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EnslavedRe: EnslavedOh ja, fantastisches Cover, das gefällt mir ebenfalls wirklich gut. Ist der neue Song ähnlich dazu?
Re: Enslaved
Da das ganze Album wirklich super ist, brauche ich gar nicht zu fragen, welcher denn der "neue" Song sein mag. Also 'Urjotun' ist definitiv ein Ausreißer, was das Feeling angeht. Nicht aber die Qualität.
Re: Enslaved
Mein Verzicht auf das Doppelzitat und der ungünstige Seitenumbruch haben meine Frage scheinbar etwas aus dem Zusammenhang gerissen, aber ich bezog mich auf diesen "tanzbaren Song" und "What Else Is There" vom letzten Album.
Re: EnslavedFreue mich auch sehr auf das neue Album...ziemlich kompakt das Ding.
1. Fires in the Dark 05:59 2. Jettegryta 04:56 3. Sequence 06:39 4. Homebound 05:26 5. Utgardr 01:51 6. Urjotun 04:21 7. Flight of Thought and Memory 06:22 8. Storms of Utgard 04:38 9. Distant Seasons 04:31 Gesamtspielzeit: 44:43
Re: EnslavedDas neue Album „Utgard“ hat nun schon etliche Runden hinter sich, und ich muss schon sagen, dass mich das Gehörte zunehmend in Verzückung setzt. Es handelt sich hier wohl um einen echten Grower. Die ersten paar Durchläufe haben mich nämlich nicht gleich so sehr in Euphorie versetzt wie das normalerweise der Fall ist. Selbst das aus meiner Sicht immer noch etwas „extravagante“ Vorgängeralbum „E“ war da zumindest zu Beginn zündender. Aber so nach und nach kommt das gute Stück mehr als nur aus dem sogenannten Quark. Allen voran wirkt das Dargebotene sehr aufgeweckt und mutig. Die beiden neuen Herren in der Band scheinen hier und da wirklich noch etwas zusätzlichen frischen Wind beigesteuert zu haben (Nicht, dass die Luft bisher stickig gewesen wäre!). Die Bandbreite ist wirklich groß. Nicht nur zwischen sondern auch in den Songs. Bereits die ersten drei Stücke sind sowohl typisch Enslaved und dennoch alles andere als bereits dagewesen. Das erste richtige Highlight ist dann „Homebound“. Vor allem die klaren Vocals im zweiten Teil des auch kompositorisch genialen Songs sind sehr emotional vorgetragen. Vielleicht die beste Stelle auf dem gesamten Album. Der darauf folgende Abstieg („Utgardr“) in die Unterweltdisco namens „Urjotun“ hat dann aber auch was für sich. Das Stück ist völlig abgefahren und klingt erst mal nicht so, als könnte es von alten Black/Viking Metal Heroen geschrieben und dargeboten worden sein. Und dennoch machen gerade solche Ausflüge in eigentlich kaum denkbare Gefilde das Album so toll. Danach geht es ja dann auch wieder deutlich gesitteter zu. Die letzten drei Songs sind wieder etwas üblicher als Enslaved-Musik zu identifizieren. Und dennoch ist auch hier für mich das finale „Distant Seasons“ ein Höhepunkt. Hier lässt man am Ende doch tatsächlich Kindergesang in den Chor einstimmen. Das ist richtig toll. Erwähnt werden sollte noch das sehr gekonnte Drumming des neuen Mannes an den Kesseln und der absolut famose Klang der Drums sowie des gesamten Albums. Ein kurzes (44 min) aber dafür umso gewürzteres Album liegt uns hier also vor. Eine gereifte mutige und offene Band, die alles machen könnte, den Bogen aber zum Glück nur so weit spannt, dass er eben nicht überdehnt wird. Große Kunst! Und dennoch ist das für mich nun kein Album wo man jetzt die Superlativen raushauen müsste. Dafür ist die Historie der Band einfach auch zu überlebensgroß. Das hier ist mitnichten das beste Album der Band, aber eines das glücklich macht und auf weitere Großtaten anderer Art hoffen lässt.
