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Hier geht es um das alles, was den Rocker / Metaller / Goth so bewegt.
von Teichfrosch » Mittwoch 15. August 2012, 23:31
Och, einen Grund über Dinge zu diskutieren über die man nicht diskutieren kann haben wir doch immernoch gefunden! Ich fang mal an: in Holgers Avatar schaut er nicht durch irgendeine Art optisches Gerät, sondern in eine leere Bierdose und fragt sich, wieso heutzutage keine Dosen mit Schraubverschluss mehr herstellt werden. Vom Gerstensaft benebelt murmelt er grinsend dazu: "Früher war alles besser! Und meine Augen werden auch immer schlechter, durch dieses Fernglas seh ich überhaupt nichts..."
Und um dem Trend zum Spam entgegenzuwirken, hier noch etwas themenbezogenes:
Bei einer altbekannten, liebgewonnen Band neue Facetten zu entdecken ist genauso schön wie eine neue Band zu entdecken. So passiert bei THRESHOLD - "Elusive" - es ist mir, als würde ich den Song jetzt das erste Mal richtig hören. *Schwärm*
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Teichfrosch
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von Drumtier » Donnerstag 16. August 2012, 00:15
Teichfrosch hat geschrieben:Achso, nun gut. Ich muss dir ehrlich gestehen, dass mir das ziemlich komisch vor kommt, denn streng genommen empfinde ich es so, dass beim BM viel mehr tolle Melodien zu finden sind als beim DM, und du, Peter, kamst mir bisher immer tendenziell als ein Musikhörer vor, der Wert auf schöne, nachvollziehbare Melodien legt. Deathmetal ist oftmals zu viel Gerumpel und brachiales Kopf-durch-die-Wand-fahren als dass da wirklich Platz für so richtig ergreifende Melodien gäbe, so ergreifende Melodien wie sie beispielsweise eben WATAIN oder DEATHSPELL OMEGA oder WOLVES IN THE THRONE ROOM oder MELECHESH oder oder oder haben. Da steckt für mich oftmals einfach viel, viel mehr Emotion und Leidenschaft drin, ich kann es richtig spüren wie bei "Crown Of The Kings" sich beim Refrain die Nackenhaare kräuseln, bei "Dead As Dreams" ich den ganzen Schmerz und die Verzweiflung am ganzen Körper spüre oder bei Țesarul de Lumini die Natur mich mit ihrer ganzen Schönheit und Macht überkommt. Die einzige DM-Band, die bei mir sowas ähnliches auslöst, sind BOLT THROWER (DEATH sind für mich Prog-Metal  ), da muss ich z.B. bei "When Cannons Fade" immer fast heulen, einfach weil das Thema so verdammt tragisch ist und musikalisch so unfassbar perfekt umgesetzt wurde
Auf die Gefahr hin, dass ich weiter als uneinsichtiger Sturkopf verschrien bleibe der im Death Metal die beste aller möglichen Musikrichtungen gefunden zu haben meint, muss ich angesichts solcher Aussagen doch kurz eingreifen. Popcorn kann eingepackt bleiben, ich werde versuchen mich kurz und sachlich zu halten. Zuerst die Teile bei denen ich dir noch (zumindest teilweise) zustimme. Ja, Black Metal ist wohl grundsätzlich eher melodischer als DM. Und ja, wie ich selbst sogar einmal zu Rüdigers Erstaunen gesagt habe, auch hinsichtlich Emotion könnte BM einen Schritt vorne sein. Auch das "oftmals" vor jenem Irrtum eines Satzes nimmt dich aus der Schusslinie. So wie ich generell hier nicht dich angreifen möchte, sondern nur einer von mir heißgeliebten Musikrichtungen Gerechtigkeit zukommen lassen möchte. Ich weiß, eigentlich sollte ich so etwas nicht dazuschreiben müssen, aber ein gebranntes Kind fürchtet das Feuer... Dann also zum Rest deines Satzes den ich als Hauptkritikpunkt ansehe. "zu viel Gerumpel und brachiales Kopf-durch-die-Wand-fahren" tut mir im Herzen weh, weil das oft der übliche, aber falsche Eindruck von DM ist den ich unter Nicht-Metallern gerne widerlege und das auch unter Metallern von Zeit zu Zeit machen muss. Auch ich werde versuchen das mit Beispielen zu untermauern und um mir die Sache nicht unnötig leicht zu machen werde ich auf Technical Death Metal Bands zurückgreifen. Wir beginnen mit NILE, einer Band die wahrlich selten in Verdacht gerät sich allzu sehr in romantischen Melodien zu verlieren. Unas Slayer Of The Gods ( https://www.youtube.com/watch?v=HPYQB7AsSkg) ist einer ihren typisch epischen Nummern, ausladend, komplex und abwechslungsreich. Das Intro ist zwar von CANDLEMASS abgekupfert, aber auch sonst mangelt es nicht an (meiner Meinung nach) ergreifenden Melodien. Das geht einem vielleicht nicht so nahe, weil das im Song behandelte Thema nur wenige Menschen so wirklich berührt, aber was sie musikalisch daraus machen auf jeden Fall. Lass dich wie generell im DM halt nicht von den oft übel tiefen Growls und fiesen Blasts abschrecken. Da sind einige Perlen von Melodien darunter. Als zweites Beispiel wollte ich zuerst wieder ein längeres Stück nehmen aber dann hätts womöglich wieder geheißen, dass ich extra überlange Songs nehme in denen