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Brot und Spiele für den Powermetal.de-User: große Projekte der Community und umfassende Forenspiele finden hier ihren Platz
von Martin van der Laan » Mittwoch 7. Februar 2024, 20:09
OMG... eine Gruppe, die mich zu Tränen rührt: vor Freude und vor Gram geniale Songs auf hintere Plätze verweisen zu müssen. 01. Helloween - Ride the Sky Einer der besten Heavy Metal-Songs aller Zeiten. Was bin ich zu dem Teil schon abgegangen, immer und überall. Göttlich!! 02. Omen - Warning Of Danger Steht für mich persönlich auf einer Stufe mit 'Ride The Sky'; war halt nie so prominent und live präsent wie HELLOWEEN, daher erreicht der Song nicht denselben Partyfaktor-Wert. Aber musikalisch für mich ebenbürtig. Diese beiden Songs vereinen mächtig viel von dem, was ich an Metal so liebe! 03. Paul Simon - Diamonds on the Soles of Her Shoes Das muss ich vielleicht erklären. In meiner Welt jenseits des Heavy Metal spielt Paul Simon eine ganze besondere, wichtige Rolle. Für mich einer der größten Singer/Songwriter aller Zeiten. Auch diese besondere Affinität zu Ethno/Folkore hatte ich schon als Kind (argentinischer Tango, Drums of Japan!), und dann kam "Graceland", da war ich 12, ich habe geheult vor Freude beim Hören dieses Albums. Heute bin ich tiefer in die Materie vorgedrungen und habe die afrikanischen Originale kennen und lieben gelernt. Ist einfach eine ganz andere Welt als Heavy Metal. Ich mag meine Schizophrenie und stehe dazu.  04. Guns'Roses - Paradise City Ein ganz großer, wunderbarer Song, der meine Jugend begleitet hat. Beim jeden Hören bin ich immer wieder erstaunt, was da alles drin steckt unter dem Plakativen. Ich bin ein großer Fan von "Appetite For Destruction". Mit etwas weniger Enthusiasmus auch von dem "Use Your Illusion"-Doppelpack. 05. Mercyful Fate - Melissa Dieses großartige Song hätte eigentlich einen ersten Platz verdient. Und dann endet er in dieser unglaublichen Gruppe. Was soll ich sagen, ganz wunderbar und wegweisend, 10 Punkte auch hier. 06. Diamond Head - Am I Evil? Einer der besten und großartigsten Songs der NWOBHM, tatsächlich habe ich Jahrgang 1974-Ignorant den als METALLICA-Cover kennengelernt. Mea culpa. Das Original ist eine Macht! Auch 10 Punkte. 07. Tygers Of Pan Tang - Slave To Freedom Tja, und dann endet eine Nummer vom tollen "Wild Cat"-Album der TYGERZ auf Platz 7. Life's a bitch sometimes. 08. New Model Army- 51st state Ich mag NEW MODEL ARMY. Punkt. 09. Ozzy Osbourne - Revelation (Mother Earth) Tja, OZZY solo... viele Höhen und Tiefen. Das hier ist definitiv nicht meine Wellenlänge 10. Motörhead - Dancing on Your Grave Wenn MOTÖRHEAD, dann 'Ace of Spades'-In-die Fresse! Das hier packt mich gar nicht.
668 - Neighbor of the Beast
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von lenbert » Mittwoch 7. Februar 2024, 20:25
Pillamyd hat geschrieben:S.T.S. – Großvater (1985): Wenn ich es geschafft hätte, über meinen Schatten zu springen, wäre der Weg für die oberen Plätze frei gewesen. Wunderschönes Lied. Kloß im Hals.
Darf ich fragen, warum du dich letztlich nicht dazu durchringen konntest, das Lied höher zu reihen? Kanntest du es vor dem Spiel hier schon? Würde mich interessieren und soll kein Vorwurf sein, dass es bei dir nicht mit einem höheren Platz geklappt hat  ---- Zum Thema IRON MAIDEN, das hier auf den letzten Seiten besprochen wurde, möchte ich noch schreiben, dass ich es sehr überraschend finde, welche Songs der Band es letztlich in dieses Spiel geschafft haben. Ich hätte mit zumindest einem Vertreter der Band gerechnet, der auf "Number Of The Beast", "Powerslave" oder "Piece Of Mind" zu finden ist. Sind die bekanntesten Songs der Band in diesem Forum einfach schon zu abgenutzt und allseits bekannt, um noch Spannung zu bringen?
