IN EXTREMO und DOMINUM - Rauhnächte 2025 - München

12.01.2026 | 13:54

29.12.2025, Zenith

Feurig-heißer Konzertabend an einem kalten Wintertag!

Nachdem die Mittalterrocker von IN EXTREMO ihr 30-jähriges Jubiläum diesen Sommer mit einem dreitägigen Open-Air-Festival auf der Loreley gebührend gefeiert haben, gibt es für die Fans zum Jahresende mit der "Rauhnächte-Tour-2025" nochmals einen Livenachschlag. Vorletzter Halt der Tour ist am letzten Montag des Jahres München. Das Zenith ist an diesem Abend zwar nicht ganz ausverkauft, aber mit schätzungsweise 4000 Leuten sehr gut gefüllt. Sie alle freuen sich auf einen im wahrsten Sinne heißen Konzertabend, so auch Kollege Michael Vogt und ich.



Special Guest ist die Nürnberger Band DOMINUM, die den Abend pünktlich um 19:30 Uhr musikalisch eröffnet.

Ich habe Sänger Dr. Dead und seine Zombietruppe 2024 im Vorprogramm von BRUCE DICKINSON im Circus Krone München live gesehen. Den Auftritt habe ich durchaus noch positiv in Erinnerung, wenn mir auch nachhaltig nur die Coverversion des SCORPIONS Klassikers 'Rock You Like A Hurricane' im Gedächtnis geblieben ist, da ich mich seinerzeit tatsächlich nur auf den Hauptact gefreut habe und ansonsten auf nichts anderes. Heute freue ich mich auch hauptsächlich auf IN EXTREMO, das möchte ich an dieser Stelle nicht leugnen.

Aber ein guter Supportact kann das Publikum auf jeden Fall schon mal auf die nötige Betriebstemperatur bringen. Dies gelingt DOMINUM vorzüglich, was auch daran liegen mag, dass ein nicht gerade unerheblicher Teil der Anwesenden mit dem Songmaterial und der Band bestens vertraut zu sein scheint. Es herrscht während des gesamten Auftritts eine mehr als beachtlich gute Stimmung. 

Auch ich habe meinen Spaß, wenn der letzte Funke bei mir auch heute nicht so ganz überspringen mag. Eigene Stücke wie 'The Dead Don't Die' oder 'The Chosen Ones' gehen gut ins Ohr sorgen live für gute Stimmung, aber auch heute im Zenith ist es 'Rock You Like A Hurricane', das am meisten abgefeiert wird, obwohl es zumindest für mich nicht gegen das Original ankommen kann. Was mir bei DOMINUM noch so ein bisschen fehlt, sind eigene Stücke die wirklich nachhaltig im Gedächtnis bleiben. Aber schlecht war das heute beileibe nicht und ich werde den Weg der Truppe auf jeden Fall weiterverfolgen, denn da ist jede Menge Potenzial vorhanden.

Die folgende Umbaupause nutze ich zu einem kleinen Ausflug an den Merchstand. Shirts gibt es heute zum Preis von gerade noch angemessenen 35 Euro, aber da mir keines der Motive so richtig zusagt, verzichte ich diesmal. Als einziges Andenken nehme ich heute zwei Souvenierbecher von IN EXTREMO für je 2 Euro Pfand mit. Zum einen gibt es Bier für 6 Euro in Rauhnächte-Tour-Bechern und dann ist noch ein Kontingent von von übrig gebliebenen Exemplaren vom Jubiläums-Open-Air vorhanden und wird selbstverständlich auch eingetütet, da ich diese Becher sogar inzwischen mehr sammle als Tourshirts. Kollege Michael Vogt weiß inzwischen übrigens auch, dass er bei IN EXTREMO nicht wie üblich die ersten drei Stücke aus dem Fotograben fotografieren darf, sondern die letzten 4 Nummern des regulären Sets, der Grund wird wenig später klar.

Die fast schon obligatorische halbe Stunde Pause ist gerade abgelaufen, als zu einem ohrenbetäubenden Böllerschlag das Licht ausgeht. Mir fliegt vor Schreck fast das Bier aus der Hand, aber zum Glück nur fast. Aber jetzt wissen alle, dass es Zeit ist für IN EXTREMO. Und ein besseres Intro als das von 'Game Of Thrones' kann es tatsächlich nicht geben. Das kommt stark, das kommt groß und dementsprechend groß ist auch der Jubel, als der Vorhang fällt und die Band in das Thema einsteigt. Erstes Stück des Abends ist dann passenderweise 'Weckt die Toten', obwohl im Zenith wohl keiner geweckt werden muss,

Die Menge ist von Anfang an da und begleitet von jeder Menge Feuer und Pyros steigert sich die Stimmung immer weiter und sie wird auch bis zum Ende nicht mehr nachlassen. Es knallt und es gibt Flammen fast zu jedem Stück. Die Hitze ist bis in den hinteren Teil des Zeniths zu spüren und ein dementsprechender Geruch macht sich ebenfalls breit.

Die Setliste ist auch für mich als Altfan zum Niederknien. So gibt es neben den unvermeidlichen Klassikern wie 'Spielmannsfluch'. 'Vollmond' und 'Herr Mannelig', die schon ziemlich früh im Set gespielt werden, auch Stücke wie das schon seit Ewigkeiten nicht mehr gespielte 'Werd ich am Galgen hochgezogen'. Da gibt es rein gar nichts zu meckern. Auch am Sound ist rein gar nichts auszusetzen. War ich schon bei meinem letzte Besuch im Zenith bei SAVATAGE sehr positiv angetan, so ist das Klangerlebnis in der ansonsten eher für das Gegenteil bekannten Eventhalle als nahezu optimal zu beszeichnen.

Bei den letzten vier Stücken des regulären Programms wird dann tatsächlich in Sachen Feuer und Pyros fast komplett zurückgefahren und Michael Vogt darf sich als heute einzig anwesender Pressefotorgraf im Fotograben vor der Bühne austoben ohne in Gefahr zu geraten, gegrillt zu werden.

Auch einige Mitglieder von IN EXTERMO haben sichtlich  Spaß dabei für uns zu posen. Mit dem aus gut 4000 Kehlen mitgesungenden 'Frei zu sein' ist dann erst einmal Schluss, Aber die Herren lassen sich nicht lange bitten und holen mit einem Zugabenteil, der sich nochmals gewaschen hat, zum letzten Rundumschlag aus. 'Erdbeermund', das von so ziemlich von allen mit Inbrunst mitgesungene Trinklied 'Sternhagelvoll' und 'Piske Palve' sind dann der krönende Abschluss eines Konzertabends den man durchaus als perfekten Jahresabschluss bezeichnen kann.

Setliste: Intro/ Game Of Rauhnächte; Weckt die Toten; Spielmannsfluch; Vollmond; Feuertaufe; Herr Mannelig; Katzengold; Merseburger Zaubersprüche II; Troja; Wolkenschieber; Werd ich am Galgen hochgezogen; Ave Maria; Liam; Rasend Herz; Lieb Vaterland, magst ruhig sein; Blutmond; Feine Seele; Nymphenzeit; Küss mich; Störtebeker; Frei zu sein; Zugaben: Erdbeermund; Sternhagelvoll; Pikse Palve

Text: Tommy Schmelz

Photo Credit: Michael Vogt

Redakteur:
Tommy Schmelz

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