Post Rock & Instrumental Rock

Re: Post Rock & Instrumental Rock

Beitragvon Feamorn » Dienstag 6. September 2011, 00:03

"Faustfaktor" ist gerade bei Beethoven wirklich irgendwie passend find ich... :)
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Re: Post Rock & Instrumental Rock

Beitragvon salisbury » Dienstag 6. September 2011, 00:09

Hmm, ich bin im Sektor "klassische Musik" (ja, das ist natürlich ein ähnlich weiter Begriff wie "Rockmusik") leider völlig blank. Aber eines Tages werd ich mich damit beschäftigen. Allein schon aus Gründen der Allgemeinbildung... 8-)
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Re: Post Rock & Instrumental Rock

Beitragvon Rüdiger Stehle » Dienstag 6. September 2011, 00:10

salisbury hat geschrieben:Leider scheint die für mich persönlich wichtigste Band - OSTINATO - kaum bekannt zu sein. Gott sei Dank gibt es jetzt seit meiner Präsentation der Band in meinen Top100 ein weiters Soundbeispiel:

Anti-Aircraft

Ich OSTINATOS Musik könnt ich mich stundenlang reinlegen, faszinierender Gitarrist :D

Ich kann die Faszination für die Gitarrenarbeit sehr gut nachvollziehen, aber die gesamte Erscheinung des Klangbildes geht für mich dann doch eher in die Richtung von Postrock, die mir zu beschaulich, zu faustarm und zu fahrstuhlig ist. Es fehlt mir an der Heaviness und am Vorschlaghammer. Jetzt, nach einmaligem Hineinhören gesprochen.

Auch CASPIAN mit dem zum Heulen schönen Sycamore könnten ein wertvoller Tip für den Oliver sein.

Auch hier ist das für mich momentan noch die langweilige Variante. So etwa als schaute man einem See im Frühjahr beim Auftauen zu. Das mag schon schön sein, aber ich bin zu unruhig und nervös, um mir das ohne Ablenkung längere Zeit anzuhören. Und in dem Moment, wo ich mich ablenke, indem ich zum Beispiel gerade diese Zeilen tippe, geht es auch schon wieder an mir vorbei, ohne Spuren zu hinterlassen. Musik muss mich aus dem "sich permanent ablenken und beschäftigen müssen" heraus reißen, und das schafft sie meist nur, wenn sie mich irgendwie anschreit, am Schlafittchen packt, mich aufweckt und heraus zieht aus dem "ach, das muss ich auch noch tun..." - und das geht, meinen momentanen mentalen Status zu Grunde gelegt, nur mit (musikalischer) Gewalt, die gerne mit Anmut verbunden sein darf. Aber nur mit (ruhiger) Anmut funktioniert es momentan kaum.


Wunderbar auch die RED SPAROWES: Ein Red Sparowes Song.

Die hatte Freund Isa ja schon auf dem Sampler, und die finde ich ganz gut, weil sie eben irgendwann im Song mal die Keule auspacken und mir gebieten zuzuhören. Sie sterben nicht nur in Schönheit, sondern sie haben auch den Mut zum Kontrast.
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Re: Post Rock & Instrumental Rock

Beitragvon Rüdiger Stehle » Dienstag 6. September 2011, 00:19

Feamorn hat geschrieben:"Faustfaktor" ist gerade bei Beethoven wirklich irgendwie passend find ich... :)

Klar ist das passend.

