Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100

Hier geht es um das alles, was den Rocker / Metaller / Goth so bewegt.

Re: Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100

Beitragvon Pillamyd » Dienstag 16. April 2024, 13:03

Platz 65

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Fear Of God | Within The Veil
Genre: Fear Of God
VÖ: 1991

Was sagt man eigentlich zu einem Album, vor der nicht schon vor gar nicht allzu langer Zeit hier im Forum alles gesagt wurde?

Es ist schwierig. „Within The Veil“ ist sicherlich ein sehr düsteres, vollbepackt mit musikalisch vertonten Abgründen, Schmerzen und Wut. Auf eine ganz eigene Art und Weise. Denn wenn diese Band auch immer wieder, auch irgendwo zu Recht, in den Thrash verortet wird, so entsteht diese Einzigartigkeit derweilen deswegen, weil sie es schaffen, so viele Einflüsse zuzulassen. Und damit will ich gar keine Bands besonders hervorheben. Es geht auch gar nicht. Viel mehr sind es Genres, die ineinander verwebt werden, die diesen einzigartigen Klang zulassen. Man braucht nur einmal „Emily“ hören und bekommt eine Ladung in die Ohrmuscheln abgefeuert, die einen durch, gothischen Schlamm durchzogenen Sound ziehen, den man zuvor noch nirgendwo anders spüren konnte. In vielen Fällen würde man bei ähnlich gearteten Bands von einer gewissen Magie sprechen. Hier allerdings wirkt das ganze so unbequem, dass ich das Wort nur ungern verwenden möchte. Einen wesentlichen Anteil daran hat sicherlich Dawn Crosby, die den Songs eine so abartige Tiefe verleihen, dass klaustrophobische Vertonung wohl die bessere Wahl der Beschreibung ist. Es ist wirklich sehr erstaunlich, was für eine Wirkung die Frau auf diesem Album hat. Und trotzdem ist es ein leichtes dieses Album in eine Zeit zu verorten. Hier wird der typische 90er Flair zu Tage getragen. Experimentierfreudig. Kristallklar im Sound.

Ein Album zum hineinfallen lassen, aber nicht zum bequem machen.

Es ist gar nicht so einfach, die Gefühle, die man beim Hören hat zu beschreiben, ohne zu abstrus klingen zu wollen. Deswegen fallen mir diese Zeilen ungemein schwierig und ich kann jedem nur empfehlen, hier ein Ohr zu riskieren.

Hörbeispiele:
Red To Grey
Emily
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Re: Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100

Beitragvon Holger Andrae » Sonntag 21. April 2024, 00:02

Slough Feg:

An manchen Tagen meine liebste Slough Feg. Das Konzept ist supercool und über die Qualität der musikalischen Darbietung muss ich hier wohl wenig schreiben. Sicherlich spielt auch hier meine rosarote Brille im Ohr eine Rolle, denn Mike Scalzi (und auch der Rest der Truppe) is ein sehr angenehmer Geselle mit dem ich Ende der 90er mal einen extrem überraschenden Abend verbringen durfte.
"Traveler" zeigt die Band von einer aufgeräumt-rockigen Seite, was ich sehr cool finde. Der Umstand, dass es hier so etwas wie Balladen gibt, bei denen Mike vor allem gesanglich einiges zeigt, lässt das Album weit oben im internen Ranking landen.
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Re: Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100

Beitragvon Holger Andrae » Sonntag 21. April 2024, 00:08

Motörhead

"Orgasmatron" ist aus meiner Sicht eine außergewöhnliche Wahl, denn hier muss ich versuchen in dem Soundmatsch die tollen Songs zu finden. Dazu hatte ich jetzt knapp 40 Jahre Zeit. So richtig begeistert bin ich immer noch nicht nicht. 'Deaf Forever' hard-rockt so vor sich hin und dieser komische Percussion-Einsatz (was auch immer das für ein mechanisch klingendes Geräusch ist), ist ein bisschen nervig. 'Built For Speed' geht dann etwas mehr nach vorne los, lässt mich aber immer noch den mitreißenden Charme anderer Motörhead-Songs suchen. Ich muss zugeben, wenn ich Bock auf die Band habe, läuft diese Scheibe eher selten.
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Re: Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100

Beitragvon Pillamyd » Montag 22. April 2024, 12:33

Deine Meinung zu "Motörhead" finde ich nicht sonderlich überraschend. Es dürfte allgemein bekannt sein, welche Alben dir näher stehen. Aber das ist ja genau das was ich meine. Der Sound ist das Problem an dem Album. Gut, wenn man mit den Songs dann nichts anfangen kann ist, ist es noch einmal ein anderes Thema. Aber,
einn Vorteil hat die Band: Ich denke, die Auswahl ist so immens, dass da jeder seine Lieblinge herauspicken kann und es dabei nicht nach "falsch" müffelt.
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Re: Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100

Beitragvon Holger Andrae » Montag 22. April 2024, 12:41

Pillamyd hat geschrieben:Deine Meinung zu "Motörhead" finde ich nicht sonderlich überraschend. Es dürfte allgemein bekannt sein, welche Alben dir näher stehen. Aber das ist ja genau das was ich meine. Der Sound ist das Problem an dem Album. Gut, wenn man mit den Songs dann nichts anfangen kann ist, ist es noch einmal ein anderes Thema. Aber,
einn Vorteil hat die Band: Ich denke, die Auswahl ist so immens, dass da jeder seine Lieblinge herauspicken kann und es dabei nicht nach "falsch" müffelt.

