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von Dr. Best » Dienstag 25. Dezember 2012, 02:30
firestarter hat geschrieben:Fazit: In der Redaktion hat nur Holger die Platte "verstanden". 
Bist du da sicher? Ich für meinen Teil würde einfach frech behaupten die Platte sehr wohl "verstanden" zu haben. Nur sehe ich GTs konsequent anders, als eine "normale" Rezension eines Albums: hier spiegelt sich meine derzeitige, vollkommen subjektive Einschätzung einer Platte wieder. Kann gut sein, dass das in zwei Wochen anders ist. Und in den letzten paar Wochen quält mich die klangliche Unzufriedenheit, bin ich ständig am Siebien (also nörgeln  ). Klar hat das Album tollen Gesang, Hooklines für die Ewigkeit und einiges mehr - aber wenn ich ehrlich bin, zappe ich fast 50% der Lieder nach der Hälfte weiter und suche verzweifelt genau die Spielgeilheit, die mich nach ein paar Durchläufen der Anvil Chorus damals so umgehauen hat (um ein Art-fremdes Beispiel zu nehemn). Nach Resensions-Maßstäben wäre das Album eine 9 bis 9,5. Nach derzeitigem Hörmuster nur nett. Und um mal 3 Alben zu nennen, die für mich den Begriff "US Metal" geprägt haben: - Armored Saint - Delirious Nomad - Metal Church - Metal Church - Heir Apparent - Graceful Inheritance Übrigens muss ich in dem Zusammenhang eine Lanze für das Rock Hard brechen: ohne deren 300er Liste 2002 und Leute wie etwa den Boris Kaiser wäre mein Leben so viel billiger und langweiliger gewesen. Danke dafür!
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Dr. Best
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von firestarter » Dienstag 25. Dezember 2012, 02:55
Holger Andrae hat geschrieben:Manowar aus irgendeinem Grund nicht.
Bei mir ebenfalls und das hat nichts mit epischer Ausrichtung zu tun, oder damit, dass mir kaum was von denen gefallen hat. Irgendwie passte das nie. Holger Andrae hat geschrieben:Fates Warning auch nicht unbedingt. Das war bei uns damals schon Progressive Metal. Würde ich bis zur "Guardian" aber auch verstehen, wenn das jemand US Metal nennt.
Genau, bis zur "Guardian" empfinde ich das auch als US Metal. Rüdiger Stehle hat geschrieben:Das mit den Kanadiern ist für mich jetzt auch keine stilistische Streitfrage, sondern war für mich immer eine Frage des Respekts vor kanadischen Musikern.
Das finde ich persönlich zu sehr um die Ecke gedacht. Bei mir war das damals eine rein stilistische Zuordnung, z.B. Anvil oder Exciter hätte ich aus stilistischen Gründen nie hinzu gezählt. Diese Zuordnung hatte aber mit Sicherheit (!) nichts mit mangelndem Respekt vor ihrer kanadischen Herkunft zu tun. Texas Metal gab es damals für uns übrigens überhaupt nicht. Für die Unterscheidung von regionalen Stilistiken interessiere ich mich erst heutzutage, so z.B. auch im Thrash - Texas Thrash war in der Regel brutal, humorlos und eher technisch, NY Thrash punkig und Bay Thrash technisch. Rüdiger Stehle hat geschrieben:Auch beispielsweise bei TWISTED SISTER. Wenn man die "Under The Blade" nimmt, dann war die hart und kraftvoll genug, um als US-Power-Metal durchzugehen.
Heutzutage, mit weniger engen Definitionsgrenzen im Kopf, kann ich sowas sehr gut da einordnen (siehe entsprechenden Thread mit US Metal Alben). Als Klammer benutze ich für mich eigentlich ganz gerne den Begriff "American Metal", worunter dann eben nicht nur Vicious Rumors oder Warrior, sondern auch die "Shout At The Devil", oder die "Tooth & Nail" von Dokken fallen.
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von firestarter » Dienstag 25. Dezember 2012, 03:41
Dr. Best hat geschrieben:Und um mal 3 Alben zu nennen, die für mich den Begriff "US Metal" geprägt haben:
- Armored Saint - Delirious Nomad - Metal Church - Metal Church - Heir Apparent - Graceful Inheritance Auf 10 erweitert: - Vicious Rumors - Soldiers Of The Night - Malice - In The Beginning - Leatherwolf - s/t - Liege Lord - Freedom`s Rise - Warrior - Fighting For The Earth - Wild Dogs - Reign Of Terror - Helstar - Remnants Of War
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von Jhonny » Dienstag 25. Dezember 2012, 11:55
Dr. Best hat geschrieben:Übrigens muss ich in dem Zusammenhang eine Lanze für das Rock Hard brechen: ohne deren 300er Liste 2002 und Leute wie etwa den Boris Kaiser wäre mein Leben so viel billiger und langweiliger gewesen. Danke dafür!
mittlerweile ja zum 500-Scheiben-Buch erweitert. Dafür bin ich auch sehr dankbar, viele Bands hätte ich ohne das Buch erst sehr viel später entdeckt. Thin Lizzy, Rush, Mercyful Fate, Sanctuary, Rainbow, Whitesnake, Helstar, Crimson Glory, Tiamat, Molly Hatchet... alles Bands, auf die ich v.a. aufgrund dieser Rezensionen aufmerksam geworden bin. Da gibts übrigens auch ne Top-50-US-Metal-Liste von Boris Kaiser, die hier aber jeder katastrophal fände Einiges aus der Liste (also der Top 500 Liste) ist natürlich völlig unverständlich, aber das ist ja bei jeder Liste dieser Art so...
