich boten auch sie eine Super Show, die mit Platz 2 und mehreren Tagen Studio belohnt wurde.

Abschließend möchte ich noch Andi Gutjahr (TANKARD) danken, der mit seinen Kommentaren zu den Bands den einen oder anderen Gedanken für diesen Konzertbericht beisteuerte.

Nachdem die Gewinner bekanntgegeben wurden, durften COURAGOUS noch einmal antreten und die Erde erbeben lassen und das taten sie. Das BYH kann sich auf diese Band gewaltig freuen!!!

Redakteur:
Georg Weihrauch

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