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ROCKAVARIA 2018 - München

30.06.2018 | 14:37

09.06.2018, Königsplatz

Zwei Tage Rock im Herzen Münchens!

Was soll nach diesem großartigen Auftritt von IRON MAIDEN noch kommen? Zumal der Rockavaria-Sonntag aus metallischer Sicht zumindest auf dem Papier eher trist aussieht und der Headliner DIE TOTEN HOSEN nicht spielt. Daher wurden die DONOTS von der Green Stage auf die Kings Stage verlegt und LIMP BIZKIT zum Headliner gemacht.

Wir gehen diesen Sonntag trotz kleiner Flaute im Billing aber mit viel guter Laune und lässiger "lassen wir uns überraschen"-Einstellung heran und stehen nach einem traditionell bajuwarischen Mittagessen im Biergarten inklusive Weißbier pünktlich zu TURBOBIER vor der Hauptbühne. Dort passiert aber erstmal überhaupt nichts. Beim Umschauen fällt auf, dass mehr Security und Polizei auf dem Gelände ist. Dafür deutlich weniger Leute, auch beim Einlass, der diesmal überhaupt kein Problem ist, wenn man früh genug da war. Vielen stehen ob der Ruhe von der Bühne Fragezeichen im Gesicht und es kursiert das Gerücht einer Sturmwarnung. Deshalb werden die Fotografen auch wieder rausgeschickt. Allerdings wissen viele Rockavaria-Mitarbeiter nur, dass sie nichts wissen. Also gehen wir mal rüber zur Green Stage zu den DRUNKEN SWALLOWS. Offenbar gibt es dort keinen Sturm und man sagt uns "alles easy". Die Leute, die jetzt wegen des angeblichen Sturms nicht mehr auf das Gelände kommen, nehmen dies wohl weniger easy. Auch wir werden langsam ungeduldig, denn auch bei der Green Stage gibt es Verspätung. Also brauchen wir Bier. Dies erweist sich auch nötig für den schrammeligen Deutschpunk der DRUNKEN SWALLOWS. Nee, das ist nicht meine Musik, die diese norddeutschen Dorfjungs hier machen. Es klingt halt wie, ähem, Punkrock von Dorfjungs. Oder wie eine zahnlose Version der BÖHSEN ONKELZ mit Oh-Oh-Oh-Chören. Zudem ist der Sound wie schon am Vortag bescheiden und viel zu leise. Also entscheiden wir uns, bei DOG EAT DOG vorbeizuschauen, fragen den Tommy aber vorher, wie TURBOBIER war? Ich finde den Namen ja echt schrecklich...
[Thomas Becker]

Weißt du, Thomas, dass TURBOBIER nicht nur der Bandname ist, sondern auch der Name einer Biersorte, welche die Österreicher inzwischen auf den Markt gebracht haben? Und soweit ich gehört habe, wollen sie damit demnächst auch den deutschen Markt überfluten. Zudem sind sie die Gründer der BPÖ, der Bierpartei Österreichs und dann hat Sänger Marco Pogo mit der "bieristischen Glaubensgemeinschaft" auch gleich noch eine eigene Religion ins Leben gerufen. Diese wird auf der Bühne natürlich ausführlich zelebriert, indem das Parteiprogramm der BPÖ vorgetragen wird und die Zehn Gebote aus der heiligen Bierbel aufgesagt werden. So schrecklich der Name TURBOBIER auch sein mag, in puncto Vermarktung hat man die Nase vorne. Musiziert wird dabei natürlich auch noch. Der mit Wiener Schmäh vorgetragene Punkrock kommt bei der reichlich anwesenden Fangemeinde im vorderen Wellenbrecherbereich richtig gut an und es herrscht ein ausgelassene Stimmung. TURBOBIER erweist sich als perfekter Opener des zweiten Rockavariatages. Ansonsten ist es auf dem weitläufigen Gelände noch relativ leer, was wohl größtenteils an der Absage der TOTEN HOSEN liegen dürfte. Ein guter Zug der Veranstalters ist, dass man für den Sonntag auf sein Zweitages-Ticket eine Ermäßigung von 30 Euro bekommt und falls man wegen der Absage von Campino und Co. am zweiten Festivaltag nicht mehr teilnehmen möchte, sogar ganze 72,50 Euro erstattet bekommt. Das macht bestimmt nicht jeder!
[Tommy Schmelz]

