Mein musikalisches Jahr im Rückblick

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Re: Mein musikalisches Jahr im Rückblick

Beitragvon Jhonny » Freitag 4. Februar 2022, 17:43

Freut mich sehr, dass dir dieses (sehr starke) Album so zusagt.
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Re: Mein musikalisches Jahr im Rückblick

Beitragvon Havoc » Freitag 4. Februar 2022, 22:18

Ah. Helheim auf der 2. Nicht wirklich überraschend. Und die 1 musste nun DT sein. Hätte mich schon sehr gewundert, wenn die nicht in der Top 10 gewesen wären. Vorab hätte ich aber wohl auf Maiden 1 und DT 2 getippt. Nunja. Ich mag die neue DT ja auch, aber so richtig geflasht hat es mich dann letzten Endes doch irgendwie nicht.
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Re: Mein musikalisches Jahr im Rückblick

Beitragvon Pillamyd » Sonntag 1. Januar 2023, 17:33

Das ist schon ein wunderliche Macke meinerseits, irgendwann im Jahr plötzlich mit den Neuveröffentlichungen faul zu werden und die Liste gar nicht erst abzuarbeiten.
Vieles ist dieses Jahr rausgekommen. Alben die ich immer noch mag. Alben die mich enttäuscht haben oder einfach nicht so wirklich abholen konnte. Alben von denen ich mir mehr erhofft haben. Hinzukommt einfach, dass mich altes Zeugs einfach wieder mal viel zu sehr interessiert haben und ich mein Fokus auf Bands gelegt habe, die ich noch nicht kannte oder die ich unbedingt kennenlernen wollte ("Y&T" zum Beispiel).

Aber hier soll es ja um die Alben aus 2022 gehen. Da hat vor allem auch das vorangeschrittene Jahr noch so einige Perlen hervorgerufen. Alben die ich als vermeintliche Treppchen Kandidaten auserkoren hatte waren plötzlich keine mehr. Trotzdem war es zum Schluss gar nicht so einfach eine Top 10 zu erstellen. Aber anders als viele andere Jahre (ich glaube das letzte Mal ist sowas 2014 in ähnlicher Form passiert) war ich mir ziemlich schnell sicher, welche Alben mit Sicherheit nicht drin sind. Nicht mal in der Top 20. Aber genug geschwafelt. Ich möchte Anfangen und meine, zum Teil für mich selbst überraschende Top 10 Liste präsentieren. Für mich eines der stärksten Top 10 die ich bis hierher hatte. Ok, ich gebe zu mit etwas Schummelei, aber bei der Qualität ist das aber sicherlich egal.

Ab gehts!
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Re: Mein musikalisches Jahr im Rückblick

Beitragvon Pillamyd » Sonntag 1. Januar 2023, 22:07

Platz 10:
Headshot | Eyes Of The Guardians

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Mir ist die Scheibe zunächst im Soundcheck gar nicht aufgefallen. Ich muss auch zugeben, dass ich die Band zuvor auch gar nicht kannte. Aber das Teil lief in letzter Zeit recht häufig und dann musste die Scheibe her. Passiert höchst selten, dass ich Musik entdecke und so drauf steil gehe und auch erstmal hoch und runter höre, bevor ich das Album besitze. „Eyes Of The Guardians“ lief jetzt seit ein paar Tagen und da hat sich an meiner Meinung nichts geändert. Schöner schnörkelloser Thrash Metal, der das Rad mit Sicherheit nicht neu erfindet, aber trotzdem zwingend klingt. Das ist einfach toller Thrash Metal, der vor allem auch in den Soli sehr amerikanisch klingt, aber es schwingt auch immer eine ordentliche Portion Teutonenthrash mit. Die Sängerin der Band hat mich zum Beispiel auch einfach vollkommen überzeugt. Eben weil sie so tief singt. Ich hätte zunächst vermutet, dass das auf die Dauer eintönig klingen mag. Aber das Gegenteil ist der Fall. Es passt einfach wie die Faust aufs Auge zur Musik. Das ganze Album beweist, dass Einfachheit nicht immer gleichzusetzen ist mit Langweilig. Ganz im Gegenteil! Je öfter ich das Album höre, desto besser gefällt es mir. Ebenfalls ein riesenpluspunkt ist die Spiellänge. Das sind knackige Songs, die eine angenehme Länge haben und in den meisten Fällen unter 5 Minuten wissen was sie wann und wie zu sagen haben. Ein ziemlicher grower, der sich von hinten anschleicht und im Schatten ein immer größeren Umriss von sich zeigt.

