frankjaeger hat geschrieben:Melo-Paule ist eh klasse, auch bei DiAnno oder Gogmagog.
Gogmagog fanden wir damals alle kagge. Muss ich mal nachkaufen. Gefällt mir heute nämlich gut.
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Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100Re: Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100
Gogmagog fanden wir damals alle kagge. Muss ich mal nachkaufen. Gefällt mir heute nämlich gut. Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
Re: Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100We Are Sexual Perverts.
Schwierige Kiste für mich. Es liegt mal wieder nicht and er Musik, ich kann bei extremer Assigkeit einzelner Musikanten das Kopfkino einfach nicht abschalten. Daher schreibe ich hier nichts dazu. Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
Re: Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100
Ich glaube, dass das eine der schwierigsten Fragen ist, die mir in der Kunstdiskussion je gestellt wurde, und ich bin mir auch nicht sicher, wie ich sie beantworten soll. Ja, es gibt meine Selbstbeobachtung, über die ich auch gerne reflektiere, dass mir der Sinn in Sachen Musik, Film und Litaratur in der Regel eher nach eskapistischen, transzendentalen, mythologischen Themen steht, als nach ausgeprägt realistischen, sozialkritischen oder gar politischen Themen. Auf der anderen Seite ist ja auch eskapistische Kunst in aller Regel nicht frei von den realen Emotionen der realen Menschen, die sie erschaffen, sondern das Fantasy-Setting dient in aller Regel eben nicht nur dem kommerziellen Entertainment und dem Storytelling zu Unterhaltungszwecken, sondern es dient dem Künstler als Projektionsfläche seiner eigenen Sehnsüchte, Emotionen, Wünsche, Utopien, und dadurch ist es auch wieder persönlich und echtweltlich. Da liegt Blackie Lawless speziell mit diesem Album, aber eben auch mit "The Crimson Idol" gar nicht so weit weg davon, denn auch wenn beide Alben deutliche autobiographische Züge haben, und damit auch einen massiven Realitätsbezug, und gleichwohl arbeitet er ausgiebig mit Legenden, einer archetypischen Ikonographie, wirkmächtigen Bildern, mythologischen Triggern (Raben, Schwarz, Blut, religiösen Bezügen). Es ist eben trotzdem nicht frei von Legende, Inszenierung, großen Gesten. Auf der anderen Seite ist meine Selbstanalyse mit "Eskapismus > Realismus" halt auch sehr verschlagwortet und verkürzt. Sonst könnte ich ja weder Outlaw-Country-Fan sein, noch Singer/Songwriter-Stoff mögen oder von gar sehr sozialkritischem und basischem Hardcore wie Capra oder Amygdala begeistert sein. In all diesen Bereichen ist konkrete, auf eigenen Erfahrungen basierende Lyrik ja wesentliches Merkmal. alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet. Háv. 38
Re: Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100Oh, wow!
Ich hoffe das war nicht eine Frage die zu persönlich wurde. Ich finde deine Antwort mehr als souverän und absolut nachvollziehbar. Danke dafür! Ich sehe mich in deinen Text auch deutlich. Wahrscheinlich mit einer etwas anderen Gewichtung, aber doch auch schwankend. Je nach Stimmungslage. Ich muss darüber noch weiter hirnen. Aber das hat mich jetzt dann doch schwer beeindruckt. Die Worte hätte ich so nicht gefunden. Dankeschön ![]()
Re: Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100Nö, die Frage war super, da ich es liebe, über solche Kausalitäten und Interdependenzen zu grübeln, und auch nicht zu persönlich, weil ich ja gerne über meine Beziehung zu Musik reflektiere. Aber die Selbstanalyse ist eine Herausforderung, weil man manchmal seine Gedanken verzweizeilert und dann merkt, dass diese Extraktion eines Schlagwortes wie "Eskapismus > Real Life", die ja von mir selbst stammt, doch naturgemäß an ihre Grenzen stößt.
