Der Kurzreview-Thread

Hier geht es um das alles, was den Rocker / Metaller / Goth so bewegt.

Re: Der Kurzreview-Thread

Beitragvon frankjaeger » Freitag 27. Januar 2017, 22:50

Ich frage mich, warum du hier Review von Alben postest, die ncht mal auf der PM.de-Seite ein Review haben. Und 325 Worte ist kein Kurzreview, sondern passt prima auf die Hauptseite. Oder arbeitest du gerne für sieben einhalb Leser statt für potentielle 40000 pro Monat?
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Re: Der Kurzreview-Thread

Beitragvon Eike » Sonntag 29. Januar 2017, 20:05

HELLHOOKAH - "Endless Serpents"

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Knochentrocken, bleischwer, mühlsteinmäßig malmend, elektrisch überladen: Doom der Sorte fuzzy und heavy. Das dröhnt traditionell und marschiert pechschwarz voran, zäh und prächtig, matt und mürbe, erhaben und verschlissen, wüstenstaubig und kalt verschwitzt. Nachtdoom. Schlangendoom. Endlosdoom. Wer es traditionell mag, muss "Endless Serpent" hören. Wird HELLHOOKAH lieben. Stonerrockfanatikern wird es genauso gehen. KHEMMIS wurde für einen ähnlichen Ansatz hochgelobt. HELLHOOKAH gelang dieser Brückenschlag jedoch weitaus besser. Das ist DAS Doomalbum des Jahres 2016.
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Re: Der Kurzreview-Thread

Beitragvon Eike » Montag 30. Januar 2017, 14:15

dEUS - "Pocket Revolution"

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'Bad Timing': Da steigt die Band erstmal verstörend ins Album ein, mit einer gewaltigen Anschwellung aus einem schluffigem Klagelied heraus rein in rauschende Noiseeskapaden; nur, um dann säuselnd, fast jazzig weiterzumachen mit '7 Days, 7 Weeks'. Nanu, wie kam es denn dazu? Man weiß bei dEUS einfach nie so recht, woran man nun eigentlich ist. Indie-Schrammeligkeit trifft auf vielschichtigen Artrock, jazzige Rhythmik auf postpunkig verwaschenen, schummrigen Gesang, bei welchem hinter der Slackerfassade jedoch Abgründe aus einem Film Noir zu lauern scheinen. Im einen Moment fühlt man sich an die Britpop-Außenseiter PULP erinnert, im anderen an die untergründig schwelenden TINDERSTICKS. Doch dann zeigt sich wieder, dass dEUS einfach viel tighter eingespielt ist und deutlich mehr brummelnde, zischelnde, rumorige Sounds am Start hat. Das spröde schroffelnde, dabei jedoch wieder detailverliebt verspielte Element, das auch alternative Acts wie PAVEMENT auszeichnet, hier jedoch gepaart mit etwas mehr Noise, Rausch und Zielstrebigkeit. Da höre man bloß mal das sägende 'If You Don't Get What You Want' und versteht, was gemeint ist. Und im nächsten Moment wird es trippig und tatsächlich doch noch eingängig: 'What We Talk About (When We Talk About Love)'. Wie schrieb der gute Mattes noch so schön in seiner Rezension? "Das erste Ohr sagt uns meist, dass das etwas sperrige bis disharmonische Musik ist. Das zweite, dritte, siebte dann offenbart Idee und Spielerei neben Improvisation und Professionalität. Natürlich wird die gute alte E-Gitarren-Wand nicht umfahren." Recht hat er! Doch musikalisch zurückgenommen, fast schon zärtelnd, versonnen, nachdenklich geht es auch mal zu im Hause dEUS; will man die Formation jedoch auf diesen einen Aspekt festlegen, so heißt es 'Include Me Out'. Die zweite Hälfte des Albums entdeckt man dann besser ohne mein Gefasel im Hinterkopf. Nur soviel: Kein Song gleicht dem anderen. Und jedes Hören nimmt die Dinge wieder etwas anders wahr.
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Re: Der Kurzreview-Thread

