salisbury's top100

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Re: salisbury's top100

Beitragvon salisbury » Freitag 25. November 2011, 19:17

Auch das nächste Album hat mich schon beim ersten Hör im Plattenladen über alle Maßen fasziniert und der Effekt war ähnlich wie bei der WALTZ, nur ca 3 Jahre später.

'Staring silent, naked and cold...'

Platz 6:

Fates Warning - Inside Out (1994)

Bild


Ich war mit n paar Freunden unterwegs und alle haben sich damals, glaub ich, die 'Inside Out' rausgelassen, danach sind wir erstmal Bier trinken gegangen und haben stolz unsere Booklets inspiziert...

FATES WARNING hab ich schon mit 'Parallels' kennengelernt (irgendwo gegen Platz40-Platz 50 hier; meine Liste is ja weg...) und schon dort liebte ich den Queensryche-mäßgen Seichtprog-Metal mit tiefer Melancholie. 'Inside Out' ist hier sozusagen der große Bruder geworden, denn FW schaffen es hier, NOCH eingängiger zu werden und im Gegenzug ultrafiese Kniffe und Verspieltheiten in die Musik zu intergrieren, daß es eine Wonne ist, sich da durchzuackern. Man hört ja immer wieder was Neues - unterschwellig -wenn mal mal die oberflächliche Eingängkeit ausblendet und auf die Instrumente achtet. Es ist alles noch einen Tick besser, einen Tick ausgereifter uns ausbalancierter als auf der 'Parallels'. Dadurch wirkt das Werk bei mir absolut in die Tiefe, unaufdringlich aber konstant. Je nach Stimmung kann man hier also voll eintauchen und exploren oder das Ding nebenher laufen lassen und sich einfach an dem schönen Klang und der sagenhaften Stimme des Ray Alder erfreuen. Meiner Meinung nach klang er niemals davor und danach besser als hier. Krönung dieses FW-Meisterstückes ist natürlich das ....monumentale ... Monument, ich find aber ehrlich und ernsthaft Songs wie das eingängig-melodische Pale Fire, das proggige Outside looking in oder das träumerische Island in a stream nicht signifikant schlechter. Ach, jeder Song ist genial, sonst wärs ja nicht so hoch in meinem Ranking. Nur das Outro 'Afterglow' is etwas doof...

Übrigens: Ich achte ja jetzt nicht soooo arg auf Texte, aber die Texte hier find ich klasse und haben mir im einen oder anderen Momemt doch auch irgendwie geholfen...auch wenn sie recht kryptisch sind und viele Freiräume für Interpretation lassen. Ich find sie toll...

N'joy
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Re: salisbury's top100

Beitragvon Peter Kubaschk » Freitag 25. November 2011, 19:40

Von der Scheibe war ich anno 1994 schon ziemlich enttäuscht. War auch lange die einzige Scheibe, die ich nicht auf CD hatte. Als ich sie mir dann doch irgendwann gekauft habe, war ich doch kontrabasserstaunt, dass mir die Scheibe damals nicht gefallen hat. Auch wenn ich sie auch heute schwächer finde als jedes andere FW-Album, ist das doch jammern auf höchstem olympischem Niveau. 'Monument', 'Island In A Stream', 'Shelter Me' oder 'Face The Fear' sind allesamt großartig, den Rest finde ich aber leider "nur" gut. Hätte ich bei dir fast noch 1-3 Plätze höher erwartet.
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Re: salisbury's top100

Beitragvon salisbury » Freitag 25. November 2011, 19:49

Peter Kubaschk hat geschrieben:...auch wenn ich sie auch heute schwächer finde als jedes andere FW-Album, ist das doch jammern auf höchstem olympischem Niveau. 'Monument', 'Island In A Stream', 'Shelter Me' oder 'Face The Fear' sind allesamt großartig, den Rest finde ich aber leider "nur" gut. Hätte ich bei dir fast noch 1-3 Plätze höher erwartet.


Oh, dann können wir ja unsere FW-Listen vielleicht punktspiegeln, wie wär das? Wo spiegeln wir denn?

1.) Inside Out
2.) FWX
3.) Parallels

jetzt wird schwierig:

4.) Perfect Symmetry
5.) Pleasant Shade of Gray
6.) Disconnected

Schlusslicht:

7.) No Exit (hab ich nicht und brauch ich nicht...)

8.)-?) : weisst schon
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Re: salisbury's top100

Beitragvon Peter Kubaschk » Freitag 25. November 2011, 20:42

01. Awaken The Guardian
02. A Pleasant Shade Of Gray
03. The Spectre Within
04. Perfect Symmetry
05. Parallels
06. Night On Bröcken
07. FWX
08. No Exit
09. Disconnected
10. InsideOut

so ganz spontan jetzt... wobei 1-3, 4-7 und 8-10 auch je etwa auf Augenhöhe liegen.
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Re: salisbury's top100

Beitragvon salisbury » Freitag 25. November 2011, 21:04

Peter Kubaschk hat geschrieben:01. Awaken The Guardian
02. A Pleasant Shade Of Gray
03. The Spectre Within
04. Perfect Symmetry
05. Parallels
06. Night On Bröcken
07. FWX
08. No Exit
09. Disconnected
10. InsideOut

so ganz spontan jetzt... wobei 1-3, 4-7 und 8-10 auch je etwa auf Augenhöhe liegen.


