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EnslavedRe: EnslavedIch würde zum Einstieg ganz vorne oder ganz hinten anfangen. Also gerade wenn man etwas Zeit mitbringt, lohnt sich die historische Entwicklung schon. Gibt aber genau so viele Argumente für einen anderen Einstieg, da Eike ja kein Problem mit sperriger Musik hat.
Re: Enslaved
Bei solchen Entdeckungsreisen gehe ich fast immer von Neu nach Alt vor.
Re: EnslavedBei mir ist es tendenziell eher umgekehrt.
![]() alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet. Háv. 38
Re: EnslavedIch habe unbewusst bei einigen Bands irgendwo in der Mitte angefangen und mich dann sowohl nach vorn als auch nach hinten gearbeitet. Ansonsten aber auch eher von Neu nach Alt
Im Auge des Feindes sehe ich nur mich selbst - Fyrt Byrask
Grundsätzlich ist Mettwurst wie Paprika, nur in einem anderen Härtegrad.
Re: Enslaved
Bei mir wird es aus diversen Gründen auch dieses Wochenende nix. Ich peile aber stark das Nächste an. ![]()
Re: EnslavedENSLAVED – Heimdal (Song by Song)
1 Behind The Mirror Der Beginn mit den nordischen Hornklängen von quasi Wardruna gefällt mir richtig gut. Allerdings ist dieser auch etwas nah an dem aus meiner Sicht noch besseren Opening des „E“-Albums. Danach geht es ziemlich klassisch weiter. Bei dem Song denkt man erst mal eher an die mittlere Phase von Enslaved, bevor es dann doch auch noch etwas sphärischer wird. Auch an ein Album wie „Riitiir“ denkt man hier. Aus meiner Sicht nicht unbedingt ein Highlight, aber ein durchaus starker Opener. (8,5) 2 Congelia Es geht sphärisch weiter. Dieser Song ist nicht direkt spektakulär, aber er reißt trotzdem mit. Allerdings eher in einer recht gleichförmigen hypnotisierenden Art und Weise. Ein wenig schießt mir hier sogar das Album „Filosofem“ von Burzum in den Kopf. Und das, obwohl ich das Ding seit mehreren Jahren nicht mehr gehört habe. Und leider habe ich es auch nicht mehr in meinem Besitz. Aber das ist eine andere Geschichte. Dieser Song schwankte etwas in meinen Durchgängen. Aber er hat sich mittlerweile doch auf der positiven Seite eingependelt. Ich mag den Umbruch in der Mitte, wo etwas mehr Punch reingebracht wird. Stark! Schon ein cooler schwelgerischer neuer Song, nach dem eher kompakteren „Utgard“. Die acht Minuten vergehen wie im Flug… (9,0) 3 Forest Dweller Danach geht der Schwenk wieder mehr in Richtung Song Nr. 1 zurück. Vielleicht nicht ganz so typisch, aber dennoch Enslaved durch und durch. Das hier könnte der beste Anspieltipp für Leute sein, die mal wissen wollen wie die Band so klingt. Schöner Klargesang…und dann natürlich doch der Übergang ins Harsche mit Grutle, welcher absolut unabkömmlich für die Band ist. Stimmen die anderes behaupten sollen verflucht noch mal andere Bands anhören. Enslaved darf es einfach nie ohne Herrn Kjellsons Geknurre geben! Schöne Melodien, tolles Songwriting. Ja. Sehr gut. (9,0) 4 Kingdom Der Beginn geht schon eher in die komplexere anspruchsvolle Ecke, bevor erstmal wieder Klargesänge einsetzen. Aber auch hier dauert es nicht lange, bis Grutle ran darf. Weiterhin wird es hier ein wenig poppiger. Geht schön ab der Song. Man muss kurz ein wenig an „Urjotun“ vom Vorgänger denken, auch wenn es da noch weitaus mehr auf die Spitze getrieben wurde. Bei diesem Song hier kommt man nun nicht in die Versuchung eine nordische Discokugel an die Decke zu hängen. Schon eine besondere Geschichte das Teil. Nicht zwingend direkt ein Highlight…und dennoch hat der Song auch etwas Besonderes an sich. Einige Wendungen, ohne dass es echte Wendungen sind. Sehr cool gemacht. Es mag etwas langweilig sein, aber ich vergebe wieder dieselbe Punktzahl. (9,0) 5 The Eternal Sea Schöner, mal etwas ruhigerer instrumentaler Beginn, der sich dann langsam steigert. Quasi eine kurze Verschnaufpause nach dem etwas unruhigeren schnelleren Vorgängersong. Und auch hier wieder erstmal Klargesang. Es geht auch erstmal etwas ruhiger und gleichförmiger weiter, aber das ist