Bei Gustav Holst ja wohl auch:
http://www.youtube.com/watch?v=L0bcRCCg01I
http://www.youtube.com/watch?v=Nz0b4STz1lo


salisbury hat geschrieben:Hmm, ich bin im Sektor "klassische Musik" (ja, das ist natürlich ein ähnlich weiter Begriff wie "Rockmusik") leider völlig blank. Aber eines Tages werd ich mich damit beschäftigen. Allein schon aus Gründen der Allgemeinbildung... 8-)

Jo. Genau so ist das bei mir auch. Ich hab ein paar Aufnahmen da. Recht viel Wagner, das "Planets"-Opus von Holst, die "Peer Gynt"-Suite von Grieg, etwas Bach, Händel, Mozart, Vivaldi etc... auf Trompete, einiges Sakrales von Chören und Orchestern. Aber nichts womit ich mich bisher intensiv genug befasst hätte.
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Re: Post Rock & Instrumental Rock

Beitragvon salisbury » Dienstag 6. September 2011, 01:02

So, Rüdiger, gönn Dir jetzt mal ne Runde Manowar und Cirith Ungol!

Ich finde es sehr toll, wie Du die Sachen brav anhörst und versuchst, Dich da reinzuversetzen, das ist aller Ehre wert! Ich wäre da weniger hartnäckig...Du hast jetzt einen schönen Sampler, die Leute hier werden Dich immer wieder mit so einer Musik konfrontieren, also lass es einfach mal sitzen und hör Dir's in einem halben Jahr nochmal an:D .

Ich fände hier an dieser Stelle die Meinung von Kubi sehr interessant, denn ich erinner mich, daß er instrumentaler Musik lange sehr skeptisch gegenüber stand. Dann kam irgendwie Long Distance Calling, die ja doch was besonderes sind, aber ich behaupte jetzt einmal frech, daß Bands wie FRAMES oder MAYBESHEWILL oder MONO (die unterschiedlicher nich sein können!) vor fünf Jahren voll durchgeflogen wären beim Peterli. Oder? Was ist da passiert?

Für mich selber ist instrumentale Musik seit jeher eine Quelle der Faszination. Schon mit vier oder fünf habe ich Deep Purples April gehört. Als Jugendlicher habe ich es wieder entdeckt. Das war toll, ist toll und wird es immer sein. Ein anderer Track ist das Fast-Instrumental Oh well von Fleetwood Mac. Sind diese beiden Tracks wohl die Wurzeln meines Musikgeschmackes? Das von Peter gepostete "Ashes in the snow" ist für mich einer der besten Songs dieses jungen Jahrtausends. Warum ich das so empfinde, kann man vielleicht nachvollziehen, wenn man uralten 'April', 'Oh, well' und dann die brandneuen 'Sycamore' und 'Ashes in the snow' hört. Wer sagt mir, was das gemeinsame Element ist?
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Re: Post Rock & Instrumental Rock

Beitragvon Rüdiger Stehle » Dienstag 6. September 2011, 01:38

salisbury hat geschrieben:So, Rüdiger, gönn Dir jetzt mal ne Runde Manowar und Cirith Ungol!


Nein. Ich hör jetzt MANES mit "Under Ein Blodraud Maane". Recht fieser alter Black Metal aus Norge, von einer Band, die danach total in die Avantgarde-Richtung ging. Ich Dummerle hab damals das Debüt nicht gekauft, und jetzt kostet es überall über 20 Euro. :schade:

Ich finde es sehr toll, wie Du die Sachen brav anhörst und versuchst, Dich da reinzuversetzen, das ist aller Ehre wert! Ich wäre da weniger hartnäckig...Du hast jetzt einen schönen Sampler, die Leute hier werden Dich immer wieder mit so einer Musik konfrontieren, also lass es einfach mal sitzen und hör Dir's in einem halben Jahr nochmal an:D .

Jo. Ich übernehme mich schon nicht... ;-)
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Re: Post Rock & Instrumental Rock

Beitragvon Peter Kubaschk » Dienstag 6. September 2011, 07:15

salisbury hat geschrieben:Ich fände hier an dieser Stelle die Meinung von Kubi sehr interessant, denn ich erinner mich, daß er instrumentaler Musik lange sehr skeptisch gegenüber stand. Dann kam irgendwie Long Distance Calling, die ja doch was besonderes sind, aber ich behaupte jetzt einmal frech, daß Bands wie FRAMES oder MAYBESHEWILL oder MONO (die unterschiedlicher nich sein können!) vor fünf Jahren voll durchgeflogen wären beim Peterli. Oder? Was ist da passiert?


