Wave-Gotik-Treffen 2024 - Leipzig

04.06.2024 | 14:13

16.05.2024, div.

Mit zirka 18.000 Besuchern zwar ein bisschen weniger als letztes Jahr bei der Jubiläumsedition, dafür jedoch mit einem guten Zuwachs an internationalen Gästen. Grund hierfür könnte die Buchung der britischen Indie-Rock-Band EDITORS als Headliner für den Sonntag Abend in der agra-Halle sein, womit wohl auch jüngeres Publikum angezogen werden sollte.

SAINT CITY ORCHESTRAZu Pfingsten anno 2024 ist es nun also wieder soweit und Tausende Anhänger der schwarzen Szene pilgern einer alljährlichen Tradition folgend erneut gen Leipzig, um ihrer Leidenschaft für Musik, Geschichte, bildende Kunst und Kuriositäten zu frönen. Je nach Möglichkeit reist ein großer Teil bereits bei bestem Wetter für den Donnerstag an, um in Ruhe alle Formalitäten wie Check-In in der Unterkunft, Bändchenausgabe und dergleichen hinter sich zu bringen. Für mich beginnt das Wave-Gotik-treffen (WGT) wie fast jedes Jahr abends mit dem Anblick einer bei der agra-Halle ankommenden Straßenbahn, welche im Sekundentakt diverse Abarten des dunklen Stylings ausspuckt. Wie üblich löst dies mitunter einen Mischmasch an Emotionen aus - von toleranter Anerkennung über positive Verwunderung, beruhend auf der erspähten Kreativität in diverser Ausrichtung, bis hin zu Fremdschämen aufgrund einiger offensichtlicher Fehlgriffe. Nachdem solche Dinge jedoch immer vom Auge des Betrachters abhängen, lasse ich mich lieber schnell vom freundlichen, hilfsbereiten Personal mit allen Notwendigkeiten versorgen und informieren. Schon mal in Leipzig nutze ich wie viele die Gelegenheit, mich mit Freunden bei einer der angebotenen Warm-Up-Parties zu treffen. Unter anderem, um grob unsere Pläne für die nächsten Tage untereinander abzustimmen und zu sehen, wo man wem wiederbegegnen wird. Zum anderen natürlich aber auch, um im Tanz schon etwas die Glieder zu lockern und den Alltag von sich abfallen zu lassen. Kaum angekommen, lasse ich das mit Kerzen und dergleichen passend dekorierte Ambiente auf mich wirken und fühle ich mich sofort wieder "zu Hause".

LILI REFRAINAm Freitag kann ich dann den Feierabend kaum erwarten, um mich für die ersten Konzerte zurück nach Leipzig zu begeben. Schwierig genug, sich noch auf die Arbeit konzentrieren zu müssen, während die Bühnen bereits bespielt werden, doch schlimmer, dass der Weg in die Messestadt holpriger verläuft als erwartet. Durch diesen Umstand bleibt mir leider ein Antesten des Doom-Acts OPHIS im Hellraiser verwehrt. Auch die später am Abend dort auftretenden Bands GAEREA und WOLVES IN THE THRONE ROOM hatte ich ursprünglich fest auf meiner To-Watch-Liste, doch fällt dieser Plan den Unwegsamkeiten und der festivaltypischen Kollision von Auftritten zum Opfer. Somit wandelte ich stattdessen in das näher gelegene Heidnische Dorf. Nach einem obligatorischen Rundgang und kleinem, leckeren Abendmahl betritt das SAINT CITY ORCHESTRA die Heidenbühne. Total unbefleckt begegne ich der Band, einzig den Hinweis, dass die Schweizer Band Irish Punk Rock im Gepäck haben soll, hatte ich vorher wahrgenommen. Was soll ich sagen, augenscheinlich fühlen sich die meisten Anwesenden gut unterhalten, doch auch wenn mich die Musik keineswegs zum Wegrennen animiert, ist es doch eher die ruhige keltische Violinenmelodie innerhalb eines der gespielten Lieder, die mir hauptsächlich als Anziehungspunkt in Erinnerung verbleibt. Ansonsten scheint es die Spielfreude auf der Bühne zu sein, die ansteckend auf so mache Besucher wirkt.

