Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100

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Re: Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100

Beitragvon Jhonny » Donnerstag 26. Dezember 2024, 11:52

Pillamyd hat geschrieben:
Jhonny hat geschrieben:Ganz stark!

Die Band war am Anfang schon echt besonders. Der Zweitling ist mir noch wichtiger (ich liebe die QUEEN-Note!), auch wenn dieses Album unweigerlich einflussreicher ist.


Ich mag das zweite Album auch sehr. War eine zeitlang sogar bei mir noch höher im Kurs. Ich mag diese Dichte im Sound. Das Ding habe ich auch um die Weihnachtszeit 2005 bekommen. Und deswegen bei mir lange auch als Weihnachtsalbum abgespeichert :grins:
Ich finde aber tatsächlich, dass da so eine gewisse Stimmung vorherrscht. Keine Ahnung. Vielleicht ist das auch nur mein Kopf...immer noch.

Ich hatte mich damals tierisch gefreut, dass die Band sich wieder zusammengerauft hat. Musikalisch konnte das aber alles nicht mehr an den ersten beiden Werken anschließen. Aber vielleicht sollte ich es einfach noch einmal versuchen.

Mein Gott, das ist schon alles 20 Jahre her. Verrückt.


Ja, ich höre das auch weihnachtlich - und denke auch, dass ich das so im Dezember 2005 gekauft haben dürfte.


Alles, was ich von später kenne, hat mich nie so gepackt, aber da habe ich es vielleicht auch nicht so intensiv probiert.
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Re: Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100

Beitragvon Pillamyd » Donnerstag 26. Dezember 2024, 11:56

Vielleicht pack ich das mal an, wenn das neue Album nächstes Jahr erscheint. Aber dann geht es uns da ähnlich.
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Re: Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100

Beitragvon Pillamyd » Freitag 27. Dezember 2024, 11:26

Platz 42

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David Bowie | Low
VÖ: 1977
Art-Rock/Experimental Pop

Ich mach mir keine großen Hoffnungen, dass das hier ankommt. Die Meinungen zu Bowie, wie ich gelernt habe, gehen eher in die Richtung, dass das zwar in der Betrachtungsweise anerkannt wird, aber wohl wenig Bezug dazu besteht. Der Song „Station To Station“ ist im 70er Spiel krachend untergegangen. Von Wirkung, wie wenn man ein Gemälde im Museum anschaut, bis hin von zu lang und repetitiv war so einiges zu lesen. Hält mich trotzdem nicht davon ab, euch ein weiteres Mal mit dem Künstler und der Musik zu konfrontieren.

Denn auch wenn ich „Station To Station“ immer gerne hervorhebe. So ist der eigentliche Höhepunkt in der Diskographie die Berlin-Trilogie, die mit eben diesem Album ihren Start findet.

Um sich den harten Drogen und dem sozialen Umfeld zu entziehen, zog es Bowie nach Berlin. Dort, so scheint es, eröffnete sich ihm eine komplett neue musikalische Sicht. Wobei „Station To Station“ schon einige Züge des Krautrocks in sich trug. Aber in Berlin war das wohl nahbarer, greifbarer. Hatte einen noch intensiveren Charme. Übrigens, zog es Bowie nicht allein nach Berlin. Iggy Pop folgte ihm und hatte auch einen großen Anteil am Songwriting zu „The Idiot“ und „Lust For Life“. Vor allem ersteres reiht sich musikalisch sehr in die Trilogie mit ein.

Das Album „Low“ geht einen Schritt weiter. Denn man experimentierte mit verfremdeten Instrumenten. Schreibt nur für 5 Songs auch die Texte. Das Ding lebt vor allem für die dadurch entstandenen finsteren Momenten. Eine ganz eigene Dynamik, die sich von allem, was Bowie zuvor gemacht hat, deutlich unterscheidet.

