Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100

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Re: Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100

Beitragvon Pillamyd » Donnerstag 20. November 2025, 20:48

Martin van der Laan hat geschrieben:Das möchte man natürlich nicht so gerne schreiben, weil man in solchen Threads immrer gerne zustimmt und zujubelt. Aber wenn eine differenzierte Analyse eines jeden Titels den Urheber der Liste glücklicher macht, unabhängig vom Grad der Zustimmung zur Begeisterung, so soll er das bekommen.


Genau das ist es. Ich erwarte keine Meinungagleichheiten und ähnliche Jubelschreie, wie ich es hier pflege. Ich würde es durchaus begrüßen, wenn hier auch andere Sichtweisen und Kritik zum Tragen kommen würden. Ich habe immer die Hoffnung, dass sich daraus mehr ergeben könnte. Es kann nicht jeder alles mögen. Holger oder Frank erwähnen ja gerne auch mal, dass sie ein anderes Album gewählt oder vermutet hätten. Oder was gefällt oder was nicht. Das finde ich durchaus erfrischend. Es hat sich halt leider kaum was daraus entwickelt, was ich halt sehr schade finde. Ich gehe davon aus, dass die Musik die in den letzten 10 bis 15 Plätze durchaus gekannt werden können. Und wenn nicht, gibt es halt Songbeispiele die ich mitgebe. Ich verstehe halt nicht, warum man nicht wenigstens darauf eingeht. Die Songs im Forumspiel werden ja auch gehört. Ich finde halt hier werden Chancen vertann um darüber zu sprechen. Und da kommt man sich manchmal fehl am Platz vor.

Ich bedanke mich aber wirklich bei dir, weil mich dein zweiter Satz auch wirklich ganz arg freut.


Wenn ich es noch zeitlich packe gibt es heute vielleicht noch den zehnten und neunten Platz.
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Re: Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100

Beitragvon Pillamyd » Donnerstag 20. November 2025, 23:10

Platz 10

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Pur | Seiltänzertraum
Genre: Pop/Rock
VÖ: 1993

600.000 Mal ging die Platte in 3 Monaten über die Theke. Ein Jahr später wuchs die Zahl auf 1,2 Millionen verkauften Einheiten. 128 Wochen in den Charts, zeitweise mit 3 Alben gleichzeitig. Über eine Millionen Konzertbesuche bei 120 gespielten Konzerten zum Album. Beeindruckende Zahlen.

Ja, jetzt müssen ganz viele hier wahrscheinlich ganz stark bleiben. Aber eigentlich ist mir das völlig egal, denn ich werde die Wichtigkeit dieser Musik, was sie in mir auslöste und welchen Weg sie mir bereitete mit Sicherheit nicht verleugnen.

Als dieses Album rauskam, war ich 2 Jahre alt. Die Erinnerung? Nicht vorhanden. Mit dem aufgezeichneten Konzert in Heilbronn, dass 1994 rauskam, habe ich aber wunderbare Erinnerungen. Keine Ahnung wie oft ich das Teil in den Rekorder eingeworfen habe oder damals einwerfen ließ, weil ich das immer und wieder sehen wollte. Ich wurde wach damit und ich schlief damit ein. Daher kommt wohl die Faszination für die Musik im Allgemeinen und meine Begeisterung für Konzerte. Das erste folgte dann im damals noch unter dem Namen stehende Gottlieb Daimler Stadion in Stuttgart 1998. Ich kann mich noch daran erinnern, wie ich zum ersten Mal den Boden unter mir vibrieren spürte und ich meinen Vater ganz verdutzt angeschaut habe und er mir dann erklärte, Warum das auf einem Konzert so sei. Schnell habe ich mich dran gewöhnt. Ich saß ab dem Moment als die Band die Bühne betreten hatte, 3 volle Stunden auf den Schultern meines Vaters und muss das ziemlich heftig genossen haben.

Es folgten weitere Konzerte der Band über die Jahre, wie das heftigste Open Air Konzert, das ich bis heute erlebt habe. 2001 am Münsterplatz in Ulm. Bockelheiß. In der Spitze waren es 34 Grad. Die Feuerwehr holte sogar die Schläuche raus und spritzte große Mengen Wasser in die Luft, die uns für kurze Zeit abkühlen sollte. Vorbands und Band verteilten Wasserflaschen. Ich erinnere mich, dass es hieß das Konzert würde dann auch noch später starten, weil der Gottesdienst am heiligen Sonntag unbedingt beendet werden musste. Nun, aber genug von einschneidenden Konzerterlebnissen. Ihr merkt, da hängen viel Erinnerungen dran.