LILI REFRAINHöhepunkt des Tages stellt für mich der Auftritt von Multiinstrumentalistin LILI REFRAIN im Anschluss auf derselben Bühne dar. Dankenswerterweise hat sich bereits ein klarer Sternenhimmel über das heidnische Dorf aufgespannt, um eine passende Atmosphäre für das Konzert zu schaffen. Bereits bei den ersten mit Glöckchengeläut verzierten düster-rituellen Tönen von 'Sangoma', welches vom letzten Album der experimentellen, progressiven Italienerin mit Drum-Affinität namens "Mana" beherbergt wird, vergesse ich komplett, dass ich aufgrund dessen die zuvor erwähnten beiden Metalbands verpasse. Der ganze Auftritt, der glücklicherweise deutlich mehr als doppelt so lange währt als derjenige beim letztjährigen Midgardsblot in Norwegen oder auch das Konzert Mitte April 2022 in der Moritzbastei in Leipzig, lässt mich mit einem wohligen Hochgefühl zurück. Auch die Umstehenden wirken beglückt von solch Perlen wie zum Beispiel 'Mami Wata', 'Travellers' und der frei interpretierten Version von 'Nature Boy' vom Album "Kawax".

 

 

NEMUERSoweit ich von Freunden vernehmen durfte, sind auch die Abende im Täubchenthal und im Volkspalast zur vollsten Zufriedenheit der Festivalbesucher verlaufen. Im Täubchenthal fühlten sich demnach die Gäste nach einem verhaltenen Start durch THE CEMETERY GIRLZ mit PRINCIPE VALIENTE, ROSE OF AVALANCHE, THEATRE OF HATE und CHRISTIAN DEATH ebenso gut unterhalten wie im Volkspalast, wobei dort DARKWOOD besonders positiv herausgestochen haben soll. Doch auch OSTARA, extra aus Australien angereist, und DERNIÈRE VOLONTÉ haben wie üblich ihre Anhänger um sich geschart und ihnen schöne Erinnerungen verschafft. Regelrecht begeisterte Äußerungen kamen mir über die Shows von LISIEUX und MIRANDA SEX GARDEN im Schauspielhaus zu Ohren, welche die Erwartungen sogar noch übertroffen haben sollen. Insbesondere Sängerin Katharine Blake der britischen Goth-Rock-Gruppe habe auf auf ganzer Linie überzeugt. Zu den je nach Interesse gewiss ebenfalls sehenswerten Auftritten der eingangs erwähnten Metalbands sowie von ANDI SEX GANG, Anneke Van Giersbergen, RENDEZ-VOUS, HEPPNER und GVLLOW fehlen mir leider Rückmeldungen.

NEMUERAm Samstag kann man vor den Konzerten nach Lust und Laune einen Blick auf solch Nebenschauplätze, wie beispielsweise den Leichentreff am Südfriedhof mit Begehung eben dieses und das Steampunk Picknick im Clara-Zetkin-Park werfen, oder sogar am WGT Gothic Run an der Parkbühne teilnehmen. Diese erfahren gleichen Zuspruch wie das am Vortag stattgefundene Viktorianische Picknick im vorgenannten Park. Viele nutzen auch die Gelegenheit für einen mehr oder weniger ausgiebigen Besuch des heidnischen Dorfes, was dort üblicherweise für eine lange Schlange am Einlass sorgt. Die weißrussische Folktruppe IRDORATH schafft es dort mit ihrer mitreißenden Musik, neue Fans un sich zu scharen. Die nachfolgenden deutschen Irish-Folk-Punker von MR. IRISH BASTARD gewinnen wiederum auch einiges an jüngerem Publikum für sich. Danach wird es für mich schon Zeit für einen Ortswechsel, um sicherzugehen, noch Einlass im Schauspielhaus zu finden. Dieses gelingt ohne Probleme, was mich erstaunt, wenn man so manche Situationen früherer Jahre bedenkt, bei denen der Zugang aus Platzgründen verwehrt blieb. Mit einem kurzen Snack den Magen beruhigt lasse ich mich also zufrieden in einen der bequemen Sessel des Schauspielhauses sinken und freue mich auf das Konzert von NEMUER aus unserem tschechischen Nachbarland. Deren Konzert in der Gildehalle beim Midgardsblot 2023 hatte ich leider wegen der Ausnahmekünstlerin Mari Boine verpasst, doch dieses Mal möchte ich es mir keineswegs entgehen lassen.