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von Pillamyd » Mittwoch 7. Februar 2024, 20:51
lenbert hat geschrieben:Pillamyd hat geschrieben:S.T.S. – Großvater (1985): Wenn ich es geschafft hätte, über meinen Schatten zu springen, wäre der Weg für die oberen Plätze frei gewesen. Wunderschönes Lied. Kloß im Hals.
Darf ich fragen, warum du dich letztlich nicht dazu durchringen konntest, das Lied höher zu reihen? Kanntest du es vor dem Spiel hier schon? Würde mich interessieren und soll kein Vorwurf sein, dass es bei dir nicht mit einem höheren Platz geklappt hat 
Eigentlich ist die Antwort doch ziemlich simpel. Es war kein Vorbeikommen möglich. Wobei vielleicht rückblickend betrachtet (ich habe vor über einer Woche meine Stimmen abgegeben in der Gruppe), vielleicht doch noch ein, zwei Plätze mehr drin gewesen wären. Gleichzeitig ist es aber diese Thematik in dem Song die mich ein bisschen gebremst hat, höher zu gehen. Gerade weil ich es als so schön und gleichzeitig auch tieftraurig empfinde.
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von kingdiamond » Mittwoch 7. Februar 2024, 22:05
lenbert hat geschrieben:Zum Thema IRON MAIDEN, das hier auf den letzten Seiten besprochen wurde, möchte ich noch schreiben, dass ich es sehr überraschend finde, welche Songs der Band es letztlich in dieses Spiel geschafft haben. Ich hätte mit zumindest einem Vertreter der Band gerechnet, der auf "Number Of The Beast", "Powerslave" oder "Piece Of Mind" zu finden ist. Sind die bekanntesten Songs der Band in diesem Forum einfach schon zu abgenutzt und allseits bekannt, um noch Spannung zu bringen?
Hinter dieses Phänomen bin ich auch noch nicht final gestiegen. Klassiker/Konsens nominieren kann ja jeder Ich habe mich eher nicht an deinen letzten Satz gehalten, denn der „beste Song einer Dekade“ ist für mich meist nicht die „unentdeckte Perle“ einer Band, sondern braucht etwas Konsens. 
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von Pillamyd » Mittwoch 7. Februar 2024, 22:48
lenbert hat geschrieben:Zum Thema IRON MAIDEN, das hier auf den letzten Seiten besprochen wurde, möchte ich noch schreiben, dass ich es sehr überraschend finde, welche Songs der Band es letztlich in dieses Spiel geschafft haben. Ich hätte mit zumindest einem Vertreter der Band gerechnet, der auf "Number Of The Beast", "Powerslave" oder "Piece Of Mind" zu finden ist. Sind die bekanntesten Songs der Band in diesem Forum einfach schon zu abgenutzt und allseits bekannt, um noch Spannung zu bringen?
Ich denke schon, dass da vielleicht ein bisschen Wahrheit drinsteckt. Ich begrüße es sogar, wenn spielübergreifend nicht immer die gleichen Songs einer Band nominiert werden. Von abgenutzt und allseits bekannt würde ich trotzdem nicht reden wollen. Ich interpretiere da immer nur eines heraus: Da ist ein Fan der Musik, der so in die Materie einer Band eingestiegen ist, dass er da aus voller Überzeugung nicht "nur" die Hits zu schätzen weiß sondern auch Songs, die nicht so im Fokus stehen. Ich sage das immer öfters. Aber solche Situationen sind wunderbar. Weil sie einen anderen, wenn nicht gar neuen Blickwinkel eröffnen. Aktuellstes Beispiel ist doch der "Ozzy Osbourne" Song in Gruppe 12. Mal ehrlich, wer hatte den auf dem Schirm? Ich nicht. Gleiches gilt für "Falling Off The Edge Of The World". Wenn ich an "Mob Rules" denke, dann bisher nicht an diesen Song. Was ist passiert? Das Album lief. Eines, dass tagesformabhängig, mal besser, mal weniger besser funktioniert. Aber der Song hat mir eine völlig andere Sicht auf das komplette Album geschenkt. Kann es besser laufen? "Deep Cuts" oder Songs die nicht so offensichtlich sind, geben mir auch immer wieder mal einen Anstoß.
