Eike hat geschrieben:[...] ich mag halt gerade auch die langen, elegischen Stücke der FIELDS OF THE NEPHILIM [...] eben die Stücke, die nicht einfach nur rockig oder metallisch klingen, sondern eine eigene Zauberwelt beschwören.
Da sind wir gar nicht so unterschiedlich, würde ich meinen. Mir sagen die beiden Scheiben vielleicht deswegen zu, weil sie weniger organisch, sondern durchaus anorganisch (im Sinne von leicht mechanisch, industriell, kühl) klingen und - vor allem "Mourning Sun" - um einiges dichter geschichtet wirken. Der Grundtenor ist halt nicht mehr durchgängig romantisch-apokalyptisch und dabei zahm, sondern wirkt aggressiver ("Xiberia" ist mE ein ganz großer Moment, bei THE NEFILIM musikbedingt sowieso) - das bringt die ruhigeren, "schönen" Momente für mich besser zur Geltung.
Und: Die rein instrumentalen Passagen/Soundscapes gefallen mir bei den erwähnten Scheiben etwas besser, was den Gesamteindruck für mich stark beeinflusst. Bei "Elizium" warte ich mittlerweile durchaus auf die Songs (die halt einfach mal absolute Großtaten bleiben), bei "Zoon" und "Mourning Sun" genieße ich die Stimmung und erfreue mich eher an Details.
Das hat vielleicht auch mit einem Wandel der Hörgewohnheiten und der generellen Herangehensweise an das Konzept "Album" zu tun, keine Ahnung.
Abschließend: "'ne Schulter drüber'" war wohl eher eine Geburt des Moments und kein objektives oder überlegtes Urteil. Ich höre gerade "Elizium" und das ist schon verdammt großes Kino, Nuancen hin oder her. Letzten Endes bleibt rücksichtsloser Gesamtwerkfetischismus bei FOTN wohl die einzige Option.
