Threshold

Re: Threshold

Beitragvon Havoc » Sonntag 19. August 2012, 09:07

Hab mir jetzt zweimal "Ashes" angehört...meine Fresse bleibt das im Ohr hängen. Scheint echt süchtig zu machen. :) Wilson gefällt mir gut, auch wenn ich die Stimme von Mac irgendwie vermisse. Die hatte sowas ganz Spezielles. Naja.
Wieso gibt es das album nur als Digi? ^.-
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Re: Threshold

Beitragvon Peter Kubaschk » Montag 20. August 2012, 15:56

Ich muss sagen, dass meine THRESHOLD-Euphorie gerade echt kein Ende nimmt. Jetzt waren auch noch die Interviews mit Richard & Karl wirklich nett, die Re-Releases lassen das alte Material wieder mehr in den Fokus rücken und überhaupt wird mir immer wieder bewusst, wie viel mir die Band in den letzten 19 Jahren immer bedeutet hat. Mir fällt echt keine Band ein, die mich in der Zeit in diesem Ausmaß und mit so vielen Alben wirklich begeistert hat.

Und Havoc, 'Ashes' ist vielleicht der viert- oder fünftbeste Song auf dem Album und der ist ja wirklich Killer. Die Qualitätsdichte ist dieses Mal also (wieder) enorm hoch.
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Re: Threshold

Beitragvon Rüdiger Stehle » Montag 20. August 2012, 18:41

Peter Kubaschk hat geschrieben:[...]überhaupt wird mir immer wieder bewusst, wie viel mir die Band in den letzten 19 Jahren immer bedeutet hat. Mir fällt echt keine Band ein, die mich in der Zeit in diesem Ausmaß und mit so vielen Alben wirklich begeistert hat.

Das finde ich cool. Geht mir ja gerade mit meinem Manowar-Trip sehr ähnlich. Wobei ich interessant finde, dass ich - so gut ich die Musik mancher Prog-Bands inzwischen auch finde - echt zu keiner davon eine wirklich langfristige emotionale Beziehung aufbauen konnte. Auch nicht zu Sachen wie Psychotic Waltz und Fates Warning. Die finde ich wirklich toll, aber nur auf der schöngeistigen Ebene, in Kopf und Hirn, aber nicht in Herz, Magengrube und Seele. Ich frage mich immer, woran das liegen mag und fürchte fast, dass es damit zu tun haben könnte, dass Progbands meistens keine ausgeprägte Legende, kein Image, keine Ideologie verkörpern, sondern einfach "nur" Musiker sind. Das ist mir zwar fast ein bisschen peinlich, aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass dieses Kriterium dabei eine Rolle spielt.
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Re: Threshold

Beitragvon Peter Kubaschk » Montag 20. August 2012, 19:23

Ja, das glaube ich bei dir auch. :) Mir geht ja Image tendenziell eher mal gegen den Strich. Sei es bei Kiss, Alice Cooper, Black Metallern, Sabaton, Slipknot, The Devil's Blood oder oder oder so. Ich empfinde es halt immer als authentischer, wenn die Musiker die Musik sprechen lassen.

Wenn die Musiker dann noch über einen Zeitraum von 20 Jahren unstreitbar Qualität abliefern (etwas, was bei Manowar, Iron Maiden und selbst Dream Theater und mit Abstrichen Rush nicht der Fall ist, da gibt es durchaus auch Nörgler), sich als kluge und sympathische Gesprächspartner herausstellen, dann macht das bei mir eine große Menge aus. Und das alles ist halt bei THRESHOLD der Fall.
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Re: Threshold

Beitragvon Holger Andrae » Montag 20. August 2012, 21:12

Ich merke leider ander herum, dass ich kaum noch eine emotionale Bindung zu Threshold aufbauen kann. Das ist ein tolles Album, aber mehr auch nicht. Emotional berührt mich das recht wenig. Höre ich gern, aber Euphorie kommt da nicht auf. Beinahe etwas schade.
Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
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Re: Threshold

Beitragvon Rüdiger Stehle » Montag 20. August 2012, 21:47

Peter Kubaschk hat geschrieben:Ja, das glaube ich bei dir auch. :) Mir geht ja Image tendenziell eher mal gegen den Strich. Sei es bei Kiss, Alice Cooper, Black Metallern, Sabaton, Slipknot, The Devil's Blood oder oder oder so. Ich empfinde es halt immer als authentischer, wenn die Musiker die Musik sprechen lassen.

