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von Chris Staubach » Sonntag 13. Juli 2025, 23:04
Vor ein paar Jahren hat mir ein Freund die "Death By Rock And Roll" zugesteckt. Die Scheibe hat mir damals sehr, sehr gut gefallen. Großartiger Modern Rock mit tollem, gerne auch mal unkonventionellem Gesang. Sehr schön. Danach habe ich sie ein wenig aus den Augen verloren. Vor ein paar Wochen stolperte ich zufällig über "Going To Hell" und war sofort wieder Feuer und Flamme. Da musste für mich ein chronologischer Diskografie-Check her. "Light Me Up" klingt in meinen Ohren wie klassischer Alternative Rock. Sehr rudimentär, sehr energetisch und mit vielen unerwarteten Eruptionen. Großartiger, sehr rauer Gesang mit fantastischen Texten. Ich hätte mal fast gesagt, die amerikanische Variante von SKUNK ANANSIE. Gutes Debüt. 'Make Me Wanna Die' oder die beiden Balladen 'Nothing Left To Lose' und 'You' sind herausragend. Beim nächsten Album "Going To Hell" (auch die eingeschobene EP ist gut, 'Under The Water' ist wow) wandeln sie vom Alternative Rock zum Alternative Metal. Es kracht mehr, die Gitarren sind mehr im Vordergrund. Auch die Produktion ist noch dicker. Für mich hat die Scheibe fast nur Hits. Exemplarisch muss ich hier 'Heaven Knows', 'House On A Hill', 'Absolution', 'Burn' oder das Titelstück nennen. Der Gesang ist noch besser, die Texte weiterhin sehr emotional aufgeladen ('Waiting For A Friend'). Fantastisches Werk. Die dritte Scheibe hat mich dagegen etwas enttäuscht. Klar, sie haben den Tod ihres Produzenten zu verarbeiten, aber der musikalische Wechsel hin zu mehr Southern-Rock-Einflüssen ist nicht ganz mein Fall. Für mich besitzt "Who You Selling For" auch keinen einzigen Überhit. 'Bedroom Window' ist schön und auch 'Mad Love' ist nett, können aber nicht mit den Songs der Vorgängeralben mithalten. Das bisher letzte, reguläre Studiowerk "Death By Rock And Roll" ist jedoch wieder phänomenal. Wie bereits gesagt, ich würde die Band aktuell im Modern Rock ansiedeln. Das steht ihnen gut. Dicke, aber jederzeit erdige Produktion. Großartige Songs, wie beispielsweise '25', 'And So It Went', 'Standing At The Wall' oder das Titelstück. Toll, toll, toll. Die Zusammenstellung "Other Worlds" ist ja kein reguläres Album, ein Sammelsurium von alternativen Versionen im Akustikgewand, trotzdem beinhaltet es eine tolle Version von 'Only Love Can Save Me'. @Rüdiger: Mir ist aufgefallen, dass auf pm.de das Debüt und auch "Death By Rock And Roll" noch nicht besprochen sind. Magst Du nicht vielleicht? Was Du hier zum Debüt geschrieben hast, wäre ja schon fast druckreif 
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von Rüdiger Stehle » Sonntag 13. Juli 2025, 23:15
Kann ich ggf. mal machen, wenn nichts Dringenderes ansteht, ja. Bin nach wie vor von beiden Alben begeistert. Daher wäre das sicher sinnig. Ich finde das im Übrigen gar nicht mal so modern. Es gibt viele - inzwischen ja auch irgendwie klassische - 1990er-Alternative-Vibes, aber für mich auch eine ordentliche Menge 1970er-Anklänge, die du ja über die Southern-Rock-Referenz auch mit ansprichst. Die dritte Scheibe finde ich tatsächlich auch am schwierigsten zu knacken. Sie ist ein wenig sperrig und, ja, ein bisschen neurotisch, irgendwie. Aber sie hat schon auch ein paar sehr starke Momente, wie zum Beispiel "Wild City", bei dem schon ordentlich Hendrix, Santana, ZZ Top, Kravitz und dergleichen mehr mitschwingt: https://www.youtube.com/watch?v=3eL8A0L6QR8
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von Rüdiger Stehle » Samstag 23. August 2025, 14:12
Neuer Song, der erste seit 2021: "For I Am Death / LIfe Evermore Pt. 2" https://www.youtube.com/watch?v=GWTNGMAH500Aufarbeitung des "Bat Incidents" vom vergangenen Jahr?
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von Rüdiger Stehle » Montag 25. August 2025, 21:46
Chris Staubach hat geschrieben:@Rüdiger: Mir ist aufgefallen, dass auf pm.de das Debüt und auch "Death By Rock And Roll" noch nicht besprochen sind. Magst Du nicht vielleicht? Was Du hier zum Debüt geschrieben hast, wäre ja schon fast druckreif 
"Light Me Up" habe ich eben eingestellt und die Rezension aus diesem Thread ein wenig ausgebaut. "DxRnR" werde ich dann beizeiten auch nachlegen. Ist für mich immer noch eine der besten Scheiben des 3. Jahrtausends, und daher muss die schon eine Rezi bei uns bekommen.