Natürlich gibt es Songs, die man nicht unerwähnt lassen sollte. So leitet „Speed Of Life“ das ganze Spektakel ein und deutet an, in welche Richtung das Album geht. Das mag zunächst einmal sehr fröhlich klingen. Doch ich interpretier es als eine aufgezogene Fassade. Doch, das ist thematisch vielleicht auch der Spiegel. Immerhin sind hier ziemlich dunkle Themen die Hauptcharakteristik. Und die besteht nach meinem Verständnis zumindest von auf und abs. Von Höhen und Tiefen. „Sound And Vision“ ist wohl das erfolgreichste Lied des Albums und schlägt da vielleicht in eine ähnliche Kerbe. Und doch, möchte ich das Ding vor allem als Gesamtwerk hervorheben. Gleichzeitig wirkt es nämlich etwas entschleunigend. So als würde Bowie endlich das machen können, was er immer angestrebt hat. Nachdem ihm Mitte der 70er ziemlich viel auf die Füße gefallen ist. Vieles davon natürlich selbstverschuldet. Er hat es sich einfach rausgenommen. Und das hat der Diskographie auch nachhaltig, eine so beeindruckende Spannbreite verliehen.

Ich mache keinen Hehl daraus, dass genau dies die Gründe sind, warum ich das Album so gerne habe. Ich hätte an der Stelle auch eines der nächsten 2 Alben auswählen können. Aber das hier war der Anfang eines meisterlichen Marathons. Jetzt an die Aufgabe heranzugehen und euch zwei Hörbeispiele zu liefern ist gar nicht mal so einfach. Ich habe das Gefühl, dass ich damit einiges aus dem Kontext reiße. "Low" funktioniert halt am Besten als Ganzes.

Hört mehr Bowie!

Hörbeispiele:
Sound And Vision
Breaking Glass
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Re: Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100

Beitragvon Pillamyd » Freitag 27. Dezember 2024, 18:08

Platz 41

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Metal Church | Metal Church
VÖ: 1984
Genre: US Metal

Wie so oft, bei solchen Klassikern, stelle ich mir die Frage, was ich dazu schreiben soll, was nicht eh schon jeder weiß bzw. wissen sollte. Für mich sind solche Alben die größte Herausforderung.

Es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich mich mit dieser Band beschäftigt hatte. Und als ich es dann angehen wollte, gab es die Alben kaum für einen vernünftigen Preis zu bekommen. Ich muss ja ehrlich gestehen, dass ich die Band erst mit Mike Howe am Gesang kennengelernt habe und das im Zusammenhang mit der „Hanging In The Balance“. Die wurde mir damals wärmsten empfohlen, konnte mich aber nie so richtig abholen. Auch jetzt noch nicht so ganz. Und auch wenn ich die ersten zwei Album mit Howe abfeiere, so ist David Wayne für mich DER „Metal Church“-Sänger.

Ein Album voller unfassbar lässiger, aber rasiermesserscharfen Riffs und einer Unbekümmertheit, die mir auch noch heute imponiert. Wer nicht gleich zu „Beyond The Black“ hellhörig wird, muss spätestens beim Titelsong und diese zum Zunge schnalzenden Riffs zu schätzen wissen. Wem dieses für damalige Verhältnisse unfassbar heftige Instrumental „Merciless Onslaught“, dass sich gleich von Anfang an von einer anderen Seite zeigende David Wayne in „Gods Of Wrath“ nicht in irgendeiner Weise etwas gibt, dem kann man nicht mehr helfen.

Für mich ist „Metal Church“ nach meinem Wissenstand eines der großartigsten US-Metal Alben, welches uns geschenkt wurde. Ein vor Energie strotzendes Monster, dessen hörbare Einflüsse neben den NWOBHM Kammellen vor allem auch immer ein bisschen so Bands wie "UFO" oder "Scorpions" mitschwingen. Die Band versteht es bloß, ihr eigenes Ding daraus zu machen und das so famos, dass man nur staunen kann.

Es gibt nicht viel mehr zu diesem Album zu sagen. Es sollten alle kennen und wer nicht, der sollte das verdammt nochmal tun.

Hörbeispiele:
Metal Church
Gods Of Wrath
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Re: Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100

Beitragvon frankjaeger » Freitag 27. Dezember 2024, 18:16

Ja., das stimmt alles.
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Re: Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100

Beitragvon Pillamyd » Freitag 27. Dezember 2024, 18:32

Ich schätze, dass ich wieder aufgewärmt bin, für die andere Rubrik in diesem Forum.