„Seiltänzertraum“ ist ein beeindruckendes Album. Zum ersten Mal hörte sich das produzierte Album auch an wie eines. Professionell bis zum Anschlag. Teilweise im Weltbekannten Nashville aufgenommen. In den Songs stecken so viele wunderbare Feinheiten drin, die mich auch heute noch begeistern und die mich immer wieder erinnern und freudig lauschen lassen. Die Band fand die richtige Balance zwischen Leichtigkeit und Anspruch. Die perfekte Symbiose für die Liveauftritte mit denen die Band zu Recht bekannt wurde. Aber auch, dass sich die Band an ein Thema ran wagte, wie es in „Noch Ein Leben“ der Fall war (einen wahren Bandnahen privaten Vorfall zu verarbeiten), ist schon etwas Besonderes in der Art. Der Titelsong zum Beispiel hat eine unfassbar starke Komposition mit viel groove, blubbernden Bass und einen wirklich starken Text. Insgesamt ist „Seiltänzertraum" das wohl gitarrenbetonteste Album der Band bis heute. Etwas fröhlicher und verspielter geht es dann in „Hey Du“ weiter. „Der Mann Am Fenster“ umfasst eines der wenigen Texte die Engler nicht geschrieben hat. Bis heute wohl der dritte Text den er nicht im Alleingang geschrieben bzw. übernehmen lies. Der Text zu dem Song stammt aus der Feder von Reinhard Mey, für den sie damals schon immer mal wieder Musik eingespielt haben. Was die Band da komponiert hat, ist so zielorientiert, atmosphärisch so passend. Ein richtig toller Song für blutrote Sommerabende. „Heimlich“ der die Geschichte einer Frau erzählt, die nur für die Familie lebt und selten an sich denkt und sich nach alten Zeiten zurücksehnt. „Nie Genug“ mit der für mich ebenfalls stärksten Komposition der Band mit gesetzter Kritik an die katholische Kirche und den eigenen Vorlieben und unstillbaren Sehnsüchten. Ich finde es genial, wie er den Faden zur Musik spannt, um auszudrücken, was einen Glücklich macht. Was er sich bei „In Dich“ gedacht hat, weiß ich nicht. Aber sowas ähnliches hatte er ein paar Jahre zuvor ja auch schon für Maffay geschrieben. Trotzdem ist es eine Stärke eines Texters wie Englers, mit solch Worten einen singbaren Text zu verfassen. „Tagverdrossen senkt sich dichter Schleier namens Nacht“. Er selbst beschrieb das auch mal selbst als verquastes Deutsch. Dass niemand so im normalen Alltag kommunizieren würde, sei ihm durchaus bewusst, es aber für die Sache absolut treffend fände und das ist absolut richtig. Den Mut zu haben, aber so über seine eigenes Schaffen zu sprechen, finde ich selbstbewusst und mutig. Das sind sicher alles beweise dafür, dass die Band mehr ist als „Lena“, „Freunde“ oder „Ein Graues Haar“.

Sicher, die noch zu Anfangszeiten spürbaren Art/Prog und Krautrock Einflüsse sind verschwunden. Aber die Band hat mit harter, über Jahre hinweg unbelohnter Arbeit, viel Livepräsenz eine ganz spezielle Eigendynamik und einen Signature-Sound der viel Anklang gen Mainstream stattfand entwickelt. Und eines dieser Ergebnisse…nein das erste vollkommen überzeugende Ergebnis war dieses Album. Vielleicht auch bis heute das Beste der Band. Die Band ist da angekommen, wo sie hinwollte, und der Rest war ein beeindruckender Selbstläufer. Die Band beschrieb einmal, dass es bis „Abenteuerland“ nie weniger wurde, gar immer mehr wurde. Immer höher ging, immer schneller wurde. Und das ist hörbar und spürbar. Ich würde nämlich trotz allem behaupten, dass da rein musikalisch trotz mancher überbordender Kritik des Kitsches und Schmalzes, sich einen hohen Anspruch erfüllte und die Band aus Vollblutmusiker besteht. Wer das verneint, ist nur auf bashing aus und das nehme ich sowieso nicht mehr für voll.