Hahaha, ganz genau. Wenn ich das anderswo so bezeichnet habe, war das einer Unterversorgung an Kaffee zuzuschreiben.
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Re: Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100

Beitragvon Pillamyd » Montag 22. April 2024, 12:45

Nein, nein. Absolut nicht.
Bei einer solchen Diskographie ist die Sicht auf die Dinge wirklich spannend. Verschiedene Blickwinkel führen hier zu vielen Erkenntnissen. Ich liebs...
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Re: Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100

Beitragvon Pillamyd » Dienstag 23. April 2024, 10:21

Platz 64

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Red Hot Chili Peppers | Mohter's Milk
Genre: Funk Rock
VÖ: 1989

Wer ein bisschen aufmerksam ist, wird wissen, wie ich zu dieser Band stehe. Sie waren zumindest bei mir irgendwie schon immer präsent. Aber die Phase des richtigen Eintauchens begann mit dem 2006er Werk „Stadium Arcadium“. Das ging dann sogar so weit, dass ich die wirklich lesenswerte Biographie von Anthony Kiedis gelesen habe.

Mit eines der spannendsten Kapitel dürfte die Phase gewesen sein, in der dieses Album entstanden ist.

Die Band war innerhalb so dermaßen verdrogt, dass es regelmäßig zu Spannungen gekommen ist. Was zwar zuvor schon keine Seltenheit gewesen ist. 1988 starb dann Hillel Slovak an einer Überdosis. Es ist manchmal echt unangenehm zu lesen gewesen, was die Band sich alles angetan hat. Und das war ihnen auch (wenn auch nur für eine kurze Zeit) ziemlich bewusst. Vor allem war das auch dem damaligen Jack Irons bewusst, der die Segel strich, weil er das Ganze nicht mehr ertragen konnte. Und so begann ein neues Kapitel innerhalb der Band.

Nachdem man sich im Line Up ein wenig ausprobierte und unter anderem für eine kurze Zeit D.H. Peligro als Schlagzeuger anheuerte, wurde das ganze mit Chad Smith und John Frusciante ziemlich konkret.

Und man nahm ein ziemliches Feuerwerk auf. Waren die Alben zuvor noch recht wild und vom Funk und den Rap Passagen verwurzelt und geprägt. So sind auf diesem Album zum ersten Mal richtige Songstrukturen erkennbar. Vor allem im Gesang auch bemerkbar. Die Band öffnet sich einem weiten Publikum. Haben mit „Good Time Boys“ einen wahnsinnigen Stampfer der Nachhalt, „Higher Ground“ (ein Cover eines "Stevie Wonder" Songs) und „Knock Me Down“ (welches übrigens dem verstorbenen Slovak gewidmet ist) echte Hits drauf.

Das interne Karussell trägt dazu einiges bei. Frusciante, blutjung, zeigt hier erste Ansätze für das, was auf dem Nachfolger geschehen sollte. Irgendwo war einmal zu lesen das Frusciante sich nicht so wirklich austoben durfte. Klar, später war das deutlich mehr zu spüren, wer da am Werke ist. Ich finde aber trotzdem, dass man das dem Album nicht anhört. Smith beweist einen Punch, der seinesgleichen sucht. Die Band begibt sich außerhalb des Funks in klassische Rockgebiete, lassen die Gitarren teilweise metallisch klingen, wie nie zuvor.

Und gerade deswegen ist „Mother’s Milk“ für mich das rundeste Album der Band. Leichtfüßig, songdienlich aber immer noch mit einer großen Portion crazyness früherer Tage gesegnet.

Absolutes Sommeralbum.

Hörbeispiele:
Good Time Boys
Knock Me Down
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Re: Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100

Beitragvon frankjaeger » Dienstag 23. April 2024, 12:22

Hm. Kenne ich nicht. Sollte ich mal reinlauschen.
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Re: Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100

Beitragvon Pillamyd » Dienstag 23. April 2024, 23:08

Ich weiß zwar nicht, wie du sonst so zur Band stehst. Und ob du etwas von den alten Alben kennst.Du solltest vielleicht einen größeren Bogen um den Song "Magic Johnson" machen. Aber generell, darf man dieses Album kennen.
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Re: Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100

Beitragvon frankjaeger » Mittwoch 24. April 2024, 08:22

Ich mag die Peppers und habe fünf Alben, nur dieses hier nicht. Ist aber auf der Liste, möchte ich irgendwann im Regal stehen haben. Ich schaffe nur einfach nicht alles :grins:
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