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von Havoc » Sonntag 31. Januar 2021, 23:11
Platz 10Mardraum (Beyond The Within) (VÖ: Oktober 2000, Spielzeit: ca. 58 min) Das Album wird mal ganz geschmeidig mit einem psychedelisch anmutenden kalten sperrigen Zehnminüter eingeleutet. Aber was ist das eigentlich für ein geiler Song. Da ist so viel drin. Neben dem eher schwelgerischen Anfangsteil, Grutle´s sehr fiesen Vocals und auch Raserei dann sogar ein kurzes „Ugh“ ala Tom Warrior. Und dann noch Spoken Words. Krasses Stück Musik! Nach diesem Vorschlaghammer von einem Song geht es dann etwas „einfacher“ weiter. Wobei wirklich einfach eigentlich nix auf dem Album ist. Gerade auch der Sound klingt extrem kalt und metallisch. Schon noch ein wenig so wie auf dem Vorgänger „Blodhemn“. Aber „Mardraum“ geht noch viel weiter. Es ist das erste Album, auf dem die Norweger so richtig erkannt haben, was eigentlich in ihnen steckt und wo die Reise hingehen kann. Hier ist alles etwas proggiger, psychedelischer und sperriger. Ich denke man kann „Mardraum“ durchaus als ihr schwierigstes Album überhaupt bezeichnen. Dieses Ding wird ganz sicher nicht mehr zu Schwiergermutters Liebling. Und immer wieder diese genialen Übergänge in den Songs. Auch „Entrance“ beginnt eher wie ein Pink Floyd Song, aber dann setzen diese geil produzierten Drums ein. Lange Zeit war dieses Album gar nicht so extrem hoch bei mir im Kurs, aber in der letzten Zeit hat es sich enorm nach vorne gearbeitet. Tolles faszinierendes extremes Werk! Für eine noch höhere Platzierung allerdings schon fast eine Spur zu krass! Das kann man sicher nicht jeden Tag hören. Vor allem auch weil das Album zum Ende hin immer weniger melodisch wird und fast schon wieder in puren Blodhemn-Gewässern schippert. Platz 10 fühlt sich hier eigentlich auch viel zu schlecht an, aber die neueren Werke haben bei mir halt schon einen hohen Stellenwert. Von daher muss das Album leider schon jetzt an die Reihe kommen.
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von Feamorn » Sonntag 31. Januar 2021, 23:16
Rüdiger Stehle hat geschrieben:Feamorn hat geschrieben:Ich find's auch immer komisch, bei Bands, bei denen man eigentlich alles irgendwie mag eine Liste machen zu müssen. Ich meine, wer stellt gerne ein Album, das er mag auf den letzten Platz *irgend*einer Liste? 
Das sehe ich genauso wie du, aber würde ich diesem komischen Gefühl nachgeben, dann hätte ich noch nie eine Liste von einer "meiner" Bands abgeben können. Bei Helloween habe ich vorgeschlagen, eine kreisförmige Liste einzureichen. 
Havoc hat geschrieben:Feamorn hat geschrieben:Ich find's auch immer komisch, bei Bands, bei denen man eigentlich alles irgendwie mag eine Liste machen zu müssen. Ich meine, wer stellt gerne ein Album, das er mag auf den letzten Platz *irgend*einer Liste? 
Habe mich ja auch anfangs etwas dagegen "gewehrt", da ich tatsächlich alle sehr mag. Und bei Enslaved finde ich das wirklich extrem schwierig. Aber es gibt schon Präferenzen und Nuancen, warum ein Album dann vor dem anderen ist. Ich muss natürlich gar nix. Aber gerade standen die Sterne irgendwie günstig dafür.
Nur um sicher zu gehen: Das war keinesfalls als Argument gegen solche Unternehmungen gemeint, nur als Ausdruck des stets vorhandenen Missmuts ob des (selbstauferlegten) Zwangs sich entscheiden zu "müssen".  Ich mag ja Listen auch gerne! 
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von Havoc » Sonntag 31. Januar 2021, 23:40
Feamorn hat geschrieben:Nur um sicher zu gehen: Das war keinesfalls als Argument gegen solche Unternehmungen gemeint, nur als Ausdruck des stets vorhandenen Missmuts ob des (selbstauferlegten) Zwangs sich entscheiden zu "müssen".  Ich mag ja Listen auch gerne! 
Alles gut. Ich tue mich inzwischen auch immer schwieriger mit solchen Listen oder auch Bewertungen. Halt auch weil das schon beim nächsten Durchlauf anders aussehen könnte. Aber es macht halt trotzdem Spaß. Und es liegt halt wohl in den Genen der meisten Metaller, Alben gegeneinander abzuwägen. Das versteht sicher auch nicht jeder. Gehört wohl zum Hobby dazu.  Weiß aber nicht, ob ich das sobald bei einer weiteren Band machen werde. Bei Enslaved war es jetzt aber mal an der Zeit, da ich endlich das Debüt habe, gerade in einer Enslaved-Euphorie bin und zudem noch passend diese Mini-Serie läuft. Also wenn, dann jetzt! 
