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Hier geht es um das alles, was den Rocker / Metaller / Goth so bewegt.
von Chavo89 » Samstag 24. November 2012, 20:28
Havoc hat geschrieben:Nils Macher hat geschrieben:Wenn man Musik objektiv bewerten könnte, wären wir alle nicht hier 
Ich kapier nur nicht, wieso die auf einmal alle so auf diese Art von Mucke stehen.
Wobei ein Schnitt von 7,5 oder so auch nicht gerade sagt, dass das alle super toll finden. Ich finde das, was ich von der Band bislang gehört habe, ziemlich langweilig. Leider besteht der Lauschangriff-Sampler dieses Mal zu fünfzig Prozent aus Retro-Rock. Das stört mich viel mehr als der SC-Sieger...
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von Rüdiger Stehle » Samstag 24. November 2012, 20:37
Das Verwunderliche an der ganze Geschichte ist ja viel weniger, dass die Mucke den Leuten gefällt, als vielmehr die Tatsache, dass die ganzen Retrorocker heute ausgiebigst behandelt werden, während in den letzten 20 Jahren nur höchst selten etwas über die großen Vorbilder dieser ganzen Gestalten zu lesen war. Da ich seit über 10 Jahren das Mag nicht mehr lese, kann ich mit der Mutmaßung auch falsch liegen, aber als ich es noch gelesen habe, war nur höchst selten etwas von der Grandiosität von BUDGIE, BLUE CHEER, COVEN, HAWKWIND und so weiter zu lesen. Man sollte doch meinen, dass Leute, die seit drölfzig Jahren über Musik schreiben, und heute auf die Mucke komplett steil gehen, auch die Originale gemocht haben dürften. Warum waren die also nie ein großes Thema?
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von Nils Macher » Samstag 24. November 2012, 20:44
Weil es Interdependenzen zwischen Musikjournalisten und der Promo-Maschinerie gibt, jeden Tag in Schweden drölfzig neue Bands aus dem Wald rennen und hier ihren Weg in die Plattenregale von Farben-Vinyl finden. Nahezu jedes Mag hat damals über die Bands berichtet, die im Nachhinein den Metal fast gekillt hätten. Das RH hat die Norwegische Szene ignoriert. Da gibt es keine durchgehende Kausalität durch die Zeit.
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von Rüdiger Stehle » Samstag 24. November 2012, 20:53
Nils Macher hat geschrieben:Weil es Interdependenzen zwischen Musikjournalisten und der Promo-Maschinerie gibt, jeden Tag in Schweden drölfzig neue Bands aus dem Wald rennen und hier ihren Weg in die Plattenregale von Farben-Vinyl finden. Nahezu jedes Mag hat damals über die Bands berichtet, die im Nachhinein den Metal fast gekillt hätten. Das RH hat die Norwegische Szene ignoriert. Da gibt es keine durchgehende Kausalität durch die Zeit.
Auch wenn ich die Floskel selbst gerne benutze ("Nine Inch Nails und Korn haben den Metal getötet.") ist das natürlich Quatsch. Was den Metal in die Bredouille gebracht hat, waren nicht die Bands, die keinen Metal gespielt haben, sondern die Medien, die den Metalfans Zeug als "Metal" andrehen wollten, das keiner war. Wobei ich jetzt deinen Brückenschlag von "jetzt" zu "damals" nicht ganz nachvollziehen kann. Meine Frage ging jetzt weder in Richtung der Verflechtungen zwischen Industrie und Presse, als vielmehr dahin, dass es mich einfach wundert, dass Leute wie Götz (nur ein Beispiel), die seit über 30 Jahren "dabei" sind, (zumindest mir) nie damit aufgefallen sind, dass sie gesagt hätten, dass sie diesen Sound der späten 60er und frühen 70er vermissen, oder dass sie hin und wieder mal solche 70er-Okkult-Rock-Bands in größerem Rahmen vorgestellt hätten. Das ist auch kein Vorwurf. Es wundert mich halt einfach, dass quasi scheinbar aus dem Stand eine Redaktion so sehr von einem "neuen" Trend ergriffen wird, obwohl es die Musik eigentlich immer gab und man immer über sie hätte berichten können.