CAMERATA MEDIOLANENSEUnd welch Überraschung, statt des bisherigen Drummers ist eine neue Gitarristin beim Projekt des Multiinstrumentalisten Michael Zann mit dabei, die auch mal eine Drum in die Hand nimmt. Wie ich im Nachhinein in Erfahrung bringen kann, liegt der Grund für den Ausstieg wohl allein in der Gesundheit des Drummers begründet, die ein weiteres Touren nicht erlaubt. Nicht vom personellen Wechsel betroffen ist zum Glück die bekronte Sängerin, die nun zwar keine Gitarre mehr bedienen muss, dafür aber im Gegensatz zu früheren Auftritten, wie beim Hradby Samoty in der Slowakei, bei der Castle Party in Polen oder beim Fensch Viking Fest in Frankreich, nunmehr Growling hinzufügt. Die wohlklingende Hammered Dulcimer bedient sie natürlich auch noch weiterhin. Zann selbst wartet neuerdings übrigens unter anderem mit Kehlgesang auf. Aufgrund der vielen positiven Überraschungen avanciert das Konzert schnell zu meinem Highlight des Tages, zumal man die Fortentwicklung der Band während dessen Verlaufes mit nachvollziehen kann, werden doch in der ersten Hälfte überwiegend Titel vom Vorgängeralbum "Urðarbrunnr" mit nordischer Ausrichtung geboten und in der Zweiten dann welche vom letzten Album "Going Forth By Day" mit ägyptischen Hintergrund.

PRIMORDIALDie nachfolgende italienische Combo CAMERATA MEDIOLANENSE hat im Vorfeld für einige Aufregung gesorgt. Aufgrund einer recht fragwürdigen Quelle verfasste das Personal des Schauspielhauses einen Brandbrief, mit dem der Auftritt der neoklassischen Band verhindert werden sollte. Im Raum standen Vorwürfe, es sei einem rechtsausgerichteten Blatt ein Interview gegeben worden und auch Auftritte auf Festivals erfolgt, bei den auch Bands im Line-Up enthalten gewesen seien, denen ebenfalls eine rechte Neigung nachgesagt wird. Doch seien wir mal ehrlich, kann man von einer Band wirklich erwarten, dass sie sämtliche teilnehmenden Künstler eines Festivals, auf dem sie gebucht wird, sowie jede Zeitschrift, die eine Interviewanfrage stellt, auf ihre politischen Neigungen hin überprüft? Das würde ja gegebenenfalls in der Folge dazu führen, dass alle Acts, die beim diesjährigen WGT auftraten nun ebenfalls verpönt wären, weil sie auf dem selben Festival spielten wie CAMERATA MEDIOLANENSE. Zumal eine der als Beispiel angeführten angeblich rechtsgeneigten Bands HEKATE sein soll, welche zuvor schon mehrfach Teil des WGT-Line-Up war und ebenfalls rechtsgerichtete Inhalte vermissen läss. Nachdem die Veranstalter die Vorwürfe geprüft haben und ebenfalls als haltlos zurückwiesen, da sie weder in Text noch in Musik entsprechende Hinweise fanden, kann das Konzert dennoch stattfinden und sorgt für einen vollen Saal.

PRIMORDIALMit drei Sängerinnen, die mit ihren Stimmen gerne opernhafte Höhen erklimmen, sowie öfter martialisch klingender Percussion und einem gekonnt bespielten Synthesizer ausgestattet, werden die herbeigeströmten Besucher alsdann von der Formation auch keine Sekunde enttäuscht. Nachdem zum Schluss die erfolgreiche Bandhymne 'Il Trionfo Di Bacco E Arianna', die gesanglich von den anderen Titeln des Abends abweicht, erklingt, erhebt sich das Publikum aus den Sesseln, um stehend ihre Begeisterung über das gelungene Konzert kundzutun. Interessanterweise absolviert die Band am nächsten Tag im Rahmen des WGT bravourös einen weiteren Auftritt in der Kirchenruine Wachau, der zu keiner vergleichbaren Diskussion mit den dortigen Vereinsmitgliedern geführt hat. Doch vorerst zurück zum Samstag. Auf einer der vielen Tanzveranstaltungen, die man je nach musikalischem Geschmack nach Ende der Konzerte aufsuchen kann, treffe ich mich mit Freunden, um mich über die erlebten Liveshows auszutauschen und natürlich auch die Glieder zu lockern. Demzufolge haben auch IN STRICT CONFIDENCE, NITZER EBB und SEX GANG CHILDREN für hochzufriedene Gesichter gesorgt. NEMUER wurde mir dabei ebenfalls mehrfach als persönlicher Tageshöhepunkt von Freunden zurückgespiegelt.

