Kreator

Re: Kreator

Beitragvon Havoc » Samstag 18. März 2017, 00:11

Oliver Passgang hat geschrieben:Daraus ergibt sich folgende Rangordnung:
#1 "Enemy Of God" (9,5)
#2 "Violent Revolution" (8,5-9,0) & "Hordes Of Chaos" (8,5-9,0)
#3 "Phantom Antichrist" (8,0) & "Gods Of Violence" (8,0)


Ich besitze ja davon bisher nur "Enemy Of God" und "Violent Revolution", aber in der Summe finde ich wohl erstere noch einen Tick stärker, da alles noch mehr aufeinander abgestimmt wirkt. Da greift ein Song in den anderen und jeder ist stark. Dazu kommt halt wie gesagt der Erstkontaktbonus. Ich glaube ich werde mir nach und nach auch noch die anderen Alben holen. Aber es zeichnet sich irgendwie schon jetzt ab, dass "Enemy Of God" wohl auf der Numero 1 bleiben wird. Ich finde die saustark.
Seit gestern habe ich ja auch die "Outcast"...erster Eindruck. Ja. Macht auch Spaß, aber so richig gekickt hat sie mich noch nicht. Den Hit "Phobia" kannte ich schon von einem 20 Jahre alten Sampler. 20 Jahre! Irre!! Naja. Wird die Tage noch häufiger laufen...und dann gucke ich mal. Habe vor, mir die nach "Enemy..." erschienen Alben in chronologischer Reihenfolge zu kaufen und anzuhören. Irgendwie kommt es mir falsch vor, wenn ich mir jetzt die neue holen würde. Ansonsten lief hier noch mal die "Renewal". Die ist echt ganz cool, aber sicher kein Geniestreich. Halt ein etwas anderes Album. Sehr mutig von der Band. Das muss man Mille und Co. lassen. Wie nehmt ihr Mille eigentlich wahr? Habe mich letztens noch mal durch ein paar RH-Videos durchgeguckt. Manchmal wirkt er extrem sympathisch...auf anderen auch wieder eher nicht. Mhhh. Scheint von Stimmungsschwankungen geplagt zu sein.....wie wohl jeder Mensch. :P
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Re: Kreator

Beitragvon Rüdiger Stehle » Samstag 18. März 2017, 03:30

Havoc hat geschrieben:Wie nehmt ihr Mille eigentlich wahr? Habe mich letztens noch mal durch ein paar RH-Videos durchgeguckt. Manchmal wirkt er extrem sympathisch...auf anderen auch wieder eher nicht. Mhhh. Scheint von Stimmungsschwankungen geplagt zu sein.....wie wohl jeder Mensch. :P

Ich respektiere Mille als Musiker, Songwriter und Sänger wirklich sehr; sonst hätte ich sicher nicht alle seine Werke gekauft. Persönlich habe ich ihn nie kennen gelernt, daher maße ich mir zu seinen menschlichen Eigenschaften kein Urteil an. Was er bisweilen so von sich gibt, sei es zu politischen Themen oder bei seinen Konzertansagen finde ich sehr oft ganz arg daneben, aber wenn es mich nennenswert jucken würde, was Musiker so für Weltanschauungen haben, dann hätte ich deutlich weniger CDs.
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Re: Kreator

Beitragvon Peter Kubaschk » Samstag 18. März 2017, 11:22

Rüdiger Stehle hat geschrieben: wenn es mich nennenswert jucken würde, was Musiker so für Weltanschauungen haben, dann hätte ich deutlich weniger CDs.


Stell dir vor, du hättest alle Trump-Sympathisanten als Facebook-Freunde gekickt. Dann wäre deine Sammlung jetzt um Dream Theater, Ted Nugent und allem mit George Call ärmer. Mindestens.
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Re: Kreator

Beitragvon Rüdiger Stehle » Samstag 18. März 2017, 20:18

Peter Kubaschk hat geschrieben:
Rüdiger Stehle hat geschrieben: wenn es mich nennenswert jucken würde, was Musiker so für Weltanschauungen haben, dann hätte ich deutlich weniger CDs.


Stell dir vor, du hättest alle Trump-Sympathisanten als Facebook-Freunde gekickt. Dann wäre deine Sammlung jetzt um Dream Theater, Ted Nugent und allem mit George Call ärmer. Mindestens.


