Black Metal - Der Drachenhort!

Re: Black Metal - Der Drachenhort!

Beitragvon Rüdiger Stehle » Samstag 7. April 2012, 20:45

Also bei mir läuft GDOW einwandfrei als BM-Scheibe, allerdings nicht als BM-Scheibe im Sinne der großen BM-Welle der Frühneunziger. Es ist letztlich ein avantgardistisches, wortsinn-progressives Album einer Band, die weite Wege der Entwicklung gegangen ist. Für mich persönlich eines der progressivsten Werke und vermutlich auch das nach wie vor wichtigste und wegweisendste Metalalbum des dritten Jahrtausends. Als was anderes habe ich es auch nie verkauft. Schubladen sind mir völlig egal. Ich tendiere allenfalls stark dazu, Bands in Schubladen zu lassen, in denen sie einmal abgelegt wurden. Die besten Bands sind eh diejenigen, die ihr eigenes Genre sind, und dazu zähle ich MAYHEM auf jeden Fall.
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Re: Black Metal - Der Drachenhort!

Beitragvon Jesus » Sonntag 8. April 2012, 09:59

Rüdiger Stehle hat geschrieben:Ich tendiere allenfalls stark dazu, Bands in Schubladen zu lassen, in denen sie einmal abgelegt wurden.


Hm. Ich tendiere dazu, jedes Album in die Schublade zu stecken, in die es gehört ;)

PYOGENESIS begannen ja seinerzeit auch so und klingen heute so. Und den zweiten Song würde ich nur ungern als Death Doom Metal bezeichnen wollen.

Scherz beiseite: Es erscheint mir sinnvoller, sich im Zuge des Herantastens an den Black Metal mit den etwas typischeren Werken zu beginnen als mit den äußersten Grenzgängern. Was verrät mir die Musik von GDoW über Black Metal? Nichts. Selbst wenn man das Album gut finden sollte, was ich mir immer noch nicht wirklich vorstellen kann.

Ein bisschen hege ich allerdings leise Zweifel, ob Oliver wirklich Black Metal sucht und möglicherweise nur in manchem Black Metal etwas gefunden hat, was ihm gefällt und in anderen Stilen häufiger vertreten ist...
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Re: Black Metal - Der Drachenhort!

Beitragvon Rüdiger Stehle » Sonntag 8. April 2012, 10:21

Jesus hat geschrieben:
Rüdiger Stehle hat geschrieben:Ich tendiere allenfalls stark dazu, Bands in Schubladen zu lassen, in denen sie einmal abgelegt wurden.

Hm. Ich tendiere dazu, jedes Album in die Schublade zu stecken, in die es gehört ;)

PYOGENESIS begannen ja seinerzeit auch so und klingen heute so. Und den zweiten Song würde ich nur ungern als Death Doom Metal bezeichnen wollen.

Es war klar, dass solch ein Beispiel kommt. Ich hätte mit ANATHEMA oder KATATONIA gerechnet. Oder mit ULVER. Da steckt kein tieferer Sinn dahinter. Für mich ist ULVER immer noch eine BM-Band, die halt jetzt andere Musik macht...
:grins:

Scherz beiseite: Es erscheint mir sinnvoller, sich im Zuge des Herantastens an den Black Metal mit den etwas typischeren Werken zu beginnen als mit den äußersten Grenzgängern. Was verrät mir die Musik von GDoW über Black Metal? Nichts. Selbst wenn man das Album gut finden sollte, was ich mir immer noch nicht wirklich vorstellen kann.

Habe ich nicht bestritten und will ich nicht bestreiten. Wer aus klassischen Metal-Richtungen kommt und für sich ergründen will, was Black Metal im Innersten zusammenhält, antreibt und ausmacht, der sollte nicht mit "GDoW" anfangen, sondern mit diversen Klassikern aus der ersten Hälfte der Neunziger. Wer wissen will, wie weit das Genre sich ausdehnt und entwickelt hat, der findet in "GDoW" dafür einen sehr markanten Eckpfeiler.

Ein bisschen hege ich allerdings leise Zweifel, ob Oliver wirklich Black Metal sucht und möglicherweise nur in manchem Black Metal etwas gefunden hat, was ihm gefällt und in anderen Stilen häufiger vertreten ist...

Das weiß man immer erst nachher...
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Re: Black Metal - Der Drachenhort!