Beitragvon Havoc » Samstag 4. Februar 2017, 00:38

Ich finde Deinen Enthusiasmus und die Arbeit die du hier reinsteckst ja wirklich toll. Aber letzten Endes war das irgendwie nicht der Sinn dieses Threads.
Sorry wenn ich das so sagen muss.
Vielleicht war das auch einfach nur eine dumme Idee von mir. Vielleicht hat diese Art eines Threads auch einfach keinen Sinn....... :?
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Re: Der Kurzreview-Thread

Beitragvon Eike » Mittwoch 17. März 2021, 12:36

PAVEMENT - "Crooked Rain Crooked Rain"

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Alternative/Indie Rock, der im besten Sinne all over the place ist: Nicht so hibbelig wie PRIMUS, nicht so hymnisch wie PIXIES, nicht so lärmig wie SONIC YOUTH, nicht so garstig wie frühe und nicht so aufgeräumt wie späte NIRVANA, vor allem aber längst nicht so eingängig und heavy wie die Seattle-Schiene mit PEARL JAM, obschon es auch bei PAVEMENT diesen manchmal leicht kratzbürstigen aber irgendwie dann doch schon wieder fast verkuschelt innerlichen Gesang gibt. Dazwischen allerlei experimentelle oder auch einfach nur glitzernde, beinahe psychedelische Einsprengsel, schräge Grooves hier, entspannte Americana dort, eine wie von THE BEATLES oder WEEZER oder THE PRESIDENTS OF THE UNITED STATES OF AMERICA oder CAKE oder RED HOT CHILI PEPPERS zu "One Hot Minute"-Zeiten oder gar CALEXICO inspirierte Anleihe/Vorwegnahme als Lick oder Fill, melodische oder rhythmisch verstolperte Hakenschläge, Postrockfragmente - that's as progressive as Schrammelrock could ever dare to be. Bisweilen allerdings auch holprig bis flummi-artig herumhopsende Bassläufe, Feedbackgitarren, ein quer übers rostige Waschbrett gezogener, widerborstiger Sound. Amerikanischer College-Rock/Post-Punk ohne Hardcore-Attitüde, eher gepaart mit Singer/Songwriter-Stuff und GRATEFUL DEAD-Wurzeln. Dabei extrem eigenständig und trotz beinahe chaotischer Verspultheit absolut tight. Eine äußerst abwechslungsreiche Wundertüte der weirdness!
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Re: Der Kurzreview-Thread

Beitragvon Rüdiger Stehle » Freitag 13. August 2021, 00:23

Dann greif ich das Ding halt heute mal kurz auf, um ein paar knappe Worte zum eben beendeten Tag und seinen beiden Alben los zu werden, die beide auch im Player waren, da sie Geburtstag hatten.

Zum einen wäre da "die Schwarze", die ihr 30. Wiegenfest feierte. Also "DIE Schwarze". Von METALLICA.

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Was soll ich sagen? Viele Altfans haben sie angeblich gehasst, als sie heraus gekommen ist. Kein Thrash mehr hier, Radiorock dort, ausgewimpt und weichgespült. Vielleicht sehe ich das nur anders, weil vorher kein Metallica-Fan war, und nachher eigentlich auch nicht. Also nie ein richtiges Metallikätzchen, das allerdings diverse Scheiben der Band schon ziemlich großartig findet. So auch diese hier. Daher ist's für mich bei allem Respekt für persönliche Geschmäcker und individuelle Enttäuschungen schon a weng Bullshittery, wenn die schwarze Schwarte auch 30 Jahre später noch als Abgesang dieser Band betrachtet wird. Thrash Metal in allen Ehren, und auch ich mag "Ride The Lightning" lieber, aber dieses Album hat halt schon eine Armada an metallischen Welthits an Bord, und mithin Songwriting- und Langzeit-Qualitäten erster Kajüte bewiesen.


Und dann wäre da noch, für mich natürlich persönlich ungleich wichtiger, das 35. Jubiläum des Tages, an dem man am Pass der Spinne einen Fuß in die Hölle setzte.

