Guitar Heroes

Hier geht es um das alles, was den Rocker / Metaller / Goth so bewegt.

Re: Guitar Heroes

Beitragvon salisbury » Mittwoch 4. April 2012, 14:38

firestarter hat geschrieben:
NorthernGuy hat geschrieben:Wenn ich so drüber nachdenke gibt es schon einige großartige Gitarristen, wobei ich mich frage an was man eigentlich einen sehr guten Gitarristen festmacht?


Ich finde, da gibt es, neben der rein technischen Beurteilung, eine ganze Menge mögliche Kriterien, die alle höchst subjektiv sein können/müssen - Sound, Songdienlichkeit des Spiels, Wiedererkennbarkeit der Soli (Lied im Lied), Riffs (Innovation, Präzision), Stil (dreckig, sauber, gefühlvoll, etc.), emotionales Angesprochensein, Kreativität, usw. Eine rein technische Beurteilung finde ich ziemlich irrelevant, da sie rein gar nichts über die von mir empfundene Qualität des Spiels aussagt.


Alles was Du beschreibst, ist absolut unbestreitbar! Dennoch finde ich leider immer etwas unbefriedigend, jede Diskussion auf "ist eben Geschmackssache" zu reduzieren. Deshalb wollte ich eben wissen, wer, und vielmehr noch WAS GENAU Euch daran fasziniert. Das läuft in diesem Thread (bis auf die obligatorischen ärgerlichen "das doch ist überflüssig"-Kommentare) sehr zufriedenstellend! :grins:
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Re: Guitar Heroes

Beitragvon salisbury » Mittwoch 4. April 2012, 14:44

firestarter hat geschrieben:
salisbury hat geschrieben:
firestarter hat geschrieben:Gary Holt ist der einzige Thrash-Gitarrist von wirklicher Bedeutung für mich. Cris Oliva muss ich noch erwähnen, da sein Sound einfach einzig- und großartig war.


Oh, hier finde ich einige toll. Hetfield ist super an der Rhythmus-Klampfe. Einer der beiden richtigen Musiker bei METALLICA. Scott Ian (ANTHRAX) spielt recht simpel, aber ultrapräzise. Dave Mustaine brilliert im Rhythmus und bei den Soli. Und hat ja immer ein zweiten Supermann an der Seite...


Ja klar, es gibt ne ganze Menge tolle Axtmänner im Thrash, aber der einzige, der für mich wirklich sowas wie einen "Guitar Hero" darstellt, ist eben Gary Holt. Alleine sein Riffing war in den Anfangszeiten einfach grandios. Er hat sich dabei übrigens sehr stark durch Mercyful Fate beeinflussen lassen, was man auch hört. Unter anderem basiert auch die ganze Retro-Thrash Welle zu einem recht großen Teil auf den Riffs dieses Mannes.


Gary Holt. Notiert. Wurde jetzt schon zweien genannt. Ist mir nun leider noch nicht sooo aufgefallen, aber das ist eher mein Problem. Magst Du mir ein Songbeispiel raussuchen, wo der Mann so richtig heraussticht?
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Re: Guitar Heroes

Beitragvon firestarter » Mittwoch 4. April 2012, 14:51

salisbury hat geschrieben:
firestarter hat geschrieben:
NorthernGuy hat geschrieben:Wenn ich so drüber nachdenke gibt es schon einige großartige Gitarristen, wobei ich mich frage an was man eigentlich einen sehr guten Gitarristen festmacht?


Ich finde, da gibt es, neben der rein technischen Beurteilung, eine ganze Menge mögliche Kriterien, die alle höchst subjektiv sein können/müssen - Sound, Songdienlichkeit des Spiels, Wiedererkennbarkeit der Soli (Lied im Lied), Riffs (Innovation, Präzision), Stil (dreckig, sauber, gefühlvoll, etc.), emotionales Angesprochensein, Kreativität, usw. Eine rein technische Beurteilung finde ich ziemlich irrelevant, da sie rein gar nichts über die von mir empfundene Qualität des Spiels aussagt.