Ich habe mir abgwöhnt zu glauben, dass ich einen Sänger brauche, um Musik spannend zu finden und mich einfach drauf eingelassen. Ich denke, das ist auch schon alles. Klar, Türöffner waren LONG DISTANCE CALLING, aber da fand ich schon beim zweiten Durchgang eine Nummer wie 'The Very Last Day' besser als das Stück mit Gesang. Aber selbst danach hat es ja noch eine Weile gedauert. Und es gibt immer noch Bands, die ich weniger spannend finde. Die EXPLOSIONS IN THE SKY, die ich gekauft habe, finde ich z. B. bisher ziemlich dröge.
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Re: Post Rock & Instrumental Rock

Beitragvon Rüdiger Stehle » Dienstag 6. September 2011, 09:51

Ich denke, dass die Beantwortung der Frage ob etwas Gesang enthält oder nicht, (auch bei mir) nicht zwangsläufig damit einher gehen muss, ob etwas dröge oder langweilig ist. Man hat in der Musik viele "Instrumente", welche die Eintönigkeit durchbrechen können, wenn sie in einer Weise genutzt werden, dass sie den spezifischen Hörer erreichen. Bei mir ist halt das "Vokalinstrument" am ehesten geeignet, der Musik Widerhaken zu verleihen, weil ich dazu eine sehr große Affinität habe und weil die menschliche Stimme für mich am ehesten eine Sprache spricht, deren emotionalen Ausdruck ich verstehe. Aber auch die E-Gitarre (wirklicher Heaviness kann ich mich seltenst entziehen) kann mir die Widerhaken verschaffen, oder der Bass (D.D.Verni, Joey DeMaio früher) oder das Schlagzeug (lass Hellhammer trommeln und es gefällt mir).

Aber ohne echte Widerhaken wird es nicht meins, und beim instrumentalen Post Rock, der sich letztlich auch der Heaviness begibt (also nicht die Sachen, die mir Jesus geschickt hat), wird es für mich unheimlich schwer, Widerhaken zu finden. Beschaulich-schöne Melodien allein bleiben bei mir nämlich im Normalfall nicht hängen. Und um mehr darin zu entdecken, bin ich wohl echt zu sehr gehetzt. Das ist bei eher leisen Hooks für mich sehr schwierig.
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Re: Post Rock & Instrumental Rock

Beitragvon salisbury » Dienstag 6. September 2011, 11:40

Peter Kubaschk hat geschrieben:
salisbury hat geschrieben:Ich fände hier an dieser Stelle die Meinung von Kubi sehr interessant, denn ich erinner mich, daß er instrumentaler Musik lange sehr skeptisch gegenüber stand. Dann kam irgendwie Long Distance Calling, die ja doch was besonderes sind, aber ich behaupte jetzt einmal frech, daß Bands wie FRAMES oder MAYBESHEWILL oder MONO (die unterschiedlicher nich sein können!) vor fünf Jahren voll durchgeflogen wären beim Peterli. Oder? Was ist da passiert?


Ich habe mir abgwöhnt zu glauben, dass ich einen Sänger brauche, um Musik spannend zu finden und mich einfach drauf eingelassen. Ich denke, das ist auch schon alles. Klar, Türöffner waren LONG DISTANCE CALLING, aber da fand ich schon beim zweiten Durchgang eine Nummer wie 'The Very Last Day' besser als das Stück mit Gesang. Aber selbst danach hat es ja noch eine Weile gedauert. Und es gibt immer noch Bands, die ich weniger spannend finde. Die EXPLOSIONS IN THE SKY, die ich gekauft habe, finde ich z. B. bisher ziemlich dröge.