Zuletzt geändert von Havoc am Sonntag 31. Januar 2021, 23:41, insgesamt 1-mal geändert.
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von Pillamyd » Sonntag 31. Januar 2021, 23:41
Havoc hat geschrieben:Platz 14Blodhemn (VÖ: Juni 1998, Spielzeit: ca. 40 min) Album Numero 4 hat aus den vermeintlichen Fehlern des Vorgängers „Eld“ gelernt, fällt deutlich fokussierter aus und ist mit knapp unter 40 Minuten sogar das kürzeste Werk der Norweger überhaupt. Weiterhin klingt das Album deutlich kälter, härter, brachialer und sperriger. Man könnte sagen, dass es wieder ein kleinwenig mehr zum Sound der ersten Werke zurückgeht, aber dennoch auch nach vorne schaut. Wir alle wissen, was dann beim nächsten Album folgen sollte. Dennoch geht es mir auch hier ein wenig wie bei „Eld“. Echte Hammersongs sind nicht so richtig auszumachen. Am ehesten bleibt vielleicht noch der anfangs ganz schön galoppierend rasende Titeltrack hängen. Aber insgesamt ist das schon ein ziemlich heftiges Gewitter, das hier aufgefahren wird. Es hat zwar hier nur für den vorletzten Platz gereicht, aber ich muss zugeben, dass das Album im Zuge meines seit Wochen anhaltenden Enslaved-Wahns doch immens hinzugewonnen hat. Das ist schon guter Stoff. Auch das Coverartwork mit dem leicht versteckten Totenkopf ist schön anzusehen. Interessant übrigens auch, dass die Band knallhart ihr Ding durchzieht, wo andere Bands wie Dimmu und Cradle zu der Zeit gerade durch die Decke gingen. Aber ich glaube Enslaved können gar nicht anders, als einfach ihr Ding durchzuziehen.
Einen habe ich noch. Blodhemn: Nachdem doch etwas anderem „Eld“, kommt die Band hier mit einer ordentlichen Kampfansage ums Eck. Das stimmt schon. Das Album ist um einiges direkter als der Vorgänger. Greift für mich, wie du erwähnt hattest, aber auch wunderbar die Frühphase der ersten zwei Alben wieder auf. Auch kann ich zustimmend nicken, wenn du sagst die Band schaue nach vorne. Das ist mit Sicherheit einer der Stärken der Band. Trotzdem hält sich das hier meiner Meinung nach in Grenzen. Gerade bei „Blodhemn“ spüre ich das schwarze im Metal mit am Meisten. Und Hammersongs hat das Album durchaus. Man nehme „Nidingsalakt“. Der Song ist so ein starker Nackenbrecher. Mein Song des Albums. Welche Richtung die Band in Zukunft einschlägt, zeigt zum Beispiel der Song „Ansuz Astral“ ganz gut. Wie gesagt ich höre das Album sehr gerne, eben weil mir die Direktheit so unfassbar gut mundet und mit das stärkste und reinste Werk der Band ist. Das was die Band verkörperte und ausstrahlte liegt hier sehr konzentriert und zugleich ausgewogen vor. Mein Ranking: 04. Eld 06. Blodhemn
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von Rüdiger Stehle » Sonntag 31. Januar 2021, 23:43
Es gibt der Befassung mit einer Band Struktur und intensiviert die gedankliche Auseinandersetzung damit. Deshalb finde ich auch die Diskographie-Checks, die wir ja hier jetzt angefangen haben, so spannend. Für uns als Schreiber, als Team, und natürlich hoffentlich auch für die Leser, aber das Feedback ist soweit ganz cool.  Die Reihung ist natürlich nie in Stein gemeißelt, aber allein das vergleichende Hören offenbart viel über die Bands und ihre Entwickling, und auch über den eigenen Geschmack und jenen der Kollegen.