Der Gitarrensound ist schön knackig und scheppert ordentlich durch die Boxen. Ganz großartiges Album! Für mich eines der Überraschungen des Jahres. Das muss ich einfach mit dem zehnten Platz würdigen.

Ein Song, der vermutlich zeigt, was ich meine mit dem „amerikanischen“ und der Portion deutschen Thrashmetals:

Scars Of Damnation
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Re: Mein musikalisches Jahr im Rückblick

Beitragvon Pillamyd » Montag 2. Januar 2023, 16:14

Platz 9:
Arena | The Theory Of Molecular Inheritance

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Lange hat es gedauert, bis das lange angekündigte Album auch endlich losgelassen wurde. Und dann dauert es in meinem Fall auch noch etwas mehr als 2 Monate nach Release, bis ich es endlich höre.
Ich war ja etwas enttäuscht als ich las, dass Manzi die Band verlässt.
Aber als es dann hieß, dass ab jetzt die Bühne frei für Wilson ist, war ich dann doch erfreut. Endlich wird man Wilson wieder auf einem Album zu hören sein. So ganz konnte ich mir aber noch nicht vorstellen, wie diese helle Stimme zu dem (für mich bisher dahin bekannten) eher düsteren Sound der Band passen würde.

Aber der erste Durchlauf lehrte mich schon eines Besseren. Meine Güte, und wie das passt!

So gern ich das letzte Album der Band auch mochte. „Arena“ hat eine ordentliche Schippe draufgelegt. Man hat das Gefühl die Band hat es laufen lassen, ohne zu verkopft an die Sache ranzugehen. Und das hört man dem Album an. Das Material auf diesem Album klingt viel befreiter. Luftiger, wenn man so will.

Zunächst gehörte in den ersten Durchläufe des Albums vor allem auch Wilson die gesamte Aufmerksamkeit. „Time Capsule“ ist ein wahrlich genialer Einstieg, der live bestimmt super ankommt und mitgesungen wird. Auch der zweite Song „The Equation (The Science Of Magic)“ ist so massiv zwingend. Wilson singt wie ein junger Gott. Diese Melancholie in dem Song, zieht mir jedes Mal die Schuhe aus. Der Song ist im Aufbau geprägt von typischen Neo Prog wie man ihn von der Band kennt. Leichter Versatz in der Rhythmik. Ein Aufbau, der sich über mehrere Refrains zieht und immer noch eine Schippe drauflegt. Der Gesang ab 04:50 Min., da schmelze ich dahin. So will man Wilson hören und es ist kaum zu fassen, dass er das auch noch so kann. Gesangstechnisch fühle ich mich an die Zeit zu „For The Journey“ erinnert. Da ziehe ich die Parallele zu der Melancholie, die auf beiden Alben herrscht. Trotzdem möchte ich das musikalisch gar nicht vergleichen. Sie haben halt den Sänger gemeinsam. Und ob man es glauben mag oder nicht, aber dieses Niveau zieht sich über das gesamte Album. Wenn man die Freude dann zugelassen hat und auch verarbeitet hat, dann stellt man fest, dass das auch musikalisch ganz großes Kino ist.

