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VAN CANTO, FREEDOM CALL, GRAILKNIGHTS - Frankfurt

09.05.2016 | 20:41

17.04.2016, Batschkapp

Verwegene Gralsritter, todesmutige Drachentöter und eine weiße Bierstute – vereint in der Frankfurter Batschkapp.

Vielleicht schüttelt jetzt der eine oder andere augenrollend sein Haupt und denkt sich: "Was soll der Blödsinn jetzt?" Nur keine Bange, wenn man mal vom erheblichen Spaßfaktor an diesem Abend absieht, gibt es Musik vom Allerfeinsten. Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass mir bis heute die GRAILKNIGHTS kein Begriff waren. Die Herren Ritter haben sich aus Grailham City (vor langer Zeit auch als Hannover bekannt) direkt in die Höhle des bösen Dr. Scull gewagt (der sich heute die Batschkapp als sein Quartier ausgesucht hat), um ihm ein weiteres Mal den heiligen Gral abzujagen. Denn diejenigen, die daraus trinken, werden das Vergnügen haben, für den Rest ihres Lebens betrunken zu sein. Zumindest kann man das so bei den Gralsrittern nachlesen. Das Publikum als "Battle Choir" ist natürlich aufgefordert, ihnen bei dieser Quest zu helfen und lässt sich wahrlich nicht lange bitten. In ihren farbigen Super-Ritter-Helden-Plastik-Kampfanzügen und den aufgemalten Masken sehen sie ausgesprochen witzig aus. Irgendwie fallen einem direkt die Ninja Turtles ein.... Um ihren Battle Choir bei Laune zu halten, präsentieren sie nach ein paar Songs ihre Bierstute Zapfi und zaubern ein komplettes Bierfässchen aus ihr haraus, das unter großem Hallo dem Publikum übergeben wird. Es gibt auch noch ein paar Posing- und Turnübungen, sogenannte Grailrobics, bevor das Gute siegt und der wunderwirkende Gral wieder in den Händen der Ritter ist. Bleibt noch zu erwähnen, dass die Gralsritter nicht nur herumalbern, sondern auch eine klasse musikalische Performance im Powermetalbereich hinlegen. Ein hervorragender Einstieg für diesen Abend und ein toller Anheizer für VAN CANTO.

Kurze Umbaupause und der nächste Support gibt Gas. Gemessen an dem schrilllen Outfit ihrer Vorgänger sehen die Herren von FREEDOM CALL richtig brav aus. Einzig der rote Kinnbart von Drummer Ramy Ali reißt es heraus. Aber wir wollen ja hier nicht nach dem Outfit gehen, sondern uns auf die Musik konzentrieren – und da gibt es nichts zu meckern. Frontmann Chris hat sein Publikum voll im Griff und die knappen 45 Minuten sind irgendwie ruckzuck vorbei.

Auf der Bühne wird unter den obligatorischen Rakkatakka-Rufen fleißig gewerkelt und so dauert es nicht lange, bis der Hauptact des Abends seinen Auftritt hat. Das neue Album von VAN CANTO, "Voices Of Fire", ist als Konzeptalbum entstanden, in Zusammenarbeit mit dem deutschen Fantasy-Autor Christoph Hardebusch und dessen neuem Roman "Feuerstimmen". Es gibt dazu auch ein Hörbuch, das musikalisch von VAN CANTO-Stücken untermalt ist. Heute Abend ist Autor Hardebusch anwesend und liest einige Seiten aus seinem neuen Buch vor. Es geht darin um einem Drachen, der die Welt beherrschen will, und nur der Gesang der Magie kann ihn aufhalten. Von diesem "magischen Gesang" hören wir heute gleich zu Anfang sechs Stücke und das Publikum ist sofort begeistert. Das ist quasi der erste Teil des Auftritts, im zweiten Teil werden jede Menge "alte" Songs herausgehauen, quer durch alle bisher erschienenen Alben – sehr zur Freude des Publikums. Stef erzählt, dass es VAN CANTO seit zehn Jahren gibt, was gebührenden Applaus hervorbringt und direkt die bunten Gralsritter auf der Bühne erscheinen lässt – samt Stute. Diesmal zaubert Sir Optimus Prime (der Grüne) einen Blumenstrauß für Inga hervor. Was so eine Stute doch alles in ihrem Inneren versteckt... Nach einer gebührenden Runde "Liebhaben" mit allgemeinem Geknuddel (sogar Dr. Scull macht mit), geht es dann auch schon weiter. Zur Feier des Tages ist ein alter Bekannter ebenfalls dabei: Ike, der Ende 2015 bei VAN CANTO aufgehört hat. An seine Stelle ist Jan getreten, den wir schon bei STIMMGEWALT erleben durften, aber zum Zehnjährigen lässt es sich Ike nicht nehmen, auch mit dabei zu sein. Vorgestellt wird auch der Fantasy-Künstler Osmar Arroyo aus Südamerika, von dem das Amulett stammt, das sowohl auf dem Frontcover von "Voices Of Fire" als auch auf dem Buch Feuerstimmen zu finden ist (dieses Amulett und ein signiertes, handbemaltes Drumfell sind bei ebay versteigert worden und der Erlös geht an die Organisation "Save The Children"). Aber auch dieser wunderbare Konzertabend geht zu Ende, denn schon ist die letzte Nacht der Könige angebrochen. So, wie es sich anhört, singt die ganze Batschkapp mit, einfach nur schön.

Mit Rakkatakka- und Zugabe-Rufen lässt sich die Band bereitwillig wieder auf die Bühne rufen und die erste Zugabe ist 'Bardcall', für mich der schönste Song des neuen Albums. Tja, wenn dann von Dunkelheit und Angst die Rede ist, dann weiß der gestandene VAN CANTO Fan, dass jetzt wirklich Schluss ist. Mit 'Fear Of The Dark' endet ein toller Abend, der gleichzeitig auch der letzte Tourtag ist, natürlich darf das obligatorische Abschiedsfoto nicht fehlen. Ross verteilt dann noch diverse Setlisten und Basti wirft ein paar Drumsticks in die Menge. Alle drei Bands haben gezeigt, dass sie live nicht nur richtig Spaß machen, sondern selbst auch Spaß haben. Und das Publikum dankt es ihnen mit viel Applaus. Da bleibt nur zu sagen: Immer gerne wieder!

Setlist GRAILKNIGHTS: Intro, Dead Or Alive, Morning Dew, Nameless Grave, Crimson Shades Of Glory, Rise Of The Black Knight, Superheromedley, Grailquest Gladiators

Setlist FREEDOM CALL: Union Of The Strong, Freedom Call, Farwell, Island Of Dreams, 666 Weeks Beyond Eternity, Power & Glory, Warriors, Land Of Light

Setlist VAN CANTO: Intro, Clashings On Armour Plates, Dragonwake, Time And Time Again, All My Life, Battleday's Dawn, Firevows, Speed Of Light, Wishmaster, Kings of Metal, To The Mountain, Rebellion, To Sing A Metal Song, Neuer Wind, Black Wings Of Hate, Last Night Of The Kings; Zugaben: Bardcall, Mission/Battery, Fear Of The Dark

Redakteur:
Hannelore Hämmer

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