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Re: EnslavedMeine ganz spezielle Entfremdung von ENSLAVED geht mit "Utgard" irgendwie in eine weitere Runde, ohne dass ich das will. Vielleicht kann ich das Blatt wenden, denn ich liebe ENSLAVED. Immer schon, und immer noch. Aber ich komme trotzdem nicht mehr so ran an die Band, wie ich gerne möchte. Dabei bin ich ja an sich immer jemand, der stilistische Entwicklungen "seiner" Bands spannend findet und gerne mitverfolgt, aber zwischen ENSLAVED und mir ist seit "Mardraum" eine gewisse Sprachlosigkeit entstanden. Eine Sprachlosigkeit voller Bewunderung allerdings, und auch eine zugeneigte Sprachlosigkeit. Es fällt mir echt schwer, dafür die richtigen Worte zu finden. Auch bei "Utgard" sollte an sich wieder alles passen. Das Artwork ist phänomenal (ist ja mein Avatar-Tier höchstselbst mit drauf), und der Einstieg mit dem Ginnungagap-Schöpfungs-Mythos um Ymirs Leib ist exzellent gewählt, um mich zu umgarnen. Bei aller musikalischer Wandelbarkeit und Entwicklung ist letztlich ENSLAVED zumindest hier immer ENSLAVED treu geblieben, in der Art und Weise, die altnordische Überlieferung würdevoll und emotional packend in ihr Schaffen einzuflechten, ohne dass es kitschig, idealisierend oder albern zu werden droht. Die Örebro-Produktion von Bogren/Lindgren ist der Hammer: transparent bis transzendent, schwebend bis ätherisch, spacey, differenziert und doch heavy. Die Leadgitarren und Soli sind wieder und wieder traumhaft. Die Mischung von progrockigen Vibes und harter, harscher Stahlkunst bei "Homebound" ist irre gut; auch bei 'Urjotunn' geht die Post herrlich ab, Cyber Punk meets Hawkwind. Das geht dann auch so weiter; im Prinzip liefert die Band mal wieder eine rundum grandiose Scheibe ab, wie sie es nahezu immer tut, und doch ist da bei mir immer wieder eine recht kühle Distanz, die am Ende dazu führt, dass ich die Scheibe doch nicht so recht verinnerliche. Die letzte Enslaved, die ich wirklich nicht nur beim Hören absolut genieße, sondern auch in Herz und Hirn mittrage, wenn sie nicht läuft, ist nach wie vor die "Blodhemn". Interessanterweise ist genau das bei HELHEIM nicht passiert, mit einer ja nicht gänzlich unähnlichen musikalischen Vita... Wow, 'Flight Of Thought And Memory' ist ja durchaus megageil. Gut, es geht um Hugin und Munin, das muss ja geil sein, aber das ist eine herrliche Abfahrt. Schnell, auch ein wenig Raserei. Nicht wie früher, nein, aber immerhin Raserei. Raserei muss bei ENSLAVED schon dabei sein. Grutle macht bei dem Song einen Hammerjob, die Klampfen auch... Okay... ihr seid gerade live Zeugen, dass meine distanzierte, respektvolle Affektion vielleicht doch noch mal in eine etwas heißere Amour mit ENSLAVED übergeht.
Und okay, ich geb's ja zu, "Sprachlosigkeit" war vielleicht doch nicht so ganz der treffende Ausdruck. alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet. Háv. 38
Re: EnslavedMeine erste Enslaved die ich bei VÖ gekauft habe war ja die 2008er "Vertebrae". Und seit dem hat mich tatsächlich die "Utgard" von allen erschienenen Alben nach den ersten Durchläufen am wenigsten begeistert. Wie ich schon beschrieben habe ist sie jetzt doch enorm gewachsen. Aber das Album verwirrt mich tatsächlich immer noch ein wenig. Komischerweise hat mich in dieser Woche dann der Vorgänger "E" noch mal ziemlich erwischt...so sehr, dass ich dem Moment dachte, dass das doch eigentlich sehr viel geiler als "Utgard" ist. Aber ich bin mir nicht sicher. Kann sein, dass das schon beim nächsten Durchgang nicht mehr stimmt. Wie gesagt. So richtig weiß ich immer noch nicht was ich von "Utgard" halten soll. "Homebound" ist sehr stark, "Urjotun" sehr cool und ich mag besonders "Distant Seasons". Aber der Rest flasht mich noch nicht so komplett. Mhh. Bin grad selbst gespannt, wo das Album am Ende des Jahres in meinem Poll landet.
