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Metal Strikes Back Tour - Oberlauda, Offenbach, Ludwigsburg

24.09.2001 | 11:25

21.09.2001,

Freitag 21.09.2001 Oberlauda Stadthalle

Underground Bands auf Tour sind immer so eine Sache, man kann werben soviel man will, hinterher kann man oft froh sein, wenn man auf seine Kosten kommt. Von dieser Warte aus gesehen, kann die von Powermetal.de präsentierte METAL STRIKES BACK Tour als voller Erfolg gewertet werden. In Oberlauda fanden sich über 300, in der Hafenbahn in Offenbach fast 100 und in der Rockfabrik Ludwigsburg ebenfalls um die 100 Metaller ein. Damit wurden die Erwartungen der meisten Veranstalter erfüllt oder sogar übertroffen.

Nachdem wir diese Tour mitorganisiert und auch präsentiert haben, wollen wir euch jetzt natürlich noch unsere Eindrücke von den einzelnen Tagen schildern.

Los ging es am Freitag in der bestens besuchten Stadthalle zu Oberlauda. Die Lokalmatadore MAJESTY riefen und die Scharen folgten ihrem Ruf:


DESTINATION?S CALLING

Als erstes betraten DESTINATION?S CALLING; die Special Guests der METAL STRIKES BACK TOUR die Bühne. Vor etwa einem Monat, hatte ich bereits die Ehre, die Jungs in Berolzheim werkeln zu sehen und vor allem zu hören. Der Auftritt war mir in sehr positiver Erinnerung geblieben und so freute ich mich schon riesig darauf die Truppe wiederzusehen.
Die Melodic Speed Kracher von DESTINATION?S CALLING legen teilweise ein derartiges Hammertempo vor, dass man aus dem Hirnbangen gar nicht mehr rauskommt. Diesmal stand auch eine Bühne mit ordentlichen Maßen zur Verfügung, so dass sich die 6 Musiker so richtig austoben konnten.
Mit ihrem Kracher ?Gate To The Past\" eröffneten sie dann die dreitägige Tour und lockten die ersten Besucher nach vorne. Mit Liedern wie ?Inner Fear\" und ?Judgement Day\" ging es dann weiter, bei denen man dem schönen hohen Gesang von Sänger Christian Gräter und einigen Solis von Gitarrist Markus Göller lauschen konnte. Bassist Alexander Schreiner und Keyboarder Benjamin Kesel boten der Meute einen beeindruckenden Anblick, indem sie fast unentwegt ihre Köpfe kreisen ließen. Das Publikum war begeistert von der Darbietung und unterstützte die Band bereitwillig durch Klatschen und Mitsingen. Schade war nur, dass die Backing Vocals am Anfang zu leise eingestellt waren. Aber beim vorletzten Song ?Destination?s Calling\" wurde auch dieses Problem behoben und alles war wieder in Butter. Zusätzlich wurde noch der Song ?Mastery Of The Light\" gespielt, der noch eine weitere Zugabe beinhaltete. Als nämlich alle dachten, dass der Song jetzt zu Ende sei, kam plötzlich nochmal eine volle Powerdrönung an Mitmachrhythmus angeflattert.
FAZIT: Ich freu mich schon wieder auf den nächsten Gig von DESTINATION?S CALLING!!
[Ulrike]

THE PAST ALIVE

Gegen 21.00 Uhr betrat das Quartett aus Mosbach die Bühne. Als Melodic-Metal kategorisiert , was meiner Meinung nach nur bedingt stimmt. Bereits der Opener des Gigs besitzt deutliche Neigung zu kommerziellerem Gitarrenrock wie in etwa METALLICA in ihrer Load-Phase spielen. Insgesamt hat die Musik von THE PAST ALIVE eine sehr entspannte Grundtendenz welche dann durch schnellere (Bay-Area)Thrash-Parts oder den wirklich schönen, melodischen und zumeist zweistimmigen Gitarrensoli aufgefrischt wird.
THE PAST ALIVE haben es auch etwas schwer nachdem bejubelten Auftritt der Lokalmatadoren von DESTINATION´S CALLING. Und so ist die Halle auch leider merklich leerer. Den Anwesenden gefällt jedoch die Mucke sehr gut. Auch wenn ab und an manch METALLICA-Parallele zu deutlich hervortritt muß man dieser Band einen sehr interessanten und schwer einzuordnenden Stil bescheinigen.
Die Hits des Abends sind das schleppende ?Coma\" und der zum mitsingen animierende Track ? The Past Alive\".
Insgesamt ein sehr souveräner Auftritt einer Band , der noch viel zuzutrauen ist.
[Gastautor Vladimir Catalina]