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von Holger Andrae » Mittwoch 7. Februar 2024, 23:41
Gruppe 7 (nachgereicht): ALIAS : Vielen Dank fürs Erinnern! Das Album lief hier viel zu lange nicht. Toller US(Prog)Metal. BRUCE SPRINGSTEEN :Für den Boss muss ich in Stimmung sein. Bin ich heute nicht. Toller Text, aber musikalisch an mir vorbei gezogen. CRIMSON GLORY:Die Band ist aus verschiedenen Gründen gerade wieder verstärkt in meinen Fokus gewandert. Auch wenn der Sound ein bisschen so klingt als sei das Space-Kondom des Covers irgendwo heraus gepresst worden, gibt es keinen Song mit dieser Stimme, der nicht mindestens sehr gut wäre. DIE TOTEN HOSEN : Auch wenn die Vorzeige-Punker heute mit ihrem Uhrwerk-Orange-Abziehbild-Image nerven (als Business Partnerr übrigens auch), ist diese Nummer ziemlich cool. RAVEN : Ungwöhnliche Songauswahl der Raben. Beinhae entspannt. Anyway:Bockstark. SIOUXSIE  iese Siouxsie-Nummer will sich mir nicht erschließen. TANK : Auch wenn das Album "Honour & Blood" nur "This Means War" Pt 2 ist, bedeutet dies immer noch, dass es mir 10 Punkte wert ist. Dieser rattenscharfe Opener zeigt the best of both worlds: Melodie und Power, gesungen vom Gurken-Meister. (RIP) THE CURE : Ein deep cut, der mir aber auch sofort gefällt. UNIVERSE:AOR, der ins eien Ohr rei und aus dem anderen gleich wieder raus geht. Schade. Hier fehlen mir wahlweise Hooks oder Hooks. VIRTUE : NWoBHM-Hymne. Seit 40 Jahren in meiner DNA.
Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
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von Holger Andrae » Mittwoch 7. Februar 2024, 23:50
GRUPPE 11: EROSION: Wieso glauben alle, der wäre von mir? Hat hier sonst keiner Geschmack? EXODUS: Auch wenn ich damals Paule anfänglich vermisst habe, liefen die Alben Zwei und Drei rauf und runter und die Tour war ebenfalls sensationell. Auch wenn ich frei stehend in der Markthalle während 'Pleasures Of The Flesh' einen kleinen Power-Nap gemacht habe. Aber es war brütend heißer Sommer und ich hatte Frühschicht beim Zivi-Dienst. FIELDS : Musik zum Abtauchen und mit dieser Stimme natürlich grandios! IRON MAIDEN : Team Hunter. Fand ich damals schon meh und gibt mir auch heute eher wenig. Was habe ich mal irgendwo im jugendlichen Leichtsinn dazu geschrieben als mir irgendwer erklären wollte, dies sei proggy? Ach ja "die wollen klingen wie Rush brauchen aber zwei Personen mehr und vergessen auch die Spannung." Nun ja ... MÖTLEY CRÜE : Musikalisch einer der weniger nervigen "Spät"-Songs (also nach "Shout"). Aber hier geht das Kopfkino - beim Betrachten des Videos sogar reales Kino - an und bin komplett raus. Vince Neal geht gar nicht. PICTURE : Etwas hüftsteiffer Euro-Metal. Nett. SAXON : Kein Favorit, dieser Song, da zu stampfig und zu wenig Lässigkeit drin. Trotzdem natürlich toll! TESTAMENT : Einer der großartigen Songs der Band. Schade, was aus dieser Band trotz der Besetzung geworden ist. THE CURE : Hit! Toll! TWISTED SISTER: Damals toll gefunden, heute weniger. Lege nur noch das Debüt auf.
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von Holger Andrae » Mittwoch 7. Februar 2024, 23:57
Gruppe 12:
DIAMOND HEAD: Das Gatefold-Vinyl habe ich zwei Mal, weil die erste Scheibe party-bedingt nicht mehr funktionsfähig war. Dazu noch die Japan CD. Mehr geht kaum. Trotzdem nur Platz 3.
GUNNERS : Daran finde ich tatsächlich alles furchtbar.