Und trotzdem werde ich nicht verneinen, dass die nächsten Schritte nochmal drastischer waren und spätestens ab 2012 deutlich angepasster wurden. Die Band erlebte 2015 einen neuen Aufschwung, ich möchte sagen einen zweiten Herbst. Die Musik wurde aber angepasster an den neumodischen Kram und wurde leider zu Teilen auch austauschbarer, auch wenn ich dann immer noch auf jedem Album 2 bis 3 Titel entdeckt habe, die ich gut finde, die aber live dann völlig übergangen werden. Hinzukommt, dass sich aber auch immer mehr Komponisten unter den Hauptsongwritern gesellten, die den typischen PUR Klang deutlich verwaschener klingen lies. PUR bekam so etwas wie eine von außen her wirkliche Anerkennung, dafür ging der Signature-Sound aber deutlich flöten. Auch ist der Vorwurf gar nicht einmal so unberechtigt, dass die Texte Englers, immer mehr eine Form angenommen hat, die einen direkteren privateren Bezug haben und dadurch im Gegensatz zu älteren Songs der Band, bei denen das sicherlich auch der Fall ist einfach gläserner wirken. Das Verquaste weichte immer mehr und leider berechenbarer. Ich wünsch mir tatsächlich ein so mutiges Album wie es noch 2003 der Fall war, das letzte Album, bei dem die Band wirklich Mut bewies und bei dem ich die Texte wirklich stark finde („Saz“, „Der Kreis“, „Letzte Ausfahrt“, „Leicht“).

Ich bin am Ende angelangt und bin mir ziemlich sicher, dass wer es bis hierhin ausgehalten hat, auch mal reinhören darf. Ich bin hier ziemlich abgeschweift, dessen bin ich mir bewusst. Aber wenn ich über diese Band spreche, dann versuche ich schon auch immer, der Lächerlichkeit der Abwertung gegenüber der Band zu entkräften. Das werde ich in diesem Leben nicht mehr hinbekommen, aber ich werde dessen aber auch überhaupt nicht müde. Im Grunde ist der Bund zur Band aber so stark, dass ich das automatisch mache und nicht aus dem Grund der Überzeugungsarbeit, auch wenn das so rüberkommen mag. Ich habe hier einfach sehr viele nostalgische Erinnerungen dran und die Band ist mir in vielerlei Hinsicht einfach unglaublich wichtig, obwohl ich sie in den letzten Jahren öfters einmal an mir vorbeikomponiert haben. Ich merke hier immer, dass ich sowas wie Guilty Pleasure schon auch quatsch finde. Das ist schon auch ein Teil meines Lebens und ich bin mir einfach ziemlich sicher, dass mein Musikinteresse nicht von ungefähr kommt. Aber ich wiederhole mich und das ist auch ein Thema für sich.

Ich lege die Band immer noch gerne auf und überlege tatsächlich nächstes Jahr mal wieder ein Konzert zu besuchen. Hier kann ich mir nämlich gut vorstellen, dass es dafür nicht mehr viele Gelegenheiten geben könnte. Der Hauptkomponist ist seit Jahren leider fies krank und tritt nur noch marginal auf. Und der Sänger hat wohl mächtige Arthrose und wirkte auf dem letzten Riesenkonzert auf Schalke nicht mehr so richtig agil.
Es wäre ein verdienter Ruhestand. Was bleibt sind viele Erinnerungen, auch live.

Hörbeispiele:
Seiltänzertraum
Nie Genug
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Re: Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100

Beitragvon Pillamyd » Donnerstag 20. November 2025, 23:29

Platz 09

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Bruce Springsteen | Nebraska
Genre: Folk-Fock (auf diesem Album)
VÖ: 1982


Die Geschichte zu diesem Album fasziniert mich, seitdem ich dieses Album kenne. Seit ca. 15 Jahren.
Was die Intention dieser Aufnahmen gewesen ist und was daraus geworden ist, gibt Aufschluss darüber was für ein Arbeitstier Springsteen ist und dass es für ihn seltsam wäre, wenn er bloß an einer Sache arbeiten würde.