trotzdem irgendwie…schön. So langsam fragt man sich dann, ob der gute Grutle denn wohl dieses Mal komplett außen vor gelassen wird. Die Antwort lautet…Nein! Auch dieser Song zieht am Ende an und wird härtnerisch vokalistisch veredelt. Dann noch eine Wendung. Hui! Wieder eine feine Angelegenheit, welche mich wieder ein wenig mehr an das Album „E“ erinnert. Spannender schöner Song. (9,0) 6 Caravans To The Outer Worlds Der basslastige Beginn ist ja mal richtig geil. Und dann geht es richtig ab. Wir haben es hier wohl mit dem härtesten Song des gesamten Albums zu tun. Teils wird es richtig wirr. Kein Wunder, dass Bandchef Ivar den Song für einen der am schwierigsten zu spielenden überhaupt hält. Komischerweise fand ich diesen Song auf der beigelegten tollen Blu-Ray von allen von am schwächsten. Hier stand er ja in Konkurrenz zu anderen Alben der Band. Auch deswegen war ich etwas hin- und her gerissen. Aber mittlerweile hat er sich wirklich verfestigt in meinen Gehörgängen. Vielleicht ist er sogar ein Highlight des Albums. Aber auch hier traue ich mich nicht mehr oder weniger Punkte zu geben als für die anderen Songs. Wobei auch gerade das Ende auch wieder toll ist…mit der Rückkehr zum Bass. Durchaus ein kleiner Wow-Moment. Auch der Klargesang ist hier wieder toll eingesetzt. (9,0) 7 Gangandi Der Bonussong des Digis…ach komm. Hör mir auf!! Das ist kein Bonussong! Der Song zieht gleich schön das Tempo an. Grutle darf zu Beginn mal mit seiner tiefen Stimme klar singen. Das mag ich total. Dann bekommen wir ein orientalisch angehauchtes Instrument zu hören. Eher untypisch und daher besonders geil. Das haben wir glaube ich im Enslaved-Kosmos so noch nicht gehört. Die „Melodylines“ (falls man das so nennt) sind auch total toll. Und dann wieder Cleargrutle mit Gitarren im Hintergrund, bevor es wieder richtig abgeht. Yeeehhhh! Die widerkehrenden Muster haben ähnlich wie z.B. bei „Congelia“ eine Art Trance-Wirkung. Bonus hin oder her…das ist aus meiner Sicht ein echtes absolut unverzichtbares Highlight. Eines Frechheit, das Ding auf irgendeiner Version des Albums wegzulassen. Zumal er dann auch noch nahtlos ins Finale übergeht. Yes…die 9er Mauer ist durchbrochen. Freue mich jedes Mal besonders auf diesen Song. (9,5) 8 Heimdal Nun kommen wir am Ende noch zum Titeltrack, welcher zum Glück keineswegs enttäuscht. Zum Glück. Ich hasse es, wenn der Titeltrack eines Albums mit zu den schwächsten Songs eines Albums gehört. Der Beginn mit dem plötzlich einsetzenden Gebrüll von Grutle ist schon mal richtig geil. Es geht dann eher im Midtempo weiter. Dann der total abgebremste Mittelteil mit wirren Stimmen aus der Unterwelt. Man denkt ein wenig, wie auch an manch anderen Stellen auf dem Album an „Monumension“. Damit sind die letzten gut drei Minuten eingeläutet. Es wird noch mal richtig rockig und auch richtig abwechslungsreich mit einsetzendem Klargesang. Das Finale ist sehr passend und auf jeden Fall mit einer der tollsten Stellen auf dem ganzen Album. So muss das sein. Furioso deluxe! (9,5) Fazit: Nicht umsonst habe ich mir relativ viel Zeit mit der Besprechung gelassen. Quasi jeden Durchgang habe ich etwas anders empfunden. Und fast jeder Song war mal kurzzeitig einer meiner Favoriten oder eben auch eher weiter unten. Von daher hat sich jetzt im Endeffekt auch alles relativ nahe an der 9 eingependelt. Ein sehr homogenes Album einer gewachsenen, erfahrenen und dennoch über die Maßen frischen Band. Ich bin also wieder mal sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Und trotzdem würde ich das Werk aktuell nicht über das in den letzten Monaten erstaunlich gut gereifte „Utgard“ stellen. Die halte ich mittlerweile auch für verdammt stark. Weiterhin kann ich noch vermelden, dass Enslaved allerspätestens jetzt zu meinen allerliebsten Bands gehören. Es kann sogar sein, dass sie zu meiner Lieblingsband überhaupt wird, da niemand alles was ich musikalisch mag so sehr verkörpert und in Einklang bringt wie diese Band.
