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von Holger Andrae » Sonntag 13. April 2025, 12:00
Pillamyd hat geschrieben:Holger Andrae hat geschrieben:Pillamyd hat geschrieben:Vorrunde – Gruppe 11:
While Heaven Wept – To Wander The Void (2009): Auch Musik die ich einfach mit den 00ern verknüpfe. Wollte damals immer ein Album der Band haben. Ist irgendwann in Vergessenheit geraten. Das ist sicherlich gut. Mich berührt das bloß nicht. Früher fand ich das interessant, ich kann mich da rückblickend nicht mehr hineinversetzen.
Das finde ich sehr interessant, weil ich es ja ähnlich beschrieben habe mit vielen Sachen aus den frühen 2000er Jahren. Die Begeisterung für Anvil Chorus und HOM teile ich natürlich komplett. So schade, dass solche Musik eher mal niemanden interessiert.
Es gibt Musik bei der das immer noch funktioniert. Das wird aber höchstwahrscheinlich daran liegen, dass ich die Musik dann auch wirklich gehört hatte. Viel gehört hatte. In Fällen wie diesen, lag es aber auch einfach daran, dass die Mittel als Schüler einfach nicht so groß waren und man sich genau überlegt hat, welche Scheibe man kaufen möchte. Außerdem war da ja schon auch irgendwie eine Reizüberflutung da. Was ich in den ersten 5-6 Jahren kennengelernt habe, war schon massiv. Manchmal wächst man aber auch einfach aus verschiedenen Dingen raus. Die Verortung der Sounds auf verschiedene Jahrzehnte finde ich aber auch interessant. Das hat schon einen rasanten Sprung gehabt in den 00ern wie ich finde. Nicht nur, dass der Thrash sowas wie eine Art Revival hatte. Produktionstechnisch wurde da eben viel aufgefahren um das ganze zu untermauern und auf ein nächst höheres Level zu hieven. Das hat ja auch funktioniert. Ist irgendwie der Zeitgeist gewesen. Ich nehme da als Beispiel immer gern die "Violent Revolution" und die Entwicklung hinzu "Phantom Antichrist". Das war irgendwann zu viel des Guten. Und wenn man dann so viele Schmuckstücke über die Jahre kennenlernt, wo wirklich die Musik für sich spricht und solche Produktionen ausheben, merkt man einfach, dass es da noch viel mehr gibt. Ich schweife ab, aber das alles führt zur Verdichtung solcher Gedanken.
Ja, irgendwie war diese Soundentwicklung rückblickend ziemlich krass und gleichzeitig schleichend. Selbst bei musikalisch völlig unterschiedlichen Bands (Pain Of Salvation, Opeth, Evergrey, Into Eternity zBSp.) empfinde ich da eine Gleichförmigkeit in der Klangästehtik, die ich heute teilweise sehr unangenekm empfinde. Ganz einfach, weil es an Ecken und Kanten fehlt. Die grobe Pfeile wurde gern mal angesetzt. Dein Beispiel mit Kreator passt da auch ganz wunderbar. Während ich "Willy Violent" noch toll fand, bin ich danach schnell ausgestiegen.
Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
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Holger Andrae
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von Pillamyd » Sonntag 13. April 2025, 12:09
Genau! Wobei ich bis heute immer noch nicht verstanden habe, wie die Band nach dem kleinen Lichtblick "Hordes Of Chaos" wieder auf diesen Zug aufsteigen konnte. Die finde ich allein vom Songmaterial immer noch am Besten.
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von frankjaeger » Sonntag 13. April 2025, 14:09
Holger Andrae hat geschrieben:JFYI: Diese Woche gibt es keine neue Gruppe.
Gut, ich hänge noch etwas hinterher 
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von Joe » Sonntag 13. April 2025, 18:27
Gruppe 10.
1. Neurosis – The Tide Ich habe in den 90ern schon viel über Neurosis geschwärmt, deshalb fasse ich mich hier kurz. Ich finde, sie sind die Besten in ihrem Fach. Es ist nicht die Musik, die in einem ein bestimmtes Gefühl auslöst, aber wenn die Stimmung mit der Musik übereinstimmt, gibt es wirklich nichts Besseres. Es hat mich sieben Jahre lang fasziniert, bevor ich den Höhepunkt meiner Fangemeinde erreicht habe. Ich glaube, ihr künstlerischer Höhepunkt waren „Times Of Grace“ und „Sun That Never Sets“. Das war für mich immer ein herausragender Song.
2. Antimatter – Leaving Eden Toller Song. Neu für mich. Eine Highlight-Entdeckung für die 00er.
3. Nick Cave – Fifteen Feet Of Pure White Snow Nick Cave taucht hier oft auf. Ich habe schon gesagt, mal trifft er, mal nicht. Dieser hier ist ein echter Hit.
4. Jacob’s Dream – Kinescope Gefällt mir sehr gut.
5. Green Day – Boulevard of Broken Dreams Ich war ein Fan von Green Day. Aber Warning war eine Enttäuschung. Als dann American Idiot als erste Single aus dem Album erschien, fand ich es schrecklich und habe das Album abgeschrieben. Aber dieser Song war eigentlich ziemlich gut. Jahre später habe ich das Album wiederentdeckt und finde es gut (obwohl ich den Titelsong immer noch nicht ausstehen kann). Dieser Song ist ein Highlight, besonders wenn ich ihn nicht jeden Tag im Radio hören muss.