HELLOWEEN : Einer der sehr guten Songs, bei mir leider schlecht gealtert. Läuft nie. Seit Geschwurbelt wurde noch nieer.
MERCYFUL FATE: Da geht ja doch mehr. (s.o.)
MOTÖRHEAD: Ungewöhnliche Songwahl von meinem liebsten Motörhead-Album. Die Bermudas-Scheibe regelt einfach!
NMA: In allen Belangen ganz toll. Wenn man von den Zähnen absieht ...
OMEN : Vom besten Album dieser Band, deren Kult ich nicht verstehe.
OZZY : Kein Favorit von mir. Randy rettet.
PAUL SIMON : Manchmal mag ich seine Stimme, hier eher weniger.
TYGERS : Drittbester Song vom besten Tygers-Album. Aus Verbundenheit leicht über Diamond Head.
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von Eike » Donnerstag 8. Februar 2024, 04:57
In Gruppe 12 findet sich tatsächlich kein einziger Song, den ich nicht zumindest etwas mögen würde. Diese vermaledeiten Würfel aber auch! Doch vielleicht liegt es auch bloß an eurer/unserer generellen Geschmackssicherheit, dass hier wieder so manche Glanzlichter einander die Klinke in die Hand geben... Motörhead - Dancing on Your Grave https://youtu.be/46K9jNPzUHs Verhallte Pendelgitarren und Motorgroove der Marke Rickenbastard für den Gewinn! Das Grundgerüst hat mich schon, bevor Lemmys Stimme überhaupt einsetzt, und danach wird es einfach nur noch besser. Markanter Song, der nicht viel braucht, um überzeugen zu können. Markanz, Eingängigkeit, eine leichte Steigerung, ein scharfes Solo, und gaaaaaanz viel unbändige Energie, dargeboten mit der bandtypischen Lässigkeit und Lautstärke, gerade so viel Verzerrung, dass es knallt, aber in den Ohren noch nicht schmerzt. Wenn ich könnte, würde ich dazu begeistert tanzen, auf eine Weise, die weder Fremdscham noch Gelächter auslöst. In meinem Kopf tue ich das. Helloween - Ride the Sky https://youtu.be/4GKUv0hAJZM Das Debütalbum, bzw. wegen einiger Singles auch diese Kompilation welche YouTube anzeigt, sind mir immer noch die liebsten Werke der Kürbisköpfe - neben dem ungewöhnlichen "Chameleon". Die Mauern von Jericho boten eben noch Speed-Thrash der zwar melodischen, jedoch eben auch schnittigen Sorte. Die Produktion mag noch ein wenig "flach" gewesen sein, jedoch ist mir das lieber als so manche moderne Sterilität. Irgendwie hat das doch auch was, dieser trotz einer gewissen trockenen Pappigkeit durchgehend schrille und atmosphärich leicht verhallte Eierschneider-Sound! Der Song ballert eh - und ist dabei so herrlich melodisch und hymnisch, sowie gerade schrammelig genug, um nicht auzuwimpen. Happy Metal! Tygers Of Pan Tang - Slave To Freedom https://www.youtube.com/watch?v=0bXHr1yxvVQ Interessante Band, mit der ich mich - warum auch immer... - bislang wohl zu wenig beschäftigt habe. Wegen einer Fehllieferung vor Jahrzehnten habe ich eine Kassette von "The Cage" hier herumliegen, mangels funktionierendem Abspielgerät aber seit über zehn Jahren nimmer gehört. Die Gesangsstimme ist ein Faszinosum für mich, die hat das gewisse Etwas. Die Gitarren klingen äußerst flüssig aber doch auch schneidig, wo es darauf ankommt, das Schlagzeug hat stoischen Drive, der Bass grummelt angenehm groovig. Geamtsound: Rockig, klassisch, heavy, schillernd, glitzernd, knusprig. "The Cage" habe ich allerdings hardrockiger in Erinnerung, das hier ist ja schon wirklich Heavy Metal. Sehr spielfreudig, beinahe schon progressiv. Dennoch klar erkennbar: Die Bluesrockwurzeln des Genres, obwohl der Sound insgesamt klassischer Achtzigerjahremetal ist, da er dessen ungeachtet aber eben auch ein wenig Mo'head-Boogie mitbringt. Sehr schönes Teil, lässig, gut abgehangen, geerdet, aber doch auch pfeilschnell. Prächtige Unterhaltung mit allerlei Kurzweil, und