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von Holger Andrae » Dienstag 25. Dezember 2012, 12:07
Rüdiger Stehle hat geschrieben:Holg, was hältst du von der "old farts"-These?
Mir spukt die immer im Kopf herum. Auch beispielsweise bei TWISTED SISTER. Wenn man die "Under The Blade" nimmt, dann war die hart und kraftvoll genug, um als US-Power-Metal durchzugehen. Und mit einem Debüt 1982 war man auch zeitlich voll im Raster. Aber T.S. gab es eben schon seit 1972 und sie hatten eine Reise vom Beat über den Glam Rock bis hin zum Metal hinter sich.
An der These ist wohl etwas dran, weil auch solche Bands - siehe aktuelle "Retrowelle" (aus dem Gard-Haar-Studio) - die schon viel früher Musik eines plötzlich aufkommenden "Trends" gerne in der Masse der Neulinge übersehen werden. Wobei Waysted mit "Vices" bei uns schon NWoBHM war. Allerdings kannte auch kein Mensch das ältere Material der Band. Twisted Sisters Debüt ist musikalisch lupenreiner US Metal, die "You Can't Stop ..." ebenfalls. Irgendwie wurde die Band aber schnell in den Hairspray-Eimer gesteckt als diese Welle (schon wieder) aufkam. Seltsam, denn da gehörte sie ja irgendwie auch nicht hin und war ja auch schon alt ... firestarter hat geschrieben:Rüdiger Stehle hat geschrieben:Das mit den Kanadiern ist für mich jetzt auch keine stilistische Streitfrage, sondern war für mich immer eine Frage des Respekts vor kanadischen Musikern.
Das finde ich persönlich zu sehr um die Ecke gedacht. Bei mir war das damals eine rein stilistische Zuordnung, z.B. Anvil oder Exciter hätte ich aus stilistischen Gründen nie hinzu gezählt. Diese Zuordnung hatte aber mit Sicherheit (!) nichts mit mangelndem Respekt vor ihrer kanadischen Herkunft zu tun. Texas Metal gab es damals für uns übrigens überhaupt nicht. Für die Unterscheidung von regionalen Stilistiken interessiere ich mich erst heutzutage, so z.B. auch im Thrash - Texas Thrash war in der Regel brutal, humorlos und eher technisch, NY Thrash punkig und Bay Thrash technisch.
Bei US Metal haben wir in der zweiten Hälfte der 80er schon regional unterschiedliche Stilistiken ausgemacht und auch unterschieden. Da hat man dann plötzlich angefangen Texas Metal zu sammlen. Der war manchmal übrigens sehr wohl humorvoll. Ich verweise auf die Koffer der Wachtturm-Kompanie. firestarter hat geschrieben:Rüdiger Stehle hat geschrieben:Auch beispielsweise bei TWISTED SISTER. Wenn man die "Under The Blade" nimmt, dann war die hart und kraftvoll genug, um als US-Power-Metal durchzugehen.
Heutzutage, mit weniger engen Definitionsgrenzen im Kopf, kann ich sowas sehr gut da einordnen (siehe entsprechenden Thread mit US Metal Alben). Als Klammer benutze ich für mich eigentlich ganz gerne den Begriff "American Metal", worunter dann eben nicht nur Vicious Rumors oder Warrior, sondern auch die "Shout At The Devil", oder die "Tooth & Nail" von Dokken fallen.
Frühe Mötley Crüe und Dokken zählen bei mir zu US Metal. firestarter hat geschrieben:Dr. Best hat geschrieben:Und um mal 3 Alben zu nennen, die für mich den Begriff "US Metal" geprägt haben:
- Armored Saint - Delirious Nomad - Metal Church - Metal Church - Heir Apparent - Graceful Inheritance Auf 10 erweitert: - Vicious Rumors - Soldiers Of The Night - Malice - In The Beginning - Leatherwolf - s/t - Liege Lord - Freedom`s Rise - Warrior - Fighting For The Earth - Wild Dogs - Reign Of Terror - Helstar - Remnants Of War
Exzellente Liste.
Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
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von Rüdiger Stehle » Dienstag 25. Dezember 2012, 12:19
firestarter hat geschrieben:Rüdiger Stehle hat geschrieben:Das mit den Kanadiern ist für mich jetzt auch keine stilistische Streitfrage, sondern war für mich immer eine Frage des Respekts vor kanadischen Musikern.