Ja, das ist witziger Weise bei mir genau umgekehrt. Ich liebe es total, wenn Bands einen Mythos und einen mit ihnen eins werdenden Symbolismus erschaffen, und wenn sie sich selbst als Gesamtkunstwerk inszenieren und ihre Rolle konsequent spielen. Eine Band, die das nicht tut, kann mir fraglos auch gefallen und mich mit einzelnen Songs sicher auch berühren, aber offensichtlich sind bei mir nur Bands Gegenstand kultischer Verehrung, die auch einen entsprechenden Kult inszenieren, auf welche Art auch immer. Natürlich muss auch bei diesen Bands die Musik passen, aber tolle Musik allein ist bei mir genauso wenig der Schlüssel zur großen Hingabe, wie ein interessantes Image allein.

Im Übrigen ist es bei Filmen und Büchern genauso. Ich kann mich nicht erinnern jemals einen Film oder ein Buch richtig toll gefunden zu haben, bei dem es um Triviales, Alltägliches, rein Zwischenmenschliches oder Sozialkritisches geht. Irgendwie brauche ich das Fantastische, das Karikierende, das Surreale, das Abseitige, das Monumentale, das Irrwitzige.

Wohl eine Art Eskapismus würde ich sagen...
8-)



Wenn die Musiker dann noch über einen Zeitraum von 20 Jahren unstreitbar Qualität abliefern (etwas, was bei Manowar, Iron Maiden und selbst Dream Theater und mit Abstrichen Rush nicht der Fall ist, da gibt es durchaus auch Nörgler), sich als kluge und sympathische Gesprächspartner herausstellen, dann macht das bei mir eine große Menge aus. Und das alles ist halt bei THRESHOLD der Fall.

Jo, ich hab ja auch jeden Respekt vor THRESHOLD, wobei das mit den "20 Jahren Qualität" jetzt für mich zwar eine tolle Leistung, aber kein allzu großes Alleinstellungsmerkmal ist. Das würde ich quasi fast allen meinen Lieblingsbands zusprechen. Natürlich ist das dann nicht "unbestritten", aber in wie weit es das bei THRESHOLD ist, kann ich als Schaulustiger natürlich nicht recht beurteilen. Zur Sache mit den "klugen und sympathischen Gesprächspartnern" möchte ich noch ergänzen, dass ich natürlich in keinem Fall erwarte, dass eine Band ihr künstlerisches Image so sehr "durchzieht", dass sie auch im Interview und im wahren Leben den Alien, den Satanisten oder den Asiproll gibt. Meine Erwartungen beschränken sich dabei auf die Bereiche Musik, Texte, Artwork und Bühnenauftritt. Da habe ich gerne meine perfekte Inszenierung. Im Interview darf die Band dann schon gerne sagen, dass sie das als musikalische Horrorshow oder als Rollenspiel sieht.
;-)


OFF TOPIC:
Ein gutes Beispiel für eine Band mit starkem Image und starker Symbolik, die aber trotzdem völlig authentisch ist und auch mit einem mutmaßlich intelligenten und netten Personal glänzen kann, ist für mich MOTÖRHEAD. Die Band ist durch ihr Logo, durch ihr Maskottchen, durch alle ihre Artworks, durch ihr Bühnenoutfit, durch die Stimme, durch die schnoddrigen Ansagen, durch ihr gelebtes Selbstverständnis 100% Image, dabei aber für mich trotzdem auch 100% authentisch. Ich glaube, das ist mein Idealtypus für eine perfekte Synthese von toller Musik, überzeugend authentischem Auftreten und doch unglaublich starker Selbstinszenierung als "Kultband".
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Re: Threshold

Beitragvon Teichfrosch » Montag 20. August 2012, 22:36

Bin da ziemlich nah bei Peter, auch wenn ich die Band bei weitem noch nicht so lange höre, und beim neuen Album werde ich wahrscheinlich auch wieder die totale Suchtpackung rauslassen... find die Band auch bei weitem emotional bindender als z.B. DREAM THEATER, die schreiben halt "nur" tollste Songs (und können sie natürlich auch super spielen).

