Musikalische Erkenntnis des Tages

Hier geht es um das alles, was den Rocker / Metaller / Goth so bewegt.

Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Eike » Sonntag 29. Juni 2014, 01:19

...und da kann ich dann auch bestens verstehen, wenn Impetus, Rohheit, Chaos, Gefühl über Virtuosität/Technik gestellt werden, mit aller Inbrunst und persönlichen Vorliebensbekundung, weil das für mich im Metal wichtig ist.
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Rüdiger Stehle » Sonntag 29. Juni 2014, 01:27

Eike hat geschrieben:Ich bin ja nun kein Allesgutfinder von irgendwas bloß weil es Metal ist oder im Metal "etwas gilt",

Der Allesgutfinder wieder. Der bin ich auch nicht. Es gibt durchaus Metal, den ich sehr durchschnittlich, langweilig oder generisch finde. Nur keinen, den ich richtig schlecht finde. Trotzdem ist mir selbst müder Metal näher als toller Pop, Reggae, Drum'n'Bass, Folk, Dancefloor, whatever... Das ist ein bisschen so, wie mit Familie und Fremden. Blut und Wasser etc... Auch wenn der Cousin X vielleicht nicht so cool ist, wie der Hans Kunze aus Bottrop, ist er halt doch der Cousin und man hängt am Blutsband. :grins:

und sollte ich gefragt werden, ob ich Metal sei, würde ich je nach Art des Fragens verneinen oder rumdrucksen und zumindest relativieren, weil damit immer irgendwelche Vorurteile und Klischees verbunden werden, an denen teils auch was dran ist, und wo ich mich mich nicht dazugerechnet wissen mag (eben der Massenkonsummetal als solches),

Jo, für mich werden auch Dinge mit Metal assoziiert, die nicht zu mir passen. Keine Frage. Das ist ja der Grund, warum ich mich beispielsweise nie als Fußball-Fan bezeichne, und das obwohl ich VfB-Mitglied bin und jedes Spiel der WM anschaue. Aber beim Metal ist es mir egal, was irgendwelche Leute mit Metal assoziieren und was nicht. Der Metal spielt in meinem Leben (im Gegensatz zum Fußball) eine so wichtige Rolle, dass ich mich immer ohne auch nur eine Sekunde zu zögern als Metaller bezeichne. Wenn's das Gegenüber interessiert, dann kann ich gerne erklären, was ich darunter verstehe. Wenn's das Gegenüber nicht interessiert, dann darf es seine Vorurteile auch gerne behalten.


aber das liegt noch am wenigsten an der Musik selbst,
und da wo ich es eben als "mein" Metal empfinde,
da fühle ich es dann aber zu 100%, und es gibt halt auch keine andere Richtung, die genau "das" in mir auslöst.
Das geht mir als Musikhörer so.

Bei deinen Playlists finde ich es immer faszinierend, wie vielseitig musikalischer Geschmack doch sein kann, während ich es dann gleichzeitig etwas verstörend finde, wie man in diversen Gruppen der Extremist-Edition von völliger Langeweile sprechen kann. Aber klar, jeder tickt, wie er halt so tickt.

...und da kann ich dann auch bestens verstehen, wenn Impetus, Rohheit, Chaos, Gefühl über Virtuosität/Technik gestellt werden, mit aller Inbrunst und persönlichen Vorliebensbekundung, weil das für mich im Metal wichtig ist.

Jo, und da schließen sich die Kreise und da findet sich die Erklärung, warum meine Nominierungen in der Extremist-Edition bei dir weitgehend mit ganz weit vorne dabei sind.
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Eike » Sonntag 29. Juni 2014, 01:50

Rüdiger Stehle hat geschrieben:Bei deinen Playlists finde ich es immer faszinierend, wie vielseitig musikalischer Geschmack doch sein kann, während ich es dann gleichzeitig etwas verstörend finde, wie man in diversen Gruppen der Extremist-Edition von völliger Langeweile sprechen kann. Aber klar, jeder tickt, wie er halt so tickt.
Sollte ich tatsächlich etwas von "völliger" Langeweile geschrieben haben, dann hatte ich da einen noch schlechteren Tag als ich es in Erinnerung habe. Ich war in einigen Gruppen auf den ersten Hör schon etwas erstaunt, was da teilweise auch nominiert war; ganz einfach, weil ich die absolute Creme de la creme erwartet hatte, oder zumindest Dinge, bei denen ich auf Anhieb zumindest etwas im kleinen Zeh mitgehen kann, sei es aus Begeisterung oder aus anfänglicher, irgendwelchen Extremen geschuldeter Verstörtheit. Ich dachte halt, nur 10 (nachher las ich: zwölf) Nominierungen möglich, wenige Teilnehmer, also sicher die Begeistertsten mit ihren Begeisterndsten Stücken, quasi die Quintessenz. Klarer Fall von extrem überzogener Erwartung, zu meinen, das müsste mich gleich alles anspringen und fesseln. Ich habe mich dann auch gleich selbst unter Druck gesetzt, sofort alles an einem Stück wie im Rausch durchhören zu wollen. Das war im Nachhinein betrachtet auch nicht sehr clever. :-/
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Rüdiger Stehle » Sonntag 29. Juni 2014, 01:54

