Amon Amarth

Re: Amon Amarth

Beitragvon Havoc » Donnerstag 27. Juli 2023, 23:38

Rüdiger Stehle hat geschrieben:Jetzt ist die "Berserker"...zu dem Album habe ich tatsächlich keine Vorgeschichte, weil ich in dem Monat nicht am Soundcheck mitgemacht habe. Der Marcel hatte sie auf Platz 7 seiner 2019er-Perlenkette. Jetzt läuft die Scheibe. Kann an sich auch was. Der Sound ist in meinen Ohren etwas unangenehmer als bei der Neuen, balleriger, lauter. Der eine oder andere Song ist etwas stumpf, aber im Großen und Ganzen ebenfalls brauchbar. Der Überfliegerhit hat sich bisher noch nicht zu erkennen gegeben, aber ich bin noch nicht ganz durch. Am besten gefällt mir die Scheibe, wenn die Songs etwas flotter werden.
Okay, "Wings Of Eagles" ist tatsächlich ein Hit... wenn auch fast mehr Vikinga Rock als Death Metal. Aber ja, cool.


Das sehe ich ziemlich ähnlich. Die "Berserker" ist durchaus ein gutes AA-Album. Aber es bietet wirklich gar nix Neues oder wirklich bemerkenswertes. Keine Gastbeiträge, keine Neuerungen, keine Richtung in eine bestimmte Ecke, keine besonderen Hits. Zudem ist mir aufgefallen, dass es übrigens auch noch mit ca. 9 Minuten Abstand (fast 57 min) vor "Surtur Rising" (48 min) ihr längstes Album überhaupt ist. Das kann bei der Musik natürlich auch ermüdend werden. Zudem mag ich das Coverartwork auch nicht besonders. Das alles in Summe ergibt zwar immer noch ein gutes Album, aber es befindet sich damit wohl leider im unteren Drittel der AA-Historie. Ggf. ist das sogar ein Anwärter für die rote Laterne. Wobei das schon echt übel ist, weil übel oder auch nur mittelprächtig ist das Album wirklich nicht. ;-)
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Re: Amon Amarth

Beitragvon Rüdiger Stehle » Sonntag 18. Oktober 2026, 22:24

So, dann holen wir aus gegebenem Anlass diesen Thread mal aus seinem dreijährigen Dornröschenschlaf. "The Allfather Awakens" ist in seiner hübschen Digipak-Version hier eingetroffen und ich muss sagen, dass mir die Scheibe sehr gut gefällt. Das ist natürlich nur bedingt eine Überraschung ist, wenn man sich anschaut, wem das Album gewidmet ist. :grins:

Ein Konzeptalbum über den Allvater höchstselbst mit Textadaptionen der Völuspá und Nacherzählungen anderer eddischer Geschichten rennt bei mir freilich immer offene Türen ein. Da bin ich Heggs Bruder im Geiste und wie ihr wisst ja selbst stabil am Werke, mein schreiberisches Arbeiten dem Geiste des Einäugigen zu widmen. Dieses Band kann kein Ohohoho-Chor zerstören.

Musikalisch fühle ich mich von den Melodieführungen oft an Running Wild erinnert, wobei das in der schwedischen Pagan-Metal-Szene ja Tradition hat. Man frage dazu gerne auch Månegarm.

Neben dem anfänglichen Ohohoho-Chor ist mir einzig das "We are Vikings"-Ding etwas zu plakativ und zu sehr auf Mitgrölhit getrimmt, aber wenn die Lyrics tiefer in mythologische Vorlagen eintauchen, wirken auch die Kompositionen und Arrangements ernsthafter und würdiger. Gjallarhorn, Kvasirs Blod und Upphav sind richtig gut. Die With A War Cry hat einen schönen Unleashed-Drive. Und bei den nächsten drei Stücken reichen dann schon wieder die Songtitel für romantische Gefühle meinerseits.

Schön an Amon Amarth ist halt auch, trotz der durchaus spürbar kommerziellen Ausrichtung, dass sie zumindest musikalisch ohne den ganzen Kirmeskram auskommen, der sonst in der Pagan-Szene gerne mal Überhand nimmt. Auch das Artwork der neuen Scheibe ist für mich gelungen, selbst wenn es natürlich ein Klischee-Odin ist, der auf dem Cover prangt. Aber letztlich passen die Attribute zur Geschichte, auf die das Album Bezug genommt.

Ja, doch. Passt wieder. Und hat eine etwas eingerostete Liebe durchaus wieder ein wenig belebt.
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Re: Amon Amarth

Beitragvon Martin van der Laan » Montag 19. Oktober 2026, 08:31

So ein schöner Text von geschätzten Kollegen Hugin... und doch so viel Unverständnis auf meiner Seite. Ich habe diesen produktionstechnisch überladenen, langweiligen Grunz-und-Gröhl-Schlager gleich wieder aus der Playlist gekickt und höre seitdem mindestens einmal am Tag "Once Sent From The Golden Hall". Das waren noch Zeiten... up the horns!
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Re: Amon Amarth

Beitragvon Jhonny » Montag 19. Oktober 2026, 10:16

Mir gefällt die neue Scheibe auch ganz ausgezeichnet, vielleicht die beste seit "Jomsviking".
Es gab eine Phase, in der ich die Band schon mal abschreiben wollte.
Aber ich bin mittlerweile wieder sehr angetan (auch der Vorgänger war schon stärker als der Berserker).