6. Portishead – Magic Doors Ich hatte die ersten beiden Portishead-Alben, aber das dritte nie gehört. Sollte ich wohl. Das ist gut. Merkwürdig. Nicht „mehr vom Gleichen“.
7. Joyce Hotel – Take me home and kill me Ein schöner Song.
8. King Diamond – Magie Ich bin vollständig zum Team Mercyful Fate konvertiert. Aber King Diamond finde ich variabler. Das ist in Ordnung, aber nicht großartig.
9. Farmer Boys – Here Comes The Pain Das ist ok.
10. Transatlantic – We All Need Some Light Ich würde das wahrscheinlich höher bewerten, wenn ich in Power-Balladen-Stimmung gewesen wäre, aber das habe ich beim Hören nicht gespürt. Es ist wahrscheinlich ein guter Song, aber er hat mich nicht angesprochen.
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von Eike » Sonntag 13. April 2025, 19:06
Joe hat geschrieben:6. Portishead – Magic Doors Ich hatte die ersten beiden Portishead-Alben, aber das dritte nie gehört. Sollte ich wohl. Das ist gut. Merkwürdig. Nicht „mehr vom Gleichen“.
Genau, nicht einfach "mehr vom Gleichen". Das zieht sich durchs gesamte Album, dieser höhere Anspruch. Kein Fanservice auf "Nummer sicher", bloß um die Geldkuh zu melken. Härter, kälter, psychedelischer, experimenteller: Elektro-Prog meets Trip-Hop.
Music is the only religion that delivers the goods. (Frank Zappa * 21.12.1940 - 4.12.1993)
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von Joe » Sonntag 13. April 2025, 19:24
Chavo89 hat geschrieben:NEUROSIS ist für mich ja eher schwierig, weil das oft so dicht und so laut ist. 'The Tide' scheint anders. Da komme ich mit. Der Songaufbau ist toll. Die auflaufenden Gitarren im stürmischen Mittelteil vertonen eine Tide sehr überzeugend. Das ist echt toll gemacht! Ist das ganze Album so leicht bekömmlich? Es ist definitiv weniger rau als ihre Alben aus den 90ern. Aber alles andere als leicht. Der erste Song ist sanft, aber sehr unbequem. Der letzte Song endet nicht, sondern bricht unter seinem eigenen Gewicht zusammen.
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von Joe » Sonntag 13. April 2025, 19:26
Eike hat geschrieben:Genau, nicht einfach "mehr vom Gleichen". Das zieht sich durchs gesamte Album, dieser höhere Anspruch. Kein Fanservice auf "Nummer sicher", bloß um die Geldkuh zu melken. Härter, kälter, psychedelischer, experimenteller: Elektro-Prog meets Trip-Hop.
Es ist immer schön, wenn eine Band immer weiter vorankommt, im Guten wie im Schlechten.
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von Joe » Sonntag 13. April 2025, 19:32
lenbert hat geschrieben:Auch ich halte "Brave New World" sicher und "A Matter Of Life And Death" wahrscheinlich für bessere Alben, aber "Paschendale" und "Dance Of Death" spielen als einzelne Songs schon weit oben mit im Schaffen der Jungfrau in dem Jahrzehnt. Ich stimme völlig zu. MoLaD war mein Favorit des Jahrzehnts, aber diese beiden Songs sind Highlights.
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von Eike » Sonntag 13. April 2025, 20:27
Joe hat geschrieben:Eike hat geschrieben:Genau, nicht einfach "mehr vom Gleichen". Das zieht sich durchs gesamte Album, dieser höhere Anspruch. Kein Fanservice auf "Nummer sicher", bloß um die Geldkuh zu melken. Härter, kälter, psychedelischer, experimenteller: Elektro-Prog meets Trip-Hop.
Es ist immer schön, wenn eine Band immer weiter vorankommt, im Guten wie im Schlechten.
Ich war überrascht, wie gitarrig auf "Third" manches klang. Vorher war ja mehr Streicherfeeling. Beats plus Melancholie blieb ja, aber jetzt wurde auf einmal mehr gestolpert und fast schon gerockt. Beths Stimme hält aber doch alles im Fluss. Wenn ich es wärmer mag, gibt es ja noch ihre schöne Platte mit RUSTIN MAN.
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von Holger Andrae » Dienstag 15. April 2025, 21:26
Eike hat geschrieben:Holger, falls ich mich recht entsinne, kannst du ja auch mit ruhigere Kram wie WOVEN HAND (und eben auch den Schleichern eines NICK CAVEs) etwas anfangen. Da kann ich dir als jemandem mit Vorliebe für NEUROSIS' Klargesang das Zeug von deren STEVE VON TILL wirklich auch solo empfehlen. Ist halt instrumental wirklich Tiefenentspannung, aber diese spröde, tiefe, deutlich artikulierte Stimme... Das ist dunkel, aber eben Seelenmusik. Hach! Im Bereich Singer/Songwriter richtig toll! Und auch gar nicht mal schluffig oder cordhosenmäßig. Eher erdig, pulsierend aber eben im Ruhepuls. Nach innen gekehrt aber seeehr gefühlvoll, deutliche Konturen, kein Gesäusel oder so. Aber entschlackt, und entsludged natürlich auch.
Vielen Dank, Eike. Wird notiert.
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