Los ging es 1993 noch unter dem ehemaligen Bandnamen THULE, unter welchem die Band zwei Demos "Der Vinterstormene Raste" (1993) und "Omfavnet Av Svarte Vinger" (1994) veröffentlichte. Letzteres erschien auf dem Höhepunkt meiner ersten großen BM-Begeisterung und so ist es kein Wunder, dass der kleine Rabe sich das hübsche Tape bestellt hat. Leider hörte man den Gesang kaum, aber trotzdem fühlte sich das irgendwie magisch an. Kurz darauf kam dann schon die Umbenennung in TAAKE und ein weiteres Demo namens "Manndaudsvinter" (1995). Das brachte der Band einen Deal mit Solistitium, wo dann auch die Debüt-7"EP "Koldbrann I Jesu Marg" (1996) erschien. Ich Dummerle habe das Demo noch geordert und die EP dann aber leider schon verpasst.
Da es dann bis 1998 dauerte, dass endlich das Debütalbum "Nattestid Ser Porten Vid" erscheinen konnte, und bei mir etwa zeitgleich eine leichte BM-Übersättigung einsetzte, dauerte es tatsächlich bis in die zweite Hälfte des vergangenen Jahrzehnts, bis sich die alte Begeisterung wieder entfachen ließ. Da ich zu jener Zeit mehr zufällig über eine gemeinsame Tour von HELHEIM und VULTURE INDUSTRIES in Kontakt mit TAAKEs Labelmeister Björnar kam und von ihm dann kurzerhand das gesamte Backprogramm der Nebelband bestellte. Und ich muss sagen, dass TAAKE heute eine der wenigen norwegischen Black Metal Bands ist, die noch relativ kompromisslos und unverfälscht den alten Stil zelebriert ohne dabei langweilig zu werden.
Als Hörbeispiele würde ich an dieser Stelle gerne den Debüt-Klassiker 'Nattestid (Part I)' vorstellen, der sich kalt, episch, verschneit, grimmig und anmutig präsentiert. Keifen und cleane Vocals/Chöre ergänzen sich sehr fein und recht kitschfrei, die Gitarren surren nobelst:
http://www.youtube.com/watch?v=pPqIRPgI9Es

vom Album "Nattestid Ser Porten Vid" (1998)
Ganze vier Jahre sollte es dauern, bis Herr Hoest wieder in der Lage war, ein komplettes Album einzuspielen, und das hatte es einmal mehr in sich. Eine "Ode" an die Heimatstadt Bergen. Sehr nekro, sehr grimmig, aber mit ziemlich coolen Melodielinien bei den Gitarren.
http://www.youtube.com/watch?v=Qjkt7yCf0nU

"Over Bjoergvin Graater Himmerik" (2002)
Wieder drei Jahre später erscheint das dritte Album, das sich in Sachen Riffing ein bisschen gen traditionellen Heavy Metal bewegt, ohne dabei die Schwärze abzulegen. Sehr aggressiv, nach vorne preschend... zumindest das hier verlinkte Sample:
http://www.youtube.com/watch?v=XLP8K3YpWmY

"Hordalands Doedskvad" (2005)
Langsam scheint sich der Drei-Jahres-Rhythmus einzupendeln, denn 2008 kam der selbstbetitelte Viertling, der erstmals in der Albengeschichte die Titel nicht durchnummerierte, sondern einzelne Songtitel vergab. Damit ging einher auch eine höher Songdienlichkeit und ein höherer Wiedererkennungswert der einzelnen Stücke. So finden sich auf dem Album etliche Hymnen, derer größte für mich diese hier ist:
http://www.youtube.com/watch?v=dSKmUX7c1Uc

"Taake" (2008)
Und nun ist es in zwei Wochen wieder so weit. Drei Jahre sind vergangen. Schon wieder. Und Hoest greift wieder zu den Waffen. Das Album hört auf den martialischen Titel "Noregs Vaapen" und neben sieben erneut großartigen Songs klassischer Norsk-BM-Spielart mit minimalsten Folk-Einsprengseln hier und da, hat Meister Hoest auch wieder eine ganze Armada an Gastmusikern in Studio gebeten, die ihn vor allem vokalisch unterstützen. Einmal singt er im Duett mit Nocturno Culto, mal mit Attila Csihar, mal mit Demonaz und V'Gandr, mal mit Skagg, mal mit Björnar Nilsen und auch instrumental findet sich einige Prominenz. So oder so, TAAKEs Fünfte ist mal wieder ein echter Hinhorcher für die Freunde der norwegischen Alteisensammlung, und ich bin echt gespannt, wie die Scheibe allgemein aufgenommen wird. Von mir wird sie sicher ordentlich gelobt werden. Am Review arbeite ich schon...

Neben den Studioalben ist die Compilation "Helnorsk Svartmetal" auch noch ziemlich essentiell, weil sie sämtliche Demo- und EP-Tracks aus den 1990ern enthält, an die man sonst schwerlich kommen dürfte. Auch die "Nekro"-EP kann man sich für kleines Geld mal eintüten lassen.
http://www.metal-archives.com/bands/Taake/370
http://taake.svartekunst.no/