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Re: EnslavedIch hoffe sehr, dass ich Enslaved mal wieder in die Top-20 hieven kann. Würde ich mir wirklich wünschen, aber die Konkurrenz ist auch dieses Jahr wieder mächtig. Aber mit so einem Übersong wie 'Homebound', der eben wieder läuft, sollte das echt möglich sein.
Meine erste bei VÖ gekaufte Enslaved war tatsächlich die "Vikingligr Veldi"; und seither dann (natürlich) jede. Die "Hordanes Land" hab ich zwar vorher (vor der VV) gehabt, aber erst einige Monate nach VÖ, und da war Enslaved eher der Beifang und der Kaufgrund der Emperor-Teil der Split-CD. Hat dann aber beides gleichermaßen begeistert. Besonders geprägt hat mich dann die "Frost", denn auf der "Winter War Tour 1995" hab ich die Herren dann zusammen mit Marduk erstmals live in 'ner Jugendclub-Kneipe auf der schwäbischen Alb gesehen, und das saß mal richtig mächtig. Da gab's das einzige Split-Longsleeve, das ich in meinem Leben gesehen habe: Auf einem Ärmel MARDUK-Logos, auf dem anderen Ärmel ENSLAVED-Logos. Hab ich noch. Bin ich ein bisschen stolz drauf. ![]() "Eld" und "Blodhemn" waren dann ebenfalls noch absolute Volltreffer, aber zwischen "Blodhemn" und "Mardraum" ist dann etwas passiert, was mich irgendwie auf dem falschen Fuß erwischt hat. Wie schon gesagt, ich hab die Band immer verehrt und tue das auch jetzt noch, aber irgendwie wurde mit "Mardraum" alles an Enslaved irgendwie abstrakter, metaphorischer, transzendentaler? Kann man es so nennen? Davor gab's noch Met von Gunnlöd, eine Schlacht am Hafrsfjord und wenn's nicht zu vermeiden war, schwor man Blutrache... Das war konkret. Das war aufs Maul. Das war was fürs Herz. Danach stieg es ganz vehement ins Hirn, mit Runenmagie, Orakeln, Metaphorik und all dem Kram. alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet. Háv. 38
Re: Enslaved
Die fehlen mir ja einzig beide noch. Mir ist es langsam ein Rätsel, wieso die "Vikingligr Veldi" nicht mal neu aufgelegt wird.
Das kann ich schon nachvollziehen. Ab "Mardraum" wurde die Band schon ein wenig mutiger, experimenteller, abgespaceter und das was zu geschrieben hast. Wobei "Mardraum" noch ein knüppelhartes Album ist. Das in Kombination mit der sperrigeren Art macht es vielleicht sogar zum anstrengendsten und schwierigsten Album überhaupt. "Monumension" geht den Weg dann weiter bevor es mit "Below The Lights" etwas zugänglicher aber auch anders zugeht. Ein tolles Album. Die Enslaved die wir heute kennen und lieben sind aber in der Art eigentlich so richtig erstmals auf dem 2004er "Isa" zu hören. Das Dreiergespann mit "Ruun" und "Vertebrae" wird für mich dann wohl auch auf ewig die Definition von Enslaved sein. Wobei das was danach kam auch so dermaßen toll ist. Die "Utgard" ist schon stark...aber bisher würde ich wohl keines der vier Vorgänger dafür hergeben wollen. ![]()
Re: EnslavedWas solls…hier noch Track by Track mit Benotung um die Sache abzurunden.
