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Hier geht es um das alles, was den Rocker / Metaller / Goth so bewegt.
von Pillamyd » Sonntag 5. Januar 2025, 19:18
Platz 03: Portrait | The Host Zugegeben, ich konnte zuvor mit der Band, wenn ich denn mal reingehört hatte, gar nicht mal so viel anfangen. Aber der dritte Platz im Soundcheck, das Konzept dahinter, die Meinung anderer hat mich so neugierig gemacht, dass ich mich unbedingt damit auseinandersetzen wollte. Die Geschichte zu dem Album finde ich wahnsinnig reizvoll. Der Pakt mit dem Teufel, die Veränderung die sie mit sich bringt. Ich hatte von Anfang an das Gefühl, dass dahinter ein wahnsinniges Potenzial steckt. Zusätzlich wollte ich wissen, was denn so viele denn mit der Länge des Albums haben, das auch einer der Bestandteile vieler Kritik an diesem Album ist. Ich finde das Album in seiner Gesamtheit, seinem Konzept, seiner Länge, seiner Komplexität (die durchaus gegeben ist) wahnsinnig mutig. Und so war das Album auch für mich eine wahnsinnige Herausforderung. Das hat vor allem den Grund, dass der Zugang, ein wirklich schwieriger war, weil die Songs so sperrig und vertrackt wirkten. Da hatte ich wohl auch ein bisschen den verklärten Gedanken. Und trotzdem schaffte dieses Album, durch allem, was es ausstrahlt, immer wieder gehört werden zu wollen. Das wiederum führte dazu, dass mir mit der Zeit klar wurde, dass die Band gar nicht anders konnte, als der Musik, der Geschichte eben so viel Platz geben zu müssen. Die Kunst liegt doch gerade darin, Spannung zu erzeugen, diese aufrecht zu erhalten und zu einem schlüssigen Verlauf zu Ende zu bringen. Meiner Meinung nach ist das der Band wunderbar gelungen. „Portrait“ finden die Formel für die Symbiose aus Text und Musik und dient sich selbst so am allermeisten. „The Host“ ist sicherlich eine harte Nuss, aber wenn sie trifft, trifft sie einem mit volle Wucht und dann plötzlich spielte irgendwann die Länge gar keine Rolle mehr. Wobei es bei mir auch so war, dass die Masse an sich erst einmal ankommen musste. Danach bröselte sich das von ganz allein ziemlich natürlich auf und man hatte Anker für den eigenen Karabinerhaken, an dem man sich entlanghangeln konnte. Es passiert einfach wahnsinnig viel. Ich kann nur jedem empfehlen, da dranzubleiben. The Blood CovenantThe Men Of Renown
Zuletzt geändert von Pillamyd am Samstag 11. Januar 2025, 10:41, insgesamt 1-mal geändert.
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von kingdiamond » Montag 6. Januar 2025, 02:23
Pillamyd hat geschrieben:Platz 03: Portrait | The Host
Und trotzdem schaffte dieses Album, durch allem, was es ausstrahlt, immer wieder gehört werden zu wollen.
Es passiert einfach wahnsinnig viel. Ich kann nur jedem empfehlen, da dranzubleiben.
Eine schöne Nennung hier auf der 3. Ehrlich gesagt habe ich darauf auch in deinen Top3 spekuliert, da du dich zwischenzeitlich ja echt tief in dieses lange Werk reingekniet hast. Ich weiß auch, dass es ein tolles Album ist, jedoch hab ich den Tresor noch nicht geknackt. Oder um es anders auszudrücken: „das güldene Schlüsselein klemmt“ (noch). Steht aber auch nochmal auf der „To Do-Liste“ für den Januar. Ich arbeite weiter daran und halte mich an deinen letzten Satz! So, die Spannung steigt… wer macht das Rennen um die oberen Plätze… 
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von kingdiamond » Montag 6. Januar 2025, 02:38
Pillamyd hat geschrieben:Very Special Erwähnung 2.0
Blaze Bayley | Circle Of Stone
Denn wenn der Herr eines verdient hat, dann viel mehr Aufmerksamkeit. Purer, straighter und grundehrlichen Heavy Metal sind nämlich die Essenz, sowohl der Vorgänger als auch dieses aktuelle Album aus 2024.