Ich stehe diesen ganzen Crossover-Bands, die in den 90ern den Metal getötet haben sollen, ambivalent gegenüber. Groß gestört haben mich die Bands nie, ein großer Fan bin ich aber auch nie geworden. Unbestreitbar gibt es aber Hits aus dieser Zeit, und 'No Front' von DOG EAT DOG ist einer, den jeder kennt. Heute lerne ich allerdings, dass DOG EAT DOG zu den eher nervigeren Vertretern des Genres gehört. Mit Hawaii-Hemd, weißer Sonnenbrille und Playmobil-Wasserpistole bewaffnet rappt und crossovert sich John Connor durch eine Reihe relativ gleich klingender Songs und sein Clean-Gesang ist schon etwas grenzwertig. Und irgendwie wirken die Hündchen wie ein Überbleibsel, das nicht mehr allzu gut in die Zeit passt. Connors Mitstreiter auf der Bühne wirken auch nicht unbedingt so, als würden sie es gerne ändern wollen. Natürlich wird 'No Fronts' am Ende ausgewalzt bis zum Geht-nicht-mehr, und die Saxophon-Einlagen sind dabei durchaus cool. An meinem durchwachsenen Eindruck ändert dies aber nicht.

Viel besser war da THERAPY? auf der Green Stage. Ich gebe zu, "Troublegum" hat mich anno 1993 nicht so abgeholt wie viele andere Musikverrückte, aber damals war ich im totalen DREAM THEATER/PSYCHOTIC WALTZ Progmetal-Wahn und da war kein Platz für rotzigen Rock mit Wortwitz. Spätestens nach diesem Gig muss ich dies revidieren. Der ist nämlich super, auch wenn auch THERAPY? mit dem drucklosen Sound der kleinen Bühne kämpfen mussten. Doch schon der Opener 'Isolation' macht viel Laune und verheisst den vermutlich besten Gig des Tages. Blickfang ist der hochsympathische Frontmann Andy Cairns, der irgendwie immer noch so aussieht wie anno 1993. Manchmal ist seine Stimme etwas schwach auf der Brust, doch jeder Sänger hat auf der Green Stage eine schwere Zeit. Was mit mir absolut nicht bewusst war ist, dass THERAPY? bereits 14 Studioalben im Gepäck hat (am 21.09 kommt Nummero 15) und dass THERAPY?s Musik so variantenreich ist. Wer hier nur die Hits kennt und es dabei belässt, hat definitiv was verpasst. Manche Passagen gehen sogar in Richtung Techno-Thrash der Marke ANACRUSIS und ich sehe auf einmal ganz kurz Kenn Nardi. Nein, das war eine optische Täuschung von der wirklich glühenden Sonne. Sturm gibt es nur auf und vor der Bühne, wo die Leute die hochengagierte Leistung der nordirischen Band abfeiern. Natürlich dürfen die "Troublegum"-Hits 'Nowhere' und 'Screamager' am Schluss nicht fehlen. Ja, das war ein feines Ding, mein Rockavaria-Sonntag ist schon gerettet. Und jetzt kommt mit ROSE TATTOO eine Band, die Tommy sehr am Herzen liegt, oder?
[Thomas Becker]

Ja, Thomas, ROSE TATTOO war neben IRON MAIDEN mit ein Hauptgrund, dieses Jahr das Rockavaria keinesfalls zu verpassen. Leider wurde bereits am Samstag meine Stimmung leicht getrübt als ein für Sonntag bereits bestätigtes Interview mit Sänger Angry Anderson abgesagt wurde. Die Stimme sei angeschlagen und müsse daher geschont werden. Aber von Stimmproblemen ist dann beim Auftritt glücklicherweise nichts zu merken und der Einstieg gelingt den Australiern mit dem Klassiker 'One Of The Boys' vortrefflich. Angry ist mit seinen fast 70 Jahren das einzig verbliebene Gründungsmitglied. Er ist trotz seiner kleinen Größe mit einer Bühnenpräsenz ausgestattet, die vielen jüngeren Kollegen heutzutage abgeht. Mit dem ehemaligen THE ANGELS Gitarristen Bob Spencer und dem ehemaligen AC/DC Bassisten Mark Evans hat man prominente Mitstreiter gefunden. Und mit haufenweise Hits im Gepäck kann auch gar nichts schief gehen. Selbst der Sound auf der Green Stage kommt zum ersten Mal in für Rockkonzerte einigermaßen angemessene lautstärketechnische Sphären. Leider endet das der mitreißende Auftritt mit einer fulminanten Version von 'Nice Boys‘ irgendwie viel zu früh.

