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von Loomis » Samstag 22. November 2025, 23:06
Judas Priest - Stained Class Sehr geil! Auch wenn ich bei den 70er-Priest einen besonderen Narren an der Killing Machine gefressen habe, so ist Stained Class mit Exciter, BTROD und weiteren natürlich zurecht ein Klassiker.
Und jetzt muss ich auch Martin etwas widersprechen: Ich sehe nicht, wieso Priest in den 70ern irgendwie Hausmannskost hätten sein sollen. Die bewegten sich damals nämlich mitnichten in starren Heavy Metal-Grenzen sondern haben sie selbst erst erweitert. Nicht ohne Grund wird der Song Exciter von Bands wie Metallica, Anvil oder - nun ja - Exciter als bahnbrechend und großer Einfluss genannt. Und was Experimentierfreudigkeit und stilistische Bandbreite angeht, brauchen sich die 70er-Priest vor niemandem zu verstecken.
Bei Don't Break The Oath sind wir uns aber wieder einig, dass die grandios ist.
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Loomis
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von Havoc » Sonntag 23. November 2025, 01:09
Loomis hat geschrieben:Sehr geil! Auch wenn ich bei den 70er-Priest einen besonderen Narren an der Killing Machine gefressen habe
Oh ja. Das denke ich auch immer, wenn ich die "Killing Machine" auflege. Die geht immer ein wenig unter, obwohl die super geil ist. "Stained Class" zähle ich aber auch zu den besten Alben von Priest. Ganz tolles Album. Der riesengroße MF-Fan war ich ja bisher nicht. Aber dieses Album habe ich und es ist auch toll. Und ja. Das Artwork ist auf jeden Fall eines der ikonischsten unter den Ikonischen.  Bei dem Artwork der "Stained Class" muss ich übrigens immer an Terminator 2 denken. 
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Havoc
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von Martin van der Laan » Sonntag 23. November 2025, 01:49
@Loomis: Die Pionierleistung von PRIEST bestreite ich nicht. Das war in den 1970ern ganz sicher bahnbrechend und innovativ. Deshalb ist dieser Sound ja vor vielen Jahren Szene-Standard geworden. Auch Kartoffelsalat mit Würstchen war irgendwann mal innovativ. Jetzt isses halt Hausmannskost. Eigentlich immer irgendwie gut, löst aber eben in der Regel keine Begeisterungsströme mehr aus. Bei mir zumindest nicht. Bei den Liebhabern von Hausmannskost schon. Und so weiter...
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Martin van der Laan
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von Pillamyd » Sonntag 23. November 2025, 12:02
Martin van der Laan hat geschrieben:PUR ist so ein Fall, wo ich rational ganz viele Punkte aufzählen kann, warum das gute und wichtige Musik ist, aber trotzdem Ganzkörperkrämpfe kriege, wenn ich es anhören muss. Ich glaube, dass gerade in der Jugend bestimmte Triggerpunkte entstehen, die man nie wieder los wird. Was es genau ist bei mir, weiß ich gar nicht, aber offenbar geht es vielen so, dass sie PUR entweder lieben oder nicht ertragen können. PUR, BAP, Wolfgang Petry... das ist alles so meta-normal, immer genau richitg temperiert für den Massengeschmack, sogar die Sozialkritik, alles wohl dosiert und der Mitsingpart kommt, bevor es weh tut. Mir fehlt da komplett das Magische, Unberechenbare, Doppelbödige, das ich an Musik und an Kunst insgesamt liebe. Und wenn schon einfach gestrickt, dann doch lieber Hymne und Metal-Pathos, bis zu einer gewissen Schmerzgrenze auch hier, HAMMERFALL ist gerade noch so okay. Ich kann die PUR-Menschen in der PUR-Welt gut verstehen, mamchmal beneide ich sie sogar um ihr Mindset. Aber meine Prägung und Sozialisation verwährt mir den Zutritt zu dieser Welt. What can I do....!?