SOWULOAm Sonntag kehre ich noch ein letztes Mal ins Heidnische Dorf zurück, um mir die neuen Werke der Künstlerin Laetitia Mantis im Kulthaus in Ruhe anzuschauen und wie sich erweist, eines zu erwerben, das mich besonders anspricht. Beim nachfolgenden Gespräch stellt sich heraus, dass wie bereits vermutet, bildende Künstler ebenso sehr, wenn nicht gar mehr, zu kämpfen haben wie Musiker, da die Kaufkraft bei interessierten Kunden in den letzten Jahren deutlich gesunken ist. Auch von Marktteilnehmern im Heidnischen Dorf hört man mitunter, dass das Geld bei den Festivalbesuchern nicht mehr so locker sitzt wie in vorangegangenen Jahren. Doch schon wird es wieder Zeit, der Heiden Bühne meine Aufmerksamkeit zu schenken, denn erfahrungsgemäß steht am Pfingstsonntag immer Metal im Heidnischen Dorf auf dem Programm. VANAHEIM aus der Niederlande präsentiert Nordic Folk Metal und heizt damit die Stimmung schon mal gut an. Die Folk-Metal-Combo DALRIADA aus Ungarn unterhält ihre Fans genauso gut wie bereits in 2015 an gleicher Stelle. Auch ich fühle mich sogleich wieder wohl mit ihrer Musik, obwohl ich die Band zwischenzeitlich aus den Augen verloren hatte. Am Abend erobern dann die Iren von PRIMORDIAL sowohl die Bühne als auch alle Anwesenden auf dem gut gefüllten Platz. Meiner Meinung nach ist die Reihenfolge gut gewählt, so dass es mit jeder Band zu einer Steigerung des Hörgenusses kommt.

ParkschlossLeider kann ich das von der letzten Band des Abends nicht behaupten. Schon der Erstkontakt mit der niederländischen Folk-Formation SOWULO beim letztjährigen Roadburn verschreckte mich aufgrund der Darbietung des Frontmann, der zum Beispiel kaum einen Ton aus der Carnyx herausbrachte, und auch die Sängerin überzeugte mich nicht, mal ganz abgesehen von den thematisch unpassenden Mönchskutten als Bandoutfit. Lediglich die weibliche Streicherfraktion konnte mich damals von ihrem Können überzeugen. Das Konzert beim Midgardsblot im letzten August langweilte mich dann nur noch, so dass  ich es sogar vorzeitig verließ. Doch nachdem die Truppe in den letzten Monaten immer mehr Zuspruch erfuhr, wollte ich ihr noch eine Chance einräumen in der Hoffnung, dass die Band mit mehr Live-Erfahrung womöglich gewachsen sei. Zu meinem Erstaunen ist das Gelände nun schon fast überfüllt. Außer mir und wenigen anderen scheinen die meisten Besucher in der zugegebermaßen schönen, in der Dunkelheit der Nacht etwas vernebelt wirkenden Atmosphäre gefangen und wiegen sich teils mit geschlossenen Augen zur Musik. Diese wiederum erreicht mich genauso wenig wie bei den letzten beiden Versuchen. Einer der Songs erinnert mich stark an ein Lied von FOLKET BORTAFOR NORDAVINDEN, wo der kehlige Gesang jedoch deutlich besser zur Geltung kommt als bei Sowulo. Zudem sind die Norweger noch viel unterhaltsamer und sympathischer im Auftreten. Insbesondere VÉVAKI wäre meines Erachtens gerade für das WGT eine passendere, authentischere Wahl gewesen.

CORDE OBLIQUEFreunde waren am Sonntag noch bei den Konzerten von A PROJECTION, THE BEAUTY OF GEMINA, THIS MORN OMINA, THE FOREIGN RESORT, THE CASSANDRA COMPLEX, ESPLENDOR GEOMETRICO, AGENT SIDE GRINDER, SPIRITUAL FRONT und Headliner EDITORS am Start und berichten nur Positives. Letzteres hatte ich ursprünglich ebenfalls auf dem Plan, jedoch schwenke ich bei Betrachtung der Massen, die nach Mitternacht gen agra-Halle strömen, zur Tanznacht der Blauen Stunde im nahegelegenen Parkschloss um. Nach der Menschenmenge im Heidnischen Dorf scheint mir am Ende des vierten Tages, wenn man Donnerstag mitzählt, ein weiteres Bedrängnis einfach unerträglich. Am Montag machen sich dementsprechend auch schon starke Ermüdungserscheinungen bemerkbar, man wird halt nicht jünger. Dennoch raffe ich mich ein letztes Mal auf und mache mich auf den Weg nach Leipzig, denn auch wenn MILA MAR aufgrund von Krankheit der Sängerin leider kurzfristig absagen musste, ist da immer noch CORDE OBLIQUE, was nicht verpasst werden darf. Und selbst den Volkspalast hatte ich das ganze Wochenende noch nicht ein einziges Mal aufgesucht, ein Umstand, der geändert werden soll.