Jetzt kommen wir zu einer Kapelle, von der ich natürlich Stücke wie 'Tommy-Gun' oder 'Everybody Wants To Be An Astronaut' dank Rock Antenne aus dem Radio kenne, aber die sonst an mir komplett vorbei gegangen ist. Aber dazu sind ja auch Festivals da, um eventuell was Neues für sich zu entdecken. Als die schwedische Kombo ROYAL REPUBLIC in ihren goldenen Sakkos die Bühne betritt, beschleicht mich mit bereits beim ersten Ton das Gefühl, dass ich hier und heute etwas ganz Besonderes erleben sollte. Die Band entfacht eine Stimmung, welche ich auf Konzerten nur sehr selten erlebt habe, vor allem an einem Festivalsonntag abends, wo viele meist schon leicht in den Seilen hängen. Die Schweden schaffen es mit ungeheurer Spielfreude und einem Haufen Hits im Gepäck, bei denen man einfach mitmachen muss, auch bei mir jeglichen Anflug von Müdigkeit wegzublasen. Aber nicht nur eigene Stücke sind im Programm, so tauschen beim genialen THE POLICE-Cover 'Roxanne' Sänger und Schlagzeuger die Plätze. Und mit gelungenen Interpretationen von 'Fear Of The Dark' und METALLICAs 'Battery' zieht man letztendlich auch die anwesenden Metalheads auf seine Seite. Die Krönung folgt allerdings beim letzten Stück des regulären Sets - 'Full Steam Spacemachine' - als das Publikum aufgefordert wird in die Knie zu gehen, nur um die Green Stage kurze Augenblicke später in eine einzig hüpfende Masse verwandeln. Keine Ahnung, warum ROYAL REPUBLIC bis jetzt an mir vorbei gegangen ist. Das hat sich an diesem Abend definitiv geändert. Denn die Schweden waren nach IRON MAIDEN die beste Band des Festivals und hätten es verdient gehabt auf der Hauptbühne zu spielen.
Setliste: When I See You Dance with Another, Walk!; Make Love Not War (If You Have to Make War - Make Sure to Make Time to Make Love in Between); Strangers Friends Lovers Strangers; Underwear; Weekend-Man; Walking Down the Line; All Because of You; OIOIOI; Everybody Wants to Be an Astronaut; The End; Kung Fu Lovin'; Tommy-Gun;, Roxanne; Fear of the Dark; Battery; Full Steam Spacemachine; Zugabe: Here I Come (There You Go), Baby
[Tommy Schmelz]

Von mir und Nives hier nochmal ein herzlich "Dankeschön" an Tommy dafür, dass er uns rüber zu EMIL BULLS geschickt hat, während die Golden Boys von ROYAL REPUBLIC auf der Green Stage einen Triumphzug feiern. Warum diese Band nicht auf der Hauptbühne spielen darf und dafür EMIL BULLS, ist mir schleierhaft. Vermutlich ist es eine Art bajuwarische Heimatverbundenheit, denn die EMIL BULLS kommen aus München. Ihre Musik ist allerdings bestenfalls Durchschnitt. Ich habe die Band ja zugegebenermaßen in die Core-Richtung sortiert, was wir hier hören, ist aber eher eine weitere Version abstammend von modernen amerikanischen Metalbands der Marke DISTURBED, DROWNING POOL oder FIVE FINGER DEATH PUNCH. Für ein paar Songs funktioniert das schon, die EMIL BULLS haben auch ein paar nette Hooks und Refrains in petto, aber bei fortwährender Dauer ist dies einfach nichts Mitreißendes. Das war von der ersten Sekunde an ganz anders bei ROYAL REPUBLIC, von denen ich im Vorfeld noch gar nichts gehört hatte, aber wo ich jetzt gerne wäre. Doch brav höre ich den EMIL BULLS-Gig zu Ende an und wippe leicht zähneknirschend mit.
[Thomas Becker]