Das ist eine Sichtweise, die ich ja auch versucht habe miteinzubauen. Also, dass es die Kritik gibt. Und das ist ja auch völlig in Ordnung. Es ist mit Sicherheit so, dass das leichtverständliche Musik ist, wenn man den lyrischen Aspekt in den Vordergrund stellt. Eines will ich trotzdem nicht unerwähnt lassen, weil die Band eben auch in meiner Liste vertreten ist. BAP würde ich da mal außen vor lassen, weil ich das nochmal verschachtelter finde und das meine ich nicht nur wegen der kölschen Sprache. Ein Aspekt ist auch immer noch, dass die deutsche Sprache sich wohl schwierig zu singen lässt, was für mich ebenfalls noch ein Argument ist. Neben anspruchsvoller Musik, die ich in der Musik bei Pur finde und sehe, sind es die zu singenden Auf und Abs, den man in einem Song wie "Abenteuerland" wiederfindet. Gerade zum Ende hin. Ich finde das halt auch technisch ansprechend. Daraus einen deutschen Hit zu machen, der eigentlich auch viel zu lang fürs Radio und Airplay ist, spricht für mich eben fürdie Band. Da meine Interessen so breit gefächert ist, finde ich da vielleicht auch weniger Kritik. Muss ich schon zugeben. Aber ja, ich will mich bedanken für diese Sichtweise, die ich völlig verständlich finde. Danke!
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von Pillamyd » Sonntag 23. November 2025, 12:13
Martin van der Laan hat geschrieben:Aber jetzt wird es auch musikalisch wieder spannend für mich hier! Zu JUDAS PRIEST habe ich nicht allzu viel zu sagen, das ist halt Spaghetti mit Tomatensauce, very basic, immer wieder gut, fühlt sich nach zuhause an. Aber wie heißt es so schön: "Desire is about what you want, not about what you need." Ganz anders MERCYFUL FATE. Mitte der 1980er lebt der Heavy Metal zum ersten Mal so richtig kreativ und bunt auf und mit einem Mal ist Platz für so schräge Vögel wie den KING und seine Truppe, allesamt exzellente Musiker, die aus dem starren Heavy-Metal-Konzept ausbrechen wollen. Hier wird das Beste von SABBATH, MAIDEN und PRIEST zusammengefügt und auf eine neue Stufe gehoben, ästhetisch natürlich von ALICE COOPER inspiriert, in einem schrillen und unverkennbaren knackig harten Klangbild. Mit dieser Art von Alben wurde Heavy Metal als Genre für mich persönlich erst richtig interessant. Ich habe mich ja als Kind schon sehe früh sehr intensiv für Musik interessiert und bin eher von der Klassik zum Metal gekommen als umgekehrt.
So basic finde ich das nicht. Das ist ein Wahnsinniger Vorreiter, für das was du in den 80ern als kreativ und bunt ansiehst. Ich fühle da selbiges für die 70er. Da tue ich mich etwas schwer. Und trotzdem hast du recht, wenn du sagst, wie kreativ und bunt die 80er Von der Klassik zum Metal klingt ja erst einmal wie ein progressiver Werdegang Lief daheim viel Klassik? Das war bei mir leider nicht der Fall. Ich habe mich für Klassik erst interessiert, als es zum Lehrstoff gehörte und habe mich viel mit Bach beschäftigt. Ich muss aber leider zugeben, dass ich da irgendwann den Anschluss verpasst habe und das ärgert mich bis heute noch. Heute sehne ich mich manchmal danach, aber ich finde in der ganzen Musik kaum Zeit für die Klassik. Und manchmal habe ich Schwierigkeiten. herauszufinden, was ich mir da denn holen könnte. Die Meinungen gehen da ja auch so weit auseinander wie nur möglich.