AFTERBURN

Endlich war es so weit! Die flammende Streitmacht der AFTERBURNER betrat das Schlachtfeld! Die edlen Ritter (oh, Verzeihung! Ich vergaß die holde Rittersmaid zu erwähnen) haben es sich auf ihre Flagge geschrieben, gegen eine schreckliche Foltermethode zu kämpfen. Millionen von unschuldigen Menschen werden täglich gezwungen, sich unter dem Druck grauenhafter und Schmerz bereitender Charts zu beugen. ?Dies muss ein Ende nehmen? - dachten sich die fünf unbeugsamen Stuttgarter und machten sich daran, das Gedudel in richtige Musik (Metal in allen Variationen) umzuschreiben.
Eingeleitet wurde das Spektakel durch Foltervariante Marke ?ARG SCHLIMM? = DJ Bobo. Eigentlich war ich der Meinung, die Leute würden bei den ersten Tönen dieses Intros fluchtartig die Halle verlassen, aber die Meute strömte genau in die andere Richtung.
Als dann aber die Genussversion von AFTERBURN einsetzte, waren manche doch recht verdutzt und verließen nach einiger Zeit auch wieder den Platz vor der Bühne. Doch dem Großteil der Anwesenden schien es sichtlich Spaß zu machen, zu röchelnden Barbies und kreischenden Britneys umherzuhüpfen, zu bangen und zu grölen.
Wie schon beim ersten Anblick zu vermuten war (die edlen Recken waren einheitlich mit wallenden Flammenhemden angerückt), ließ das Stageacting auch nicht zu wünschen übrig.
So konnte man zum Beispiel beobachten, wie Gitarristin Michaela Zipse eines ihrer Solos mit der Bierflasche spielte und Sänger Georg Weihrauch bei ?Hit Me Baby One More Time\" mit einer Heulattacke zusammenbrach.
Auch das musikalische Gehör kam keinesfalls zu kurz - sowohl positiv als auch negativ. Aber das Gute zuerst : Die Truppe bot viele rockige Schmankerln, die fast alle verschiedenen Richtungen der Metalszenen berührten: Geröchel, Gekreische und rauher tiefer Gesang seitens Sänger Georg Weihrauch, die schöne Powermetalstimme von Basser Vladimir Catalina und nicht zuletzt die neuentdeckte Stimme der Extraklasse von Gitarristin Michaela Zipse.
Nur sollten sich der neue Gitarrist Lars Tellmann und die Herrin der Gitarre vorher besser um ihre Instrumente kümmern, denn die waren eindeutig verstimmt.
Auch an der Koordination zwischen Donnergott Christian Schmidt und Band mangelte es ein wenig, sodass der Einsatz bei ?Pray\" schon mal richtig scheps klang.
Alles in allem war es ein guter Auftritt der Truppe, vor allem wenn man bedenkt, dass es sich hierbei erst um ihren Zweiten handelte.
[Ulrike]

LIGHTMARE

Nach fast 2 Jahren hatte ich nun endlich mal wieder die Gelegenheit LIGHTMARE zu erleben. Viel hat sich nicht verändert, Die Grundbesetzung Andi Gutjahr (Gitarre), Timon Schreiber (Gesang) und Gerd Lücking (Trommeln) hat ja so schon seit einigen Jahren Bestand. Zurück ist nun wieder \"glamourus\" Marion Maul an den Keyboards und neu im Team ist Thomas Berghofer (Bass).
Mit dieser Besetzung zogen Lightmare wieder eine fette Show ab, die einmal mehr durch die Frickeleinlagen von Andi Gutjahr geprägt wurden. Im Vergleich zu früheren Shows waren die Soli noch vertrackter und komplizierter und schneller .... Anscheinend muß er seinen Frickelwahn nun bei LIGHTMARE noch extremer ausleben, seitdem er bei TANKARD einstieg und dort diesem Bedürfnis nicht nachkommen kann. So genial das ganze auch klingt, meiner Ansicht nach war es dem Guten etwas zuviel. Weitere Akzente konnte auch Gerd Lücking (seines Zeichens Gitarrist bei COURAGOUS) durch sein abwechslungsreiches und zugleich punktgenaues Spiel an den Drums setzen. Timon erschien mir am ersten Tourtag etwas indisponiert, konnte dies jedoch während der beiden nächsten Auftritte deutlich steigern.
LIGHTMARE boten einen guten Querschnitt über ihre bisher 3 Veröffentlichungen. So wurde auch das Demo \"Certain Death\" mit dem LIGHTMARE-Klassiker \"Grave\" bedacht - leider jedoch nicht mit dem Titeltrack selbiger Scheibe. Auch das Demo \"Vampires\" kam mit \"Crusader\" und \"Vampires\" nicht zu kurz. Natürlich machte der 97er Output \"The Fool\" den Großteil des Sets aus, wobei die Band aus Zeitgründen leider auf das Instrumental \"Tones\" verzichten mußte. Zu hören gab es mit \"Sense Of Life\" noch ein komplett neues Stück, welches in mir die Hoffnung hegt, daß LIGHTMARE vielleicht doch noch einmal angreifen werden. Der Song selbst ist sehr abwechslungsreich und doch eingängig gehalten und zeigt einmal mehr was Gutjahr für ein Virtuose an der Gitarre ist.
[Georg]

