Interessantes Interview, danke, noch ein paar Eindrücke zum Album meinerseits:
Schon seit drei Tagen versuch ich hier eine Einschätzung abzugeben wies nach einiger Zeit ausschaut, ist aber sehr schwer. Also, hat ja schon herausragend gut angefangen, steigert sich aber (fast erwartungsgemäß) nochmal um einiges. Wahnsinnsalbum. Aber noch kurz zum Vergleich The Inside Room/Watching From A Distance.
Der offensichtlichste Unterschied ist für mich der Gesang. Dieser ist zwar immer noch ohne jede Konkurrenz und unbeschreibbar schön aber nicht so verzweifelt, leicht wütend, anklagend sondern eher einfach melancholisch, nachdenklich, verträumt. Fast so, als hätte man den Gesang nicht im Studio aufgenommen (ich sollte dabei erwähnen, dass es mir bei solcher Musik sowieso immer schwer fällt, mir Menschen vorzustellen die in einem Studio umgeben von Technik etwas aufnehmen und so) sondern als würds einfach von jemandem kommen der alleine im Wald sitzt und nur für sich selbst singt. Bringt mich wieder zu dem Vergleich den ich schon ganz am Anfang gebracht habe, dass es generell zwar schon traurig klingt aber akzeptierend und doch zufrieden, aber wehmütig.
Daher kommt wahrscheinlich das angesprochene Licht am Ende des Dunkels. Aber mir stellt sich die Frage, ist bei The Inside Room wirklich ein Licht? Die generelle Stimmung ist ja schon düster, wehmütig, wenn auch friedlich. Ein nicht mit Doom-Metal vertrauter beliebiger 08/15-Musikhörer würde das wahrscheinlich schon als fast depressiv, vielleicht aber auch als Gothic-Gejammer empfinden, man weiß ja nicht auf wen man trifft.
Anders gefragt, ist bei The Inside Room überhaupt Dunkelheit durch die Licht scheinen könnte? Oder ist nicht doch alles hell erleuchtetes und erleuchtendes Licht hinter einem Regenvorhang? Gerade wenn man die Texte betrachtet. Sehr persönlich, liebevoll, geradezu zärtlich, aber weit davon entfernt ins Kitschige abzurutschen. Kann man da von einem traurigen Album sprechen?
Anders gefragt, kann man denn überhaupt von der Musik sprechen, über die Musik? Das übliche Analyse-Prozedere anwenden? Hatte da letztens eine Diskussion mit einem Chemiker-Kollegen der meinte man sollte bei Sachen wie Liebe die Naturwissenschaft außen vor lassen und sie nicht erforschen. Da habe ich deutlich widersprochen. Vielleicht ziehe ich hier meine Grenze. Vielleicht muss ich aber auch nur hier meine Grenze ziehen, weils mir persönlich so schwer fällt da noch was zu analysieren. Ich höre das Album, denke über die Texte nach, schon auch über die Musik und die Melodien aber welcher Songteil wann und wie oft kommt oder so, keine Ahnung.
Ich stelle die Frage mal an die Allgemeinheit, kann/soll/darf/muss man auch bei solcher Musik noch zerlegen und analysieren. Auch die meisten Reviews die ich dazu gelesen habe, verzichten auf ein größeres Eingehen auf spezielle musikalische Aspekte, weils ihnen genauso geht wie mir, dass sie es eigentlich gar nicht könnten oder weil sie es bewusst ablehnen?
Ahja, hab ich schon einmal erwähnt, dass ich das Album unwahrscheinlich großartig finde?