Jo, ist ja nicht schlimm. Mich hat's halt überrascht, wie sehr du da die Kluft zwischen den guten und den für dich schlechten Sachen betont hast, weil für mich (mit Ausnahme der Metalcore- / Grindcore-Sachen) eigentlich alles ziemlich gut war. Aber wie du sagst, wird das wohl an der Erwartungshaltung gelegen haben. Bei den Turnieren postet ja nicht immer nur jeder seine Top-Faves, sondern manchmal auch jemand ein paar unbekanntere Sachen, auf die er einfach mal aufmerksam machen wollte. Ich habe dieses Mal nur "Sweet Home Alabama"-type-Hymnen gewählt... ;-)
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Eike » Sonntag 29. Juni 2014, 01:59

Holger Andrae hat geschrieben:In letzter Zeit geschieht es immer wieder: Ich habe etwas Freiraum, um mich der kleinen Scheibletten-Sammlung zu widmen und ich lande bei meinem Streifzug meist entweder bei einer 70er Band oder bei Musik, die in irgendeiner Weise extrem war/ist. Sei es Nasty Savage, Dark Angel, Possessed oder Triptykon. Schlängelt man sich dann auch noch auf Youtube durch Interviews mit Mister Warrior, dann ist so ein Abend mal einfach extrem spannend. Der gute Mann erklärt hier ganz hervorzüglich, weshalb ich aktuelle Heavy Metal Veröffentlichung meits nur "nett" finde ...
über Gitarristen, die ihre Gitarre streicheln :
http://www.youtube.com/watch?v=EzR-9UWjfSg
salisbury hat geschrieben:Na ja, er sitzt da ganz entspannt in seinem Sessel und feuert gegen die junge Generation an Gitarristen, die ihr Instrument beherrschen will, redet von großer Kunst und am Ende der Geschicht scheint es dann doch das wichtigste zu sein, möglichst krass in die Klampfe reinzuhauen und diese zu Poden zu schmeissen, weil das ja Metal ist.
Ich fand das Interview schön, und ich kann jedes Wort nachvollziehen; und klar könnte man das polemisch zu zuspitzen, wie im salisbury-Zitat, wenn man wollte, aber das hat der Tom aus meiner Sicht eben nicht getan, und ich habe es auch nicht so empfunden, dass er da gegen die junge Generation an Gitarristen "feuert", sondern eben nur, dass er möglichst verständlich darzulegen versucht, dass sein Verständnis von Metal bzw. seine Herangehensweise ans Metalschaffen eben ein anderes ist, was die Prioritäten angeht. Er sagt ja, dass man das der Musik dann nachher schon anhört. Und wenn dem so ist, dann finde ich das gut. Ich mag diese respektlosen Sounds im Metal. 8-)
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Eike » Sonntag 29. Juni 2014, 02:08

Rüdiger Stehle hat geschrieben:Mich hat's halt überrascht, wie sehr du da die Kluft zwischen den guten und den für dich schlechten Sachen betont hast, weil für mich (mit Ausnahme der Metalcore- / Grindcore-Sachen) eigentlich alles ziemlich gut war.
Vielleicht war ich da einfach weniger harmoniesüchtig drauf als sonst und auf einfache Schwarz-Weiß-Sicht gebürstet. Mag sein. Ich habe jetzt auch nicht mehr so recht auf dem Schirm, ob die Grenzziehung entlang stilistischer Grenzen verlief oder eher idiosynkratisch war. In den später von mir gewerteten Gruppen fand ich die Übergänge meist fließender, in einigen früheren klaffte das tatsächlich etwas krasser zwischen den Songs, die mir etwas gaben und denen wo das nicht der Fall war. Irgendwie hatte ich vorher ein klares Hopp-oder-Topp (im emotionalen Sinne, also dass mich das in die eine oder andere Richtung wirklich berührt) erwartet, aber dann kamen für mich überraschend einige "Joah, irgendwie egal..."-Songs. Und das hat mich im ersten Moment schon etwas enttäuscht. Aber eigentlich isses ja wurscht. Und vielleicht würden die im Albumkontext schon anders wirken, oder nach dem drölften Hören. So ein Ranking erzeugt ja, zumal bei neu oder bislang kaum gehörtem Zeug, immer eine schräge Hörsituation; und wenn dann doch noch was (zumindest vom grundlegenden Bandsound her) Bekanntes dazwischenfällt, erst recht. Dass sich bei mir auch nach Jahren des vorsichtigen Reinschnupperns in Black und Death immer noch eine Kluft auftun kann, zwischen dem wenigen, das mich vollends begeistert und dem, dessen Faszination ich nicht begreifen kann, finde ich jetzt gar nicht mal so überraschend. Gerade diese metallische Monotonie finde ich höchstens im Doom gut. :)
Zuletzt geändert von Eike am Sonntag 29. Juni 2014, 02:11, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Rüdiger Stehle » Sonntag 29. Juni 2014, 02:10

