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von Teichfrosch » Donnerstag 10. Juni 2010, 21:07
Natürlich soll man die alten Sachen nicht neu auflegen, und natürlich soll die Produktion nicht so sein wie teilweise heutzutage - heutzutage wird es wiederum in die anderer Richtung teilweise (etwas) übertrieben. Eine bombastische, Druckvolle Produktion passt zum räudigen Blackmetal eben nicht unbedingt (von Epic/Melodic BM vielleicht mal abgesehen, oder was es sonst so gibt .. kommt eben auch auf die einzelne Band/das Album an). Ich will ja nicht dass die alten Sachen modern klingen - aber wenn man sich beispielsweise EMPERORs "I Am The Black Wizards" anhört fände ich es schon stark wenn man die einzelnen Instrumente und den Sänger differenzierter raushören würde. Das ist beispielsweise bei "Nattens Madrigal" der Fall, dafür ist die Produktion trotzdem, auf gut Deutsch, zum kotzen. Die Scheibe finde ich trotzdem besser als viele der ganz alten Scheiben wie "A Blaze..." weil man das, was man raushören soll, oder zumindest was ich raushören will, eben raushört ^^ Ist aber sicher auch geschmackssache, ich denke nämlich auch einfach mal dass ich etwas jünger bin als wie du, lieber Rüdiger (vollende dieses Jahr mein 26tes Lebensjahr), und bin daher allgemein eher mit ausgewogeneren Produktionen, digital nachbearbeitet etc, aufgewachsen. Mir liegt es fern darüber zu urteilen was besser ist - beides hat seinen Reiz, zweifelsohne, und wenn du sagst dass die räudige, reduzierte Produktion dazugehört kann ich das absolut nachvollziehen.
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von Rüdiger Stehle » Donnerstag 10. Juni 2010, 21:33
Hab mir auch schon gedacht, dass es mit eine Altersfrage sein könnte. Ich bin Jahrgang 1975 und somit musikalisch mit der großen (=zweiten) Black-Metal-Welle von 1991-1995 aufgewachsen. So von 16 bis 20 ist man ja sehr stark beeinflussbar, was die musikalische Prägung angeht, und somit ist der Frühneunziger-BM eben "meine musikalische Heimat", obwohl ich schon ein paar Jahre früher mit Metal angefangen habe (1988). Aus der Zeit habe ich sicher auch die Einstellung, dass klassischer Metal vieles braucht, aber keine digitalen Produktionen. Bei modernen Stilen gehört das dazu. Fear Factory klängen ohne digitale Produktion bestimmt völlig bescheiden. Aber die klassischen Stile klingen analog für meine Ohren lebendiger. Ach ja, die Ohren... Am Rande: Ich bin immer wieder überrascht zu hören, was manche Leute als schlechten Sound empfinden. Im Helloween-Forum schrieb mal ein jüngerer Fan, dass "Keeper II" dringend ein Remastering nötig hätte, weil der Sound so bescheiden sei. Ich war danach sehr verwirrt... 
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von Jhonny » Donnerstag 10. Juni 2010, 21:49
Mit Alter hat das wenig zu tun, eher mit Geschmack. Ich bin Jahrgang 1988 und finde De Mysteriis absolut klasse. AUCH vom Klang her. Natürlich hat diese Erkenntnis ein paar Durchläufe gebraucht - aber der Sound passt wie die Faust aufs Auge, und ich hab die Zeit NICHT miterlebt. Wenn ich mir aber die Far Beyond Driven von Pantera anhöre, dann weiß ich, warum Mayhem oder Satyricon so NICHT klingen wollten  (kaum ein Album wird vom Sound so ruiniert). Ich habe auch kein Problem mit sehr modernen Produktionen a la Andy Sneap - Enemy Of God (Kreator) oder This Godless Endeavor (Nevermore) haben einen total passenden Sound! Aber dann höre ich Birch-Produktionen wie In Rock (die ich herrlicherweise auf Vinyl geerbt habe!) oder Seventh Son Of A Seventh Son und denke mir: Geil, der Sound passt, er klingt echt! Und genau das gleiche Gefühl habe ich beim Audioslave-Debüt, der Blackbird von Alter Bridge, Moving Pictures von Rush oder Panteras Cowboys From Hell auch - passender, zeitgemäßer, aber v.a. auf seine Art authentischer Sound. Ich bin ja kein Riesen-BM-Fan, aber ich mag sowohl neue Satyricon als auch alte Mayhem. Und definitiv neue und