Na, ja weniger spannende Bands gibt es in jedem Genre. Vor allem in Boom-Genres. Ich glaub, Du kennst und magst mittlerweile mehr Instrumentalbands als ich ;-) . von EXPLOSIONS hab ich die mit dem roten Kahn drauf (All of a sudden...), einmal gehört, fand ich ganz lecker, steht aber seitdem im Regal. Die neueste (dreimal 'Take care') hat eher blasse Reviews im Eclipsed bekommen; allerdings kümmern mich dort Noten eher wenig... ;-) . Welche hast Du da?

@Rüdiger: am Ende läuft es eben darauf hinaus, dass Geschmäcker individuell und verschieden sind. Über die Jahre entwickelt man eben Hörgewohnheiten, die dazu führen, dass man in bestimmten Sounds/Klängen, Melodien, Harmonien Widerhaken entdeckt. Jetzt läuft grad die EXPLOSIONS. Find ich sofort geil! Widerhaken deluxe. Auch bei MAYBESHEWILL find ich die. Allein schon deren Drummer macht n Heidenspaß. Kenne aber die Neue immer noch nicht...
Aber Rüdiger, selbst wenn Dir das Zeug gefallen würde, Du hast keinen Platz mehr, um Dir den Backkatalog von MOGWAI, ISIS, EXPLOSIONS und Konsorten ins Regal zu stellen ;-)
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Re: Post Rock & Instrumental Rock

Beitragvon Peter Kubaschk » Dienstag 6. September 2011, 11:56

salisbury hat geschrieben:
Peter Kubaschk hat geschrieben:
salisbury hat geschrieben:Ich fände hier an dieser Stelle die Meinung von Kubi sehr interessant, denn ich erinner mich, daß er instrumentaler Musik lange sehr skeptisch gegenüber stand. Dann kam irgendwie Long Distance Calling, die ja doch was besonderes sind, aber ich behaupte jetzt einmal frech, daß Bands wie FRAMES oder MAYBESHEWILL oder MONO (die unterschiedlicher nich sein können!) vor fünf Jahren voll durchgeflogen wären beim Peterli. Oder? Was ist da passiert?


Ich habe mir abgwöhnt zu glauben, dass ich einen Sänger brauche, um Musik spannend zu finden und mich einfach drauf eingelassen. Ich denke, das ist auch schon alles. Klar, Türöffner waren LONG DISTANCE CALLING, aber da fand ich schon beim zweiten Durchgang eine Nummer wie 'The Very Last Day' besser als das Stück mit Gesang. Aber selbst danach hat es ja noch eine Weile gedauert. Und es gibt immer noch Bands, die ich weniger spannend finde. Die EXPLOSIONS IN THE SKY, die ich gekauft habe, finde ich z. B. bisher ziemlich dröge.


Na, ja weniger spannende Bands gibt es in jedem Genre. Vor allem in Boom-Genres. Ich glaub, Du kennst und magst mittlerweile mehr Instrumentalbands als ich ;-) . von EXPLOSIONS hab ich die mit dem roten Kahn drauf (All of a sudden...), einmal gehört, fand ich ganz lecker, steht aber seitdem im Regal. Die neueste (dreimal 'Take care') hat eher blasse Reviews im Eclipsed bekommen; allerdings kümmern mich dort Noten eher wenig... ;-) . Welche hast Du da?


Ich habe die "The Earth Is Not A Cold Dead Place", die im Grunde so ist wie ich Post Rock nie wollte. Sehr langsame, repititive Songaufbauten, zehn Minuten lange Songs, in denen (bisher) wenig passiert. Also all das, was ich immer an Post Rock bemängelt habe. Aber ich werde sie mal noch intensiver hören, es waren bisher eher oberflächliche Hörversuche.

Dass ich mehr kenne & mag, glaube ich aber eigentlich nicht.

Richtig Mögen: LDC, MSW, Tides From Nebula, Frames, Mono, Leech
Kennen: Explosions, Mogwai, Scale The Summit, Animals As Leaders, Red Sparowes (auszugsweise), 65Days (auszugsweise) und dann hört es fast auf....
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