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Re: Kreator

Beitragvon Oliver Passgang » Samstag 18. März 2017, 21:38

Mille als Person ist... interessant. Grundsätzlich stehe ich ihm recht nahe, was seine (politischen) Aussagen betrifft, aber die Art und Weise, wie er manche Sachen (sowohl in Interviews als auch auf der Bühne) kommuniziert und was für Akzente er dabei setzt, da muss ich schon häufiger mal mit der Stirn runzeln, bis die Falten wirklich sehr tief sind.
Er ist jedoch ein absolutes Unikat und eine "kantige" Persönlichkeit - gerade auch live - und das schätze ich sehr! :)
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Re: Kreator

Beitragvon Jhonny » Samstag 18. März 2017, 21:50

Rüdiger Stehle hat geschrieben:
Peter Kubaschk hat geschrieben:
Rüdiger Stehle hat geschrieben: wenn es mich nennenswert jucken würde, was Musiker so für Weltanschauungen haben, dann hätte ich deutlich weniger CDs.


Stell dir vor, du hättest alle Trump-Sympathisanten als Facebook-Freunde gekickt. Dann wäre deine Sammlung jetzt um Dream Theater, Ted Nugent und allem mit George Call ärmer. Mindestens.


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Re: Kreator

Beitragvon Rüdiger Stehle » Samstag 18. März 2017, 22:47

Jhonny hat geschrieben:
Rüdiger Stehle hat geschrieben:
Peter Kubaschk hat geschrieben:
Rüdiger Stehle hat geschrieben: wenn es mich nennenswert jucken würde, was Musiker so für Weltanschauungen haben, dann hätte ich deutlich weniger CDs.


Stell dir vor, du hättest alle Trump-Sympathisanten als Facebook-Freunde gekickt. Dann wäre deine Sammlung jetzt um Dream Theater, Ted Nugent und allem mit George Call ärmer. Mindestens.


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Ja; wobei ich - wenn überhaupt - ja naturgemäß eher erst am anderen Rand des politischen Spektrums ausmisten müsste. Mache ich aber auch nicht. Durchaus findet sich auch der eine oder andere Linksausleger in meiner Sammlung. Die einzige Band, bei der ich mich aus Gründen deren veröffentlichter Einstellung wirklich schwer überwinden müsste, mir eine Scheibe zu kaufen, ist tatsächlich HSB. Wenn ich die aber musikalisch wirklich ernsthaft gut fände, würde ich das tatsächlich schaffen. Da kann ich echt stark sein...
:grins:

Ich find's ja grundsätzlich okay und richtig, wenn die Leute einfach ihre Meinung sagen, egal wie doof ich die finden mag. Wollte ich Musik, Lyrik oder allgemein Kunst ausschließlich von Leuten hören, die meine Meinung reflektieren, dann müsste ich mir ausschließlich selber vorsingen. Es macht die Sacha ja unter anderem auch erst reizvoll, dass Künstler Persönlichkeiten sind, an denen man sich auch reiben kann; dass sie auch Widerspruch herausfordern. Bei der US-Metal-Szene nervt es aber aktuell schon, wenn man diesen ganzen Pro- und Anti-Trump-Bullshit täglich auf Facebook mitkriegt.
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Re: Kreator

Beitragvon Havoc » Sonntag 26. März 2017, 10:23

Die "Outcast" gefällt mir wirklich immer besser. Die hat so einen coolen rockigen groove-igen Drive und macht irgendwie richtig Spaß. Da stellt sich mir die Frage, ob die "Endorama" da in eine ähnliche Kerbe schlägt? Wenn ja, dann muss ich die auf jeden Fall auch noch haben.
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Re: Kreator

Beitragvon Siebi » Sonntag 26. März 2017, 10:48

"Endorama" finde ich gut, hat mit dem klassischen Kreatorsound nix zu tun, ist für mich eine frisch klingende Platte. Mir bei weitem lieber als dieses ungeliebte "Wir machen wieder Thrash"-ZurückindieZukunft-Ding.
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Re: Kreator

Beitragvon Feamorn » Montag 27. März 2017, 22:41

So.
Ich hatte mir je vorgenommen, mir ein Bild über Kreator in ihrer Zeit vor Violent Revolution zu machen. Das Gefühl, da ein abschließendes Urteil bilden zu können, fehlt mir noch immer. Ich werde aber mal ein paar meiner Gedanken teilen, die mich so beschäftigen. Vorher aber zwei Anmerkungen: (a) ich höre mich zur Zeit immer wieder durch die gesamte Diskographie, also auch die Sachen aus diesem Jahrtausend und (b) einige der Alben zu denen ich hier kommentieren werde habe ich erst zwei oder drei mal gehört, dementsprechend ungefestigt dürften die Meinungen sein.