Ich finde das Album auch erstaunlich hart und düster.
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Re: Amon Amarth

Beitragvon Rüdiger Stehle » Montag 19. Oktober 2026, 14:00

Martin van der Laan hat geschrieben:So ein schöner Text von geschätzten Kollegen Hugin... und doch so viel Unverständnis auf meiner Seite. Ich habe diesen produktionstechnisch überladenen, langweiligen Grunz-und-Gröhl-Schlager gleich wieder aus der Playlist gekickt und höre seitdem mindestens einmal am Tag "Once Sent From The Golden Hall". Das waren noch Zeiten... up the horns!


Na, na... "The Arrival of the Fimbul Winter" und "Sorrow Throughout The Nine Worlds"... das waren die wirklichen Daswarennoch-Zeiten.
;-)

Bei Kritik an einer gewissen schematischen Einförmigkeit und Simplizität könnte ich ebenso mitgehen, wie mit ebensolcher an Mitgröl-Parts, an einem Mangel an kompositorischer Finesse oder an Abwechslung. Dass es deswegen gen Schlager tendiere, geht mir indes nicht ein. Da gäbe es - auch im kommenden Soundcheck - einige Kandidaten, die ich für weit schlageriger hielte. Aber sei es drum.

Für mich ist hier echt das lyrische Thema um den Allvater und dessen für mein Empfinden weitgehend sehr saubere und angemessene Umsetzung der Hauptanker. Habe ja nurmehr selten die Zeit und Muße, mich intensiver mit der Lyrik zu befassen, doch für Odin mache ich stets eine Ausnahme. Und ich mag die RW-Vibes der Melodieführung.
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Re: Amon Amarth

Beitragvon Havoc » Samstag 24. Oktober 2026, 16:48

Martin van der Laan hat geschrieben:Ich habe diesen produktionstechnisch überladenen, langweiligen Grunz-und-Gröhl-Schlager gleich wieder aus der Playlist gekickt...


Jhonny hat geschrieben:Ich finde das Album auch erstaunlich hart und düster.


Habe die Neue nun auch mehrmals gehört. Der allererste Durchgang war ein klein wenig ernüchternd, aber mit jedem Durchlauf fand ich es dann doch immer besser. Halt überwiegend schon sehr typischer hochmelodischer AA-Stoff. Aber was anderes hat man ja auch eigentlich nicht erwartet. Immerhin gibt es zwei Songs, die ich richtig stark und bereichernd finde. Zum einen gefällt mir das Akustikstück "Upphaf" richtig gut. Wohl auch, weil es etwas aus der Reihe tanzt. Im ansonsten sehr treffenden DF-Review findet der Schreiberling, dass das Stück leider von Heggs Vocals verhunzt wird. Sehe ich überhaupt nicht so. Gerade dieser macht es zu einem echten AA-Song. Als Instrumental oder mit einem anderen Sänger wäre es denke ich weniger toll geworden. Den zweiten Song den ich sehr mag ist das tatsächlich etwas düsterere "Kvasir´s Blood". Ich liebe es wenn Johan die ganz tiefen Growls auspackt. Auch deswegen steht ja das Album "Surtur Rising" recht hoch in meiner Gunst. Da macht er das auch des Öfteren. Ansonsten finde ich auch das flottere "Oden´s Hunt" richtig gut. Die restlichen sieben Songs sind nun aber wie ich finde extrem typischer Stoff. Für mich ist das dann weder Schunkelmusik noch besonders hart oder düster (das ist nur das recht schicke Coverartwork). Eher halt hochmelodisch. Aber auch diese Songs muss man so erst mal hinbekommen. Das hat der Herr im DF-Review wirklich sehr passend umschrieben. Der Kreator-Vergleich passt. Sehe ich exakt so. Rein von der Produktion her erscheint mir die AA-Scheibe übrigens etwas besser zu sein als die fast etwas zu laut abgemischte Kreator. Insgesamt gesehen liegen beide Alben dann bei mir auch ziemlich gleichauf. Sehe beide irgendwo zwischen 8 und 8,5.
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Re: Amon Amarth

Beitragvon Martin van der Laan » Samstag 24. Oktober 2026, 18:06

Wo hört Ihr da KREATOR...? Für mich ist der Gesang leider auch der finale Sargnagel.
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Re: Amon Amarth

Beitragvon Havoc » Sonntag 25. Oktober 2026, 00:04

Martin van der Laan hat geschrieben:Wo hört Ihr da KREATOR...? Für mich ist der Gesang leider auch der finale Sargnagel.


Lese das DF-Review. Der Vergleich bezog sich auf die ganze Herangehensweise und die Art wie beide Bands heute agieren. Nicht darauf, dass die jetzt die selbe Musik machen und ähnlich klingen.
Wobei es aus meiner Sicht sogar einen Song gibt, der auch auf der jeweiligen anderen Platte hätte stehen können. Und zwar "Combatants" von der Kreator-Scheibe. Den Song hätten auch Hegg und Co. vertonen können denke ich. Egal. Ich finde, dass beide Bands das wirklich sehr gut innerhalb ihrer heutigen vermeintlichen Grenzen machen. Zwei starke Alben.
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Re: Amon Amarth

Beitragvon Martin van der Laan » Sonntag 25. Oktober 2026, 02:08

Interessante Gedanken. Ich werde mir die beiden Alben noch einmal vornehmen in Ruhe und schauen, was dabei rauskommt.
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