Beitragvon Falkner » Sonntag 8. April 2012, 10:41

Jesus hat geschrieben:Bild
NAGLFAR "Sheol"

Ah, mein Einstieg in das Genre damals mit 13/14? Jahren. Leider mit sehr unvorteilhafter Tracklist, da mit 'I Am Vengeance' und 'Black God Aftermath' zwei absolut grandiose Songs direkt am Anfang stehen und ich mich oft dabei erwische, einfach die beiden auf Dauerschleife zu stellen und den Rest des Albums zu vernachlässigen. Sehr viel eingängiger geht es wohl kaum.
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Re: Black Metal - Der Drachenhort!

Beitragvon Oliver Passgang » Donnerstag 12. April 2012, 07:52

Sorry, dass mein Feedback hier so lange auf sich warten lässt, aber derzeit kränkel ich ziemlich und da kann ich in meinen Ruhephasen drückenden Black Metal nicht so gut gebrauchen. ;-)
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Re: Black Metal - Der Drachenhort!

Beitragvon Oliver Passgang » Samstag 14. April 2012, 22:56

So, dann wollen wir mal:

Drumtier hat geschrieben:Die Beschreibung lässt mich an MARDUK - World Funeral denken, schon probiert?


Ne, kannte ich vorher nicht, aber habe ich nun mal reingehört und da gehen tatsächlich beide Daumen nach oben! MARDUK trifft derzeit genau meinen Nerv. :)

the seeker hat geschrieben:Naglfar - Sheol

Jesus hat geschrieben:Was fett produzierten, eingängigen Black Metal betrifft, halte ich die folgenden Werke für gutes Einstiegsmaterial:

Bild


Gleich eine Doppelnennung, oha! Ich habe nur halbgute Sachen zum Reinhören gefunden, aber da ihr mir das nahe legt und ich auch nur gutes über dieses Album lesen kann, werde ich mir das kurz- oder mittelfristig mal besorgen!

the seeker hat geschrieben:Negator - Old Black
Dark Fortress - Stab wounds


Die Platte von DARK FORTRESS kenne ich tatsächlich, die habe ich ganz, ganz früher mal... äh... semilegal irgendwo gehabt. Und ja, das Ding habe ich auch noch in verdammt guter Erinnerung. Danke fürs auf-die-Sprünge-helfen! ;-)
NEGATOR gefällt mir auch richtig gut! Deutsche Texte (?) sind natürlich so eine Sache für sich, im Black Metal aber glaubwürdiger als in den meisten anderen Subgenres. Doch, das hat was. Werde ich definitiv im Auge behalten!

salisbury hat geschrieben:Oli: Ein faszinierendes Album finde ich MAYHEMs "Grand declaration of war". [...]


Ja, das habe ich schon häufiger gehört. Ich habe mir die Platte auch schon mal angehört und fand sie interessant, nur hat das - wie das Lamm auch schon sagte - wenig mit der klassischen Definition von Black Metal zu tun. Dieser Sprechgesang ist teilweise schon... anders. 8-)
Die Platte werde ich mir sicher irgendwann mal kaufen, aber im Moment suche ich doch etwas anderes.

Jhonny hat geschrieben:Wobei ich von MAYHEM auch die "De Mysteriis..." empfehlen kann. [...]

Jesus hat geschrieben:Um Dich in Sachen Black Metal fortzubilden und Dich vielleicht mehr an die Ästhetik heranzutasten, solltest Du folgende Klassiker anchecken:

Bild
MAYHEM "De Mysteriis Dom Sathanas"


Die steht schon lange auf der Einkaufsliste, leider noch nicht günstig gefunden - aber naja, dann muss halt bald mal etwas mehr investiert werden. :)

Schaf hat geschrieben:Bild
EMPEROR "In the Nightside Eclipse"

Gerade weil die "Prometheus" doch wenig bis gar nichts mit Black Metal zu tun hat, Du aber dieser und auch den Solowerken des Herrn Ihsahn etwas abgewinnen kannst.


s.o. ;-)
(eigentlich sogar mit noch höherer Priorität als MAYHEM...)

Jesus hat geschrieben:Bild
COBALT "Eater of Birds"


Ja, das hat auch was, scheint mir aufs erste Hören aber doch deutlich ausufernder zu sein?! Macht aber wirklich eine Menge her. Kannst du zu der Truppe vielleicht noch ein paar Worte mehr verlieren?

the seeker hat geschrieben:ich vermute in die ganz großen Klassiker wurde schon reingehört...?


In einige schon, aber ich kann mit dem BURZUM-Debüt bspw. im Moment nicht so ganz viel anfangen; das kommt aber sich bald mal in einer anderen Phase.

