Mein musikalisches Jahr im Rückblick

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Re: Mein musikalisches Jahr im Rückblick

Beitragvon Rüdiger Stehle » Donnerstag 1. Februar 2024, 23:54

Holger Andrae hat geschrieben:Nun mal DHG antesten. Bisher aus unetsrchiedlichen Gründen immer einen Bogen drum gemacht. Natürlich war einer der Gründe das schwarzheimerische Plakat auf der Brust der Band, aber auch das kultische Bohei und Drumherum und das an kodex'sche Verehrung erinnernde Jubelgeschrei aus elitären Hornbrillen-Kreisen.

Das hab ich seit 1994 erfolgreich ignoriert, dass irgendwelche Jubelperser der Hipster-Fraktion sich in Dödheimsgard verguckt haben.
:subber:

Vielleicht mal das Debütalbum probieren. Das ist deutlich räudiger, völlig anders eigentlich. Da sind noch die Herren Aldrahn und Fenriz mit in Bord. Für mich eines der 10 besten Black-Metal-Alben ever.
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Re: Mein musikalisches Jahr im Rückblick

Beitragvon Pillamyd » Freitag 2. Februar 2024, 01:11

Holger Andrae hat geschrieben:Natürlich war einer der Gründe das schwarzheimerische Plakat auf der Brust der Band, aber auch das kultische Bohei und Drumherum und das an kodex'sche Verehrung erinnernde Jubelgeschrei aus elitären Hornbrillen-Kreisen. Ich erwarte Hipster-Musik. Was immer das auch sein mag. Der innere Rotz'n'Roll-Löffel sträubt sich gegen diese Band. Intuitiv und reflexartig. Damit tue ich weder der Band noch mir einen Gefallen, aber Musik funktioniert auf vielen Ebenen über Emotionen. Die sind nun mal subjektiv und eben auch voller Vorturteile.


Ganz schön hart. Aber ok. Kulitsches Bohei und Kodex'sche Verehrung nehme ich gerade bei der Band nicht wahr. Vielleicht war das aber auch vor meiner Zeit. Wenn ich sehe, dass eigentlich kaum von der Band die Rede ist, frage ich mich wo man das lesen kann. Hipster Musik? Nö, das verstehe ich dann tatsächlich gar nicht. Du sagst es, was auch immer das sein soll...

Trotzdem kann ich die musikalische Wahrnehmung in Teilen nachvollziehen. Eben weil es so trippig ist, solch Elektroschübe hat. Aber vielleicht versteht man zu diesem Kontrast auch warum ich das so toll finde und den Satz so geschrieben habe, wie Havoc ihn hervorgehoben hat.
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Re: Mein musikalisches Jahr im Rückblick

Beitragvon Rüdiger Stehle » Freitag 2. Februar 2024, 01:17

Ich hatte immer irgendwie das Gefühl, dass sämtliche Dödheimsgard-Worshipper Deutschlands persönlich mit mir bekannt sind... ;-)

Erst kürzlich hatten wir im Schützenheim mal wieder nachts um Drei eine kleine DHG-Runde. Erst die Neue, dann "666 International" und am Ende dann "Kronet Til Konge". Ich bin da mal wieder völlig und komplett ausgeflippt, bei der letzteren. Das ist für mich so ein wahnsinniger Trip, jedes Mal, der Titelsong (!), die Texte, die Atmosphäre, mich zerreißt's da komplett und ich brülle das immer aus vollen Rohren mit, was Aldrahn da abliefert...


Dommens røst har talt, alt som var er vekk.
Alle tårer, all smerte, all glede, all frykt
Alt LIV, kjøtt og blod
Vi hersker i vårt rike
Over Dem
...Tidløst
Alle falt dithen på torturens Gardes sverd.
Pines
Allmektig er han som kronet er. som nå er kronet
Tidløst
Kronet til konge
For evig, for alltid


Es gibt wenige BM-Lyrics, die mich noch mehr abholen wie dieser hier, oder die ich öfters mitgeblökt hätte.