alte Darkthrone - aber da ist der Sound ja nicht "besser" geworden, wie Sundfetischisten anmerken würden Ich finde F.O.A.D. total geil produziert, die Scheibe macht Spaß. Produktion ist etwas total überschätztes. Eine schwache Scheibe macht vielleicht beim ersten Durchgang durch ne druckvolle Produktion etwas mehr Spaß - mehr aber nicht. Qualität beim Songwriting, bei der Atmosphäre, ein toller Sänger und PASSENDE Instrumental-Passagen (also nur lange Soli, wenn sie angebracht sind), sind mir da tausendmal lieber als möglichst "druckvolle" Produktionen. Wobei ich diese ja auch nicht schlechtreden will - zu Heaven Shall Burn oder As I Lay Dying passt so was einfach supergeil - auch wenn das nicht meine Standardbaustelle ist. Aber selbst relativ "progressive" Musik wie Genesis klingt doch mit Original-70er-Produktion super! V.a. superwarm - das vermiss ich an vielen modernen Produktionen. Warum ich dazu so viel schreibe? Ich zitiere aus einem gerade gelesenen Review: ... und hat, trotz seiner bisher 15 Jahre auf dem Buckel, eine doch sehr saubere und druckvolle Produktion bekommen.ganzes Review siehe hier: http://powermetal.de/review/review-Grave_Digger/Heart_Of_Darkness,16221.htmlals würde eine ältere Produktion in IRGENDEINER Weise den Sound schwächer machen... meist ist es doch (leider) eher anders herum der Fall. Es kann mir zumindest keiner erzählen, "Dance Of Death" wäre geiler produziert als "Seventh Son Of A Seventh Son"...
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von Rüdiger Stehle » Donnerstag 10. Juni 2010, 22:00
Jhonny hat geschrieben:Mit Alter hat das wenig zu tun, eher mit Geschmack.
Haha... als ich in der Übersicht gesehen habe, dass du geantwortet hast, habe ich mit genau dieser Bemerkung gerechnet. Du hast natürlich völlig Recht, dass ein bestimmtes Alter nicht zwangsläufig eine bestimmte musikalische Vorliebe bedingt. Dennoch ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass jemand der in den frühen Neunzigern schwarzmetallisch sozialisiert wurde, auf einen Sound der Marke "De Mysteriis" oder "Transilvanian Hunger" steht, als jemand der den Black Metal 1996 mit "Enthrone Darkness Triumphant" für sich entdeckt hat. Wie hast du denn Darkthrone für dich entdeckt? Ich habe auch kein Problem mit sehr modernen Produktionen a la Andy Sneap - Enemy Of God (Kreator) oder This Godless Endeavor (Nevermore) haben einen total passenden Sound!
Mit Abstrichen. Manchmal übertreibt es der Herr Sneep. Aber so die monströse Sneep-Phobie wie gewisse Underground-Kreise habe ich auch nicht. Zu Nevermore passt so ein Sound sowieso ausgezeichnet. Bei Kreator passt das auch. Bei Overkill aber hätte er etwas altmodischer sein dürfen. Ich bin ja kein Riesen-BM-Fan, aber ich mag sowohl neue Satyricon als auch alte Mayhem. Und definitiv neue und alte Darkthrone - aber da ist der Sound ja nicht "besser" geworden, wie Sundfetischisten anmerken würden Ich finde F.O.A.D. total geil produziert, die Scheibe macht Spaß.
Das ist mein Punkt. Ich finde, dass die Scheiben alle noch immer so gut sind, weil sie so sind, wie sie sind und wie sie sein mussten, als sie erschienen. Konnte nie nachvollziehen, warum so viele Menschen den Darkthrone-Sound als "schlecht" bezeichneten. Für mich sind das perfekte Produktionen, weil sie so klingen wie sie gewollt sind. Kann aber natürlich verstehen, dass nicht jeder einen solchen Sound mögen kann. Produktion ist etwas total überschätztes. Eine schwache Scheibe macht vielleicht beim ersten Durchgang durch ne druckvolle Produktion etwas mehr Spaß - mehr aber nicht. Qualität beim Songwriting, bei der Atmosphäre, ein toller Sänger und PASSENDE Instrumental-Passagen (also nur lange Soli, wenn sie angebracht sind), sind mir da tausendmal lieber als möglichst "druckvolle" Produktionen.
Schön. Ein Bruder im Geiste... Es kann mir zumindest keiner erzählen, "Dance Of Death" wäre geiler produziert als "Seventh Son Of A Seventh Son"...