CORDE OBLIQUEPünktlich 18 Uhr sitze ich also im Schauspielhaus und kann es kaum erwarten, die Band aus Italien wiederzusehen. Wie schon befürchtet, ist der talentierte Violinist Edo Notarloberti nicht mit von der Partie, aber sein gefühlvolles sowie leidenschaftliches Violinenspiel ist trotzdem hin und wieder hörbar. Ob dies als Playback eingespielt wurde oder bei Riccardos neuem Looper als Spur hinterlegt war, kann ich nicht beurteilen, nur das es gefehlt hätte, wenn es gar nicht vorhanden gewesen wäre. Stattdessen präsentiert sich das Projekt von dem begabten Gitarristen Riccardo Prencipe dieses Mal nun also erneut als Duo, wobei es sich bei der Begleitung um eine neue Sängerin mit Namen Rita Saviano handelt. Augenzwinkernd teilt sie mit, Riccardo habe nur auf eine Stimme wie ihre gewartet, um endlich seiner Leidenschaft für Metal nachzugehen zu können. Der Gitarrist ergänzt, deshalb werde das nächste, bald erscheinende Album zum einen sieben Akustik-Tracks im bisherigen Stil enthalten, um alle bisherigen Fans zufriedenzustellen, sowie zum anderen sieben Tracks mit E-Gitarre enthalten. Zwei davon werden Coverversionen von ANATHEMAs 'Flying' und eines Titels von ALCEST sein, welche dann vom Duo sogleich vorgetragen werden. Ferner wird das Album jeweils einen Song mit DRACONIAN und SULDUSK beinhalten. Die rockigere Stimme der Sängerin im Vergleich zu ihren Vorgängerinnen, trägt zu dem Unterfangen bestimmt bei. Was an diesem Abend auffällt, ist, dass Riccardo gesprächiger als üblich ist. Auch das Gitarrensolo meistert er scheinbar problemlos. Insgesamt ein sehr feines Konzert, bei dem beide Beteiligten charmant und humorvoll miteinander interagieren, sodass es einfach ansteckend wirkt.

AUTOPSIAObwohl ich nur zu gern auf das offensiv zu Tage tretende Projekt EIHWAR verzichte, schaffe ich es leider nicht rechtzeitig zu ASKA (IS) im Volkspalast, so dass ich den Abend und das Festival mit dem unaufgeregten Dark-Ambient-Projekt AUTOPSIA beschließe. Nebenan soll auch das für entsprechende Ohren geeignete Industrial-Noise-Projekt KOLLAPS einen guten Job erledigt haben, gleiches gilt für KIRLIAN CAMERA in der agra-Halle. Die Entscheidung, ausnahmsweise Meinungen anderer Festivalbesucher in diesen Bericht mit aufzunehmen, fiel mir übrigens leicht, da es schlicht unmöglich ist, allein einen halbwegs vernünftigen Überblick über dieses umfangreiche, vielseitige Festival zu bieten. Und trotz dieser Wahl bleibt ein großer Teil des Festivals mit diesem Bericht unabgedeckt. Schon allein für Fotos wünsche ich mir, wie schon im letzten Jahr, einen Profi an der Kamera an meiner Seite, doch was nicht ist, kann ja in Zukunft noch werden. Alles in allem haben die Veranstalter des WGT wieder einen vielfältiges Programm für ihre Besucher zusammengezogen, in dem jeder etwas für den persönlichen Geschmack entdecken und eine schöne Zeit in Leipzig verbringen kann. Wegen dieser Bandbreite, sowie durch das spezielle, umfangreiche Rahmenprogramm, ist und bleibt das Festival in seiner Art einzigartig. Nirgends sonst kann man all seine musikalisch divers orientierten Freunde am selben Wochenende treffen. Und schon jetzt ist man wieder neugierig, welche Bands wohl nächstes Jahr zu Pfingsten auf dem Plan stehen mögen!

Redakteur:
Susanne Schaarschmidt

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