Ganz viel Liebe für DHG!
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Re: Mein musikalisches Jahr im Rückblick

Beitragvon Holger Andrae » Freitag 2. Februar 2024, 08:50

Pillamyd hat geschrieben:
Holger Andrae hat geschrieben:Natürlich war einer der Gründe das schwarzheimerische Plakat auf der Brust der Band, aber auch das kultische Bohei und Drumherum und das an kodex'sche Verehrung erinnernde Jubelgeschrei aus elitären Hornbrillen-Kreisen. Ich erwarte Hipster-Musik. Was immer das auch sein mag. Der innere Rotz'n'Roll-Löffel sträubt sich gegen diese Band. Intuitiv und reflexartig. Damit tue ich weder der Band noch mir einen Gefallen, aber Musik funktioniert auf vielen Ebenen über Emotionen. Die sind nun mal subjektiv und eben auch voller Vorturteile.


Ganz schön hart. Aber ok. Kulitsches Bohei und Kodex'sche Verehrung nehme ich gerade bei der Band nicht wahr. Vielleicht war das aber auch vor meiner Zeit. Wenn ich sehe, dass eigentlich kaum von der Band die Rede ist, frage ich mich wo man das lesen kann. Hipster Musik? Nö, das verstehe ich dann tatsächlich gar nicht. Du sagst es, was auch immer das sein soll...

Trotzdem kann ich die musikalische Wahrnehmung in Teilen nachvollziehen. Eben weil es so trippig ist, solch Elektroschübe hat. Aber vielleicht versteht man zu diesem Kontrast auch warum ich das so toll finde und den Satz so geschrieben habe, wie Havoc ihn hervorgehoben hat.


Ja, das waren relativ harte Worte, weil es eine - zugegeben kurze - Phase zum Beispiel auf FB gab, wo ich andauernd mit Superlativen bezüglich dieser "Ich finde meine Lieblingsband so toll, dass ich sie auf drei Buchstaben zusammen stückel"-Truppe bombadiert worden bin. Sicherlich nicht repräsentativ, ich weiß.

Und dann kommt auch hier so ein Satz mit neuen Maßsstäben. Wenn das ein Maßstab wird, dann entwickelt sich BM von einem Ende des mich nicht interessierenden Musik-Spektrums zum nächsten. Ich versuche ja bei solchen Bewertungen immer mal über meinen Tellerrand hinaus zu hören und zumindest rein informativ so gut aufgestellt zu sein, dass ichw eiß, worum es geht. Hier verstehe ich die Begeisterung nur teilweise. Wollen moderne BMler solche Frendeinflüsse? Ich dachte, dies sei in solchen Zirkeln eher weniger beliebt und purer Hass und Aggressionen wären der Maßstab aller Notengeflechte. Demnächst gibt es Nudelsalat mit Kartoffeln. 8-)
Mich erreicht halt auch die Stimmung nicht. Da höre ich dann lieber "Alternative 4", "Within The Veil" oder "Scenes From A Second Story". Kann man nichts machen.
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Re: Mein musikalisches Jahr im Rückblick

Beitragvon Julian Rohrer » Freitag 2. Februar 2024, 10:11

Du hast Recht, Holg: DHG ist leider nur noch ein Schatten seiner selbst, das letzte Album auch für einen buntangemalten Pseudo-Schwarzheimer wie mich in etwa so gut wie die ISAHN-Outputs.
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Re: Mein musikalisches Jahr im Rückblick

Beitragvon Pillamyd » Freitag 2. Februar 2024, 11:41

Sorry, dass mein Satz mit neuen Maßstäben so dermaßen nach hinten losgegangen ist, dass man sich daran aufhält. Es ist immer noch eine Person, die das gesagt hat: Ich.

Habe ich sonst nirgends gelesen. Im Endeffekt sollte es nur schildern, wie gern ich dieses Album höre. Ich kann zwar besser verstehen, warum man Hypes nicht immer folgen kann und will. Mir geht es da bei manchen neueren Bands ähnlich.

