RESOLVE, WINDWAKER, ASHEN und TROPIC GOLD - München
31.01.2026 | 15:0525.01.2026, Backstage Halle
Modern Metalcore-Vollbedienung.
Der 25. Januar 2026 beginnt mit einer kleinen Herausforderung: Schneechaos auf den Straßen, dennoch gelingt die Anreise zur Backstage Halle in München pünktlich. Überraschenderweise ist die Halle beim Eintreffen noch ungewöhnlich leer. Die Vorfreude an diesem Abend gilt vor allem den Australiern von WINDWAKER, die sich heute zum ersten Mal überhaupt in Deutschland die Ehre geben.
Den Abend eröffnet TROPIC GOLD aus dem Vereinigten Königreich. Die Band präsentiert einen Alternative Metalcore, der teilweise sehr stark von elektronischen Elementen durchzogen ist. Das Line-up auf der Bühne besteht heute aus Jacob Parris am Gesang, Joshua Lee an der Gitarre sowie Amy Barnett am Schlagzeug.
Vor der etwa zur Hälfte gefüllten Backstage Halle kommt die Stimmung erstaunlich schnell in Fahrt, da sich das Publikum sehr aufgeschlossen zeigt. Die Bühnenshow bietet dabei wenig Spektakuläres: Frontmann Jacob Parris steht klar im Vordergrund und posiert eifrig, während Gitarrist Joshua Lee bis auf einen vereinzelten Kick eher zurückhaltend agiert. Musikalisch ist das Dargebotene zwar keine Offenbarung, funktioniert als Opener heute aber bestens.
Setliste: The Angels Are Gone; Dead To All My Friends; A Place Called Euphoria; Witch Hunt; Happy; Holy Horror
Als nächste Band entert ASHEN aus Frankreich die Bühne. Das Quintett – bestehend aus einem Sänger, zwei Gitarristen, einer Bassistin und einem Schlagzeuger – fällt sofort dadurch auf, dass alle Mitglieder auch gesanglich mitwirken. Im direkten Vergleich zum Opener agiert die Truppe zudem deutlich bewegungsfreudiger: Kicks, Drehungen und ständiges Hüpfen prägen das Bühnenbild.
Der Auftritt lebt dabei stark vom Frontmann, der genau weiß, wie man die Menge anheizt. Er bedankt sich sympathisch bei den Kollegen von WINDWAKER und TROPIC GOLD und animiert das Publikum erfolgreich zum Mitmachen, inklusive des obligatorischen Hinsetzens auf den Hallenboden. Musikalisch gibt es soliden Metalcore auf die Ohren, der etwas härter und weniger elektronisch ausfällt als zuvor. Das kommt an: Die Stimmung ist mittlerweile top, was durch einen großen Moshpit, einen Circle Pit und später sogar eine kleine "Wall of Death" bestätigt wird. Insgesamt liefert die Formation aus Paris damit den stärkeren Auftritt des Vorprogramms ab.
Setliste: Chimera; Angel; Crystal Tears; Meet Again; Desire; Cover Me Red; Outlier
Auf die Australier WINDWAKER lag im Vorfeld meine größte persönliche Vorfreude. Es ist ihre erste Tour in Deutschland – und das ist auch längst überfällig. Die Band fackelt nicht lange und zündet mit 'Sirens' direkt die erste Granate.
Das Line-up, bestehend aus Liam Guinane am Gesang, Justin Keurntjes an der Gitarre, Indey Salvestro am Bass, Chris Lalic am Schlagzeug sowie Connor Robins an den Synthesizern, sprüht nur so vor Energie. Besonders Connor Robins sticht hervor, da er sein Instrument kaum ruhig bedient, sondern viel springt und kickt.
Die Backstage Halle verwandelt sich augenblicklich in einen einzigen Moshpit. Glücklicherweise überzeugt Liam Guinane auch live gesanglich auf ganzer Linie und motiviert das Publikum mit wenigen, aber gezielten Ansagen. Zwischendurch gibt es verdienten Applaus für die anderen Bands, bevor bei 'Venom' kurzzeitig Ruhe einkehrt. Der sanftere Part sorgt für ein Lichtermeer aus Taschenlampen, nur um kurz darauf in den totalen Abriss überzugehen. Der neue Song 'Victory Lap' animiert die Menge zum lautstarken "Let's Go"-Mitschreien und fordert eine Wall of Death, die deutlich gewaltiger ausfällt als der Versuch der vorangegangenen Band. Die unschlagbare Energie der Australier reißt heute Abend einfach jeden mit.
Setliste: Sirens; Fractured State of Mind; Superstitious Fantasy; The Wall; Apathy; Break The Rules; Dopamine Freestyle; Venom; Victory Lap; Tabula Rasa
Als Headliner des Abends betritt schließlich RESOLVE die Bühne. Das Quartett – bestehend aus Anthony Diliberto am Gesang, Antonin Carré an der Gitarre, Robin Mariat am Bass und Nathan Mariat am Schlagzeug – war zuletzt als Support für WHILE SHE SLEEPS ebenfalls hier im Backstage zu sehen. Optisch macht die Band einiges her, da sie eigenes Licht-Equipment mitgebracht hat, das für eine stimmungsvolle Atmosphäre sorgt. Auf der Bühne selbst ist allerdings etwas weniger los als bei den beiden sehr aktiven Vorgängern. Der Fokus liegt klar auf dem Sänger, während Bassist Robin Mariat durch das Tragen einer Sonnenbrille im dunklen Club für ein kurioses Detail sorgt.
Musikalisch wird ein klassischer RESOLVE-Auftritt nach bekanntem Rezept geboten: Metalcore-Haudrauf wechselt sich mit melodischen Pausen ab, wobei der Klargesang heute gut sitzt. Im Publikum geht es ungebremst weiter rund, es wird gemosht und Circle Pits werden gebildet.
Der Headliner kommt sehr gut an, ähnlich wie zuvor WINDWAKER, kann aber deren Energielevel nicht ganz toppen. Einen besonderen emotionalen Moment gibt es bei 'In Stone': Das Publikum zückt die Taschenlampen, während Anthony Diliberto zunächst allein an der Gitarre beginnt und der Rest der Band erst später dazu stößt – eine gelungene ruhige Pause im sonst sehr lauten Set.
Am Ende steht ein absolut solider Auftritt, auch wenn der emotionale und energetische Höhepunkt des Abends vielleicht schon kurz davor lag.
Setliste: Non, je ne regrette rien (Intro); Sandman; Beautiful Hell; Seasick Sailor; Move to Trash; Death Awaits; Molotov; In Stone; Emerald Skies; Pendulum; Human; Smile; Forever Yours; Older Days
So blicken wir auf vier solide Auftritte zurück, bei denen jede Band ihre ganz eigenen Stärken ausspielen kann. Mein persönlicher Favorit WINDWAKER hat sich dabei voll bestätigt und liefert für mich die Show des Abends ab. Der Headliner RESOLVE präsentiert sich zwar gewohnt souverän und professionell, kann aber das extrem hohe Energielevel der Australier nicht ganz erreichen und wirkt im direkten Vergleich – vielleicht auch, weil ich sie schon kannte – nicht ganz so spektakulär. Dennoch ist es ein gelungener Konzertabend.
Text und Photo Credit: Noah-Manuel Heim
- Redakteur:
- Noah-Manuel Heim