Alles was Du beschreibst, ist absolut unbestreitbar! Dennoch finde ich leider immer etwas unbefriedigend, jede Diskussion auf "ist eben Geschmackssache" zu reduzieren. Deshalb wollte ich eben wissen, wer, und vielmehr noch WAS GENAU Euch daran fasziniert. Das läuft in diesem Thread (bis auf die obligatorischen ärgerlichen "das doch ist überflüssig"-Kommentare) sehr zufriedenstellend! :grins:


Dieses "WAS GENAU" ist aber leider nicht immer so leicht in beschreibende Worte zu fassen, ähnlich wie bei der Beschreibung guten Sex', der Beschreibung des Gefühls, bei wolkenlosem Himmel auf dem Kitzsteinhorn-Gletscher Ski zu fahren, oder der Beschreibung eines Kunstfluges. Da bleibt einem ja oft genug nur "tierisch geil" oder "total abgefahren" als Attribute.

Die Beurteilung der Technik finde ich übrigens auch spannend, allerdings nicht für meine Einschätzung, ob mir eine Gitarrist gefällt, oder nicht. Zu den Zeiten, als ich noch Musik gemacht habe, hatten wir einen (theoretisch wie spieltechnisch) sehr versierten Gitarristen, mit dem ich immer unheimlich gerne über Gitarrentechniken geplaudert habe, bzw. seine Erläuterung anhand nachgespielter Parts immer grandios fand. So hat er mir damals z.B. mal auseíndergelegt, wieviel schwieriger teilweise die Rhythmus-Parts von Steve Vai, auf David Lee Roth' erstem Soloalbum, im Vergleich zu Vais Soli auf der gleichen Platte sind.
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Re: Guitar Heroes

Beitragvon Holger Andrae » Mittwoch 4. April 2012, 20:20

Mister Iommi habe ich ja völlig vergessen. Wobei er für mich eher der Riff-Meister ist als der "Guitar Hero".

Woran mache ich meinen "Heroes" fest? Hm, am Feeling in erster Linie, nicht an der Technik. Es muss mich berühren. Beeindrucken ist machmal auch imposant, aber ein Held wird man dabei bei mir nicht. Schnell allein gibt mir selten was. Da höre ich 1000fach lieber ein AC/DC-Riff von Dan Lorezo als einen verklonten Vivaldi im Dauerlauf.

Von den allseits als "groß" anerkannten Gitarristen ist es bei mir am ehesten der Schenker. Und zwar bei UFO und den Scorps. Wobei bei den Scorps halt der Uli noch genialer klingt.
Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
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Re: Guitar Heroes

Beitragvon Drumtier » Mittwoch 4. April 2012, 22:03

Ich würd sagen meine Bewertung von Gitarristen liegt grundsätzlich irgendwo zwischen diesen beiden Definitionen:

Dr. Best hat geschrieben:Nö, ich denke, was einen Gitarristen groß macht ist einfach nur eine Vision, eine klare Linie, Inspiration und Kreativität in einem sinnvollen songdienlichen Rahmen. Das erklärt auch den Erfolg von Leuten wie Vai oder Van Halen gegenüber den meisten anderen Techniker, die sind auch nach 20 Jahren noch innovativ, schreiben nachvollziehbare Songs und dudeln nicht nur.

firestarter hat geschrieben:Ich finde, da gibt es, neben der rein technischen Beurteilung, eine ganze Menge mögliche Kriterien, die alle höchst subjektiv sein können/müssen - Sound, Songdienlichkeit des Spiels, Wiedererkennbarkeit der Soli (Lied im Lied), Riffs (Innovation, Präzision), Stil (dreckig, sauber, gefühlvoll, etc.), emotionales Angesprochensein, Kreativität, usw. Eine rein technische Beurteilung finde ich ziemlich irrelevant, da sie rein gar nichts über die von mir empfundene Qualität des Spiels aussagt.


Die technischen Gitarrenchirurgen jetzt einmal außen vorgelassen (auf die ich zweifelsfrei stehe, die aber eh im Solo-Thread schon teils erwähnt wurden) wären meine spontanten Favoriten wahrscheinlich:

Jon Schaffer - Wiedererkennbare Riffs, charakteristischer Sound, Eingängigkeit, Vision, Linie sind die Stichworte die seine Nennung für mich rechtfertigen, Saitenhexer ist er wohl keiner, auch wenn ich das als Laie eh nur bedingt beurteilen kann.

Jesper Strömblad - Genreprägende Riffs, Melodien und Soli. Drumtierprägende Riffs, Melodien und Soli. Melodien. Melodien!