Ja, oder noch besser: "Gods Of War" geiler als "Into Glory Ride"...  Ich fürchte allerdings, dass Joey das wirklich glaubt... Aber wir haben uns vergaloppiert: Ich hätte mal wieder Lust auf Satyricon live. Nach 1996 und 2005 (mit dem Herrn Kult in Wacken), hat's nie mehr geklappt. Schade, dass sie wohl an eine etwas längere kreative Pause denken.
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von Dekalog der Elemente » Donnerstag 10. Juni 2010, 22:34
Rüdiger Stehle hat geschrieben:Jhonny hat geschrieben:Mit Alter hat das wenig zu tun, eher mit Geschmack.
Haha... als ich in der Übersicht gesehen habe, dass du geantwortet hast, habe ich mit genau dieser Bemerkung gerechnet. Du hast natürlich völlig Recht, dass ein bestimmtes Alter nicht zwangsläufig eine bestimmte musikalische Vorliebe bedingt. Dennoch ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass jemand der in den frühen Neunzigern schwarzmetallisch sozialisiert wurde, auf einen Sound der Marke "De Mysteriis" oder "Transilvanian Hunger" steht, als jemand der den Black Metal 1996 mit "Enthrone Darkness Triumphant" für sich entdeckt hat. Wie hast du denn Darkthrone für dich entdeckt?
Ich geb da auch mal meinen Senf dazu, denn ich bin nicht nur Baujahrtechnisch mit 81 irgendwo in der Mitte sondern gerade die Enthrone Darkness Triumphant war mein erstes BM Album. Es hat dann allerdings doch noch n paar Jahre mehr gedauert bis ich mich wirklich mehr mit dieser Spielart beschäftigt habe. Ich bin dabei auch den umgekehrten Weg gegangen und hab die wirklich "old schooligen" Bands erst nach und nach entdeckt. Und ich muss sagen ich mag beides. Sowohl neueren BM mit ner guten Produktion als auch den "Garagen-Keller-Sound" von damals. Ich könnte mir alte Mayhem, Darkthrone oder Burzum Scheiben mit ner klaren Produktion ned anhören. Die Alben passen einfach irgendwie genau so wie sie sind...andererseits würde ich z.B. wahrscheinlich n Secrets of the Moon Album mit schundiger Produktion auch ned hören können. Ich mag z.B. auch den total schrottigen Sound der BM Alben von Paysage D'Hiver. Glaub es hängt nicht nur vom persönlichen Geschmack ab sondern auch vom Kontext den die Band vermitteln will und auf welche Art so ne Band eben authentisch klingt. Und genau das macht irgendwo auch den speziellen Unterschied zwischen Bands wie Darkthrone etc. und ihren Klonen...die Originale klingen eben einfach authentisch...sie wollten damals so klingen und habens nicht deswegen so gemacht weil andere damit gut ankamen.
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von Teichfrosch » Freitag 11. Juni 2010, 00:53
Irgendwie fühle ich mich missverstanden, und das obwohl ich nichtmal weiß ob ihr mich tatsächlich missversteht oder es mir nur so vorkommt hehe  Ich will keine "klare" Produktion. Oder "nett". Oder "druckvoll". Oder "modern", "klar", "warm" oder irgendwas - was ich möchte ist weniger "Soundbrei", das ist es was ich bei älteren Produktionen des BM eben _NICHT_ so gerne mag. Wenn die Noten dank der einfachen Produktion ineinander übergehen und die Akzente nicht sauber rauskommen ... oder das Rauschen ... Nunja, muss halt nicht sein. Zumindest nicht für mich  Ändert aber, wie gesagt, nichts daran dass ich die alten Scheiben trotzdem klasse finde - nur fände ich sie noch besser wenn sie eben soundtechnisch ausgefeilter wären. Kälter, böser, "eigener" oder sonstwie "besser" wird ein Album jedenfalls nicht durch eine schlechte Produktion, auch wenn es stimmt dass es andersrum durch eine "perfekte" Produktion (d.h.: eine Produktion die optimal auf die Musik abgestimmt ist, also nicht zwangsläufig "druckvoll" oder "klar" oder was da sonst noch an Adjektiven rumgeistern mag - es passt wenns passt) auch nicht zum Knüller wird. Und ja, es passt zu den alten Scheiben, das heißt aber nicht dass eine etwas differenziertere Produktion nicht ebenso gepasst hätte  Wie gesagt, mir liegt es fern mir da eine Überarbeitung welcher Form auch immer zu wünschen, die Platten klingen so wie sie klingen und das macht auch ihren Charme