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von Chavo89 » Samstag 24. November 2012, 20:59
Also, ich sehe da schon gewissen Unterschiede zwischen TDB und Hawkwind, aber wie dem auch sei, es wurde vor allem auch durch das Vorwort deutlich, dass eben nicht die gesamte Redaktion hinter dieser "neuen" Welle steht. Da wird wohl teilweise heftig gezankt. Toll ist übrigens das Orden Ogan-Interview mit deutlicher Stellungnahme zu den verschiedenen musikalischen Einflüssen. 
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von Nils Macher » Samstag 24. November 2012, 21:22
Rüdiger Stehle hat geschrieben:Wobei ich jetzt deinen Brückenschlag von "jetzt" zu "damals" nicht ganz nachvollziehen kann. Meine Frage ging jetzt weder in Richtung der Verflechtungen zwischen Industrie und Presse, als vielmehr dahin, dass es mich einfach wundert, dass Leute wie Götz (nur ein Beispiel), die seit über 30 Jahren "dabei" sind, (zumindest mir) nie damit aufgefallen sind, dass sie gesagt hätten, dass sie diesen Sound der späten 60er und frühen 70er vermissen, oder dass sie hin und wieder mal solche 70er-Okkult-Rock-Bands in größerem Rahmen vorgestellt hätten.
Deine Antwort impliziert, dass sowohl Hörgewohnheiten von Redakteuren als auch die Präsenz in Magazinen nur auf persönlichem Geschmack basieren, der zu jederzeit selbstreferentiell ist und sich nicht ändert. Warum soll es aber nicht so sein, dass man gewisse Strömungen erst in 10 Jahren wieder missen wird? Wie auch immer man das sieht, bestätigt doch deine Ausführung nur die Überlegung, dass es den Kontext von Journaille und PR gibt. Von daher liegt mein Brückenschlag doch eigentlich auf der Hand.
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von Holger Andrae » Samstag 24. November 2012, 21:50
Da ich ja momentan auch auf den Retro-Kram stehe und auchs chon seit ein paar Monaten über Musik schreibe und ebenfalls selten bis nie etwas über meine Vorliebe zu BÖC, BUDGIE oder ähnlichen Helden geschrieben habe, äußere ich mal dazu:
Ich habe mich ja auch mit etlichen Bands dieser Phase erst in letzter Zeit intensiver beschäftigt und bin tatsächlich durch aktuelle Retrosounds auf Bands von damals aufmerksam geworden. Klar, Thin Lizzy, Sabbath, Queen, alte Priest und auch BÖC oder etwas Heep hatte ich vorher auf dem Zettel, aber meine Musikszialisierung (schon wieder dieses Thema!) begann halt ANfang der 80er und somit mit NWoBHM und schnell mit Speed und Thrash.da blieb anfänglich wenig Zeit für das Zurückschauen. Man war viel zu faszniert von all' den neuen Strömungen, die immer wieder aufkamen. Eine Szene im Auf- und Umbruch. Später kamen dann erst Tull und Rush etc. Dazu. Dadurch animert gab es plötzlich Progrock und NeoProg zu entdecken. Weitere Jahre der schweren Arbeit. Vor allem gab es ja noch immer Bands der alten und beliebten Stilistiken. Dabei rutschte natürlich das eine oder andere Schnäppchen aus den 70ern in die Sammlung, aber ich war sehr mit der jeweiligen Jetzt-Zeit beschäftigt, die immer noch spannend war. Dieser Umstand ändert sich aktuell in meinem Hörverhalten. Aktuelle und zeitgemäße Strömungen gefallen mir zu einem recht hohen Anteil nicht. Da kommt es mir als Gedächtnisstütze ganz gelegen, wenn sich plötzlich Bands auf alte Tugenden besinnen und Musik machen, die für mich erfrischend klingt.
Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
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von Rüdiger Stehle » Samstag 24. November 2012, 21:51
Nils Macher hat geschrieben:Deine Antwort impliziert, dass sowohl Hörgewohnheiten von Redakteuren als auch die Präsenz in Magazinen nur auf persönlichem Geschmack basieren,
Nein, sie impliziert nicht, dass die Hörgewohnheiten und die Präsenz nur auf persönlichem Geschmack basieren. Sie drückt lediglich meine Verwunderung darüber aus, dass diese spezielle persönliche Präferenz einiger Redakteure Jahrzehnte lang quasi überhaupt nicht offenbar würde. der zu jederzeit selbstreferentiell ist und sich nicht ändert.
Warum? Das habe ich weder gesagt noch angedeutet. Warum soll es aber nicht so sein, dass man gewisse Strömungen erst in 10 Jahren wieder missen wird?
Unbenommen. Ich habe die letzten 15 Jahre auch kaum Euro-Melodic-Metal gehört und jetzt wieder ganz verstärkt. Man darf sich trotzdem wundern, oder? Wie auch immer man das sieht, bestätigt doch deine Ausführung nur die Überlegung, dass es den Kontext von Journaille und PR gibt. Von daher liegt mein Brückenschlag doch eigentlich auf der Hand.
Habe ich nicht im Ansatz bestritten. Nur ändert es nichts daran, dass es mich wundert, dass mehrere Redakteure "plötzlich" sehr demonstrativ und vehement auf einen uralten Sound abfahren, den es immer gab, der aber in den 20 Jahren davor im Heft kaum statt fand. Klar hängt das mit der PR zusammen, aber trotzdem hätte ich doch als Schreiber das persönliche Bedürfnis einem mir am Herzen liegenden Sound auch dann zumindest ein gewisses Forum zu bieten, wenn er gerade nicht im Fokus steht. * Wie schon gesagt, das ist weder ein Vorwurf noch eine Meckerei gegen Trendreiterei oder sonst etwas. Nur reine Verwunderung, dass entweder mehrere Redakteure jahrelang eine gehegte Präferenz "geheim gehalten" haben, oder dass plötzlich mehrere Redakteure total auf einen "neuen alten" Sound abfahren, den sie vorher nicht auf dem Schirm hatten. Beides ein etwas seltsames Phänomen, das mich überrascht. Nicht mehr, nicht weniger. ________________________________________________________________________ * Über das Rock Hard der letzten 10 Jahre kann ich nur mutmaßen, aber in dem Rock Hard, das ich kannte, kam der Okkult Rock der 60er und 70er quasi nicht vor.
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von Havoc » Sonntag 25. November 2012, 00:33
Es mag total bescheuert klingen...aber irgendwo hat Götz diesen Trend mit in Gang gebracht. Ich lese das RH seit nun 5 Jahren regelmäßig. Irgendwann fing Götz damit an auf jeder zweiten Seite des Heftes zu erwähnen wie geil doch THE DEVIL´S BLOOD sind. Dann fingen auch noch andere Schreiber damit an...TDB wurden auch dadurch immer bekannter und größer....und ab dann kamen immer mehr Nachahmer auf...die ebenfalls abgefeiert und mit DTB verglichen wurden. Ab da ging es los mit dem RetroHype. Will jetzt nicht sagen, dass Götz das alles in Gang gebracht hat. Aber zumindest einen kleinen Anteil daran haben er und das RH schon.
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von Rüdiger Stehle » Sonntag 25. November 2012, 00:57
Einen Anteil an der Popularität in der deutschen Szene hat das Rock Hard auf jeden Fall. Dass sich in Schweden jedoch massenweise Bands formen oder stilistisch umorientieren, weil ein Götz aus dem Pott TDB toll findet, halte ich jedoch für eher unwahrscheinlich.
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