Das finde ich persönlich zu sehr um die Ecke gedacht. Bei mir war das damals eine rein stilistische Zuordnung, z.B. Anvil oder Exciter hätte ich aus stilistischen Gründen nie hinzu gezählt. Diese Zuordnung hatte aber mit Sicherheit (!) nichts mit mangelndem Respekt vor ihrer kanadischen Herkunft zu tun. Texas Metal gab es damals für uns übrigens überhaupt nicht.
Ja logisch, mir war schon klar, dass durch diese Zusammenfassung niemand bewusst respektlos gegenüber Kanada sein wollte. Ich hab mich nur gefragt, wie es auf einen kanadischen Musiker gewirkt haben mag, in Europa als "US Metal" einsortiert zu werden. Wo es doch zwischen Kanadiern und US-Amerikanern durchaus eine ähnliche Hass-Liebe bzw. Rivalität geben kann wie zwischen Deutschen und Österreichern (vor allem im Sport natürlich). 
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von firestarter » Dienstag 25. Dezember 2012, 12:31
Rüdiger Stehle hat geschrieben:firestarter hat geschrieben:Rüdiger Stehle hat geschrieben:Das mit den Kanadiern ist für mich jetzt auch keine stilistische Streitfrage, sondern war für mich immer eine Frage des Respekts vor kanadischen Musikern.
Das finde ich persönlich zu sehr um die Ecke gedacht. Bei mir war das damals eine rein stilistische Zuordnung, z.B. Anvil oder Exciter hätte ich aus stilistischen Gründen nie hinzu gezählt. Diese Zuordnung hatte aber mit Sicherheit (!) nichts mit mangelndem Respekt vor ihrer kanadischen Herkunft zu tun. Texas Metal gab es damals für uns übrigens überhaupt nicht.
Ja logisch, mir war schon klar, dass durch diese Zusammenfassung niemand bewusst respektlos gegenüber Kanada sein wollte. Ich hab mich nur gefragt, wie es auf einen kanadischen Musiker gewirkt haben mag, in Europa als "US Metal" einsortiert zu werden. Wo es doch zwischen Kanadiern und US-Amerikanern durchaus eine ähnliche Hass-Liebe bzw. Rivalität geben kann wie zwischen Deutschen und Österreichern (vor allem im Sport natürlich). 
Sport ist da aber was ganz anderes IMHO. Dass da kein Ösi als deutscher Spieler bezeichnet werden möchte, finde ich logisch, bei dem eher stilistisch orientierten Begriff US Metal werden die Bands wohl i.d.R. wenig Probleme damit gehabt haben (Ausnahmen bestätigen die Regel). Bei der Größe der USA könnte man ja anderweitig wirklich in US-East Metal, US-West Metal, usw. differenzieren, um den teilweise sehr ausgeprägten Lokal-Patriotismen gerecht zu werden.
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von Holger Andrae » Dienstag 25. Dezember 2012, 12:39
Jhonny hat geschrieben:Zwischen Teutonen-Metal und Franzosen-Metal liegt meist aber ja nicht nur der Gesang, zumindest meinem Empfinden nach, das ist ne andere Schublade... Und wenn man von "einer" amerikanischen Kultur sprechen könnte (was sich eigentlich verbietet aufgrund des Riesen-Landes, aber gut), dann gehört Kanada näher zu Chicago, Boston oder Alaska als Kalifornien oder Hawaii. Kulturell finde ich das also (in einem sehr sehr großen Rahmen) nachvollziehbar.
Ich suche gerade den Beitrag, auf welchen Du Dich mit dem Franzosen-Stahl beziehst. Ich habe doch lediglich geschrieben, dass für mich auch nicht jede deutsche Band automatisch Teutonen-Stahl macht. Selbst nicht aus den 80ern.
Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
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von firestarter » Dienstag 25. Dezember 2012, 12:43
Holger Andrae hat geschrieben:Jhonny hat geschrieben:Zwischen Teutonen-Metal und Franzosen-Metal liegt meist aber ja nicht nur der Gesang, zumindest meinem Empfinden nach, das ist ne andere Schublade... Und wenn man von "einer" amerikanischen Kultur sprechen könnte (was sich eigentlich verbietet aufgrund des Riesen-Landes, aber gut), dann gehört Kanada näher zu Chicago, Boston oder Alaska als Kalifornien oder Hawaii. Kulturell finde ich das also (in einem sehr sehr großen Rahmen) nachvollziehbar.
Ich suche gerade den Beitrag, auf welchen Du Dich mit dem Franzosen-Stahl beziehst. Ich habe doch lediglich geschrieben, dass für mich auch nicht jede deutsche Band automatisch Teutonen-Stahl macht. Selbst nicht aus den 80ern.
Kann ich voll unterschreiben. Mit der lokalen Verortung als Hauptkriterium kommt man nicht weit.
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