D.A.D., The Almighty - Stuttgart

29.10.2000 | 05:06

07.10.2000, Röhre

Los ging die ganze Sache so gegen 20.45. Und siehe da, die Röhre war doch ganz passabel gefüllt um 2 Bands zu sehen, die wohl vor einigen Jahren alleine schon größere Hallen gefüllt haben.

„We’re the Almighty and we come from Scotland, England, Ireland and not from fucking Wales, sprach Ricky Warwick und ohne Warnung bretterten die Jungs mit „Jonestown Mind“ los. Ohne großartige Schnörkeleien, aber dafür kompromißlos, hart und ehrlich gingen die Jungs um Sänger/Gitarrist Ricky ( ja genau, der mit Vanessa Warwick von Headbanger’s Ball verheiratet war) zur Sache. The Almighty liefern den richtig energiegeladenen Soundtrack für Highwayraser und im Extremfall auch für Strassenschlachten. Jedenfalls kam die Message rüber, It’s only fuckin‘ Rock’n Roll, und selten habe ich so eine tight spielende Combo gesehen. Vorzugsweise wurden Songs aus dem neuesten Output der Truppe gespielt wie etwa „For Fuck’s Sake, Broken Machine oder das flotte „Barfly“ (This song is about drinking beer, more beer, even more beer, and then gong home –philosophisch, nicht wahr?), das ganze gespickt mit ein paar älteren Krachern. Nach gut 40 Minuten war das Publikum eindrucksvoll und gut bedient mit Powerrock der obersten Güteklasse. Nächstes Jahr ist angeblich eine Headlinertour im Gespräch und meinerseits spricht nach diesem Auftritt nichts dagegen die tätowierten Briten wieder zu besuchen.

Nun war es an der Zeit für unsere dänischen Nachbarn D.A.D. Nach der energiegladenen Performance von The Almighty, war der von D.A.D dargebotene Auftritt genau das richtige. D.A.D sind einfach der pure Spaß auf der Bühne. Angefangen von Sänger Jasper, der mit seiner kauzigen Art bisweilen an Helge Schneider erinnert, vor allem bei den Ansagen aus deutsch/englischen Kauderwelsch.Dann noch der an Frederik Ljungberg erinnernde Gitarrero. Desweiteren noch Drummerneuzugang Loust im glitzernden Goldhemdchen und natürlich der welteinzige Basser mit seinen oberkultigen 2-seitigen (!!!! Ja 2-seitig) Bässen. Diese Truppe strahlt schon per se den totalen Fun aus. D.A.D boten einen guten Querschnitt aus ihren bisherigen Schaffen dar. Das Publikum gröhlte jede Zeile mit, und so war der Gig von der ersten bis zur letzten Minute ein Erfolg für unsere skandinavischen Freunde. Hervorheben möchte ich da eigentlich nur die geniale Bluesrockhymne „I won’t cut my hair“, welches übergangslos genutzt wurde um den Drummerneuzugang vorzustellen, indem er mit dem Sänger/Gitarrist die Instrumente tauschte. Nach weiteren Hits wie „Sleeping my day away“ oder „Bad Crazyness“ wurden DAD erst nach 2 weiteren Zugaben wieder vom frenetischen Publikum entlassen. Insgesamt also ein durchaus genialer Abend, der mich meine Erkältung absolut vergessen ließ. Rock’n Roll ist nun mal die beste Medizin und wer nicht dabei war kann sich in den Arsch beißen, da er das bis dato beste Rockpackage des Jahres verpaßt hat.

Vladimir Catalina

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