Vielleicht wird eher ein Schuh draus, wenn ich sage, dass ich es sehr mag, wenn der Künstler versucht, seiner Emotionskundgabe einen größeren Rahmen zu geben, der von einem gewissen Image, über eine besondere Art der Sprache und eine Legende bis hin zum komplexen World- und Character-Building gehen kann. Am Ende ist Fantasy als Selbstzweck, Hauptsache man hat einen Drachen auf dem Cover und singt von Schwertern, mich genauso wenig anmacht, wie allzu versachlichte Sozialkritik in der Kunst, oder tausendfach gehörte "party hard til Sunday morning"- und "rock out with your cock out"-Lyrik. Es ist am Ende schon immer die Frage, ob die Kunst auf emotionaler Ebene zu mir funkt, und das ist weder im Eskapismus gesetzt noch im Realismus undenkbar. Die mich erreichende Schnittmenge finden beide großen Strömungen der lyrischen und konzeptionellen Thematik dann eben doch immer wieder da, wo es sich so anfühlt, als messe der Künstler dem, was er da von sich gibt, eine große Bedeutung bei und investiere entsprechend viel Herzblut, und das macht eben eine Crow Lotus, das macht sicherlich auch ein Blackie Lawless, das machte aber auch Mark Shelton, und man kann es bei ihren Werken spüren, wie ich finde. Vielleicht finde ich das Fiction-Element auch deswegen so bereichernd, weil es herausfordernd für den Künstler und den Hörer sein kann, die intendierte Message - so vorhanden - erst in eine fiktive Realität zu übersetzen, anstatt einfach direkt in your face zu sagen, was Sache ist. Du kannst ja beispielsweise Trauer um einen verlorenen Menschen sehr direkt ansprechen und ausdrücklich über DEINEN verlorenen Freund schreiben, der der Drogensucht anheim fiel, oder du kannst eine Story von zwei Hobbits schreiben, von denen einer in den Bann des einen Rings gerät und ganz von ihm ergriffen wird. Die erste Variante ist ähnlich schwierig wie die zweite. Da sind deine Gefühle zwar echt und unmittelbar, aber du musst ggf. allerlei innere Hemmnisse überwinden, dieses Thema öffentlich in deiner Kunst anzugehen. Und dort musst du es schaffen, fiktiven Personen glaubhaft und überzeugend echte Gefühlswelten anzudichten. Nun, ich schwelge mal wieder ein bisschen in derlei Fragen... beschäftigt mich sehr, das Thema. Also das Thema der echten Gefühlswelten, die in Werke der Fiktion ausstrahlen. Aus Gründen... ![]() Schön, dass dir der Austausch dazu neue Eindrücke gibt. Ich profitiere von solchem Austausch auch immer sehr. Sowohl was die Reflexion der eigenen Präferenzen angeht, als auch, was die eigene Schreiberei angeht, und die Sicht auf Fiktion und Kunst. alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet. Háv. 38
Re: Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100
Wird gleich mal bestellt. Wieder einmal ein guter Hinweis durch diese Threads. Danke dafür ![]()
Re: Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100
Wenn du dich nicht für die Firstpress der Crimson Idol entscheidest, dann schau, welche Version du als Rerelease angeln willst. Da gibt's ein paar recht schmucke als Doppel-CD, auf denen alle Single-B-Seiten mit drauf sind. Nicht mega-einfach zu bekommen, aber durchaus im sehr erschwinglichen Bereich, wenn man sie sieht. Just sayin'... ich hab neben dem Original und dem "Re-Idolized"-Remake diese hier: https://www.musik-sammler.de/release/w- ... d-1328923/ alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet. Háv. 38
Re: Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100Das Thema "Lyrics" finde ich auch sehr spannend. Vielleicht sollten wir dazu mal einen gesonderten Thread eröffnen und die bereits getätigten Aussagen vom Raben dorthin transferieren?
Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
Re: Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100Ich versuche mal, hier etwas aufzuholen. Ich glaube, ab STORMWITCH hatte ich bisher zu nichts etwas geschrieben. Das Hexenalbum habe ich auch, so wirklich gezündet hat es allerdings nicht. Da fehlen mir etwas die kompositorischen Widerhaken, glaube ich. Wenn ich Rüdigers Ausführungen folge, könnte es sein, dass "Stronger Than Heaven" bei mir vielleicht mehr zündet. Behalte ich mal im Auge.
PAUL DI'ANNO'S BATTLEZONE höre ich gerade zum ersten Mal. Wenn ich ehrlich bin, fand ich den Typen vor vielen Jahren live mal so grottig, dass ich (ohne diese Empfehlung in deiner Liste) gar keine Lust hätte, mir das anzuhören. 'Warchild' ist aber schon ziemlich cool, muss ich sagen. YouTube schlug im Anschluss 'The Land God Gave to Caine' vor und auch dieses gefällt sehr. Das sollte wohl auf die Liste. Auch mit W.A.S.P. verbinde ich in erster Linie ein unangenehmes Live-Erlebnis. Inzwischen habe ich aber immerhin die "Crimson Idol" hier stehen und die finde ich auch ganz gut. Viel mehr als das wird es allerdings auch nicht. 'Hellion' ist für mich wohl etwas zu sehr im bekannten Muster verhaftet, als dass es mich wirklich packen könnte. Da ist 'Sleeping (In The Fire)' schon ein anderes Kaliber. Die Bridge ist hervorragend.
Re: Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100Es ist schon interessant, wie ein Liveerlebnis Einfluss auf die weitere Wahrnehmung hat.
Umso besser, dass dir das Gehörte auf Platte, dann schon besser zusagt. Ich hatte da bisher tatsächlich Glück und abgesehen von äußerliche Einflüsse und Umstände, gab es da nie wirklich was zu beanstanden (ich denke nur an den letzten Maiden Auftritt, letztes Jahr).
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