Die Hauptfrage, die mich zur Zeit beschäftigt ist "Wie klingen die 'echten' Kreator eigentlich? Oder wie sollten sie klingen?". Bei genauerem Hinsehen passt so eine Frage eigentlich nicht so ganz zu meiner Sicht auf Musik, ich stelle sie hier trotzdem mal, weil es gerade bei den heiß diskutierten Werkstücken der Band ja immer wieder mal Kommentare gibt wie "klingt gar nicht wie Kreator" oder ähnliches.
Aber was meinen die Verfasser damit? Dass die Band nicht mehr so klingt, wie auf den ersten vier oder fünf Alben? Okay, bei Renewal kann ich die Aussage verstehen, bei Cause For Conflict auch noch, aber bei Endorama klang die Band schon seit bald zehn Jahren "nicht mehr wie Kreator". Dazu muss ich sagen, dass die Band auch auf ihrem viel umjubelten Revival nicht wirklich klingt wie "Kreator im Sinne der erste vier, fünf Alben". Klar, unten drunter ist der Thrash deutlicher auszumachen als in den experimentellen Neunzigern, aber die Kreator des 21. Jahrhunderts vereinigen Elemente sämtlicher vorheriger Inkarnationen.

Ich muss dazu sagen, dass ich mit der Bewertung des "wie früher Klingens" vermutlich auch deshalb Probleme habe, weil ich persönlich mit den Alben bis einschließlich Terrible Certainty so meine Probleme habe. Ich bin kein eingefleischter Thrasher und dementsprechend nehme ich vieles vermutlich auch anders war. Andererseits gefällt mir die Vorphase der Kollegen von Sodom im vergleich deutlich besser, es ist also, auch die emotionelle Verbindung zu Sodom subtrahiert, kein prinzipielles Stilproblem.
Sodom haben mich auf meiner Metallischen Geschmacksfindung begleitet, ich habe mich früh mit den alten Werken der Band beschäftigt. Bei Kreator liegt der Fall anders. Mein Erstkontakt war Endorama, kurz danach kam Outcast dazu, das war es ersteinmal. Dann kam Violent Revolution, die ich zwar "gut" fand, aber bei mir Endorama niemals den Rang ablaufen konnte. Fortan habe ich Kreator eher so am Rande wahrgenommen, bis ich vor ein paar Jahren, glaube im Zuge der Phantom Antichrist VÖ(?), auf Hordes Of Chaos gestossen bin, das hat mein Feuer für die Band dann entfacht, ich habe also die Horden, das Phantom und das Frühwerk bis einschließlich '89 erworben, die alten Sachen aber fast nicht gehört. COS, Renewal und CFC habe ich erst kürzlich erworben.

Nun zur Ausgangsfrage, die meine ganze aktuelle Kreator-Exkursion in's Rollen gebracht hat. Rüdiger fragte, welche Kreator vor Violent Revolution mir am besten gefällt. Ich hatte damals schon vermutet, dass die Antwort Endorama lauten könnte und mir ist ziemlich schnell klar geworden, dass exakt das die Antwort sein wird. Natürlich steckt da ein dickes Maß Emotionsbonus mit drin, es war halt mein Erstkontakt mit der Band. Ja, es ist die am wenigsten Thrashige, aber für mich eines der rundesten Werke der Band und auch eines, an dem es, ausser dem Stil für die Alt-Fans(?), keine echten dicken Fallstricke gibt, da hat das ganze Experimentieren (für mich) komplett funktioniert. Insgesamt muss ich sagen, dass sich Kreator bei mir viel Respekt mit ihren Veröffentlichungen in den Neunzigern erspielt haben. Da war nicht eine Platte "auf Nummer sicher", das konnte alles nach hinten los gehen, und ging es ja wohl teilweise auch. Aber weder nach Renewal, noch nach CFC, noch nach Outcast sind die Jungs hingegangen und haben versucht sich das Wohlwollen der Fans durch ein berechnetes Fanservice-Album zurück zu holen. Ich dachte, auch durch das Presse-Echo damals, Violent Revolution könnte so eine Platte sein. Mittlerweile sehe ich das anders, wie gesagt, auch die hat mit den Kreatorn bis 1990 gar nicht mehr sooo viel zu tun, sie ist halt einfach wieder thrashiger als ihre vier Vorgänger, nicht mehr und nicht weniger.

Meine aktuelle Sortierungstendenz aller Alben (die Sortierung innerhalb der Zeilen hat nichts zu bedeuten):

Platz 1-2: Endorama, Hordes Of Chaos
Platz 3: Renewal
Platz 4-8: Violent Revolution, Phantom Antichrist, Gods Of Violence, Cause For Conflict, Coma Of Souls
Platz 9-11: Outcast, Extreme Aggression, Enemy Of God
Platz 12: Pleasure To Kill
Platz 13: Terrible Certainty
Platz 14: Endless Pain

Kommentare zu den einzelnen Alben und eine fixiertere Rangliste hoffentlich in nicht zu ferner Zukunft!

Danke für die Aufmerksamkeit und das Ertragen meines Ergusses. :)
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