PK hat geschrieben:Mir geht ja Image tendenziell eher mal gegen den Strich. Sei es bei Kiss, Alice Cooper, Black Metallern, Sabaton, Slipknot, The Devil's Blood oder oder oder so.


Naja... man muss es ja nicht direkt ernst nehmen oder überbewerten. Beim BM gehört das nunmal irgendwo auch zum Selbstverständnis, und mir geht dieses Hanswurts-Image mit Satan und blubb auch gegen den Strich (das einzige was das noch toppt sind die Bio-Veganer aus den USA die in Scharen BM spielen+hören). Ist halt irgendwo Teil der Show, ich kann auch gut drauf verzichten, aber letztlich ist es doch auch irgendwie egal. Wichtig ist doch, wie die Musik dich selbst berührt, und nicht unbedingt was die Musiker damit berühren wollen - außer es geht in eine extremistische/radikale Richtung wie beim Rechtsrock o.ä.
Wenn dann WATAIN mit ihrer Musik Satan huldigen wollen und ich mich einfach am Klang erfreue, dann könnte mir das Korsett "Bandimage" nicht egaler sein. Ist doch nicht mein Bier ;)
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Re: Threshold

Beitragvon Nils Macher » Montag 20. August 2012, 22:45

Zum Thema BM und Image: machen wir uns doch nichts vor, das einzige Mal, dass eine Gruppe von Leuten tatsächlich ihr Image gelebt hat, waren die frühen 90er in Norge. Hier und da gibt es sicherlich vereinzelte Wirrköpfe...aber macht das die Musik authentischer? Ich brauche jedenfalls keine abgefackelten Stabkirchen. Wenn ein gewisser Herr Ohlin auf Tierkadaver steht, kein Problem. Ist ja jeder sein eigener Herr. Ganz klar, ich finde die Auswüchse von damals interessant und stelle mir ein Bootleg mit dem Selbstmord-Cover ins Regal, aber es würde für mich auch ohne gehen.

Ich bin jedenfalls froh, dass Bands wie WATAIN und TDB "nur" PR-Geschwafel von sich geben und die ganze Szene frohlockt. Ernst nehmen kann ich das nicht. So misantrophisch der Typ von TDB manchmal tut, kann er gar nicht werden.

Nach wie vor faszinierend ist für mich die Tatsache, wie BLACK SABBATH nur nach absoluten Äußerlichkeiten bewertet werden wo doch Texte zur Gesellschaftskritik, zur Gefahr von Okkultismus den Hauptteil bilden (auch wenn v.a. Geezer dem ganzen sehr zugetan war).
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Re: Threshold

Beitragvon Rüdiger Stehle » Montag 20. August 2012, 23:19

Jetzt geht's endgültig voll off topic, deswegen habe ich eben mal die neue THRESHOLD angeworfen, um vielleicht auch dazu direkt etwas sagen zu können. Eines kann ich auf jeden Fall schon mal sagen: Die Musik berührt mich aufgrund ihrer wärmeren Klangfarbe und ihrer zugänglicheren Melodieführungen auf jeden Fall schon mal mehr als das meiste, was ich von den neueren DREAM THEATER gehört habe. Mit tieferer Auseinandersetzung und mit dem Mitlesen der Texte, könnte ich mir durchaus vorstellen, dass beim Hören mehr erwacht als nur das Staunen ob der Fähigkeiten. Die Musik klingt weniger konstruiert als ich das erwartet hätte und wirkt über weite Strecken durchaus "gelebt".

Trotzdem kann ich es natürlich nicht lassen, zu deinem Beitrag noch etwas zu sagen:

Nils Macher hat geschrieben:Zum Thema BM und Image: machen wir uns doch nichts vor, das einzige Mal, dass eine Gruppe von Leuten tatsächlich ihr Image gelebt hat, waren die frühen 90er in Norge. Hier und da gibt es sicherlich vereinzelte Wirrköpfe...aber macht das die Musik authentischer? Ich brauche jedenfalls keine abgefackelten Stabkirchen. Wenn ein gewisser Herr Ohlin auf Tierkadaver steht, kein Problem. Ist ja jeder sein eigener Herr. Ganz klar, ich finde die Auswüchse von damals interessant und stelle mir ein Bootleg mit dem Selbstmord-Cover ins Regal, aber es würde für mich auch ohne gehen.