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von Pillamyd » Sonntag 23. November 2025, 12:18
Loomis hat geschrieben:Judas Priest - Stained Class Sehr geil! Auch wenn ich bei den 70er-Priest einen besonderen Narren an der Killing Machine gefressen habe, so ist Stained Class mit Exciter, BTROD und weiteren natürlich zurecht ein Klassiker.
Und jetzt muss ich auch Martin etwas widersprechen: Ich sehe nicht, wieso Priest in den 70ern irgendwie Hausmannskost hätten sein sollen. Die bewegten sich damals nämlich mitnichten in starren Heavy Metal-Grenzen sondern haben sie selbst erst erweitert. Nicht ohne Grund wird der Song Exciter von Bands wie Metallica, Anvil oder - nun ja - Exciter als bahnbrechend und großer Einfluss genannt. Und was Experimentierfreudigkeit und stilistische Bandbreite angeht, brauchen sich die 70er-Priest vor niemandem zu verstecken.
Bei Don't Break The Oath sind wir uns aber wieder einig, dass die grandios ist.
Oh ja, an dieser Stelle hätte auch einfach alles davor stehen können, also zurück bis einschließlich zu "Sad Wings...". Die "Killing Machine" besticht für mich durch ihre Simplizität und ist für mich eigentlich im Zusammenschluss mit der Härte der "Stained Class" die logische Konsequenz für "British Steel".
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von Pillamyd » Sonntag 23. November 2025, 12:25
Martin van der Laan hat geschrieben:@Loomis: Die Pionierleistung von PRIEST bestreite ich nicht. Das war in den 1970ern ganz sicher bahnbrechend und innovativ. Deshalb ist dieser Sound ja vor vielen Jahren Szene-Standard geworden. Auch Kartoffelsalat mit Würstchen war irgendwann mal innovativ. Jetzt isses halt Hausmannskost. Eigentlich immer irgendwie gut, löst aber eben in der Regel keine Begeisterungsströme mehr aus. Bei mir zumindest nicht. Bei den Liebhabern von Hausmannskost schon. Und so weiter...
Hätte ich vorhin mit einbauen können und habe es leiderüberlesen. Aber ohne spaß, finde ich diesen Text sehr aufschlussreich, in dem Sinn, wie du Musik hörst. Das macht manches nachvollziehbarer. Liegt vor allem daran, dass wir im Spiel ja manchmal ziemlich konträr platzieren und ich manchmal schon vor großen Fragezeichen stand. Aber ich habe das Gefühl, es damit besser zu verstehen, weil so verständlich ausgedrückt. Sehr cool 
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von Pillamyd » Sonntag 23. November 2025, 12:29
Kenneth Thiessen hat geschrieben:Danke für den Text zu MERCYFUL FATE. Als ich angefangen habe, mich mit der Band zu beschäftigen, war für eine lange Zeit erstmal das Debüt mein Favorit, doch mittlerweile hat der Zweitling dieses abgelöst, warum genau, weiß ich auch nicht, aber es könnte sein, dass der Song 'The Oath' ausschlaggebend gewesen ist. Der gehört für mich unangefochten zur absoluten Spitze des klassischen Heavy Metals und verkörpert ziemlich gut, was dieses Genre ausmacht. Ansonsten ist natürlich auch jeder andere Song hier ein Volltreffer!
Auch hier keine leichte Entscheidung für die Albumwahl. Es dürfte aber selbstverständlich sein, dass "Melissa" ebenfalls hier hötte stegen dürfen. Aber egal ob KING DIAMOND oder MERCYFUL FATE. Ein wirklich richtig schwaches Album gibt es nicht. Weniger iknoisch, ja. Aber schwach, nein!
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von Pillamyd » Sonntag 23. November 2025, 23:14
Zum Abschluss der Woche poste ich nachher noch einen Platz. Dann geht es aber erst in ein paar Tagen weiter.
Zum Abschluss, weil mich das die Tage sehr gefreut hat: Ein fettes Danke für die doch vielen Kommentare, genau so hatte ich mir das eigentlich immer gewünscht.
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