sich die Bands vielleicht einmal mehr trauten. Also was kürzeres. ORIGIN wollte ich dann nehmen, aber da hätte wahrscheinlich die extreme Geschwindigkeit und Intensität die Melodien wieder nur schwierig erkennen lassen. Also weniger Blasts. Aber dennoch um nichts weniger technisch und ergreifender gehts kaum, da könnt ich auch jedesmal weinen, obwohl die Texte eher kühl und sachlich sind. Wir kommen zu MARTYR mit Endless Vortex Towards Erasing Destiny ( https://www.youtube.com/watch?v=PdIykpA ... ure=relmfu). Sehr kompliziert, Rhythmus-/Taktwechsel am laufenden Band, Wiederholungen sind was für Pussies und den Gesang hat man sich gefälligst auch erst zu erarbeiten. Aber wenn man sich diese Göttergabe dann einmal erarbeitet hat, dann gibts Orgasmusgarantie. Vielleicht ist die Zeit zu kurz um sich in die Musik reinzuhören, vielleicht ist es immer noch zu brutal, vielleicht bilde ich mir Melodien nur ein, aber irgendwer muss sich ja ein Herz nehmen und widersprechen. Achja, ist doch etwas länger geworden, sorry 
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von Chavo89 » Donnerstag 16. August 2012, 01:02
Ich mag beide Stilrichtungen nicht besonders, aber wenn ich mich entscheiden müsste, würde ich auch zum Death Metal tendieren. Das ist teilweise halt doch noch mehr als purer Krach.
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von Jesus » Donnerstag 16. August 2012, 06:10
Pffffffttt.
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von Chavo89 » Donnerstag 16. August 2012, 10:25
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von frankjaeger » Donnerstag 16. August 2012, 12:20
Chavo, dem Geräusch nach hast du die Luft aus dem Schaf gelassen... Just for the record: ich war's diesmal nicht, der so etwas gesagt hat!
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von Siebi » Donnerstag 16. August 2012, 12:38
Black Metal im Hasenficktempo gibt mir gar nix, wie generell diese ganzen Kreuzumdreher oder Misanthropen über alle Spielarten für mich einfach nur lächerlich sind. Zur Musik zurück. Wenn ich ein einziges BM-Album nennen müsste, wo ich steilgehe, wäre das Mayhems "Grand Declaration Of War". Hellelujah, das ist intensiv und krank bedrohlich, geiler Scheiß - die Musik, die Typen weniger! Sind Melechesh auch BM? Okay, da finde ich auch einiges stark. Ach ja, Secrets Of The Moon dürfen nicht vergesen werden.. oh Gott, bin doch ein BM-Freund?
Beim Death Metal bin ich Stockholmfan, Dismember, Evocation und frühe Entombed. Dazu höre ich zwei Bands aus dem Melodic DM-Bereich sehr gerne, Dark Tranquillity und The Duskfall. Kataklysmisches Triggergeblaste gibt mir nix. Lieber Cianide, Bolt Thrower, Benediction, Pestilence, Asphyx oder ähnliches. Technischer DM wie Sadist, Atheist, Quo Vadis aus Kanada darf es gerne sein, wird aber nicht regelmäßig goutiert.
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von Teichfrosch » Donnerstag 16. August 2012, 17:32
@Drumtier:
Ich weiß ja jetzt nicht, ob du ORIGIN und NILE ausgewählt hast weil ich die selber sehr gerne höre, aber selbst bei diesen Bands empfinde ich weniger Emotionen und tiefe innere Berührtheit. Das ist ganz großartiger Faust/Kopfschüttel Metal der den Hörer einfach mitreißt, aber so richtig tief ergriffen habe ich mich da nie gefühlt. Vielleicht habe ich mich nie in die Growls der Stücke so reingehört, aber auch das schwarzmetallische Gekreische erscheint mir differenzierter, ausdrucksstärker, während Growls eigentlich immer gleich klingen. Ist natürlich auch nicht bei jedem Blackmetal so, aber grade bei den von mir vergötterten Bands haben die Kreischer gerne feine, aber sehr ergreifende Variationen in der Stimme.
Eigentlich sollte es hier aber auch garnicht darum gehen warum ich lieber BM als DM höre, sondern warum ausgerechnet Peter lieber DM als BM hört. Ich jedenfalls finds nach wie vor verwunderlich.
MDM hab ich übrigens bewusst mal ausgeklammert, das ist ja eigentlich garkein Deathmetal mehr... MDM ist irgendwie nett und massentauglich, richtig fieser, brachialer GORGUTS-Deathmetal dagegen an Garstigkeit kaum mehr zu überbieten. Dass es dabei im BM auch tonnenweise Schund gibt bezweifel ich keine Sekunde, nur finde ich das Genre als ganzes schon irgendwie deutlich melodischer als DM.
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von firestarter » Donnerstag 16. August 2012, 18:05
Ich hab gerade beschlossen, mir endlich mal ein Album der zweiten BM Welle zuzulegen. Vermutlich wird es bei dem einen dann aber wohl auch bleiben...
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von Teichfrosch » Donnerstag 16. August 2012, 18:25
Tjoa, das muss dann wohl "A Blaze In The Northern Sky" sein. Viel Spaß damit 
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