Ein zutiefst ehrlich gemeintes "Sorry" an euch beide, dass ihr statt auf der Green Stage mit eine der besten Bands des Festivals abzufeiern, das Heimspiel von EMIL BULLS verfolgen musstet. Wundert mich aber, dass die Münchner bei euch so schlecht ankamen, denn eigentlich habe ich die durchaus positiv in Erinnerung. Aber so ist es manchmal auch auf Festivals, dass man sich aufgrund mehrerer Bühnen mal falsch entscheidet. Dass bei mir die DONOTS nach ROYAL REBUBLIC einen schweren Stand haben würden, versteht sich hoffentlich von selbst. Nicht dass der Auftritt der deutschen Alternativ-Rocker schlecht ist, aber den Direktvergleich verlieren sie eindeutig. Natürlich haben die Nordrhein-Westfalen haufenweise Hits im Gepäck und auch ich liebe 'Whatever Happened to the 80s' und das hier als Statement gegen Nazis gespielte TWISTED SISTER Cover 'We're Not Gonna Take It' und werden demenstprechend abgefeiert. Auch die geile Version von 'Opel-Gang', das Campino und den TOTEN HOSEN gewidmet ist, kommt ausgezeichnet an. Aber trotzdem habe ich leider das Gefühl, dass hier die falsche Truppe von der kleinen Bühne auf die King's Stage wechseln durfte. Zu sehr stehe ich immer noch unter dem Eindruck dessen, was ich kurz vorher auf der Green Stage erleben durfte.
Setliste: Ich mach nicht mehr mit; (unbekannt); Wake the Dogs; Dead Man Walking; Opel-Gang; Das Ende der Welt ist längst vorbei; Keiner kommt hier lebend raus; Kaputt; (unbekannt); (unbekannt); Stop the Clocks; Whatever Happened to the 80s; Problem kein Problem; Piano Mortale; We're Not Gonna Take It; So Long
[Tommy Schmelz]

Jetzt also zum Ausweich-Headliner, der gleich mal im Stile von IRON MAIDEN Fotos für Online-Medien verbietet. Im Falle von LIMP BIZKIT kann ich dies auch verstehen, denn so wie Fred Durst heute die Bühne betritt, würde ich mich auch nicht ablichten lassen wollen. Knallrote Handschuhe, ein weißes Hemd und eine megahäßliche Hose mit weißen Blumen drauf, die Großmutter nicht mal zum Ins-Bett-gehen anziehen würde, weil sie viel zu weit ist. Und so wie der Mann aussieht, ist auch der Gig. Die Band schafft es, mich von Minute zu Minute mehr zur Weißglut zu bringen. Was ist denn das für ein Gig? Der erste Song ist noch nicht einmal gespielt, da wird auch schon das Publikum zum Springen animiert. Ziel sei es, das Energie-Level maximal werden zu lassen, und ich bin anfangs auch bereit dazu. Was die Band aber dafür tut, ist gar nichts. Es wirkt, was wäre die Band überfordert damit, ihren Gig auf 90 Minuten auszudehnen. Fred Durst labert jede Menge belanglosen Quatsch und ständig spielt man Riffs bekannter Songs an und bricht sie wieder ab, ohne jemals zu einer Struktur zu kommen. Und dazwischen gibt es ständig Noises und Samples von Wes Borland, die manchmal cool sind, manchmal aber einfach nur nerven. So hören wir in der ersten Hälfte neben Songschnipseln von 'Seven Nation Army' (WHITE STRIPES), 'South Of Heaven' (SLAYER) und MINISTRYs 'Thieves' auch noch eine oberpeinliche Coverversion von George Micheals 'Faith'. Und was ist mit eigenen Songs? Ja, ja, die werden auch hin und wieder eingestreut. Nicht, dass dies jetzt musikalische Offenbarungen sind, aber immer wenn LIMP BIZKIT massive Grooves auf Fred Dursts aggressiven Rap-Gesang prallen lässt, funktioniert dieser Gig, und auf genau dies hätte ich mich auch zu gerne eingelassen. Aber spätestens als Fred in den Fotograben läuft, um die Fans "besser kennenzulernen", rote Handschuh-Handshakes gibt und weiteren Ami-Großprotz-Quatsch von sich gibt, ist der Kredit bei mir verspielt. Es folgt ein Cover von NIRVANAs 'Smells Like Teen Spirit' und später noch RAGE AGAINST MACHINES 'Killing In The Name'. Wirklich? Echt jetzt? Und für was ist LIMP BIZKIT groß geworden? Die müssen sich doch irgendwie Headliner-Status erarbeitet haben. Tommy, hilf mir weiter!
[Thomas Becker]