Ich habe Black Metal schon immer als solches verstanden, dunkel zu wirken. Zerissenheit zu spüren, der Kampf mit sich und seiner Umwelt in Kunst zu verpacken. Natürlich gibt es da noch weit mehr, aber ich versuche das zu beschreiben, was ich an "Black Medium Current" so großartig finde. Und das passiert hier für mich ziemlich innovativ (oh, hoffentlich war das Wort nicht das nächste Unüberlegte von mir). Wer redet hier denn von modernen BMlern oder ob Fremdeinflüsse erlaubt sind? Warum versucht man hier von einer einzelnen Person auf Fans die auf Facebook aktiv sind (und zugegebenermaßen nicht repräsentativ ist) zu schließen? Das ist mir gegenüber doch schon etwas unfair. Siehst du mich als reinen BMler? Bin ich in der Musik, die ich zu Hören vermag, so dermaßen eingeschränkt, dass man darauf schließen muss, dass ich andere Einflüsse generell ablehne? Nun, ich denke nicht.

Ich höre Musik auschließlich, weil es mir gefällt. Und wenn es einen Song gibt der Hip Hop mit Black Metal mischt und mir gefällt, liegt es auschließlich daran, dass es mir gefällt und nicht was andere Sagen. Dass dann immer "Kodex" als Vergleich genommen wird, ok. Aber so langsam, frage ich mich schon warum immer diese Band genannt wird. Gibt es keine anderen Vergleiche? Ist es tatsächlich ein Einzelfall?

Deine Meinung, dass dir die Musik nicht gefällt. Ja, damit kann ich super leben. Aber wenn man von einzelnen Menschen auf ein Großes schließt, dann werde ich unsicher und teilweise ärgert es mich dann, so dermaßen falsch verstanden zu werden. Vor allem mit diesem Klischeebehafteten stringentes Denken eines Genres und dessen Anhänger. Warum sieht man es nicht mal so, dass das "DHG" (sorry für die Abkürzung, aber jedesmal den Namen zu kopieren und einzufügen, wegen diesem einen Buchstaben, ist mir zu anstrengend) das eben nicht darstellen. Gerade weil diese Entwicklung und offensichtlich gehörte, so anders ist.

Ich kapiere es nicht. Aber gut...
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Re: Mein musikalisches Jahr im Rückblick

Beitragvon Rüdiger Stehle » Freitag 2. Februar 2024, 14:50

Ich glaube nicht, dass du das persönlich nehmen musst. Ist ganz sicher nicht so gemeint.

Aber unterm Strich bin ich in der Sache DHG bei dir, denn auch ich sehe die Vergleiche nicht, die von Holg und Julian kommen. Habe DHG weder als Trendsetter noch als Trendfollower gesehen, und ganz sicher auch nie als Hype. Was ein paar Leute auf Facebook schreiben kriege ich in der Regel nicht mit, und im Kultboard galore, dem DFF, habe ich jetzt keinen allzu großen DHG-Boom wahrgenommen. Egal, wie wiederholt gesagt, mag ich DHG ohne Aldrahn einen ganz kleinen Tick weniger als mit Aldrahn, weil Aldrahn einfach ein sehr sympathischer Chefbekloppter ist. Davon abgesehen finde ich, dass die Band immer sehr weit davon entfernt war, eines der großen BM-Klischees auszufüllen. Anfangs war man natürlich extrem trve norsk, aber schon da in Sachen Vocals und Lyrik einfach herrlich abgedreht (siehe oben). Das hat Aldrahn seinerzeit 1994/1995 aus dem Stand zu meinem Lieblingssänger der Szene gemacht. Die später folgenden Twists gen Elektronik (das war zu Beginn der zweiten Hälfte der Neunziger und damit seiner Zeit wirklich weit voraus!) haben wir (also Leute wie ich) damals erst einmal sehr irritiert zur Kenntnis genommen, aber dann nach und nach doch verdaut und der eigenen DNA hinzugefügt. Schlüssel war für mich immer der Gesang.