aus, möglicherweise wären sie aber noch besser wenn man sie von vorneherein entsprechend anders in Szene gesetzt hätte. Im übrigen stimmt es grundsätzlich dass die Produktion keine Scheibe gut oder schlecht macht, sie kann aber durchaus das i-Tüpfelchen darstellen. "Reign in Blood" anyone? Die knallt beispielsweise auch wegen der tollen Produktion so richtig  Klar, Thrash ungleich BM, aber eben AUCH weil DARKTHRONE sich halt damals entschieden haben es halt anders zu machen und eine stark reduzierte Produktion zu verwenden. Das macht aber nicht die Seele der Musik aus, BM funktioniert ja bekanntlich auch mit einer viel aufwendigeren Produktion (ob es dann dem Einzelnen gefällt sei mal dahin gestellt...). Wer weiß worüber wir jetzt reden würden hätte DARKTHRONE damals Rick Rubin engagiert Aber egal, überflüssig darüber zu philosophieren. Die Platten klingen wie sie klingen und ich will daran keinesfalls was ändern, glaube aber trotzdem dass es mit einer passenderen Produktion die mehr differenziert ein noch größeres Hörvergnügen geworden wäre. Oder ist die Produktion bereits perfekt so wie sie ist? Streng genommen ja, denn die Geschichte gibt DARKTHRONE Recht.  Beim nochmaligen Überfliegen des Textes stelle ich fest dass ich permanent wiederhole. Seis drum, lieber ein Argument 3 mal gebracht als missverstanden zu werden 
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von Havoc » Samstag 12. Juni 2010, 14:47
Jeder scheint hier so seine Favoriten bei Satyricon zu haben und steht auf bestimmte Phasen der Band. Also ich finde das komplette Schaffen der Band und auch die Entwicklung einfach nur toll. Ich mag die Räudigkeit der ersten beiden Platten, die Aggressivität der "Nemesis Divina", die Sterilität der "Rebel Extravaganza" und auch die neueren Black´n Roll Sachen. Mein Favorit, der diese ganzen Eigenschaften am besten bündelt und fast Perfektion darstellt ist für mich die "Volcano". Ein Spitzenalbum. Bin mal gespannt was als nächstes kommt. Satyr hat ja Veränderungen angekündigt. Dies ist auch gut, da "The Age Of Nero" doch ziemlich wie sein Vorgänger klang.
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von Havoc » Donnerstag 14. Oktober 2010, 22:11
Nach einiger Zeit gibt es aus dem Hause SATYRICON folgendes Update zu vermelden:
"Unsere einjährige Pause neigt sich ihrem Ende zu und in einigen Monaten werden wir mit den Arbeiten an einem neuen Album beginnen.
Wir fühlen uns erfrischt und aufgeladen.
2011 werden wir alle unsere Alben der ´90er mit neuem Artwork und dort, wo es nötig ist, auch neu gemastert, wiederveröffentlichen. Möglicherweise wird es dadurch auch einige interessante Shows geben!"
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von Rüdiger Stehle » Freitag 15. Oktober 2010, 00:03
Neues Album: Neuauflagen: Hmm. Ich glaube zwar nicht, dass das nötig ist, weil die Alben so wie sie waren eigentlich toll waren, aber mal schauen, was dabei heraus kommt. Wenn es dazu kommt, dass die einen oder anderen vergessenen alten Songs wieder ins Set rutschen, dann passt das ja. Ob ich die Neuauflagen brauchen werde, sehen wir ja dann.
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von Teichfrosch » Sonntag 17. Oktober 2010, 12:18
Hmm, nicht dass ich es schlecht finde dass die Jungs wieder da sind, ganz im Gegenteil, aber ich hatte eigentlich mit einer sehr viel längeren Auszeit gerechnet. Aber ich beschwer mich ja garnicht  Wenn ich "Auszeit" lese denke ich direkt in TOOL'schem Maßstab, und das sind dann direkt mehrere Jahre. Leider. Hoffentlich verschwenden die Jungs mehr Energie auf neue Songs als darauf, die alten neu aufzulegen. Aber ich kanns auch gut verstehen wenn sie neue Sachen neue auflegen wollen, ich erinner mich da an ein Interview mit ARCH ENEMY wo sie danach gefragt wurden wieso sie alte Sachen neu auflegen - die Antwort: "Damit wir auch unsere neuen Fans für die alten Sachen gewinnen können!". Hoffentlich funktioniert das bei SATYRICON ebenso, und man kann live auch mehr alten Kram erleben.
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