Chuck Shuldiner - Kein Kommentar nötig, außer vielleicht: Warum erst auf Seite 4??
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Re: Guitar Heroes

Beitragvon Havoc » Mittwoch 4. April 2012, 22:17

Ich finde Petrucci total unterschätzt. Der kann doch viel mehr als nur technisch frickeln.
Habe immer so den Eindruck, dass der Mann aus Neid nie genannt wird wenn es um die besten Gitarristen geht.
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Re: Guitar Heroes

Beitragvon Rüdiger Stehle » Mittwoch 4. April 2012, 22:42

Es mag langweilig sein, wenn ich hier etwas schreibe, weil eh jeder weiß welche Vögel ich nennen werde, aber es muss trotzdem sein:

Am meisten berührt mich nach wie vor Jerry Fogle (R.I.P) von CIRITH UNGOL mit seinem unverkennbaren Flanger-Sound, den improvisierten oder improvisiert klingenden, weitläufigen Soli, der unglaublich gefühlvollen Art, den Ton zu halten und zu verschieben. Das war einfach alles völlig traumhaft, was er gemacht hat:

"Finger Of Scorn" - http://www.youtube.com/watch?v=YvO8rtqkjIo
Schon das Akustiklead am Anfang ist unsterblich!

"Master Of The Pit" - http://www.youtube.com/watch?v=byf7lZ63i3w
Wieder ist alles unfassbar. Schon wie mit dem zweiminütigen Flanger-Lead in den Song eingestiegen wird, und dann auch noch das Solo ab 3:10...

Ach ja, so schööööööön...

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Re: Guitar Heroes

Beitragvon firestarter » Mittwoch 4. April 2012, 22:55

Havoc hat geschrieben:Habe immer so den Eindruck, dass der Mann aus Neid nie genannt wird wenn es um die besten Gitarristen geht.


Die Logik dieser Aussage erschließt sich mir nicht. Meinst du, dass er so gut ist, dass man neidig auf sein Können wird und dann lieber einen schlechteren Gitarristen als Hero nennt?
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Re: Guitar Heroes

Beitragvon Rüdiger Stehle » Mittwoch 4. April 2012, 22:57

Ebenso großartig und ebenso eigenwillig finde ich Herrn Dave Chandler von SAINT VITUS, der mit seinem Gitarrensound den Doom definiert, und der darüber hinaus mit seiner sehr schrägen und sehr gewöhnungsbedürftigen Art des Solierens bei mir sämtliche offenen Türen einrennt. Dieses von Pedal-Effekten und Feedback völlig zerschossene strummende Slideguitaring auf der SG ist hochgradig abgefahren. Sally hasst es, ich finde es völlig genial. Vor allem mag ich aber DCs Gitarrensound an sich. Einzigartig. Fertig!

http://www.youtube.com/watch?v=QcR0U7Ob ... re=related
http://www.youtube.com/watch?NR=1&featu ... ME0kmAuheY

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Re: Guitar Heroes

Beitragvon Rüdiger Stehle » Mittwoch 4. April 2012, 23:13

firestarter hat geschrieben:
Havoc hat geschrieben:Habe immer so den Eindruck, dass der Mann aus Neid nie genannt wird wenn es um die besten Gitarristen geht.


Die Logik dieser Aussage erschließt sich mir nicht. Meinst du, dass er so gut ist, dass man neidig auf sein Können wird und dann lieber einen schlechteren Gitarristen als Hero nennt?


Jo. Da bin ich bei dir. Dass Petrucci technisch toll ist, wird keiner bestreiten wollen. Aber ein Held muss einen ja emotional berühren, sonst ist er kein Held. Und mich kann technische Klasse zwar durchaus beeindrucken, aber das allein recht selten dazu emotional zu bewegen, und mit Ausnahme vielleicht von Criss Oliva fallen mir jetzt wenige Gitarristen ein, die landläufig als Guitar Heroes gewertet werden, die mich richtig emotional packen. Das sind fast immer entweder die völligen Freaks, oder diejenigen, die mit effektiven Riffs und eigenwilligem Sound begeistern. Oder die einfach ein ganz bestimmtes Gefühl der emotionalen Verbundenheit auslösen, das man nicht so richtig beschreiben kann. Zu Letzteren gehört er hier:

http://www.youtube.com/watch?v=kQAuBv-p ... re=related
http://www.youtube.com/watch?v=Z95v7DTn ... re=related

Ross "The Boss" Friedman

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