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von lenbert » Mittwoch 27. Mai 2026, 21:14
Wie gefällt euch der neue Song "Dear God"? Ich bin mir noch nicht sicher. Der Song verwendet die Rock-Grundzutaten und hält sich über weite Strecken mit dem Tempo für meinen Geschmack zu sehr zurück, die Steigerung zum Refrain finde ich allerdings sehr gelungen.
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von Jakob » Donnerstag 28. Mai 2026, 09:43
Ich finde ehrlich gesagt alle bisherigen Songs eher sehr durchschnittlich, das war bei "Death By Rock And Roll" deutlich anders, das hatte irgendwie mehr Feuer.
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von Rüdiger Stehle » Donnerstag 28. Mai 2026, 10:56
Den Vergleich zum Vorgängeralbum werde ich erst ziehen wollen, wenn ich das neue Album komplett gehört habe. Vorbestellt ist es bereits. Das deshalb, weil ich denke, dass auf einer Song-für-Song-Basis der Vorgänger auch Songs hatte, die - wie ihr es für die aktuellen Stücke andeutet - gebremster, zurückhaltender waren, weniger Feuer hatten. Als Gesamtwerk funktioniert "DxRnR" trotzdem ganz wunderbar, gerade weil es ganz verschiedene Songtypen und Stimmungen so facettenreich und dynamisch verbindet.
Das kann auf dem neuen Album mit den drei bisher bekannten Songs aus meiner Sicht noch genauso gut funktionieren, und damit rechne ich auch, denn in meinen Ohren bringen die aktuellen Stücke ein sehr ähnliches stilistisches Spektrum mit, sind spannend komponiert, und sie haben auch das, was ich mir von THE PRETTY RECKLESS erwarte: Ein reduziertes, transparentes, dynamisches Klangbild, markante Hooks, und eben Taylors tolle Stimme.
Wenn ihr mich zwingt, die bisherigen drei Stücke einzeln zu betrachten und zu bewerten, dann würde ich wie folgt einordnen:
1. 'Life Evermore Pt. 2 / For I Am Death' => Das Ding ist für mich in jeder Hinsicht ein perfekter Song. Ich liebe die Dramatik, die Dynamik, die Phrasierung, die Range. Alles daran. Auch der Videoclip ist großartig. Die Steigerung hin zum Refrain. Wow!
2. 'Dear God' => Das Titelstück hat mich mit dem ersten Drumpattern und dem total trockenen Klangbild. Durch den komplett "off" dargebotenen Einstieg zeigt man mal wieder, wie wichtig dieser Band die Dynamik ist, und mir fällt gerade echt keine klassische Rock-/Hardrock-/Metal-Band, die das grandioser zelebrieren würde, als THE PRETTY RECKLESS. Genau so ein Sound, wie dieses Stück ihn hat, ist für mich gerade das Non-Plus-Ultra in produktionstechnischer Hinsicht. Du hörst alles blitzsauber heraus. Ein Zucken und Reiben über die Saiten, jeden einzelnen Schlag der Drums, jede Note der Leadgitarre steht da komplett klar herausgehoben vor dir. Und dann nochmal Taylors Range, Phrasierung, Dynamik auch im Gesang von Hauchen und Flüstern bis hin zu wirklich krassen Screams.
3. 'Love Me' => Das Stück hat einen herrlich relaxten, zurückgelehnten Einstieg, der trotzdem finster ist und unter die Haut geht. Die Bridge ist fein, die Generalpause vor dem Einstieg in den Refrain ebenso. Der mehrstimmige melancholisch Gesang in der Coda kickt. Außerdem funktioniert halt auch unglaublich viel über die Lyrics. Die gehen bei sehr vielen Bands allzu leicht an mir vorbei, bei THE PRETTY RECKLESS nicht, weil sie atmen, sauber phrasiert und eindringlich dargeboten sind.
4. 'When I Wake Up' => Für sich genommen das unscheinbarste und vielleicht auch "schwächste" neue Stück bisher. Irgendwo zwischen leicht punkig und bekifft sleazy. Auf der anderen Seite haben wir auch hier eine echt schöne Dynamik und einen wahnsinnig transparenten Sound, der die Liebe zum Detail wunderbar erkennen lässt. Der träge Pick-Slide kurz vor 2:30 ist mal der Hammer. Ebenso, dass sie das "Fuck!" exakt so ausspricht als wäre Deutsch ihre Muttersprache. Krass irgendwie. Auch mag ich die latent dekadente, laszive, weltvergessene Ausstrahlung des Stücks. Das haben wir, so finde ich, bei THE PRETTY RECKLESS sehr oft, dass oberflächlich betrachtet eher schlichte Stücke doch irgendwo eine einzigartige Tiefe haben.
Still in love, I guess.
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von lenbert » Donnerstag 28. Mai 2026, 18:29
Danke für die umfangreiche Einschätzung, Rüdiger. Ungebrochene Faszination deinerseits. Mir war gar nicht bewusst, dass es schon mehrere neue Songs gibt. Heute hatte ich "When I Wake Up" am Kopfhörer. Ich war in Arbeit vertieft, aber das schöne "Fuck" ist mir auch aufgefallen.
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