Re: EnslavedHavoc, ich habe das hier nicht vergessen. Ich bin bloß noch nicht dazugekommen, mir ausgiebig Gedanken dazu zu machen. Aber ich werde kommentieren und auch meine eigene Meinung mit einbringen. Ich hoffe bald...
Re: Enslaved
Dachte ich mir schon. Du hast ja auch meist noch genug andere Musik rumliegen...die gehört werden will. Mal gucken...vielleicht lege ich das Album demnächst noch mal auf...und ergänze noch mal. ![]()
Re: EnslavedEben noch mal gehört...die "Heimdal". Also irgendwie wächst in mir der Gedanke, dass das echt eher ein schlechtes Album ist um eine einzelne Songbesprechung zu machen. Die sind alle verdammt stark und in sich stimmig. Was absolut nicht bedeuten soll, dass alle Songs ähnlich klingen. Jetzt....mit ein wenig Abstand, schätze ich das Album eher noch etwas höher ein. Das ist einfach nur stark!
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Re: EnslavedMit wahnsinniger Verspätung, habe ich es endlich geschafft, mich schreibtechnisch um das aktuelle Werk der Band zu bemühen.
Enlaved | Heimdal 01. Behind The Mirror Dieser Start ist wie von der Sonne geküsst. Das Intro mündet in ein sattes Gitarrenspiel und wird dann wieder getragen von gewohnt tollem Klargesang und lockerleichter Hintergrundbeschallung. Die anfängliche Gitarre wird wieder aufgenommen, aber zurückhaltender. Im Mittelteil lässt man die Schafe los und dieser instrumentale Sektor ist gespickt mit sphärischer Atmosphäre, treibenden Schlagzeug. Unfassbar starker Einstieg. Die Band zieht im ersten Song alle Register. Kurzweilige sechseinhalb Minuten. (09/10) 02. Congelia Und wer meinte, die Band lässt einen durchatmen, der hört vermutlich „Congelia“ zum ersten Mal. Auch wenn das psychedelische Klangbild stark an „Mardraum“ oder „Monumension“ erinnern mag, so steckt im Gesang Grutles mal ganz, ganz viel old school Zeugs. Ich bekomme direkt Gänsehaut und rein musikalisch passiert bis ca. 2:30 Min. nichts neues. Ziemlich linear. Das bleibt er im Grunde auch. Aber es scheint so, als setze die Band die Zutaten ganz gezielt und bewusst ein. Die Synthies ist das absolute Wunder in der Tüte. So eingängig psychedelisch war die Band noch nie. Mich hats…(09/10) 03. Forest Dweller Für mich der Beginn der absoluten Spitzenleistung auf diesem Album. Ich finde die elektronischen Spielereien am Anfang großartig. Zugegeben, erst seit „Black Medium Current“, auf dem ähnliches zu hören ist. Aber das hat mir eine Klangwelt eröffnet, die sich mir so noch nie erschlossen hat. Der Song tritt sehr aufs Gaspedal, ist aber gespickt von wunderschönen Melodien und einem faszinierenden Klargesang. Hat dazu, noch etwas „Blackwater Park“ Vibes. Die Erkenntnis hat aber etwas gebraucht. (10/10) 04. Kingdom Ganz schön elektronisch, fängt auch dieser Song einen ein. Das kaum zu bremsende Schlagzeug treibt den Song ordentlich nach vorne. Ziemlich eingängig hingegen agiert da die Gitarre, die sich ein Wettlauf mit dem Schlagzeug bietet. Ich überlege gerade, ob man die Band jemals so heftig in Elektro Gefilde hat austoben hören. Damit meine ich gar nicht die reinen Spielereien mit Soundsamples oder ähnlichen. Aber das gespielte Schlagzeug hätte auch gut und gerne auf einem „Squarepusher“ Album seinen Platz gefunden. Die Band bekommt den schmalen Grad hier aber sehr gut umgesetzt und gibt mir den Push, sich mit dem ganzen Auseinanderzusetzen, weil die Zeichen auf neue Impulse im Vordergrund