Ach, ich schreib auch kurz hierzu was… an anderer Stelle hab ich ja schon erwähnt, dass mir das Konzert von ihm 2024 sehr gut gefallen hat. Ich kann Pilly nur zustimmen, ein zugängliches, gutes Metal-Album. Wenn überall die „HAMMERFALL‘s“ (hier könnte auch POWERWOLF oder so stehen) mit ihren 08/15-Alben positiv erwähnt werden und in den „Charts“ auftauchen, dann sollte der gute BLAZE eigentlich genau an dieser Stelle stehen. Grundsolide Lieder, die es bei mir zumindest geschafft haben ca. 10x gehört zu werden. Im direkten Vergleich zum Vorgänger zieht es für mich etwas den Kürzeren - halber Punkt oder so… Zur Special-Erwähnung 1 schreib ich lieber nur kurz und knapp:Sehr seltsames Interview in der RockHard. Das blieb als Erstes bei mir hängen. Musikalisch auch nicht meins. Keine Ahnung warum, aber die Stimme gefällt mir irgendwie nicht. Daher: schön, wenn es bei dir nach der Ernüchterung noch zum Heranwachsen gereicht hat. Bei mir wird es die Chancen wohl nicht geben. 
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von Nils Macher » Montag 6. Januar 2025, 14:25
Mich interessiert von den letzten Platzierungen vor allem Kamasi Washington, denn die Metal-Alben kenne ich alle. Mal kurz bei Instagram geschaut, welche anderen Künstler diesem hier folgen: Jau, satte Ausbeute. Das Album habe ich mal für einen entspannten Augenblick zur Mediathek hinzugefügt.
Etwas Scheu habe ich noch davor, den ursächlichen YouTube-Kanal anzusehen. Nicht auszudenken, wie viele Nicht-Metal-Alben ich sonst in Zukunft noch kaufen wollen würde.
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von Pillamyd » Montag 6. Januar 2025, 14:36
Das freut mich, weil ich irgendwie erwartet habe, dass dich das interessieren könnte. Würde mich echt interessieren, wie du das findest. Nils Macher hat geschrieben:Etwas Scheu habe ich noch davor, den ursächlichen YouTube-Kanal anzusehen. Nicht auszudenken, wie viele Nicht-Metal-Alben ich sonst in Zukunft noch kaufen wollen würde.
Die decken halt ein wahnsinniges Spektrum ab. Gerade der Micha überrascht immer wieder. Viel Singer/songwriter, Alternative, viel (Post)-Punk, viel Soul, viel Blues. Und es ist halt wahnsinnig angenehm, diesen 3 Musikfans zuzuhören. Ich freue mich immer wieder, selbst wenn dann mal nichts für mich dabei ist.
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von Pillamyd » Montag 6. Januar 2025, 18:05
Platz 02: Borknagar | Fall „Fall“ ist seit der Veröffentlichung ein stetiger Begleiter. Noch viel mehr als das letzte Album, dass mir auch schon wahnsinnig gut gefallen hat. Aber es sind andere Dimensionen, andere Verhältnisse, andere Denkweisen. Es ist echt heftig, was für eine Langzeitwirkung dieses Album hat. Ich entdecke aber auch noch bei dem X-ten Durchlauf immer noch Stellen die mich aus den Latschen hauen. Selbst wenn man das Gefühl hat, dieses Album nachdem x-ten Durchlauf so langsam intus zu haben, fallen einem immer wieder andere Parts auf, die man wegen dieser schieren Brillanz, gar nicht fassen mag. „Fall“ ist, wie ich finde, wieder etwas harscher und dunkler. Und gleichzeitig doch so in sich ruhend. Die Band hat die Zügel fest in der Hand. Es wirkt so, als hätte die Band beim Schreiben und Aufnehmen des Albums ein goldenes