1. Fires in the Dark 05:59 Teils hart, teils sphärisch…eigentlich ein recht typischer Song neuerer Enslaved Machart. Auf jeden Fall ein starker Opener…bereits hier fällt einem der überragende Drumsound auf…8,5. 2. Jettegryta 04:56 Hier geht es dann etwas stampfender und dann auch rasender weiter. Vielleicht der härteste Song des Albums. Doch dann auf einmal ein sehr überraschender Break. Einer der fast zu krass ist und nicht so ganz natürlich wirkt. Bin mir nicht sicher ob das nun cool oder zu gewollt ist. Einer der Sequenzen, bei denen man sich etwas unsicher ist bezüglich der Qualität des Albums…8,5. 3. Sequence 06:39 Relativ poppiger rockiger Beginn. Klargesang und dann doch auch wieder Grutle. Der Song erinnert dann mal direkt an „Vertebrae-Zeiten“. Und das ist natürlich mein Ding. Schöner sphärischer Song. Genau so hat man Enslaved eigentlich nach dem ebenfalls eher sphärischen „E“ erwartet…macht definitiv Laune und lässt schwelgen…9,0. 4. Homebound 05:26 Es bleibt rockig, das Tempo wird aber etwas angezogen und durch Grutle kommt auch ordentlich Härte rein. Dann eine sehr schöne Melodie und einsetzender Klargesang. Dann wieder etwas Druck…tolle Drums…geile Gitarren…und wieder dieser hochemotionale Klargesang. Meine Fresse…schon jetzt alles überragend…und dann kommt ab 3:44 die beste Stelle auf dem gesamten Album. Was ist das ein geiler Song. Das gehört wohl wirklich zur Speerspitze der Diskographie. Wow!...10,0. 5. Utgardr 01:51 Was soll auf dieses Meisterstück noch folgen? Erst mal ein mit sphärischen Tönen unterlegter Sprecher…bereitet nur den Abstieg in die Enslaved-Disco vor… 6. Urjotun 04:21 Auf diesen Song freue ich mich bei jedem Durchlauf, ist es doch einer der gewagtesten und ungewöhnlichsten Stücke der Bandhistorie. Black Metal Ultras steigen spätestens hier aus, wenn sie es nicht schon nach „Blodhemn“ getan haben. Die Drums zu Beginn sind einfach geil. Und das Stück bleibt ja auch nicht nur in diesem Disco-Beat. Das ist schon geil gemacht und aus meiner Sicht der Nachbote des Coversongs vom letzten Album. Ich glaube die Band wollte einfach auch mal einen ähnlichen Song machen. Ein Popsong mit Enslaved Wurzeln halt…9,0 7. Flight of Thought and Memory 06:22 Jetzt wird es wieder deutlich klassischer. Enslaved in Reinkultur. Erst recht schnell und dann schön melodisch. Klargesang. Grutle-Geschrei. Alles dabei. Ein ziemlich typisches aber dennoch richtig starkes Stück. Vor allem weil dann auf einmal auch ein Part kommt der recht heavy ist. Geil…die Gitarren kommen noch mal richtig zur Geltung. Das fetzt! Und dann auf einmal auch noch etwas schwelgerisch und abgefahren. In dem Song steckt irgendwie alles drin. Definitiv auch ein Highlight der Scheibe…9,5. 8. Storms Of Utgard 04:38 Das ist dann wohl der Titelsong. Wieder erst eher sphärisch bevor das Tempo angezogen wird und Grutle das Mikro an den Anschlag bringen darf. Dann wird es proggiger und wieder sphärisch. Auch sehr stark…9,0. 9. Distant Seasons 04:31 Bereits nach fünf Sekunden denkt man, dass das bestimmt ein sehr guter Ausklangssong werden wird. Und so ist es. Beginnt ruhig…wird dann etwas fordernder. Und dann der Klargesang…mit später einsetzendem Kinderchor. Das ist so toll und wunderbar und hat man so von den Nordmännern wohl auch noch nicht gehört. Ganz toll!...9,5. Also...dieser Durchgang war echt mal wieder der Bringer…was für ein tolles Album…ein echter Grower. Trefft euer Fazit nicht zu früh!!!
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