Schlafzimmer, Gitarre, Mundharmonika, Mikrofon und Aufnahmegerät und natürlich ein Bruce. Das waren die Aufnahmebedingungen. „Nebraska“ so wie man es heute kennt ist eigentlich ein Demo, welches für die Aufnahmesessions zum nächsten Album „Born In The U.S.A.“ dienen sollte.

Es gibt also auch Material, dass auf dem 1984er Album landeten. Die eigentliche Grundstimmung lies sich aber nur schwer umsetzen, so dass Springsteen sich dazu entschied die Songs in ihrer Urform so zu belassen wie sind. Das rockige „Born In The U.S.A“ in seiner ursprünglichen Form ist schon sehr interessant, wäre aber nie und nimmer ein so rubelrollender Stein gewesen. Im Laufe der Jahre wurden Songs des Albums auch immer wieder in seiner rockigen Version live gespielt. „Johnny 99“ zum Beispiel. Und seit ein paar Wochen, gibt es die Deluxe Version bei dem das gesamte Album auch in einer Electric Version erhältlich ist. An die Urform kommt es nicht ran. Aber ist im Kontext zur Entstehung einfach ein spannendes Zeitdokument.

Die Entscheidung die Songs in dieser Form zu belassen, ist die Beste die Springsteen treffen konnte. Ein unfassbares intimes Album, dass einige persönliche Texte beinhaltet, wie zum Beispiel „My Father’s House“. Aber auch sozialkritische Texte beinhaltet. Springsteen singt vom Leben, vom Rand der Gesellschaft, von heftiger Kriminalität, wie in "Nebraska“. Ein Song der inspiriert von dem 1973er Film Badlands isf, der selbst auch auf einer wahren Geschichte basiert. Wahrlich schwere Kost, die in folkigen kleinen Musikstücken verpackt werden.

Ein Song wie „Highway Patrolman“ ist wohl die sinnbildlichste Charakteristik dieses Albums. Es erzählt die Geschichte eines Polizisten Namens Joe und seinem draufgängerischen Bruder Franky, der seitdem er aus dem Vietnamkrieg nur in Schwierigkeiten begibt. Eine kleine, traurige und nachdenkliche Geschichte über jemand der seinen Job sehr ernst nimmt, sich aber scheinbar von Dilemmatas umringt fühlt, weil er seinem Bruder ständig den Arsch rettet, bis es zu einem traurigen Höhepunkt kommt. Übrigens auch ein Song, dass auch als Vorlage für den Film „Indian Runner“ von Sean Penn diente. Selbst JOHNNY CASH hat den Song einmal gecovert.

Ich könnte jetzt jede Geschichte die Springsteen auf diesem Album verarbeitet in seitenlangen Absätzen aufgreifen. Aber dann würde ich einiges vorwegnehmen. Andererseits hätte es dieses Album verdient eine so ausführliche „Besprechung“ zu bekommen.

Dieses Album ist musikalisch gesehen keine große Herausforderung. Aber in der Kombination mit den Texten, zahlt sich die Minimalität in Musik aus und untermalt diese melancholisch, dunklen Texten. Diese nasskalte Grundstimmung lässt erahnen, warum das Album nach diesem Bundestaat benannt wurde, und führt politisch auf ein Thema zurück wie sie in „Johnny 99“ behandelt wird.

Die Biografie „Born To Run“ gibt noch ein wenig mehr Aufschlüsse über die Texterei und des Musikschreibens, über die Beziehung zu seinem Vater zu seinem Umgang mit der Band. Über die Volksnähe und Bezug auf die Gesellschaft, den Leuten die sich nicht gehört fühlen, eben das Gefühl zu geben gehört zu werden. Ganz ohne flachen Populismus, mit viel Erzählkultur ohne diesen wahnsinnigen hasserfüllten Zeigefinger, wie es sonst überall der Fall ist und nicht aktueller den je sein könnte. Über die Jahre hinweg wurde Springsteen konkreter, wie zum Beispiel auf seiner letzten Tour. Der Weg dahin war ein langer, aber er hat dabei nie sein Gesicht verloren oder wurde ausartend.

Und obwohl er eine Reihe von 10 von 10 Alben zu dieser Zeit rausgebracht hatte, so ist „Nebraska“ wohl das Album, Welches ich am meisten gehört habe.