alias Hugin der Rabe. Ravnen fra steinfjellet. Háv. 38
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von Pillamyd » Sonntag 31. Januar 2021, 23:46
Und nicht zu vergessen: Das Forum lebt davon und das finde ich sehr toll 
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von Pillamyd » Montag 1. Februar 2021, 12:25
Havoc hat geschrieben:Platz 13Monumension (VÖ: November 2001, Spielzeit: ca. 60 min) Es gibt denke ich sicherlich Freunde der Band, die dieses Werk ganz weit oben ansiedeln. Das kann ich sogar verstehen. So richtig hat dieses Album aber komischerweise nie meinen Nerv getroffen. Ich halte es bis heute wohl für das seltsamste Album der gesamten Diskografie der Norweger. Der Vorgänger war ja das erste Album, welches in eine deutlich andere Kerbe schlug und den Weg in eine andere Zukunft aufwies. Ich denke mit diesem Nachfolger wollte man dann vielleicht auch einfach etwas zu viel. Auch wenn es schon wie ein logischer Nachfolger klingt. Es ist keineswegs eine Kopie, sondern eher der schwächere kleine verrückte Stiefbruder von „Mardraum“. Es ist ähnlich wie mit „Eld“. Das ist nicht so richtig Fisch noch Fleisch. Alles wirkt ein wenig zu gewollt und etwas zerfahren. Es sind zwar durchaus auch richtig tolle Momente auf dem Album, aber es mag mich einfach nie so vollends und durchgängig packen. Weiterhin klingt kein Album der Band so „wie auf Drogen“ (wobei ich da nix unterstellen möchte) wie „Monumension“. Auch das Cover spiegelt das irgendwo wider. Das klingt jetzt irgendwie alles viel negativer als es eigentlich ist. Ich mag auch dieses Album, aber halt nicht so sehr wie die meisten anderen. Um vielleicht noch etwas Positives zum Schluss zu sagen…das finale „Self-Zero“ hat was, ist aber ebenfalls sowohl erdig wie auch abgespaced und somit dann doch auch wieder typisch Enslaved. Ein komisches aber durchaus bemerkenswertes Album.
Monumension: Mit deinem ersten Satz sprichst du genau mich an. Ich habe es ja schon öfters erwähnt. Ein Album mit dem ich absolut kein Problem gehabt habe. Ganz im Gegenteil. Mir sind direkt beim Hören Teile der Songs hängengeblieben, die mir das Album echt zu einem locker leichten Hörgenuss gemacht haben. Da wären genau zwei Songs bei denen das passiert ist: Einmal beim Song „Visions: Sphere Of The Elements: A Monumension Part II“ und der Song „The Sleep: Floating Diversity – A Monumension Part III“. Ersterer ist so verdammt rockig und vom klassischen Heavy Metal beeinflusst wie sonst keiner. Der Übergang in den mittleren Part strotzt nur so vor Chaos bevor er dann wieder in geraden Linien übergeht und zum Schluss einen Stoner Groove aufsetzt, der jenseits von Gut und Böse ist. Zweiter genannter Song geht in seinen 8 Minuten in so sphärischen Tiefen. Die Verzweiflung ist förmlich zu spüren und die Atmosphäre Meterdick. Für mich eines der besten Alben der Band. Ich muss mich auch etwas selber zitieren bei diesem Album, indem ich sage, dass das Album total unverbraucht klingt, vor Ideen strotzt und somit auch etwas Neues im Sound der Band darstellt. Die Band hat eine weiter Nuance ihren Trademarks hinzugefügt. Mein Ranking: 3. Monumension 4. Eld 6. Blodhemn
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von Nils Macher » Montag 1. Februar 2021, 12:37
Wenn ich den Thread so sehe, überkommt mich der starke Wunsch, ENSLAVED endlich vollständig zu haben. Eure Beiträge lese ich sehr gerne und sobald es die Zeit zulässt, möchte ich mich da durch die Diskografie am Stück durchhören. Beide Daumen nach oben für die ausgiebige Auseinandersetzung mit einer Band, das ist wesentlich spannender als lauter Einzeiler!
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von Drumtier » Montag 1. Februar 2021, 20:30
Da kann ich mich nur anschließen Lese ich ebenfalls sehr gerne und bin auch gespannt, was Nils und andere dazu sagen. Ich selbst bin zwar ab der Axioma Ethica Odini komplett, habe davor aber nur die Isa. Ich nehme das jetzt als Anlass, mir ein, zwei Rosinen aus dem Frühwerk rauszupicken. Eine Komplettierung habe ich noch nicht vor, nach allem, was ich von der Isa kenne, glaube ich, dass das MIttelwerk mich nicht ganz so abholt.
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von Havoc » Dienstag 2. Februar 2021, 22:33
Pillamyd hat geschrieben:Monumension: Mit deinem ersten Satz sprichst du genau mich an. Ich habe es ja schon öfters erwähnt. Ein Album mit dem ich absolut kein Problem gehabt habe. Ganz im Gegenteil. Mir sind direkt beim Hören Teile der Songs hängengeblieben, die mir das Album echt zu einem locker leichten Hörgenuss gemacht haben. Für mich eines der besten Alben der Band.
Dachte ich mir fast schon, da du "Monumension" letztens schon mal positiv erwähnt hattest. Und ich kann das voll und ganz nachvollziehen, da es ein starkes und eigenwilliges Album ist. Nur habe ich dann halt doch ein wenig mehr "Probleme" damit als du oder als mit anderen Alben. Man kann bei Musik nicht immer alles logisch erklären. Es ist einfach ein Album, welches sich bei mir immer etwas schwerer getan hat als einige andere. Warum auch immer.  Bin mal gespannt, wo du "Mardraum" ansiedelst.
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