Das war's erst einmal; ich mache in den nächsten Tagen weiter.
Danke auf jeden Fall an alle, die den oder anderen Tipp haben liegen lassen! :)
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Re: Black Metal - Der Drachenhort!

Beitragvon trent » Sonntag 15. April 2012, 13:35

Wenn dir die "Stab Wounds" von Dark Fortress so gut gefällt bzw. du sie in guter Erinnerung hast, kann ich dir das Nachfolgealbum "Séance" ebenfalls ans Herz legen. Bei den Alben danach hatten sie dann einen anderen Sänger, die sind aber dennoch auch gut.
Nun auch auf Musiksammler: Trents Musiksammlung
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Re: Black Metal - Der Drachenhort!

Beitragvon Havoc » Sonntag 15. April 2012, 15:17

trent hat geschrieben:Wenn dir die "Stab Wounds" von Dark Fortress so gut gefällt bzw. du sie in guter Erinnerung hast, kann ich dir das Nachfolgealbum "Séance" ebenfalls ans Herz legen. Bei den Alben danach hatten sie dann einen anderen Sänger, die sind aber dennoch auch gut.


Ja. "Seance" ist stark. Mir gefallen aber auch die Nachfolger "Eidolon" (sehr Satyricon-mäßig) und "Ylem" sehr gut.
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Re: Black Metal - Der Drachenhort!

Beitragvon Rüdiger Stehle » Dienstag 17. April 2012, 00:15

Nachdem gerade die Radiowelle grassiert, möchte ich die Widmung dieses Themas gerne erweitern, um nicht noch ein weiteres Thema ähnlichen Inhalts zu eröffnen.

Der Thread soll und darf also gerne weiterhin zur Vorstellung toller Alben und zur Diskussion schwarzmetallischer Empfehlungen genutzt werden, soll aber auch die "Radio"-Funktion erfüllen, die es für Thrash, AOR und Doom ja in speziellen Threads gibt.

Ihr seid als herzlich eingeladen, hier auch einzelne Songs zu präsentieren, die im Idealfall nicht jeder schon kennt, die aber eurer Meinung nach das Genre perfekt oder zumindest sehr treffend repräsentieren.

Ich mache mal den Anfang mit zwei schwarzmetallischen Betthupferln der Extraklasse:

1.
DAWN (SWE) - 'Ginom Renande Lughier' - vom Album "Nær Sólen Gar Niþer For Evogher" (1994)
Bild
http://www.youtube.com/watch?v=ygHKz08TYz0
Für mich ein riesiges Album, das lange und zurecht sehr gesucht und begehrt war, weil die Necropolis-Erstauflage ruckzuck weg war. Schwedisch, klirrend und dunkel, ein bisschen naturromatisch in einer Art und Weise wie man das handhabte, als es noch nicht angesagt war.

2.
FESTER (NOR) - 'The Ancient Gods Wore Black' - vom Album "Winter Of Sin" (1992)
Bild
http://www.youtube.com/watch?v=3u2HKfpSCiY
Ein sehr ungewöhnliches Album für die frühe norwegische BM-Zeit. Sehr viel Heavy/Thrash im Riffing, und sehr außergewöhnlicher Gesang zwischen manischem Kreischen und finsterem Growl der Marke "frühe TIAMAT". Großartige Leads. Habe eben erfahren, dass es die Band wieder gibt und sie am 20.03.2012 ihr erstes Album seit 18 Jahren veröffentlicht hat.
(EDIT: Die neue Scheibe kommt erst am 05.04.2012)
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Re: Black Metal - Der Drachenhort!

Beitragvon Jhonny » Dienstag 17. April 2012, 09:19

beide Bands sagten mir bisher absolut gar nix...

DAWN aus Schweden haben erst mal eine tolle Stimme hinterm Mikro und einen recht simplen Sound. Das ist recht metallisch - also sehr gut :)
Das stampfende, manchmal auch leicht epische ist großes Kino.
Kann zwar nicht verstehen, warum das neu auf Amazon 100 € kostet, aber dass das gesucht wurde, ist nachvollziehbar.

FESTER sagen mir natürlich auch nix. Die Geigen sind schon mal sehr unerwartet für 1992. Der Gesang ist krank - die ganzen frühen TIAMAT kenne ich ja bisher nicht, insgesamt hat das aber schon ne recht thrashige Note. Abgesehen vom Gesang her würde ich das nur bedingt als Black Metal einstufen... wenn, dann in einem Atemzug mit Bands wie DESASTER. Insgesamt nicht so mitreißend wie DAWN.
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