Hörbeispiele:

Highway Patrolman
My Father's House
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Re: Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100

Beitragvon Pillamyd » Freitag 21. November 2025, 00:14

Loomis hat geschrieben:Also ich rechne auf jeden Fall noch mit was von PUR. Außer das wäre das eine Album das Du vergessen hast...


8-)
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Re: Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100

Beitragvon Loomis » Freitag 21. November 2025, 17:43

Zu Pur:
Du hast es ja schon angedeutet, ein gewisse Häme klingt immer wieder durch, wenn Leute über Pur reden. Die ist aber völlig unangebracht. Pur haben sich über Jahre den Status den sie ab den 90ern dann irgendwann erreicht hatten hart erarbeitet.

Und musikalisch ist das alles vom Niveau weit oberhalb des meisten was so an Popmusik kommt. Ich kenne ja nun ehrlich gesagt auch nicht allzuviel von Pur, aber den Song Abenteuerland finde ich schon sehr stark. und Wenn Du da bist hat mich auch sehr geflasht, als die Geburt meiner Tochter kurz bevor stand.

Rudi Buttas ist ein guter Gitarrist. Seine komplett grüne Signature-Gitarre von Ibanez war damals schon ein echter Hingucker. Der Gitarrist der Ulmer Thrasher RAW ENSEMBLE hatte übrigens mal so eine (das nur am Rande).

Pur kennengelernt habe ich übrigens in den 80ern. Da lief im Fernsehen - ich glaube auf Bayern 3 - immer eine Musikshow in der neue Bands und Sänger/innen vorgestellt wurden (neben Pur kann ich mich an einen damals hier noch recht unbekannten Italiener namens Eros Ramazzotti erinnern).
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Re: Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100

Beitragvon kingdiamond » Freitag 21. November 2025, 18:07

Pillamyd hat geschrieben:Platz 10

Pur | Seiltänzertraum


Musikalisch so rein gar nicht meine Baustelle.
Ich kenne glaub ich nur die Lieder „Abenteuerland“ und „Hör gut zu“. Furchtbar! Durchgenudelt.

Neulich auf der Betriebsfeier spielte die Band ein Lied. Irgendwas mit „Lena“. Ich hab steif und fest behauptet, die singen nen falschen Text auf das Lied „Hör gut zu“. Dann erklärte mir ein Kollege, dass das ein anderes Lied als „Hör gut zu“ sei… so viel zum Thema ich und PUR.
Fazit: hoher musikalischer Wiedererkennungswert, mehr als 1 Lied braucht es in meiner Welt aber nicht! :grins:


Positive Verknüpfung mit der Band:
In meiner Lieblingsbuchreihe „Hartmut und Ich“ (Oliver Uschmann) gehen Hartmut und Ich mit einigen Vorurteilen im Gepäck auf ein PUR-Konzert. Man munkelt, Hartmut verdrückte ein paar Tränchen der Rührung bei Selbigem. :)


Mehr kann ich zur Platzierung leider nicht beitragen.
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Re: Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100

Beitragvon Pillamyd » Freitag 21. November 2025, 20:16

Loomis hat geschrieben:Zu Pur:
Du hast es ja schon angedeutet, ein gewisse Häme klingt immer wieder durch, wenn Leute über Pur reden. Die ist aber völlig unangebracht. Pur haben sich über Jahre den Status den sie ab den 90ern dann irgendwann erreicht hatten hart erarbeitet.

Und musikalisch ist das alles vom Niveau weit oberhalb des meisten was so an Popmusik kommt. Ich kenne ja nun ehrlich gesagt auch nicht allzuviel von Pur, aber den Song Abenteuerland finde ich schon sehr stark. und Wenn Du da bist hat mich auch sehr geflasht, als die Geburt meiner Tochter kurz bevor stand.

Rudi Buttas ist ein guter Gitarrist. Seine komplett grüne Signature-Gitarre von Ibanez war damals schon ein echter Hingucker. Der Gitarrist der Ulmer Thrasher RAW ENSEMBLE hatte übrigens mal so eine (das nur am Rande).

Pur kennengelernt habe ich übrigens in den 80ern. Da lief im Fernsehen - ich glaube auf Bayern 3 - immer eine Musikshow in der neue Bands und Sänger/innen vorgestellt wurden (neben Pur kann ich mich an einen damals hier noch recht unbekannten Italiener namens Eros Ramazzotti erinnern).


