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Heavy Metal - nix im Scheddel...? Nr. 43 - Leipzig

02.06.2004 | 14:21

28.05.2004, Tonellis

Die Bandauswahl der diesmonatigen Scheddel-Party war wieder erste Sahne, doch zunächst muss ich mal über die blöde Bühnenanordnung meckern, die dazu führt, dass viele Besucher direkt vor den Eingängen zum Saal herumstehen und so unnötiges Gedränge vorprogrammiert ist. Ich bin sicherlich nicht prophetisch veranlagt, aber ich könnte mir vorstellen, dass das bei den KASSIERERN am 25. Juni Probleme gibt. Vielleicht nutzt man dann aber eh wieder die normale Bühne.

Das musikalische Programm begann mit FEAR OF DARKNESS aus Kiel, die mir sehr gut gefielen. Die Band hatte eine stimmige Mischung aus Thrash und Death Metal, angereichert mit einigen Hardcore-Elementen, am Start und ließ es ordentlich krachen. Da konnte man sich schon mal bestens in Stimmung bringen.
Da die heftigen Stücke auch noch schön abwechslungsreich daherkamen (sogar ein spanischsprachiger Song wurde dargeboten), möchte ich der Band ohne weitere Umschweife den Orden "perfekter Warmmacher" ans Revers heften. Ein starker Auftritt von FEAR OF DARKNESS, die eigentlich mehr als nur ein Geheimtipp sein sollten.

Bei FLESHCRAWL aus dem Süden unserer Republik war dann brutaler schwedischer Death Metal angesagt. Man mag von der Band auf Platte halten, was man will, live sind sie echt eine Wucht und garantieren für eine mörderische Abreibung.
Es war natürlich nicht überraschend, dass man über die Hälfte der neuen Platte "Made Of Flesh", nämlich sechs Stücke, zum Besten gab, aber auch die älteren Kaliber (wie 'Dark Dimension' vom 97er Album "Bloodred Massacre") kamen bestens an. Das Publikum war angesichts dieses Infernos richtig gut drauf und feierte die Band ausgelassen ab.
Auch wenn ich FLESHCRAWL als eine der größten Klischee-Death-Metal-Bands ansehe, es war dennoch ohne Zweifel ein unbarmherziger und absolut fetter Auftritt, bei dem man quasi die Knochen krachen hören und das Blut spritzen sehen konnte. Da ging es auch vor der Bühne voll zur Sache, auch wenn man auf den ersten kleinen Moshpit noch bis zu DEW-SCENTED warten musste.

Setlist FLESHCRAWL:

Soulskinner
As Blood Rains From The Sky
Flesh Bloody Flesh
The Forthcoming End
Damned In Fire
Beneath A Dying Sun
Under The Banner Of Death
Made Of Flesh
Dark Dimension
Demons Of The Dead
Into The Depths Of No Return
Rotten
The Day Man Lost (CARNAGE)

Für alle, die nach FLESHCRAWL noch ein wenig Puste übrig hatten, gab es jetzt mit dem Headliner noch einmal amtlich einen auf die Zwölf. DEW-SCENTED sind für mich eine der besten Livebands Deutschlands und konnten das erneut eindrucksvoll unter Beweis stellen. So viel in erstklassigen Thrash-Metal-Granaten verpackte Wut und Aggression - es war eine absolute Freude sich von den Braunschweigern wegpusten zu lassen. Sänger Leffe war mal wieder richtig gut drauf und ließ wie die gesamte Band absolut nichts anbrennen. Und ebenso energiegeladen wie die Band zu Werke ging, verbrauchten auch die Zuschauer ihre letzten Reserven.
Auch DEW-SCENTED haben unlängst in Form von "Impact" ein neues Album auf die Menschheit losgelassen und davon wurden sechs Songs abgefeuert. Aber auch der Vorgänger "Inwards" wurde gleich fünf Mal berücksichtigt, was bedeutete, dass von den älteren, aber eigentlich auch schon ziemlich starken Alben "Innoscent" und "Ill-Natured" überhaupt nichts gespielt wurde, was ich schon etwas merkwürdig fand.
Dennoch war es ein wirklich formidabler Auftritt, der mit dem SLAYER-Cover von "War Ensemble" (ein Song, den man "eigentlich nie wieder spielen wollte") als Zugabe ein würdiges und äußerst brutales Ende fand.
"Thrash Metal at its best" würde ich zu den Livequalitäten von DEW-SCENTED mal sagen, davon können sich einige etabliertere Gruppen aus Deutschland mal eine dicke Scheibe abschneiden.

Setlist DEW-SCENTED:

Unconditional
New Found Pain
Bitter Conflict
Destination Hell
Cities Of The Dead
Inwards
One By One
Locked In Motion
Reprisal
Soul Poison
Acts Of Rage
War Ensemble (SLAYER)


Scheddel-Infos und bisherige Berichte gibt es hier:
http://www.powermetal.de/tour/festival.php?id=787

Redakteur:
Stephan Voigtländer

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