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CIRITH UNGOLs Drittling "One Foot In Hell" ist vermutlich die CU-Scheibe, die ich am wenigsten oft gehört habe, und dabei weiß ich gar nicht so recht, warum das so ist, denn selbstverfreilich gehört auch dieses Wunderwerk zu den fünf besten Alben aller Zeiten und Jahrhunderte. Sie heute mal wieder zweimal durch die Boxen zu blasen, hat verdammt gut getan. Was für eine Urgewalt. Die erste Scheibe, die nicht mehr diesen urigen 70er-Sound fuhr, sondern etwas konventioneller metallisch klang. Auch ein bisschen kompakter als die Vorgänger, aber dafür auch wuchtiger, nach vorne preschender, bissiger. Die Epik hat man kein Stück weit verloren. Noch immer ein Traum. Ein Traum, den wir Spinnenleute weiter träumen. Hoffentlich kommt bald ein weiteres Album.
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Re: Der Kurzreview-Thread

Beitragvon Holger Andrae » Freitag 13. August 2021, 07:46

Das schwarze Album fand ich damals auch als Metallica-Fan ziemlich stark. Gut, da ist mit 'Holier Than Thou' die erste Songkatastrophe der Bandgeschichte drauf, aber viele Songs sind einfach bockstark. Heute läuft das Album eher selten, da es sich dann doch etwas totgenudelt hat und ich bei Lust auf Metallica zumeist eines der drei ersten Scheiben auflege oder im Selbstest eine der komischen Scheiben erneut anteste. Ändert aber nichts an der Qualität dieser Scheibe.

Cirith Ungol habe ich tatsächlich erst mit dem vierten Album lieben gelernt. So habe ich dieses Geburtstagskind erst in den 90ern entdeckt. Tolle Teil, wenn auch die am wenigsten tolle der ersten Vier.
Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
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Re: Der Kurzreview-Thread

Beitragvon Loomis » Freitag 13. August 2021, 09:53

Rüdiger Stehle hat geschrieben:Daher ist's für mich bei allem Respekt für persönliche Geschmäcker und individuelle Enttäuschungen schon a weng Bullshittery, wenn die schwarze Schwarte auch 30 Jahre später noch als Abgesang dieser Band betrachtet wird.

Ja, das sehe ich auch so. Natürlich muss es damals schwer zu verdauen gewesen sein, dass es auf dem schwarzen Album keinen Thrasher wie "Dyers Eve" mehr gab.
Andererseits deuten Songs wie "Eye of the Beholder" und vor allem "Harvester of Sorrow" schon sehr deutlich in die Richtung, in die die Schwarze gehen sollte. Die beiden Songs könnten für mein Empfinden genauso auf "Metallica" stehen, wie auch "Sad But True" oder "Through the Never" auf "AJFA" stehen könnten. Die sind so weit nicht auseinander.
Darüber hinaus hat das schwarze Album den wesentlich besseren Sound.

Alles in allem finde ich das Album "Metallica" also recht gut, allerdings ist es trotzdem von den ersten 5 bei mir nur auf Platz 5. Interessanterweise finde ich mit "The Unforgiven" und "Nothing Else Matters" ausgerechnet die beiden Balladen am besten.
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Re: Der Kurzreview-Thread

Beitragvon Peter Kubaschk » Freitag 13. August 2021, 10:40

Ich fand das damals tatsächlich nicht so hart zu verdauen, sondern die Scheibe einfach großartig. Aber ich war auch erst 16 und kannte kaum Alben (aber die ersten 4 Metallicats) und habe mich einfach über neue Musik einer meiner absoluten Lieblingsbands gefreut. Und Songs wie 'Sad but True', 'Wherever I May Roam' oder 'Of Wolf & Men' finde ich auch heute noch super. Und heavy ist die Platte ja bis auf die Balladen auch. Bei mir ist es wohl auch eher #4 der ersten fünf, vor der ...Justice.
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Re: Der Kurzreview-Thread

Beitragvon Loomis » Freitag 13. August 2021, 10:56

Bei mir war die Schwarze tatsächlich die erste Metallica, die ich gehört habe, da die halt im Freundeskreis selbst Leute kannten, die sonst nichts mit Metal am Hut hatten. Aber als ein Freund mir dann die "Master of Puppets" vorspielte war das dann nochmal ne andere Welt. :grins:
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