Händchen gehabt. So als hätte die Band gar keine Zeit gehabt, mal danebenzugreifen. Es wirkt so mächtig in jeder einzelnen Note. Es fließt mit einer so erstaunlichen Kraft, die mich einfach mitgerissen hat. Wie im letztes Jahr bei „Dødheimsgard“, ist die Verlagerung der blackmetallischen Töne, ein für mich sehr faszinierender Aspekt. Atmosphäre, Getragenheit, Tiefe und Epik spielen für mich ebenso eine wichtige Rolle, wie die Raserei und Non-Stop klirrend und flirrende Gitarren. Es nur über letzteres zu definieren, wäre mir definitiv zu einfach. Aber das hatten wir ja schon. Sprechen wir lieber über den Gesang. Der war natürlich schon immer einfach nur klasse. Aber die Aufteilung, der Einsatz, das in Songform gegossene Ergebnis. Ich kann es immer noch nicht so ganz beschreiben. Aber ich habe das Gefühl, dass auf diesem Album einfach nochmal eine Schippe draufgelegt wurde und das ungemein natürlich. Zu keiner Stelle des Albums klingt da was angestrengt oder zu verkopft. Diese 3 Songs sind über jeden Zweifel erhaben. Und zwar deshalb, weil sie immer und immer wieder auch ein Antrieb waren, diese Wucht der nordischen Kaltluft spüren zu wollen. Ich mag es eigentlich nicht, Songs in solchen Sequenzen hervorzuheben, weil sie den Eindruck vermitteln könnten, dass der Rest nicht so gut ist. Aber das dürfte hier selbsterklärende sein. Das Album ist immerhin auf dem zweiten Platz meiner Top 10 gelandet. „Nordic Anthem“ – war ein Titel jemals passender, für etwas, das es sein will? Ich glaube nicht. Unfassbare Hymne, die immer wieder aufs neue Freude bereitet. „The Wild Lingers“ – dieser Song spielt in verschiedenen Sphären. Dessen Gesangslinien im Refrain, wohl dazu geführt hat, dass der Song mir als erstes aufgefallen ist. Ich habe mich da total an „The Mystery Show“ von „Threshold“ erinnert. Aber der Song ist natürlich noch so viel mehr. „Stars Ablaze“ – dieser Übergang in diesen Groove im Mittelpart. Abgefahren. Dazu dieser Gesang. Ich finde das so irre, dass ich mich einfach nicht dran satthören kann. Über das ganze Album ist eine wunderbare Epik zu spüren. Aber hier setzen sie dem ganzen echt die Krone auf. Ein Song, den man mit 12/10 Punkte gerne überheben möchte, in allen Bereichen. Ein wahres Meisterwerk. The Wild LingersStars Ablaze
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von kingdiamond » Montag 6. Januar 2025, 19:38
Pillamyd hat geschrieben:Platz 02: Borknagar | Fall
Tolle Ausführungen zum tollen „fast-Album-des-Jahres“. Auch wenn ich selber auf so treffende Beschreibungen nie kommen würde, stimme ich in allen Punkten zu! Auch zur Songauswahl. Neben dem „Nordic Anthem“ ist „Stars Ablaze“ einfach übermächtig. Nur IN VAIN konnten dieses Jahr ähnlich erhabene Songs (in dieser Längenkategorie) abliefern. Auch vom gesanglichen Einsatz übrigens in ähnlichen Gefilden unterwegs. Solltest du mal antesten. Daher haben du, Havoc und ich wohl eins gemeinsam: bei allen hat es dieser 10/10er aufs Treppchen geschafft, für ganz oben hat es um Haaresbreite allerdings auch bei mir nicht gereicht. Auch das Artwork ist super. Die Farbgebung hat mich so angesprochen, dass ich davon auch direkt ein Longsleeve benötigte. Freu mich die Diskographie noch entdecken zu dürfen. Amen!
