Musikalische Erkenntnis des Tages

Hier geht es um das alles, was den Rocker / Metaller / Goth so bewegt.

Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Jhonny » Sonntag 7. September 2014, 21:40

mike hat geschrieben:Die hatte ich weg gelassen, weil ja nach Live-Alben gefragt wurde, die nachträglich nicht all zu sehr bearbeitet wurden.


wie viele alte Live-Alben wurden denn nicht stark nachbearbeitet?
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Rüdiger Stehle » Sonntag 7. September 2014, 21:43

Das hier ist ziemlich roh:

Venom "Eine kleine Nachtmusik"
https://www.youtube.com/watch?v=_Ns4lawr3iM
alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet.
Háv. 38
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Eike » Sonntag 7. September 2014, 22:20

Permafrost hat geschrieben:Die einzige Live-Scheibe, die ich höre, ist die Dire Straits Aufnahme Alchemy Live. ;D
Die ist vom Klangbild her ungewöhnlich "mild", finde ich. Ich wüsste kein anderes Album, das einen solchen Klang hat.
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon mike » Sonntag 7. September 2014, 22:30

Jhonny hat geschrieben:
mike hat geschrieben:Die hatte ich weg gelassen, weil ja nach Live-Alben gefragt wurde, die nachträglich nicht all zu sehr bearbeitet wurden.


wie viele alte Live-Alben wurden denn nicht stark nachbearbeitet?


Gerade bei alten Live-Alben wurde viel weniger nachträglich verändert, da dies bei analogen Aufnahmen viel schwieriger und aufwändiger war.
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Eike » Sonntag 7. September 2014, 23:09

Heute waren Musikerkenntnisse galore angesagt:

Ich habe heute wiederentdeckt, wie großartig ich das vermeintlich schlichte "Push The Button"-Album von CHEMICAL BROTHERS finde, und festgestellt, dass ich selten daran denke wie gut es ist, bis ich es tatsächlich höre, und dass diese Erkenntnis dann schnell wieder "wegrutscht".

Ich habe erkannt, was ich an den CHEMICAL BROTHERS so großartig finde:
Zum einen ist das etwas, das ich auch an JUDAS PRIEST großartig finde; nämlich, dass sie jeweils andere Stile großartig adaptieren können, sodass sie sich deren Stärken anverwandeln - oder im Falle der CHEM.BROS., wenn Gastmusiker im Spiel sind, ein Stück genau auf deren Stärken hin maßschneidern können -, dabei aber immer auch eine eigene Duftmarke setzen, die wie hintergründig auch immer alle ihre Werke wie ein feiner roter Faden durchzieht.
Zum anderen ist das aber auch etwas ganz anderes; nämlich die Kunst, aus vielen kleinen, schlichten, einfachen, klaren Elementen etwas mit großem Effekt zu schaffen, das eine magere, kristalline, fest konturierte Struktur hat, dabei mitunter fett und knallig und wuchtig wirkt, obwohl keine in sich komplexe Masse verbaut wird, wobei das tatsächlich Vorhandene dann aber bis ins Detail genau ausbalanciert und ausproduziert ist - wie bei der ligne claire im Comic oder beim Bauhaus in der Archtitektur.
Zudem spricht mich dieser im positiven Sinn "reduzierte aber polierte" Stil in genau dieser Kombination auch bei gut gemachtem Pop an; etwa die "perfektionistisch naiven" Arrangements bei NANCY SINATRA, mit denen die CHEMICAL BROTHERS-Stücke auch noch eine dritte Qualität gemeinsam haben, die ich sehr schätze: Nämlich, dass sie sofort "an" sind, also ohne Intros auskommen, um einen schon beim zweiten Hören sofort in die jeweils durch das Stück entworfene und innerhalb der nächsten wenigen Minuten nur noch näher ausgeführte Atmosphäre zu versetzen. (Und dass sich die Stücke dennoch nicht "abnutzen"/"totdudeln".)

Die letztgenannte Qualität ist auch diejenige, welche ein Stück oftmals erst zu einer idealtypischen Single (in Abgrenzung zu einem idealtypischen Albumstück) macht: Dass es auch ohne Kontext funktioniert.

Ich habe zudem erkannt, dass diese Qualität "sofort an zu sein", dieser blitzlichtartige Wiedererkennungseffekt, Musikstücke dazu prädestiniert, immer wieder in Filmen oder Fernsehbeiträgen "verwurstet" zu werden, da sie sich so leichter in deren Kontext einpassen lassen und auch in kurzen Ausschnitten, als Sample, funktionieren.

Ich habe erkannt, dass ich immer noch Leute damit verblüffen kann, auch Hip Hop zu hören. Anscheinend wirke ich ansonsten trotz meiner "word nerd"-Eigenschaft wie das Gegenteil eines Rap-Hörers.

Mir wurde nochmal bewusst(er), dass gute Filmscores zu erschaffen eine ganz eigene Art musikalischer Brillanz ist.

Ich habe ein bisschen an der Oberfläche meiner bisherigen Wahrnehmung von CLINT MANSELL, GARBAGE und SLIPKNOT kratzen können.

Mir wurde bewusst, dass Gavin Rossdale (BUSH) für mich der Prototyp einer bestimmten Männerstimmlage ist (BUSH, CREED, NICKELBACK, STONE SOUR/seltener: SLIPKNOT).

Ich habe erkannt, dass starke Musikvideos die weitere Musikwahrnehmung eines Songs, den man in dieser Verbindung erstmals kennengelernt hat, nachhaltig prägen können.

Wenn junge Menschen schon echte Musikfreaks sind, flasht mich das noch mehr als bei alten Hasen.
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Eike » Sonntag 7. September 2014, 23:10

Bonustrack:
Eike hat geschrieben:Musikerkenntnisse
Musik-Erkenntnisse sind nicht unbedingt Musiker-Kenntnisse.
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Jakob » Sonntag 7. September 2014, 23:20

Jhonny hat geschrieben:...


Auffällig: Neue Live-Alben spielen keine Rolle (die neueste ist 16 Jahre alt). Da habe ich nur wenige, und die, die ich habe sind weit weniger interessant als die älteren Alben.

Insgesamt sind Live-Alben für mich weit weniger interessant als Studio-Alben. Der Großteil ist unnötig.


Diesen Eindruck habe ich auch. Und daran spielt der Perfektions-Wahn eine nicht unbedeutende Rolle.
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Christian Schwarzer » Montag 8. September 2014, 00:51

Eike hat geschrieben:Musik-Erkenntnisse sind nicht unbedingt Musiker-Kenntnisse.

Schön gespittet. Apropos Word-nerd und so... ;-)
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Eike » Montag 8. September 2014, 09:17

:D
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Eike » Dienstag 9. September 2014, 23:31

Ich habe in den letzten 93 Tagen bloß 73 Alben gehört. oO
Was ist bloß los mit mir?
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