40 Plätze sind noch zu vergeben...
Hier geht es dann erst im neuen Jahr weiter. Wann...keine Ahnung.
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Re: Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100

Beitragvon Pillamyd » Montag 27. Januar 2025, 21:37

Platz 40

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Bathory | Blood On Ice
Genre: Black/Viking Metal
VÖ: 1996

Ich stimme jedem zu, der jetzt laut an „Hammerheart“, „Twilight Of The God“ oder „Blood Fire Death“ denkt. Beruhigt euch, auch ihr habt recht.

„Blood On Ice“ ist mein Winteralbum. Es ist mein Album, wenn ich in den verschneiten Wald gehe unter mir der Schnee knarzt, das Album mit seinen Schmiedegeräusche, seinen Schafen, dir den winterlichsten Hof vor Augen führt. Wenn der Sprecher dir dieses Gefühl von Hörbuch vermittelt. Ich bin total fasziniert von dieser Atmosphäre, die dieses Album transportiert. Dieser Epik. Wer hier die Einflüsse nicht raus hört, sollte zum Holz-Nasen-Ohrenarzt. Das beste „Manowar“-Alben das „Manowar“ nie geschrieben haben…praktisch. Und trotzdem setzt Herr Q. maximal seinen größten Servus unter der ganzen Sache.

Quorthon scheint sich für dieses Album viel vorgenommen zu haben. Denn nicht nur die erdachte Saga, sondern auch gesanglich möchte man meinen eine Entwicklung dahinter wahrzunehmen. Der Krux an der ganzen Geschichte ist nur, dass die Idee zum Album und viele der Aufnahmen schon 1987 stattfanden. Was daraus bis zur Veröffentlichung 1995 gemacht wird, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Und ob da der Gesang vielleicht auch der aus der Zeit ist, weiß ich auch nicht. Aber ich finde das ziemlich faszinierend.

Quorthon malt mit „Bathory“ und „Blood On Ice“ eine wunderschöne musikalische Landschaft und bringt seine Geschichte des überlebenden Jungen eines überfallenden Dorfes, der sich von dort an auf die Rache vorbereitet in ein wunderbares Setting.

Ich finde Quorthon probiert hier auch einfach einiges aus, wirkt mutig, übertreibt es aber nicht. Die Geräuschkulisse, die Chöre, der Sprecher, die stampfende epische Rhythmik, die hier vorherrscht. In allem findet er die richtige Dosis. Böse Zungen behaupten dahingehend, ihm hätten die Mittel gefehlt um solch ein Epos überzeugend veröffentlichen zu können. Natürlich hatte er Grenzen. Aber das ist eben die ganz spezielle „Bathory“-Atmosphäre, die ich vor allem seit der Verinnerlichung von „Twilight Of The Gods“ so unglaublich schätze.

Für mich ein ganz besonderes Werk. Einfach weil es so viel Faszination in mir auslöst. Und zwar immer noch.

Hörbeispiele:
Blood On Ice
The Lake
Zuletzt geändert von Pillamyd am Mittwoch 29. Januar 2025, 11:09, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100

Beitragvon lenbert » Montag 27. Januar 2025, 21:50

Deine Beschreibung hat mir Lust gemacht, mich damit zu beschäftigen. Da ich aber glaube, dass das Album davon profitieren könnte, am Stück gehört zu werden, nehme ich mir genau das für diese Woche vor.
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Re: Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100

Beitragvon Pillamyd » Montag 27. Januar 2025, 22:05

Es freut mich, wenn mein Geschreibe bewirkt, dass du Lust auf das Album bekommst :)
Kennst du schon etwas von der Band?
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Re: Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100

Beitragvon Powermetal Mahoni » Dienstag 28. Januar 2025, 09:15

Ja, auch ich werde mir nach deinen Ausführungen wohl einen neuen Versuch gönnen und dem Album nochmals eine Chance geben. Ich fand die Musik von BATHORY eigentlich immer schon ganz gut, auch das Debütalbum, konnte mich aber leider nie mit dem Sound der Aufnahmen anfreunden, weshalb ich eigentlich kein Album dieser einzigartigen Band besitze. Mittlerweile ist wohl gerade die (schwachbrüstige) Produktion ein Qualitätsmerkmal von QUORTHON. Mal sehen, ob ich zig Jahre später damit besser zurechtkomme. Auf jeden Fall sehr toll geschrieben und macht definitiv Lust auf mehr!
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