Ich denke, die Spiegelachse ist so in etwa 'Perfect Symmetry' ;-)
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Re: salisbury's top100

Beitragvon Holger Andrae » Samstag 26. November 2011, 00:13

Savatage – "Streets":

Das ist ein sehr gutes Album, welches mit 'Believe' einen Song für die Ewigkeit beinhaltet. Ein Text zum Heulen mit einem glaubhaften Pathos vorgetragen, wie man es selten hört. Die zum Album gehörige Tour im Doppelpack mit Vicious fuckin Rumours war ein sensationelles Erlebnis. Allerdings waren Savatage da schon über meinen Zenith gekippt und hätten sich halt in Operntage umbenennen können. Die rohe Urkraft des Heavy Metal war halt weg. Für mich ein Manko, für Schöngeister, Cordhosen-Metaller und Hornbrillenrocker sicherlich ein Bonus.

salisbury hat geschrieben:Es geht weiter mit

Platz 11:

DREAM THEATER - When dream and day unite (1989)

Das muß man sich mal geben, 20 Jahre höre ich diese Band schon. Mein Einstieg war 'Images & Words' und für mich war das damals sowas wie eine Redefinition meines Musikgeschmacks. Zu dieser Scheibe aber später mehr :).

Es gibt Bands, die höre ich sogar bewusst schon seit 30 Jahre. Heidewitzka;) Und mein Einstieg war tatsächlich das Majesty Demo als Kopie. Vom Sound her eigentlich unhörbar und auch ziemlich weit – weil nicht hart – von meinen damaligen musikalischen Vorlieben entfernt, aber das war ein echter Kulturschock. Und dann kam dieses Album.

salisbury hat geschrieben:Mich hat der Erstkontakt mit 'Dream and day' zunächst etwas stutzig gemacht. Und zwar wegen dem Sound. Mich tät interessieren, wie Holg den findet, ist das gläsern? Ich finde ihn ziemlich gläsern, aber künstlerisch-glasbläserisch gläsern, irgendwie geheimnisvoll mystisch, kunstvoll. Der Bass ist irgendwie wie ein Geist, verschwommen. Der zweite Geist auf der Scheibe ist Sänger Dominici mit seiner hohen klaren und dennoch verwaschen produzierten Stimme. Ja, alles was ich eigentlich ausdrücken will, die Scheibe hat durch die "schlechte" Produktion ein einzigartiges märchenhaftes Flair, das sonst auf keinem anderem DT-Album zu finden ist. I like it.


Holg findet diesen Sound auch gläsern und manchmal sogar seltsam. Aber er gehört zu diesem Album, wie der zerbrechliche Spinett-Klang zur AdraMelch gehört. Eimer und Deckel. Jedes Mal ein Gesamtkunstwerk.


salisbury hat geschrieben:Danke für mehr als 20 Jahre stets tolle, hochwertige Musik, DREAM THEATER :D


Hochwertig sicherlich, toll manchmal nicht ;)

Weiter im Text mit Procol Harum:

Den Hit kennt und liebt man natürlich. Feini popeini. Ich taste mich jetzt mal unbedarft durch den Rest. Die Stimme ist schon mal Pellenalarm. Die Schwere der Musik erzeugt warme Füße. Bei dem aktuellen Wetter schon mal angenehm. Dazu eine bruzelnd warme Gitarre und herrliche Tastenklänge. Jawohl, das ist genau mein aktueller Vergnügungspfad. Nun orgelt und hammonded es auch noch fett. Jajaja. Tolligst. 'In Held Dingens' kennt man latürnich vom Roine Portnoy und seinen Bubis. Auch da schon toll. Hier unendlich tolliger. Jetzt muss ich das Blautier mal ganz dolle herzen. Einen Balvenie? *klöng*
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Re: salisbury's top100

Beitragvon Holger Andrae » Samstag 26. November 2011, 00:27

Bei Mayfair können wir weiter feiern. Ein Album mit verspäteter Zündung meinerseits. Die habe ich damals einfach nicht oft genug angehört, weil sie beim ersten Ohr doch zu anders als ihr Vorgänger klang. Und das Demo davor war musikalisch schon weit weg von eben jener, wie auch das bisher letzte Album wieder komplett anders als dieses hier klingt. I love them all.

Zu Paynes Gray muss man nicht mehr schreiben. Hatte ich selbst drin. Ganz toll. Bin ich damals über den Coverzeichner Michael Bähre ran gekommen. Wir wollten damals zusammen ein Fanzine namens "DreamWeaver" machen. Liegt fast fertig geschrieben hier rum …. Hmpf … Sänger Hagen ist ein extrem netter Typ. Ein echter Künstler, wie auch sein Vater, der damals die Post der Band bearbeitet hat.