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von Martin van der Laan » Montag 6. Januar 2025, 23:26
Pillamyd hat geschrieben:Platz 03: Portrait | The Host
Das ist definitiv ein Album, mit dem ich ganz bald etwas mehr Zeit verbringen möchte. In dem Monat des Erscheinens war ich so angefixt von EVERGREY und CRYPT SERMON, dass "The Host" etwas zu kurz gekommen ist. Steht aber auf der Speisekarte für den Januar 2025, zusammen mit der gesamte PORTRAIT-Diskographie.  Zu BORKNAGAR habe ich ja schon indirekt bei Havoc was geschrieben. Finde ich gut, macht mir Spaß, ist aber nicht in meiner TOP20 des Jahres. Weiterhin 8,0 Punkte, wie schon im Februar-Soundcheck.
668 - Neighbor of the Beast
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von Kenneth Thiessen » Mittwoch 8. Januar 2025, 18:39
Pillamyd hat geschrieben:Platz 09: Deep Purple | =1 Ich habe mich sehr auf das Album gefreut und doch bin ich schnell vom Kurs abgekommen. Es schien da einfach nicht die richtige Zeit für „Deep Purple“ und mich zu sein. Bei einem kleinen Angebot kam aber plötzlich die Lust auf das neue Album wieder. Gott sei Dank. Wie spritzig kann ein Album von einer so alteingesessenen Gruppe bitte sein? Die Antwort der Band: „Ja!“ Die Band packt ihren einzigartigen Groove aus. Wie die Band hier all ihre Energie auf die Instrumentierung legt, ist Part für Part so unverkennbar „Deep Purple“. Sicherlich liegt das am neuen Gitarrist, dem ich so viel Einfluss gar nicht zugetraut hätte. Sicher, ein bisschen schade fand ich es schon, als Steve Morse verkündete kein Teil der Band mehr zu sein. Und doch finde ich im Gesamten schon, dass die Band wieder mehr Freiheit und Freigeist in die Kompositionen legen. Ausladender, fast schon Jam anmutend und deswegen auch verspielter. Im Nachhinein hat das der „Whoosh!“ ein wenig gefehlt. Kompakt, aber nicht zu Ende gedacht bzw. zu kurz gedacht. Das gelingt auf „=1“ in seiner ebenfalls kompakten Art einfach besser. Und auch Paice fällt wieder durch sein Spiel hinter den Kesseln nur positiv auf. Gillan singt famos. In die Kritik steige ich nicht mit ein. Denn da ist nichts zu kritisieren. Im Gegenteil. Kommt ihr erst einmal alle in das Alter und findet einen solchen Weg so ein energiestrotzendes Biest zu erschaffen. Song Nr. 10 mag euch eine Lehre sein! Tolle Twin Guitars inklusive. Ein Brett (aus alter, robusten Eiche) von einem Album und für mich locker das Beste der Band seitdem dritten oder vierten Frühling(?)!!! Hörbeispiele:Show MeNow You're Talkin'
Ich habe vorhin nun endlich "=1" gehört und ich muss sagen, dass es mal wieder ein tolles Album geworden ist, wobei ich bei DEEP PURPLE nicht tief in der Materie bin. "Whoosh" fand ich ziemlich gut, "=1" zeigt nach einem Durchlauf jedenfalls schonmal Potential, wobei das Material weniger eingängig ist, meine ich. Die Gitarren auf dem Album klingen dazu recht frisch und abwechslungsreich, während, wie du es erwähnt hast, Gillan wirklich toll singt. Auf Anhieb gefielen mir die Songs 'If I Were You', 'Pictures Of You' und das recht vielschichtige 'Bleeding Obvious'. Ich glaube, da muss ich dran bleiben, wobei mich das Album ein bisschen auf dem falschen Fuß erwischt, da bei mir gerade sonst nichts in Richtung klassischer Hard Rock/Metal läuft. Ich werde dem Album zu gegebener Zeit noch eine Chance geben.
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von Havoc » Mittwoch 8. Januar 2025, 22:33
Pillamyd hat geschrieben:Borknagar | Fall
Ich kann es immer noch nicht so ganz beschreiben. Aber ich habe das Gefühl, dass auf diesem Album einfach nochmal eine Schippe draufgelegt wurde und das ungemein natürlich. Zu keiner Stelle des Albums klingt da was angestrengt oder zu verkopft.
Schön, dass die Borknagar auch bei Dir so hoch im Kurs steht. Dieser Satz trifft es wirklich exakt. 
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