stehen. (10/10) 05. The Eternal Sea Ein Song der wahnsinnig braucht bei mir. Am Anfang des Hörvergnügens, ist der Song immer durchgerauscht. Liegt vor allem daran, dass die ersten Minuten relativ gleichförmig fortlaufend sind. Das ändert sich etwas mit der zweiten Hälfte. Aber nachdem kräftigen und außergewöhnlichen „Kingdom“ hat es der Song dann doch recht schwer bei mir. (8/10) 06. Caravans To The Outer Worlds Ein schwermütiger Bass leitet den Song ein und bauscht sich schwer bewölkt zu einem Sturm über der heimischen Anlage auf. Da wird es kurz nasskalt in der Bude und man möchte sich in Deckung begeben. Was aber nachdem Intro passiert, will mir bis heute noch nicht so recht in die Birne. Der Song ist in einer Art und Weise hektisch, wie ich es mir nicht hätte erträumen können. Wie man so etwas komponieren kann, ohne einen Knoten in das Handwerk zu bekommen. Wahnsinn. (9/10) 07. Gangandi Wer eine andere Version als das Digipak hat, wird hier einen grandiosen Song verpassen. So viel sei schon einmal gesagt. Bis dahin fällt mir vor allem auf, wie Simpel das Schlagzeug, gerade in den schnellen Parts eingesetzt wird. Das hat so einen ordentlichen wumms, dass es passend ist um sich nicht in dem ganzen psychedelischen Gesang, elektronischen Spielereien und wie in dem Song, auch die orientalischen Klänge zu verfangen. Das Schlagzeug ist tatsächlich das Exit Schild aus diesem Strudel. Das klingt jetzt vielleicht für den ein oder anderen gar negativ. Aber so meine ich das gar nicht. Ich finde es total faszinierend, wie sie den Ausweg über das Schlagzeug schaffen. Das schafft Abwechslung, das führt zur Kurzweiligkeit. Und das macht Spaß. Großen, sogar! (9/10) 08. Heimdal Das Prinzip ist das gleiche. Der Weg aus dem Wirren wird über das simple Schlagzeug gesucht und gefunden. Der Song verlagert wirkt etwas Introvertierter in seiner Art. Ich würde das Riffing fast schon als sehr schüchtern einstufen. Hin zum Klargesang irgendwo bei Minute 5, mausert sich der Song aber doch zu einem unverzichtbarem. Auch dieser Song hat eine Weile gedauert, bis er verinnerlicht wurde. (8/10) Fazit: Im Gesamten fällt mein Urteil positiv aus. An sich haben die Songs ordentlich Schmackes. Überraschen mit ihren Umgang der elektronischer Spielereien, die auf diesem Album allgegenwärtig sind. Wenn auch an manchen Stellen Dezent. In der Einzelwertung kommt das Teil bei mir sehr gut weg, im Durchschnitt 9/10 Punkten und damit etwas mehr als "Utgards". Schau ich aber auf das Gesamte Werk, hat es trotz des vielen Gefallens nicht die Schlagkraft eines „Utgards“, obwohl das Album viel näher an Alben dran ist, die bei mir ziemlich gut abschneiden. Da wären vor allem die Alben „Monumension“, aber auch teilweise „Below The Lights“ zu erwähnen, an die ich mich erinnert fühle. Daher ist es schon überraschend, dass ich das Album im Gesamtranking eher so zwischen 11 und 13 sehe. Das lässt einen verzerrten Blick vielleicht zu. Und ehrlich gesagt, frage ich mich auch, wie das geht. Aber was ich von der Diskographie im Allgemeinen halte, dürfte ja bekannt sein. Von dem Her, ist „Heimdal“ ein sehr starkes Album, dass eine kleine Kurskorrektur vorgenommen hat. Wo das Teil am Ende des Jahres landen wird, kann ich zwar dann noch nicht sagen, denn es kann ja immer noch die ein oder andere Überraschung eintreten. Oder auch nicht. Wir werden sehen!
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