Den Vergleich mit ATLANTEAN KODEX finde ich subjektiv schwierig, aber wenn es bei Holg so ankommt, dann ist es halt so. Ich sehe es eher relativ gegenläufig. AKX ist eine tolle Band, die ich musikalisch total gerne mag, wobei ich zugeben muss, dass ich da auch ein bisschen das szeneinterne Hype-Problemchen habe, weil ich halt nicht verstehen kann, wie man dazu kommt, in der Band den Messias der deutschen Metalszene zu sehen, was viele tun. Das ist mir einfach too much. Kann die Band aber nichts dafür. Bei Dödheimsgard ist mir dieses Phänomen aber nie aufgefallen. Die Band war in meiner Wahrnehmung nie ein kritiklos abgefeiertes Flaggschiff einer besonderen Sparte. Im Gegenteil: Für die Elektro-Anflüge gab es damals reihenweise fette Watschn aus der "truen" BM-Szene, teils auch vernichtende Reviews zu "666 International".

Aber so ist das mit den Wahrnehmungen eben.
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Re: Mein musikalisches Jahr im Rückblick

Beitragvon Pillamyd » Freitag 2. Februar 2024, 15:09

Joa, eben das was ich auch so wahrnehme und auch angeschnitten habe.

Persönlich nehme ich das auf musikalischer Nichtmögen Ebene nicht. Aber diese klischeebehafteten Sätzen von Zirkel, purer Hass und Maßstab, bei der Fremdeinflüsse doch nicht erlaubt sein dürften, verstehe ich einfach nicht. Selbst als jemanden der dem "Black Metal" nicht so zugetan ist, dürfte doch rausgefunden haben, dass dieses Genre mehr zu bieten hat als nur das. Gerade die Band zeigt doch, dass sie das wohl eben nicht tun.

Ja, ich habe geschrieben, was die Musik für mich ausstrahlt, aber den Zusatz angehängt, dass er noch vieles mehr ist. Es verwirrt mich dann einfach, weil ich denke, dass man in 14 Jahren Forumaktivität und eigentlichen musikalischen Vorlieben doch parallelen hat und dieses, so kommt es zumindest für mich rüber, alles über einen Kamm scheren überrascht mich dann schon ziemlich.

Aber
Rüdiger Stehle hat geschrieben:Im Gegenteil: Für die Elektro-Anflüge gab es damals reihenweise fette Watschn aus der "truen" BM-Szene, teils auch vernichtende Reviews zu "666 International".


Aha. Sie kümmern sich also wenig darum, was andere denken und ziehen ihr Ding durch. Ich habe besagtes Album leider noch nicht. Aber das wird sich hoffentlich bald ändern. Ich wusste zum Beispiel gar nicht bzw. hatte ich nicht auf dem Schirm, dass die Elektro Einschübe schon so früh auf den Alben herrschte. Bin gespannt ob die Entwicklung bis "Black Medium Current" hörbar ist. Wird spannend.
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Re: Mein musikalisches Jahr im Rückblick

Beitragvon Holger Andrae » Freitag 2. Februar 2024, 15:49

Was man da doch wieder alles so hinein interpretiert.
Ich bin hier nur auf Havocs Satz eingegangen, nachdem Pille diesen in seiner Antwort extra nochmal erwähnt hatte.
Da gibt es keinerlei Verbindung zu Facebook Aktionen gesponnen.
Da war keinerlei Angriff inkludiert.
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Re: Mein musikalisches Jahr im Rückblick

Beitragvon Pillamyd » Freitag 2. Februar 2024, 16:08

Ich verstehe den Zusammenhang nicht, Holger. Wo habe ich denn hineinterpretiert. Ich habe da Schlüsse draus gezogen. Und wenn das falsch sein sollte, könnte man das ja berichtigen. So verstehe ich das jetzt aber gar nicht mehr. Ich jedenfalls, hatte nicht das Gefühl, dass du auf Havoc und meiner Hervorhebung eingegangen bist, sondern hier deine Meinung vertiefen mochtest. Aber gut, bei diesem Thema werden wir wohl nicht mehr zusammenkommen. Nicht schlimm. Aber ich bin tatsächlich maximal verwirrt.
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