Also, als ich LIMP BIZKIT 2001 bei Rock Im Park zuletzt gesehen habe, da hatten sie zu Recht den Headliner-Status und lieferten eine megageile Show. Eventuell liegt es daran, dass da schon lange nichts Neues mehr kam und man quasi von den alten Zeiten lebt. Der Rockavaria-Auftritt hat nicht mehr viel mit dem zu tun, wie ich die Band in Erinnerung habe. Ständig hat man das Gefühl, dass mit Einlagen versucht wird, den Set künstlich in die Länge zu ziehen. Und wo verdammt ist 'Behind Blue Eyes‘? Das ist zwar auch nur ein Cover, aber immerhin besser als 'Smells Like Teen Spirit' oder 'Killing In The Name Of'. Von einer Hauptband, die zudem das Festival abschließt darf man gerne mehr erwarten. Mit ROYAL REPUBLIC wäre das nicht passiert!
Setliste: Hot Dog; Thieves; Rollin' (Air Raid Vehicle); Faith; Seven Nation Army; My Generation; Livin' It Up; Jump Around; Eat You Alive; Smells Like Teen Spirit; My Way; Re-Arranged; Killing in the Name; Nookie, Break Stuff; Take a Look Around

An beiden Festivaltagen sorgen die Holländer BLAAS OF GLORY mit im Marschmusikstil vorgetragenen Rock- und Metalklassikern wie 'The Final Countdown' und 'Ace Of Spade' in den Pausen für Stimmung. Wo immer die Kapelle auf dem Gelände aufspielt, bildet sich sofort eine große Menschentraube und feiert eine Party zu bekannten Hits in ungewöhnlichem Gewand. Die Jungs dürfen sehr gerne wieder gebucht werden.

Fazit: Der Königsplatz in München bietet ein einzigartiges Ambiente für Konzerte und wie sich gezeigt hat auch für ein mehrtägiges Festival wie das Rockavaria. Von daher gibt es inklusive der Bandauswahl nicht viel zu meckern. Und dass die Veranstalter bereit sind, aus Fehlern zu lernen, zeigte sich bereits am Sonntag, als der Festivaleingang verändert wurde und der Einlass wohl deutlich schneller vonstatten ging. Auch gab es im Bereich der kleinen Bühne am zweiten Tag auch vier statt nur eines Dixies. Davon hätte man im vorderen Wellenbrecher-Bereich auch welche brauchen können und eventuell auch diese mobilen Pissoirs, die es auf anderen Freiluftveranstaltungen gibt, das mal nur als Anregung. Die ganze Bändchensituation war auch etwas chaotisch. Warum bekamen Tagesbesucher kein Bändchen in einer anderen Farbe, wie ich es von anderen Festivals kenne? Und warum durfte man mit einem Zweitagesbändchen zumindest am Samstag das Gelände nicht mehr verlassen? Und man durfte am Sonntag sogar nur mit Bändchen und Vorzeigen der Karte wieder rein! Warum einfach machen, wenn es auch kompliziert geht? Und eines was mich besonders aufgeregt hat, war, dass man Behinderte auf der Rollstuhltribüne zwei Tage in der Sonne hat schmoren lassen. Da hätte man durchaus ein paar Sonnenschirme aufstellen können. Ansonsten würde ich mich freuen, wenn es nächstes Jahr wieder ein Rockavaria auf dem Königsplatz gibt, ich wäre wieder mit dabei. Thomas, du auch?
[Tommy Schmelz]

Ich komme zu einem ähnlichen Fazit wie Tommy. Klar, ich will auch nächstes Jahr wieder ein Festival vor meiner Haustür haben und wir hatten viel Spaß. Es gab Dinge, die man kritisieren kann, aber mit etwas Gelassenheit entpuppen sich viele Kritikpunkte als Kleinigkeiten. Knackpunkt für das Fortbestehen des Festivals wir wohl sicher der Preis sein. Und ob es einen Headliner gibt, der an IRON MAIDEN in der jetzigen Form heran reicht, darf auch angezweifelt werden. Doch Thomas, Tommy und Nives würden sich sehr freuen, wenn es auch nächstes Jahr heißen würde: Auf zum Rockavaria!
[Thomas Becker]

Das POWERMETAL.de Rockavaria Team 2018:

Alles Fotos in dem Artikel stammen von Nives Ivic.

Redakteur:
Tommy Schmelz

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