MACHINE HEAD - München
21.04.2026 | 13:3220.04.2026, Tonhalle
Klassiker, Raritäten und zwei Typen im Publikum, die einfach stillstehen. Das ist ein "Evening With MACHINE HEAD".
Endlich wieder "An Evening With..." MACHINE HEAD. Für einen Fan gibt es einfach kein besseres Konzept als dieses. Kein Support, kein Schnickschnack.
Einfach nur ein langer Abend voll mit Songs von MACHINE HEAD. Entsprechend groß ist die Vorfreude in der seit langem ausverkauften Münchener Tonhalle.
Als Intro erklingt die 'Bohemian Rhapsody' von QUEEN. Die Halle singt direkt mit und doch ist es für mich ein ungewöhnlicher Moment.
Eigentlich war immer 'Diary Of A Madman' von OZZY OSBOURNE das Intro der US-Amerikaner. Seit Ozzys Tod haben sie es jedoch geändert.
Meine Gedanken wandern kurz zurück an das Konzert in Linz im vergangenen Jahr, als mitten in den Konzertabend die Todesnachricht des "Prince of Darkness" platzte und MACHINE HEAD den Abend spontan mit 'War Pigs' und 'Children OF The Grave' eröffnete. Doch 'Imperium' holt mich ins Hier und Jetzt zurück. Es ist der typische Opener des Quartetts.
Eigentlich ein bisschen langweilig, Konzerte (fast) immer gleich zu beginnen. Andererseits ist das Lied so ein Brecher, dass es einen mitreißt und das Publikum direkt auf Betriebstemperatur ist. Es geht mit dem 'Ten Ton Hammer' und 'Choke On The Ashes Of Your Hate' direkt krachend weiter.
Im Kern bestehen Setliste und Show aus dem Konzept der Sommertour des letzten Jahres.
Allerdings wäre es kein "An Evening With..."-Abend, wenn sich zwischen die zwingenden Klassiker nicht die eine oder andere Rarität einschleichen würde.
Dazu gehören sicherlich 'A Thousend Lies' und 'Struck A Nerve' an älteren und 'Slaughter The Martyr' oder 'Arrows In Words From The Sky' als neuere Lieder. Zwischendurch gibt es ein bisschen Smalltalk zwischen Robb Flynn und dem Publikum.
Der Frontmann zeigt sich von einem 15-jährigen Jungen beeindruckt, der bereits seit acht Jahren Gitarre spielt, während kurz darauf ein zehnjähriges Geburtstagskind ein Ständchen verpasst bekommt.
Außerdem wundert sich Robb Flynn sehr über zwei Typen in der ersten Reihe, die mit verschränkten Armen darstehen, sich kein bisschen bewegen und auch nicht mitsingen. Es ist ihm anzumerken, dass er ein andere Verständnis von Spaß auf Konzerten hat.
Dagegen freut er sich besonders, dass das Publikum sehr im Moment ist und nicht andauernd unzählige Handys in die Höhe gehalten werden.
Grundsätzlich hält sich die Band jedoch mit längeren Ansagen eher zurück und lässt die Musik sprechen. So kommt ein durchgängiger Flow zustande.
MACHINE HEAD weiß mit der verlängerten Konzertzeit umzugehen und den Spannungsbogen anders als bei 90- oder 120-minütigen Shows aufzubauen.
Nachdem 'Locust' und 'Bonescraper' dem Publikum noch einmal eingeheizt haben, wird die Stimmung bewusst heruntergefahren.
Es gibt eine kleine Reminiszenz an die Corona-Zeit als Robb Flynn und Bassist Jared MacEachern jeden Freitag eine "Akustik Happy Hour" als Livestream in die weite Welt gesendet haben.
Heute wird daher eine Akustik-Version vom selten gespielten 'Bastards' sowie die akustische Fassung des Bandklassiker 'Darkness Within' präsentiert. Laut der Band wird der Song in dieser Version derzeit das erste Mal in Deutschland aufgeführt.
Die anschließenden, nicht enden wollenden "Wohohooo"-Chöre gehen nahtlos in 'Catharsis' über. Nach dem ruhigen Teil ist es ein sanfter Anstieg des Tempos. Doch der harte Breakdown zum Ende des Stücks, samt Aufforderung zur riesigen Wall Of Death, öffnet den Pit wieder richtig. Dieser endet auch nich mehr.
Denn das folgende "Triple" lässt die Halle explodieren: 'Bulldozer', 'From This Day' und 'Davidian'. Es ist schon beachtlich wie nach 2 1/2 Stunde MACHINE HEAD sein Pulver immer noch nicht komplett verschossen hat.
Zu Ende ist das Konzert nämlich noch nicht. Zunächst schmeißt Robb Flynn noch ein paar Bierbecher ins Publikum, um sich anschließend nochmals über die beiden unbeweglichen Typen in der ersten Reihe zu wundern. Er fordert das Publikum auf, diese nun zum Abgehen zu animieren. Denn es folgt das "opus magnum" der Band: 'Halo'.
Dann ist der Abend vorbei. 2:45 Stunden MACHINE HEAD liegen hinter uns. Noch Fragen? Nein. Bitte einfach nur noch 'An Evening With...'-Shows machen. Besser geht es nicht!
Text: Dominik Feldmann
Photo Credit: Andre Schnittker
- Redakteur:
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