MAJESTY

Als Headliner und letzte Band des Tages betraten dann endlich MAJESTY die Bühne. Auf diesen Moment hatten offensichtlich die meisten der Anwesenden gewartet und strömten in Scharen nach vorne. Für Menschen mit Platzangst waren die ersten Reihen jedenfalls nicht zu empfehlen. An den Publikumsreaktionen konnte man unschwer erkennen, dass sich MAJESTY auch schon hier in ihrer Heimatgegend und nicht nur auf dem ?Bang Your Head!!!\" einen Namen gemacht haben. Die Meute grölte begeistert die Songs mit und so mancher konnte sogar schon einige von Tareks Ansagen auswendig. Auch die neuen Lieder \"Fields Of War\" und \"Fist Of Steel\" erfreuten sich einer ordentlichen Beifallquote.
Mit einem Intro und dem darauffolgenden \"Hail to Majesty\", das sowohl musikalisch als auch textlich super als Einleitung zu einem Konzert passt (\"Now it\'s time vor us to go on stage\"), wurde das Spektakel eröffnet. In Leder gekleidet und mit Nieten bestückt, boten die True Metal Heroen ihren \"Brothers\" auch sogleich ein sehenswertes Bühnenbild, indem sie sich wild headbangend in alle erdenklichen Posen warfen.
Mit \"Metal Force\" ging es dann weiter, bei dem Sänger Tarek Maghary ein extrafieses Profilachen durch den Raum schallen ließ und ein schönes Gitarrensolo anstimmte.
Auch \'Schreit-die-Band-an-Aktionen\' kamen nicht zu kurz: So durfte die Meute bei \"Strong as Steel\" beweisen, wie laut sie \"Stark wie Stahl\" grölen können und legten auch bei \"Into the Night\" eine ordentliche Lautstärke hin. Es folgten noch einige andere Kracher, aber bei \"Keep It True\" wurde dann leider die Befürchtung groß, dass der Gig wohl bald sein Ende nehmen würde. Aber die stählernen Mannen ließen es sich nicht nehmen, noch 2 Zugaben ( Oh Verzeihung: \"Hail To Majestys\") zu spielen. Tarek belehrte nämlich das Publikum mit den Worten: \"Bei anderen Bands heißt das Zugabe, bei uns heißt das HAIL, HAIL TO MAJESTY!!\" eines Besseren, als sie versuchten, die Band durch Zugabe-Rufe nochmal auf die Bühne zu holen.
Bei der ersten ?Zugabe\" handelte es sich um den schon etwas bekannteren Neuen \"Metal To The Metalheads\", der mit Begeisterung abgefeiert wurde. Nachdem alle Bandmitglieder auf Schlag die Köpfe gesenkt und ein letztes wildes Geschrabbel mit ihren Instrumenten vollführt hatten, dachten eigentlich alle es sei aus. Doch MAJESTY hatten wohl selber einen Mordsspaß an dem Auftritt,so dass sie sich entschlossen, als Dreingabe noch \"Battle Hyms\" von MANOWAR zu spielen.
Alles in allem war es wieder einmal ein starker Auftritt der Metalkrieger, der nur durch kleine Anfangsschwierigkeiten seitens der Technik getrübt wurde.
[Ulrike]

Redakteur:
Ulrike Weihrauch

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