Muss Ich irgendwas zu Psychotic Waltz schreiben? Ich will hier ja niemanden langweilen. Also verneige ich mein Haupt vor so viel Geschmackskompetenz ;)

Hm, bei dieser FW ging es mir wie Peter. Hätte ich die Scheibe damals als Vorbereitung für mein Interview mit Jim Matheos nicht so oft anhören müssen und wäre das Konzert in Wacken, bei dem Ray 'Guardian' wie ein junger Archieboy gesungen hat, nicht soooo toll gewesen, hätte ich von einer Enttäuschung gesprochen. Heute finde ich es gut, aber in einer internen Reihenfolge kommt es nicht unter die ersten fünf Plätze. 'No Exit' ist allerdings noch weiter hinten.
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Re: salisbury's top100

Beitragvon salisbury » Samstag 26. November 2011, 11:38

Oh, danke für die coolen Comments und natürlich 'Klöng' (Macallan vielleicht?) auf den Fuß in der Tür zu PROCOL HARUM. Wie geschrieben, meine vllt erste wirklich selbst-entdeckte Musik, die ich auch schon bewusst über 30 Jahre liebe.

Was mich immer noch ein bischen irritiert, ist die Wahrnehmung der 'Inside Out', denn in einem Kreis von Leuten ausserhalb dieser Powermetal.de Nerds hier ( ;-) ) zählte IO wie bei mir als so eine Art Goldstandard in der FW-Disco, doch langsam gewöhn ich mich an die Meinung, daß IO NICHT die Beste sein soll. Aber ihr mögt ja auch alle diesen....ach lassen wir das. ;-)

Zu Savatage @Holg: Du hast zwar keine Hornbrille und ne Cordhose hab ich auch nicht gesehen, aber Du kannst mir nicht weismachen, daß Du nicht auch ein Schöngeist bist. Und wer 'Chance' toll findet, hat sogar einen gehobenen Sinn für Kitsch. 'Klöng'.
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Re: salisbury's top100

Beitragvon salisbury » Samstag 26. November 2011, 19:17

Peter Kubaschk zu 'Inside Out' hat geschrieben: Hätte ich bei dir fast noch 1-3 Plätze höher erwartet.


In geistiger Umnachtung muss damals wohl ernsthaft der Meinung gewesen sein, es gäbe noch bessere Alben. Zu Beispiel dieses:

Platz 5:

Dream Theater - Images and Words

Bild

Ähnlich wie die erste WALTZ (siehe Platz 7) war auch dieses Album für mich ein Quantensprung für die Entwicklung meiner musikalischen Vorlieben. Auch DREAM THEATER habe ich auf Empfehlung das tollen Musiksenders 'HR3 Hard n' Heavy' entdeckt. Die haben damals Pull me under gespielt, und einige werden mir Recht geben, daß das erste Hören dieses Songs schonmal so RICHTICH GEIL war! Power-Riffs, toller, klarer Gesang, Gitarren-Soli vom anderen Stern, komplexe und dennoch erhabene Arrangements. 'Pull me under' ist aber nur die Spitze des Eisbergs. 'Images and words' , das bedeutet für mich jahrelange Freude am Knobeln und Kniffeln, hunderte von erstaunten Kinnlade-Klappern ob der außerordentlichen Fähigkeiten ALLER Musiker, niegehörte Instrumental-Abfahrten (Metropolis I) und - nicht zu vergessen - tonnenweise tolle - nach regelmäßigem Genuss sogar ohrwurmelige - Hooklines. So möchte ich neben den kaskadenförmigen Progachterbahnfahrten die beiden oft unterschäzten Plüschsongs 'Another Day' und 'Surrounded' auf gar keinen Fall missen. Eine außerordentliche persönliche Bedeutung kommt hier dem Track 'Learning to live' zu. Immer wenn ich ihn höre, werde ich an meine Oma denken, denn kurz vor der Nachricht von ihrem Tod habe ich den Track - versunken in völliger Faszination - gehört. Ich denke, das hat sicher den ersten Schlag der Trauer gewissermaßen abgedämpft. Wenn man das Leben lernen will, muß man auch den Tod akzeptieren lernen. Darum geht's zwar nicht in dem Text, aber trotzdem: "Through nature's inflexibe grace, I'm learning to live" war damals wichtig. Und für mich bis heute mein DT-Lieblings-Song!
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Re: salisbury's top100

Beitragvon Falkner » Samstag 26. November 2011, 20:45

Fates Warning:
Bestätigt nur meinen Verdacht, dass ich von denen mehr brauche. Gefällt.

Dream Theater:
Die schon wieder. :grins:
Ja, 'Pull Me Under' ist ein toller Song. Der Rest... ist gut gespielt, gut komponiert, gut gesungen. Aber es geht einfach nicht rein. Und ich hab's bei DT oft genug probiert. Vielleicht ist es ja sogar der Gesang. Ich habe kein Problem mit James LaBrie, schlecht oder nervig ist er nicht (bzw nur selten), aber er hat keine Stimme, die mich packen kann.
The four most over-rated things in life are champagne, lobster, anal sex and picnics.
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