
DEVIN TOWNSEND PROJECT - Epicloud / Epiclouder
Eine jener Scheiben, auf die ich micht ganz besonders gefreut habe. Und ich müsste lügen, würd ich sagen, dass ich nicht enttäuscht bin. Nein, schlecht ist sie natürlich nicht. Devin hat noch nie ein schlechtes Album abgeliefert und wird das vermutlich auch nie tun. Aber von einem Musiker wie Devin, den ich in gewisser Weise tatsächlich für ein Genie halte, erwarte ich einfach mehr. Viel mehr. Fakt ist natürlich, dass der Devin von heute nicht der selbe ist, der er vor Jahren mal war. Dass seine Musik früher durch Drogen und seine psychische Erkrankung beeinflusst war, ist kein Geheimnis. Der Mad Professor ist Geschichte, auch wenn er ab und zu noch ein wenig durchschimmert. Das alles ist mir natürlich klar (und selbstverständlich gönne ich dem Mann ein glückliches und zufriedenes Leben), aber dennoch finde ich "Epicloud" seltsam oberflächlich und gewöhnlich. Bezeichnend auch, dass mir die Bonusscheibe "Epiclouder" deutlich besser gefällt, als das eigentliche Album. Mit den alten Zeiten hat die zwar auch nix zu tun, wirkt aber spontaner, relaxter und für mich auch stringenter und ist zudem noch angenehmer produziert als das etwas zu glatt poliert wirkende Hauptwerk.
Letzlich wird mir bei Mr. Townsend wohl immer und ewig meine eigene Erwartungshaltung im Weg stehen. Aber der alte Devin ist eben Geschichte und ein "Terria2" wird es leider nie geben. Die Enttäuschung über das neue Werk bleibt dennoch, aber die Bonusscheibe versöhnt dann zum Glück zumindest ein wenig

MANOWAR - The Lord Of Steel
Zuerst mal, nein, ich hab die Scheibe nicht gekauft. Aber mehrfach gehört, sowohl in der Metal Hammer- als auch in der Retail-Version. Mehrfach deshalb, weil ich meinen ersten Eindruck einfach nicht wahr haben wollte. Doch leider hat sich daran nichts mehr geändert.
Manowar waren immer etwas besonderes für mich. "Manowar", das stand (und steht) für mich immer für epische Songs über germanische Krieger in einem düsteren Zeitalter, die zu Odin beten, sich auf Valhalla freuen, die hailen and killen und ihr Schwert stets so feucht halten wie eine junge Frau in ihrer Blüte. DAS war es immer, was Manowar für mich ausgemacht hat. Das letzte Album bot genau das und war für mich daher, trotz aller spiel- und produktionstechnischer Mängel, ein Schritt in die richtige Richtung. Und die neue Scheibe ist leider das genaue Gegenteil. Hier gibt es nichts von dem, was Manowar für mich ausmacht. Stattdessen bis auf zwei Ausnahmen 08/15 Metal-Songs, die so beliebig sind, dass sie auch von tausenden anderer Gruppen stammen könnten. Die einzigen Tracks, die mich zumindest ansatzweise ansprechen, sind "Touch The Sky" und "Blacklist", wobei letzterer lustigerweise für eine Band, die sich immer wieder auf den "wahren Stahl" beruft, irgendwie verdammt modern klingt.
Fazit: Für mich leider DIE Enttäuschung des Jahres.