Ja, an die giftgrüne Ibanez erinnere ich mich auch gut. Ich glaube sogar, dass er früher auch ab und an auch die Petrucci Signature gespielt hatte. Sein erstes Soloalbum ist super, auf dem ja auch neben Michelle Young und David Hanselmann auch Michael Sadler zu hören ist.

Interessant, gerade auch was du zu "Wenn Du Da Bist" erzählst, höre ich in der Form nicht zum ersten Mal. Und so gibt es aber immer wieder Geschichten zur Band.
Haha, ich wollte schon fragen ob es der bekannte Auftritt mit dem Song "Irene" war, bei der sich der Sänger als Hausfrau verkleidet und der Schlagzeuger auf alte Kochtöpfe rumhämmert. Aber das war wohl aus dem Gedächtnis heraus eine SWR Produktion. Ich hätte die Band früher echt schon gerne auch on den 80ern erlebt. Da sind sie ja schon auch die Mammuttour gefahren. Haben in amerikanischen Klubs 5 Stunden gespielt, in irgendwelchen Location Diners Music gespielt (was auch immer das sein soll) und eben durch die Lande gefahren. Unter anderem um ihre ersten zwei Produktionen zu zahlen. Hartmut hat sogar mal die Synth Umhänge Korg für einen Fenrseherauftritt für von David Hanselmann geschwungen, da war er noch gänzlich unbekannt und stand mit seiner Band kurz vor dem Plattenvertrag David Hanselmann. - Frontline. Der ja ebenfalls eine Größe in der deutschen Musiklandschaft ist, war und in den 90er und frühen 2000er Jahren mit Pur als einer von 3 oder vier Gastmusikern mit der Band auftrat und auf Tour war.

Übrigens auch kleine feine Notiz. Den Plattenvertrag haben sie beim Bundesrockfestival 1986 gewonnen bei dem unter anderem auch SUDDEN DEATH mitgemacht hatten und Heinz Rudolf Kunze saß damals in der Jury. Diese Vinyl suche bis heute: https://www.discogs.com/de/release/5833577-Various-Deutscher-Rockpreis-86-Bundesrockfestival-1986?srsltid=AfmBOoroSoqg--sLgBtl1jI6OdhqNjCF7hWJhuIIGqRTo_rqCNSQyk68
Ebenso war die Connection wohl damals auch schon so groß, dass Hartmut auch mal bei einer Heavy Metal Band Namens GATOR die Backing Vocals übernommen hat Gator - Priests Of Voodoo. Das war 1982.
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Re: Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100

Beitragvon Pillamyd » Freitag 21. November 2025, 20:24

Durchgenudelt kann ja nur etwas sein, was man ständig hört ;-)
Eine gute Komposition bleibt eine gute Komposition.

Ansonsten kann ich mich nur aus dem Text zitieren:

Pillamyd hat geschrieben:Das sind sicher alles beweise dafür, dass die Band mehr ist als „Lena“, „Freunde“ oder „Ein Graues Haar“.
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Re: Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100

Beitragvon kingdiamond » Freitag 21. November 2025, 21:55

Pillamyd hat geschrieben:Durchgenudelt kann ja nur etwas sein, was man ständig hört ;-)
Eine gute Komposition bleibt eine gute Komposition.


Unter dem Dach meiner Eltern lief in meiner Kindheit immer MDR1 Radio Thüringen… sorry, ich kenn nahezu jeden Schlager bis Mitte/Ende der 90er. Und PUR ist nunmal eine Schlager-Band.
Vermutlich kenne ich sogar unbewusst mehr Songs von denen als ich aktuell glaube.

Das Kapitel Schlagermusik ist für mich aber ein für alle Mal beendet. Zu viel damals für wahrscheinlich 3 Leben gehört. Furchtbare Musik.
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Re: Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100

Beitragvon Pillamyd » Freitag 21. November 2025, 22:01

kingdiamond hat geschrieben:Und PUR ist nunmal eine Schlager-Band.


:)
Aber die Thematik ist so alt wie sonst was.

Im Endeffekt ist es mir egal, wie es abgetan wird. Ich weiß, dass es eben nicht so ist. Zeigt mir nur, wie wenig man sich befasst und abstempelt bloß weil das böse, böse Radio einem irgendwas in den Kopf setzt.
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