Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100

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Re: Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100

Beitragvon Kenneth Thiessen » Donnerstag 9. Mai 2024, 13:24

Endlich kommt mal eine Band bzw. ein Album, zu dem ich etwas mehr weiß und schreiben kann ;)
DANZIG finde ich einfach nur faszinierend und da sprichst du ein paar sehr interessante und richtige Punkte an. Dieser minimalistische Sound, der hier gefahren wird, ist schon sehr spannend. Es gibt in dem Bezug keine Unklarheiten, alles ist transparent und das macht es für mich auch irgendwie reizvoll. Das Schlagzeug ist knackig und sehr direkt, was man gerade an dem von dir angesprochenen "She Rides" merkt, das für mich neben "Soul On Fire" der beste Song des Albums ist.

Glenn selbst ist natürlich mit seiner Stimme der Star der ganzen Geschichte und ich habe mich glücklicherweise nicht zu sehr mit seiner Person beschäftigt, sodass ich das hier alles relativ unbedarft hören kann. Die Lässigkeit in seiner Gestaltung, die du auch erwähnst, finde ich einfach unglaublich mitreißend. Auf diesem Album drückt er damit so viele verschiedenen Stimmungen aus, das ist schon ganz großes Kino, wie ich finde.

Bei der puristische Dunkelheit kann ich zum Teil mitgehen, stimme aber nicht ganz überein, weil ich finde, dass das mit metallischer Schwärze wenig zu tun hat, und da für mich eher diese bluesige Bedrücktheit, Melancholie, aber auch Aggressivität drin steckt. Vielleicht habe ich dich an dieser Stelle auch falsch verstanden, dann musst du mir aber nochmal genau erklären, was du mit puristischer Dunkelheit meinst. Vielleicht meinen wir ja auch das gleiche.

Wenn ich irgendwann eine Top 100 aufstellen sollte, wird DANZIG da auch sicherlich drin vorkommen, wobei ich dann die Qual habe, mich für eines der ersten vier (!!) Alben zu entscheiden, da ich die allesamt großartig finde und die Qualitätsunterschiede nur marginal sind. Zurzeit würde ich wohl zu "How The Gods Kill" tendieren, aber das kann sich von Tag zu Tag ändern.
Danke für den Beitrag, der mich daran erinnert hat, dass ich mal wieder DANZIG auflegen sollte!
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Re: Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100

Beitragvon Rüdiger Stehle » Donnerstag 9. Mai 2024, 13:53

Das DANZIG-Debüt ist natürlich ein großartiges Scheibchen, wie auch die beiden Nachfolger und die drei Vorgänger unter dem Bandnamen SAMHAIN. Nach der "How The Gods Kill" ließ es dann schon merklich nach, was aber nicht heißt, dass es danach keine guten Alben mehr gegeben hätte, und auch auf den schwächeren Alben keine guten Songs. Das Niveau der SAMHAIN-Trilogie und der ersten DANZIG-Trilogie hat er aber auf Albumdistanz echt nimmer erreicht.

Die wesentlichen Gründe, die gerade das Danzig-Debüt zum echten Klassiker machen, hast du umfassend genannt: Reduzierter, erdiger, groovender, pechschwarz-gruftiger Rock'n'Roll mit Evil-Elvis-Attitüde, dunkler Seele, hypnotischer, warmer Stimme und irre guten Songs. Das ist so ein Seelenstehler-Alben, wie es die PMRC damals gefürchtet hat. Unwiderstehlich!
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Re: Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100

Beitragvon Jens Wilkens » Donnerstag 9. Mai 2024, 13:57

Ich besitze nur die ersten drei Alben, die ich alle großartig finde. Ich kann mich noch genau daran erinnern, als das Debüt rauskam. Es stimmt, dass die Musik etwas Einzigartiges hat. Auch bei "puristischer Dunkelheit" bin ich dabei, denn gerade beim ersten Album ist der Begriff absolut zutreffend (auch das Artwork fängt das sehr gut ein). Einen großen Anteil hat wahrscheinlich Rick Rubin, der wie bei Johnny Cash, Trouble und Masters Of Reality auch Danzig den bestmöglichen Sound verpasst hat: klar, kraftvoll und mit viel Ausdruck. Wenn ich mich zwischen den ersten drei Alben entscheiden müsste, würde ich wohl "Lucifuge" wählen, aber das sind nur Nuancen. Da ich Elvis schon mit sechs oder sieben Jahren verehrt habe, kommt da wohl noch frühkindliche Prägung bezüglich des Gesangs hinzu, so dass Danzig später klar ins Beuteschema fiel.
Lieblingssongs des Debüts: 'Mother' und 'She Rides'.
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Re: Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100