„The Theory Of Molecular Inheritance“ ist wirklich fantastisch geworden. Man mag der Band verzeihen, etwas länger gebraucht zu haben. Das Ergebnis stimmt in jedem Fall. Endlich wieder ein Album, in das man sich fallen lassen kann. Das hier ist handfeste Musik, die auf eigenes kompositorisches Können beruht. Kein Nacheifern vieler Prog Bands, aber auch keine modernen Modalitäten die viele heutige Prog Bands als Mittelpunkt der Musik nimmt und die Songs dazu komplett aus den Augen verlieren. Hier zählt ganz klar und eindeutig die Musik. Und die ist schlüssig, wundervoll komponiert, melancholisch in allen Bereichen. Eine Band, die ihren Sound fährt und sich dabei immer steigert und zwingende Songs liefert. Ganz starkes, ganz großartiges Teil.

Da ich nur eine Liveversion eines Songs gefunden habe, möge man da doch da bitte reinhören:
The Equation (The Science Of Magic) (Live)
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Re: Mein musikalisches Jahr im Rückblick

Beitragvon Jens Wilkens » Montag 2. Januar 2023, 17:27

Sehr gut beschrieben! Die aktuelle Scheibe von ARENA ist wirklich eines der stärksten Alben 2022. War ein gutes Jahr für Progger.
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Re: Mein musikalisches Jahr im Rückblick

Beitragvon Pillamyd » Dienstag 3. Januar 2023, 21:46

Dankeschön Jens!
Ja, allgemein war das Jahr dann doch nicht so zahm, wie ich irgendwann erst einmal dachte. Wie gesagt, zum Schluss hat das ordentlich angezogen.
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Re: Mein musikalisches Jahr im Rückblick

Beitragvon Pillamyd » Dienstag 3. Januar 2023, 22:10

Platz 8:
Nocturnal Triumph | Nocturnal Triumph

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Zufällige Entdeckungen sind doch meistens die Besten. Und so kommen wir auf Platz 8 zu "Nocturnal Triumph", die mich mit ihrem derweil dritten Album völlig aus den latschen gekippt haben. Wie das bei dem Label Amor Fati Production so üblich ist, gibt es kaum Infos zur Band. So dass man nur weiß, dass die Band aus Schweden kommt, und das hört man der Musik wie ich finde deutlich an.

Das fängt bei der typischen - aber melodischen - Raserei an und hört bei den gekeiften Vocals auf. Die wirbelsturmerzeugende Instrumente lassen eine apokalyptische Atmosphäre aufziehen, die mich direkt bei jedem Durchlauf packt. Atmosphärisch lässt mich das teilweise an die Wirkung der zweiten „Marduk“ erinnern. Die 8 bis 12 Minutenlangen vier Songs auf dem Album haben in der ganzen Raserei verdammt starke Melodien versteckt, die nach und nach ohne Mühe zum Vorschein kommen und eine wahnwitzige Wirkung haben. Die sind wirklich großartig und verleiten einen dazu dieses Album immer und immer wieder auflegen zu wollen. Man bekommt hier trotzdem schnörkellosen klassisch ausgerichteten Black Metal Stoff. Hier liegt die Kraft im Black Metal an sich. Gebündelt in vier Songs, dessen Länge man zu keiner Sekunde anmerkt. Mich hat schon lange kein Black Metal Album so gepackt wie dieses hier...

...und deshalb von mir den 8 Platz für dieses wunderbare Werk.

The Hammer Of Immateriality
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Re: Mein musikalisches Jahr im Rückblick

Beitragvon Nils Macher » Dienstag 3. Januar 2023, 22:35

Das habe ich mir mal auf die Merkliste geschrieben. Bei Amor Fati kommt viel gutes Zeug raus, vielleicht bestelle ich die beim nächsten mal bei Marius einfach mit 8-)
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Re: Mein musikalisches Jahr im Rückblick

Beitragvon Pillamyd » Dienstag 3. Januar 2023, 23:25

Ich schätze, du wirst es nicht bereuen :dafuer:

Ja, Amor Fati hat einiges interessantes Zeugs. Das erste was ich dort entdeckt habe ist "Arkhtinn". Ich sollte da eigentlich auch viel mehr bestellen.
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