live vermutlich ordentlich schweißtreibend. (Dazu weiß Holg sicherlich mehr, oder? Und hat möglicherweise auch noch sonstige interessante Geschichten rund um die Band auf Lager?) Ozzy Osbourne - Revelation (Mother Earth) https://youtu.be/meCb_LfzRhE?feature=shared Oh, das klingt ja fast schon hippiesk für den Herrn Osbourne. Klar: Ein wenig Ge-doom-e ist auch dabei; aber diese Kirchenglocken, dazu die typisch britische (Pop-)Melodieführung, das leicht psychedelische Gewaber und der etwas verwaschene Sound sind nun wirklich nicht das, wofür seine Stammband BLACK SABBATH bekannt ist. Man könnte es sogar schon progressiv nennen, innerhalb des Rahmens einer Metalpowerballade. Erinnert bisweilen hier ein wenig an THE BEATLES, dort ein wenig an DAVID BOWIE, und zwischendurch dann doch wieder an BLACK SABBATH. Vor allem hat es aber auch etwas Gespenstisches an sich. Und neoklassizistische Riffs gibt es auch noch auf die Ohren. Kurzum: Ein sehr verspieltes und auch kurzweiliges Stück, trotz seiner geknackten Sechsminutenmarke. Gefällt mir gut. Paul Simon - Diamonds on the Soles of Her Shoes https://youtu.be/FAb2Mu0CRk4 Persönlich mag ich das Stammduo des Herrn Simon mit Art Garfunkel noch lieber; allerdings war das in den Siebzigerjahren aktiver. Und "Graceland" ist wirklich ein gutes, irgendwo mit seinen "Weltmusik"-Bezügen auch für die Achtzigerjahre typisches Album; etwas poppiger auch. Gelassene Sommermusik, wenn man auf den Radiopop jener Zeit kann, wie zum Beispiel BOBBY MCFERRIN, aber auch etwa STING und Konsorten etwas abzugewinnen vermag. Ansonsten hat ja Martin hierzu schon gesagt, was noch zu sagen wäre. Eigentlich habe ich diesen Song vor allem deswegen vorgeschlagen, weil die meisten anderen der von mir nominierten Stücke einfach nicht mainstreamig und/oder durch einen "typischen" Achtzigersound ausgezeichnet waren, und auch noch, um dem "Scheuklappenlager" (das es hier zwar nicht so wirklich gibt, aber etwas augenzwinkernde Gefrotzel muss sein, außerdem wurde mein kruder Humor schon lange nicht mehr falsch verstanden...) einmal "etwas anderes" zu bieten bzw. hier ein wenig Kontroverse ins Voting hineinzubringen. Aber eigentlich finde ich den Song einfach chillig; und vom Sound her eben auch perfekt in die Live-Aid-Zeit passend, ohne dabei zu klischeehaft zu sein. Mercyful Fate - Melissa https://youtu.be/t3JZsnufdho?si=0QwvVhsSnaFp-R5q Hm. Dafür dass das der Titelsong eines absoluten Kultalbums ist, jedenfalls soweit ich das medial mitbekommen habe, kann er mich erstaunlich wenig begeistern. Ich bin fast ein wenig enttäuscht. Allerdings nur fast. Natürlich läuft das Teil dennoch gut rein, und atmosphärisch ist es schon wirklich stark; aber ich hatte mir mehr davon versprochen, als ich letztlich bekommen habe. Nun ja. Falsche Erwartungshaltung und so... Es ist für sich genommen kein schlechter Song, schön melodisch. Und deutlich weicher als ich zunächst vermutete. Hübscher Groove auch. Klingt schon ganz leicht angestaubt für meine heutigen Ohren, wobei auch das Absicht sein könnte im Sinne von elegisch-nostalgischer Stimmungsmalerei. Aber für die Achtziger war das vermutlich schon etwas ganz Besonderes, wenn jemand damals bereits das zugehörige Album zum ersten Mal am Stück durchhörte. Und bei Storytellersachen, wie sie beim Karokönig gemeinhin üblich sind, ist der Albumkontext ja auch nicht ganz unwichtig. Möglicherweise gewinnt das Stück in selbigem nochmal an Gewicht. Hier, so als Einzelstück, fällt es für mich gegenüber einigen anderen Kandidaten jedoch etwas ab. Diamond Head - Am I Evil? https://www.youtube.com/watch?v=ukeQeOwuEsUKlassischer Heavy