Beitragvon Pillamyd » Samstag 11. Mai 2024, 13:04

Kenneth Thiessen hat geschrieben:Bei der puristische Dunkelheit kann ich zum Teil mitgehen, stimme aber nicht ganz überein, weil ich finde, dass das mit metallischer Schwärze wenig zu tun hat, und da für mich eher diese bluesige Bedrücktheit, Melancholie, aber auch Aggressivität drin steckt. Vielleicht habe ich dich an dieser Stelle auch falsch verstanden, dann musst du mir aber nochmal genau erklären, was du mit puristischer Dunkelheit meinst. Vielleicht meinen wir ja auch das gleiche.


Da hat mich wohl der Jens besser verstanden.
Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was du damit ausdrücken möchtest?

Denn, für mich sind das alles Attribute die eines eröffnen: nämlich, dass es mehrere Betrachtungsweisen auf etwas wie Dunkelheit gibt. Ich habe in keinster weise etwas von metallischer Schwärze geschrieben. Puristisch war der Ausdruck mit dem ich die Dunkelheit verwurstet habe. Da muss man einfach mal von der harten Gangart deiner Hauptspielwiese, an die ich glaube das du zu denken vermagst, hinwegsehen.

Das Debüt Album von "Black Sabbath" ist für mich auch puristische Dunkelheit und daran merkt man , dass das Genreunabhängig ist. Komischerweise nutzt du aber Attribute die da in jeder Hinsicht passen und ich als Unterpunkte aufnehmen würde, wenn die Überschrift "puristische Dunkelheit" hieße.
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Re: Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100

Beitragvon Kenneth Thiessen » Samstag 11. Mai 2024, 14:29

Pillamyd hat geschrieben:
Kenneth Thiessen hat geschrieben:Bei der puristische Dunkelheit kann ich zum Teil mitgehen, stimme aber nicht ganz überein, weil ich finde, dass das mit metallischer Schwärze wenig zu tun hat, und da für mich eher diese bluesige Bedrücktheit, Melancholie, aber auch Aggressivität drin steckt. Vielleicht habe ich dich an dieser Stelle auch falsch verstanden, dann musst du mir aber nochmal genau erklären, was du mit puristischer Dunkelheit meinst. Vielleicht meinen wir ja auch das gleiche.


Da hat mich wohl der Jens besser verstanden.
Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was du damit ausdrücken möchtest?

Denn, für mich sind das alles Attribute die eines eröffnen: nämlich, dass es mehrere Betrachtungsweisen auf etwas wie Dunkelheit gibt. Ich habe in keinster weise etwas von metallischer Schwärze geschrieben. Puristisch war der Ausdruck mit dem ich die Dunkelheit verwurstet habe. Da muss man einfach mal von der harten Gangart deiner Hauptspielwiese, an die ich glaube das du zu denken vermagst, hinwegsehen.

Das Debüt Album von "Black Sabbath" ist für mich auch puristische Dunkelheit und daran merkt man , dass das Genreunabhängig ist. Komischerweise nutzt du aber Attribute, die da in jeder Hinsicht passen und ich als Unterpunkte aufnehmen würde, wenn die Überschrift "puristische Dunkelheit" hieße.


Dann habe ich mich wohl falsch ausgedrückt. Die Verbindung zu "metallischer Schwärze" habe ich mir dann selbst irgendwie dazu gedacht, weil du das ja nirgendwo erwähnt hast. Aber dann stimmen wir ja im Großen und Ganzen überein, wenn du meine genannten Attribute als Unterpunkte zu "puristischer Dunkelheit" einordnen würdest.
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Re: Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100

Beitragvon Pillamyd » Sonntag 12. Mai 2024, 15:39

Ich weiß jetzt trotzdem nicht, warum du mir zunächst nicht zugestimmt hast.
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Re: Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100

Beitragvon lenbert » Sonntag 12. Mai 2024, 17:25

Pillamyd hat geschrieben:Der größte Hit der Band dürfte „Mother“ sein, den jeder schon einmal irgendwo zu Hören bekommen haben sollte. Das es aber noch besser geht, beweist das Album. Man muss es nur hören. Aber das Album ist nur so gespickt von Hits.