Ich glaube nicht, dass die Norwegerszene der frühen Neunziger musikhistorisch die einzige Metalrichtung bzw. Metalphase war, in der das Image tatsächlich gelebt wurde. Habe vor einiger Zeit mal eine ausführliche Reportage über die frühe Bay-Area-Szene gesehen, und da habe ich schon das Gefühl, dass etwa ein Paul Baloff (und etliche andere der damaligen Protagonisten) schon auch sein Image gelebt, oder seine wahre Persönlichkeit auf die Bühne gebracht hat. Das ist natürlich eine andere Richtung und Kategorie als im Black Metal, aber ein ähnliches Phänomen im Sinne von Verschmelzung von Mensch, Persona und Musik.

Ob dieses Verschmelzen von Musik, Image und wirklicher Persönlichkeit und Einstellung die Musik authentischer macht, ist eine ganz andere Frage. Per se besser macht es sie nicht, aber es liegt aus meiner Sicht schon nahe, dass man einen Menschen, der seine wahren Emotionen besingt, eher als authentisch wahrnimmt, als einen Menschen, der bekennend oder offensichtlich nur eine Bühnen-Persona gibt. Ganz egal, wie man zu den Charakteren und Taten der Protagonisten steht, glaube ich schon, dass die grundlegenden und wegweisenden Werke der zweiten BM-Welle diese fundamentale Wirkung nur haben konnten, weil die dahinter stehenden Persönlichkeiten so extrem waren und weil die damaligen Adressaten der Musik diese Leute komplett ernst genommen haben. Das ist die Geschichte von Genie und Wahnsinn. Das kann man sicher auch daran ablesen, dass zahllose BM-Fans und BM-Bands, wenn man sie - auch heute noch - nach ihren prägenden Haupteinflüssen fragt, weit eher zu den Bands neigen, denen man zumindest im Frühwerk ziemlich einhellig abgenommen hat, dass sie ihr Image wirklich leben. So wird es nach meiner Wahrnehmung unabhängig von den rein musikalischen Vorlieben und den handwerklichen Fähigkeiten der Musiker sicher weit mehr Menschen mit BM-Affinität geben, welche diesen Stil in "Transilvanian Hunger", "Det Som Engang Var", "In The Nightside Eclipse" oder "De Mysteriis Dom. Sathanas" definiert sehen, als solche, die "Enthrone Darkness Triumphant", "Battles In The North", "The Principle Of Evil Made Flesh" oder "Nemesis Divina" für die authentische Definition des Black Metals halten. Ich mag mich täuschen, aber es hat für mich durchaus den Anschein, dass diese extremen Persönlichkeiten nötig waren, um diesen extremen Stil hervor bringen zu können. Dass es dabei nicht allen gelungen ist, ihren Extremismus nur musikalisch auszuleben, ist natürlich sehr bedauerlich, das will ich nicht beschönigen, ändert aber nichts daran, dass ich es für eine Tatsache halte, dass die Herren Ohlin, Aarseth, Nagell, Haugen, Tveitan und Vikernes nur diesen unglaublich großen Einfluss auf Tausende von Bands und Zigtausende von Fans haben konnten, weil ihnen damals zu 100% abgenommen wurde, dass sie tatsächlich das sind, was sie in den Alben und/oder auf der Bühne darstellen.

Nach wie vor faszinierend ist für mich die Tatsache, wie BLACK SABBATH nur nach absoluten Äußerlichkeiten bewertet werden wo doch Texte zur Gesellschaftskritik, zur Gefahr von Okkultismus den Hauptteil bilden (auch wenn v.a. Geezer dem ganzen sehr zugetan war).

Ich fürchte, dass ich mir die Texte der Ozzy-Ära nur sehr rudimentär verinnerlicht habe.
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Re: Threshold

Beitragvon Rüdiger Stehle » Montag 20. August 2012, 23:36

Bin ich der einzige, der beim Gesang am Anfang von 'Coda' einen ganz mächtigen Halford-Tribute wahrnimmt?
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