Metal: Das ist kraftvolle Faustreck-und-Haarwirbel-Musik mit höllisch stoischem Groove und mit ohne irgendwelche Schnörkel. New Model Army - 51st state https://youtu.be/Xpo2-nVc27I?si=9seGCOsdYrId8ZRlFolkrock der postpunkigen Variante. Mir persönlich textlich etwas zu plakativ und musikalisch etwas zu hymnenhaft zahnlos. Ach, das klingt jetzt aber auch wieder negativer als es gemeint ist. Live bestimmt eine gute Nummer, und doch: In einem Albumkontext wäre für mich sowas wohl eher als Brückenschlag okay, aber eben kein Highlight - jedenfalls nicht auf einem Top-Album. Guns N' Roses - Paradise City https://www.youtube.com/watch?v=Rbm6GXllBiwIch mochte (mag?) den Song zwar irgendwie schon, aber sowohl in der Diskografie wie auch auf dem Album ist das eher einer der schwächeren. Klar, der hat Popappeal, aber warum anscheinend gerade der immer wieder herhalten muss, wenn die Gunners irgendwo auf einem Sampler erscheinen, ist etwas, da mich nervt. Kann der Song nix zu, aber dichter dran an "totgenudelt" ist wohl kaum einer der Rosen. Aber sei's drum, "Appetite for Destruction" hat ja zum Glück doch noch so einiges mehr zu bieten. Das hier ist halt GNR für's Bierzelt und nervige Gestalten, die Hardrock/Metal sonst gar nicht oder nur ironisch hören, sich aber auch mal "hart" fühlen woll(t)en und/oder hier den Nostalgischen bekommen auf Zeiten, in denen ihr jugendlicher Suffkopp den Alkoholabusus noch einigermaßen katerfrei wegstecken konnte bzw. sie noch der Meinung waren, dass Leopardenmuster nicht nur der letzte Schrei seien sondern ihnen auch ganz ausgezeichnet stünden und sie gar irgendwie edel aussehen ließen. Axl klang auch schon besser als hier. Alles etwas überkandidelt, und noch dazu furchtbar refrainlastig. Zudem ist der Song einfach auch zu lang für das, was er letztlich zu bieten hat. So; genug gemäkelt: All dem zum Trotz steckt nämlich selbst diese größenwahnsinnige Schote noch so manches mal eben locker in die Tasche, was andere Hairspray- und Sleaze-Bands dunnemal so verbrochen haben. Und dieses eine Bassriff ist halt schon cool. OMEN - Warning Of Danger https://www.youtube.com/watch?v=PmMKtQjZluASolides Songwriting und gut gezockt, gesanglich leicht kauzig, setzt sonst jedoch nur wenige Akzente. Das tönt mir zwar ordentlich, macht in dieser Gruppe allerdings kaum einen Stich. Dafür ist mir das Geriffe und Getrommel hinter bzw. neben der Melodieführung von Gesang und Solo dann doch etwas zu monoton.
Music is the only religion that delivers the goods. (Frank Zappa * 21.12.1940 - 4.12.1993)
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Eike
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von Jhonny » Donnerstag 8. Februar 2024, 10:04
Martin van der Laan hat geschrieben:Das muss ich vielleicht erklären. In meiner Welt jenseits des Heavy Metal spielt Paul Simon eine ganze besondere, wichtige Rolle. Für mich einer der größten Singer/Songwriter aller Zeiten. Auch diese besondere Affinität zu Ethno/Folkore hatte ich schon als Kind (argentinischer Tango, Drums of Japan!), und dann kam "Graceland", da war ich 12, ich habe geheult vor Freude beim Hören dieses Albums.
Ich muss sagen: Ich kann nicht allem von Paul etwas abgewinnen. "Graceland" überragt für mich sein früheres Solo-Schaffen, sofern ich es kenne. SIMON & GARFUNKEL haben einige der wunderbarsten Nummern der Rock-Geschichte geschrieben, vor allem aber auch unfassbar wunderbar gesungen. Für mich absolute Meister ihres Fachs. Völlig überraschend für mich, dass Leute der Stimme nix abgewinnen können. Das habe ich, glaube ich, noch nie gehört.
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