Bei mir überstrahlt "Mother" tatsächlich den Rest des Albums, der bisher noch keine großen Haken in meinen Ohren setzen konnte. Die düstere Lässigkeit gefällt mir, aber ich tue mich schwer damit, einzelne Songs zu benennen oder wie diese klingen. Daher liegt des Album jetzt wieder auf dem "Zu hören"-Stapel. Eventuell kann ich die Hits für mich herausarbeiten.
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Re: Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100

Beitragvon Pillamyd » Montag 13. Mai 2024, 09:24

lenbert hat geschrieben:
Pillamyd hat geschrieben:Der größte Hit der Band dürfte „Mother“ sein, den jeder schon einmal irgendwo zu Hören bekommen haben sollte. Das es aber noch besser geht, beweist das Album. Man muss es nur hören. Aber das Album ist nur so gespickt von Hits.


Bei mir überstrahlt "Mother" tatsächlich den Rest des Albums, der bisher noch keine großen Haken in meinen Ohren setzen konnte. Die düstere Lässigkeit gefällt mir, aber ich tue mich schwer damit, einzelne Songs zu benennen oder wie diese klingen. Daher liegt des Album jetzt wieder auf dem "Zu hören"-Stapel. Eventuell kann ich die Hits für mich herausarbeiten.


Es scheint mir so, als wäre der Sound hierbei die Mauer.

PS: die nächsten Plätze finden nicht mehr so schnell statt. Mein Geschreibe gefällt mir gerade nicht. Ich brauche etwas Pause.
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Re: Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100

Beitragvon Holger Andrae » Sonntag 19. Mai 2024, 23:51

DEATH

Es ist kein Geheimnis, dass ich das sehr mag. Das war allerdings keine Liebe aufs erste Ohr. Altersbedingt habe ich ja die Entwicklung der Band von Mantas-Demos in ganz schlechten Tape-Kopie-Versionen angefangen bis zuletzt hautnah erlebt. Habe damals sogar ein Brief-Interview mit Bill Andrews gemacht, welchem ein paar handschriftliche Zeilen von Chuck beigefügt waren, in denen er sich entschuldigt, gerade keine Zeit gehabt zu haben. Auf der Tour mit Anacrusis als Support hatte ich zufällig die Möglichkeit kurz mit Chuck zu reden, weil Kenn uns vorgestellt hat. Erstaunlicherweise kannte Chuck das Underground Empire. Das war eine ziemliche Überraschung für mich. Toller Typ!

Aber zurück zur Musik. Es gab Death-Album, an die ich mich heran tasten musste. Das wäre "Scream Bloody Gore", weil da etliche Demo-Rabauken fehlten und es auch nicht ruppig genug schien. Mit "Leprocy" und "Spiritual Healing" hatte ich gar keine Probleme. Liebe aufs erste Ohr. Als es dann technischer wurde, war ich zwar schon im Watchtower-Wahn, aber diese neue Ebene musste ich erst mal "verstehen". Dauerte nicht lange und währt bis heute, aber zuerst war ich etwas enttäuscht, da vermeintlich die Durchschlagskraft vermindert worden war. Heute weiß ich es besser.
Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
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Re: Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100

Beitragvon Pillamyd » Donnerstag 30. Mai 2024, 15:55

Platz 57

Bild
Exciter | Long Live The Loud
Genre: Heavy/Speed Metal
VÖ: 1985

Angefangen mit dem Intro, der die Epik auf die Spitze treibt, um dann mit einem Speed Fetzen zu zeigen, wer da am Werke ist. Die Band traut sich schon mit dem dritten Album etwas Neues.

„Long Live The Loud“ ist die perfekte Symbiose zwischen dem ungestümen Speed Metal der Band und dem doch recht klassischem Heavy Metal. Das Album besticht durch richtig gutes Songwriting. Dadurch wirkt das Album vielleicht etwas erwachsener als zuvor. Zumindest öffnet sich die Band etwas und lässt dem klassischen Heavy Metal etwas mehr Raum. Und trotzdem hält man wenig davon, sich durch diese Strukturen in die Enge treiben zu lassen. Die Band haut ordentlich auf den Putz, wie in „I Am The Beast“.

Was definitiv hervorsticht ist die Finsternis. Das Album klingt so dermaßen nach Tropfsteinhöhle, dass es auf den ersten Hör etwas entschleunigt klingt. Aber ich finde, dass der Sound dadurch sogar auf eine seltsame Art und Weise voluminöser klingt. Er verleiht den Songs das gewisse Etwas. Am besten zu erkennen, wenn man die Regler auf 10 stellt und „Beyond The Gates Of Doom“ laufen lässt. Eines der größten Songs der Band.

Dieses Album strahlt so ziemlich alles aus was ich am Metal der 80er so schätze.

Hörbeispiele:
Long Live The Loud
Beyond The Gates Of Doom
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