@ Eike zum Tom Warrior:

Ja, genau. Deshalb habe ich ja geschrieben, dass man das so sehen kann, wenn man unbedingt will. Aber in Endeffekt hat Tom einfach versucht, die Frage zu beantworten, ohne zu sehr auf die Kacke zu hauen. Du hast einen Fan als Interviewer, der wissen will, was das Besondere an deiner Band ausmacht. Was sollst du da antworten, ohne überheblich zu wirken? Er hat das so bescheiden und zurückhaltend formuliert, wie es nur geht. Dass er aber überzeugt von dem ist, was er tut, das ist ja selbstverständlich und das erwarte ich auch. Dabei relativiert er sogar noch sehr deutlich, aber macht halt den entscheidenden Punkt, dass es entscheidend ist, dass das, was in der Seele ist, auch heraus kommt und sich in der Musik niederschlägt. Es gibt wenige Musiker, denen ich das so sehr abnehme wie Tom Warrior. Der Mann ist einfach authentisch, und das spürt man auch. Beim Rock Hard Festival war das musikalisch fast etwas zu zäh und perseverativ, um der Headlinerrolle gerecht zu werden. Aber die individuell-persönliche Präsenz eines Tom Warrior hatte an dem Wochenende eben nur exakt eine Person, die auf der Bühne im Amphitheater stand, und das war er selbst. Wie Neudi im Interview gesagt hat: Wenn der Mann einen Ton auf der Klampfe anschlägt, dann weißt du, wer da am Werke ist. Das ist eben unnachahmlich, da wird das ganze Feeling auf einen Punkt, auf ein Riff, auf einen Akkord gebracht. Das ist heilig!
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon lenbert » Sonntag 29. Juni 2014, 10:35

enemy-of-reality hat geschrieben:Habt ihr schon mal erlebt, dass ein einzelnes Ereignis eure musikalische Welt auf den Kopf stellt?
Ich war ja vor knapp 2 Wochen beim Stones-Konzert in Wien. Meine Erwartungen waren eher so mittelmässig. Ich dachte mir halt, dass die Stones eine lebende Legende sind und man die zumindest einmal gesehen haben sollte. Ein grosser Fan oder so war ich aber eigentlich nie.
Und dann ist es passiert: Das Konzert war einfach nur unglaublich geil! Das Wetter perfekt, die Stones in Top-Form und die Stimmung im Publikum unglaublich. Ich war total geflasht und zwar so sehr, dass ich über eine Woche lang auf keinerlei andere Musik mehr Bock hatte. Sämtliche Studio- und Live-Scheiben liefen immer wieder rauf und runter. Seit einigen Tagen hör ich nun ab und zu auch mal wieder was anderes, hab aber noch immer tierisch Bock auf die Stones.
Lange Rede, kurzer Sinn: Die Stones sind die grösste Rock N' Roll-Band des Planeten (zumindest von denen, die noch aktiv sind)!

Nach GNR 1992 das vielleicht beste Konzert meines Lebens!


Schöne Geschichte :dafuer:
Ich wollte gestern noch etwas dazu schreiben, hatte aber vom Handy aus dann doch keine Lust dazu. Mittlerweile hat sich der Thread weiterbewegt, daher hier nur die Kurzfassung.
Deine Erfahrung mit den Stones, dass grandiose Konzerte die Hörgewohnheiten längerfristig stark beeinflussen können, habe ich ebenfalls mehrmals gemacht. Generell sind grandiose Konzerte bei mir ein Garant für tage- oder sogar wochenlange Hochstimmung, haben fast eine reinigende Wirkung. Mein letztes Erlebnis dieser Art war das Springsteen-Konzert vor knapp zwei Jahren in Wien.
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon salisbury » Sonntag 29. Juni 2014, 12:18

Zu Tom Warrior:

Ich find das ja cool, dass ihr so empfindet, aber mir ist da wieder zuviel Religion drin. Und ich hab als Wissenschaftler gelernt, immer kritisch zu sein. Ich sehe auf dem Video einfach einen älteren Musiker, der versucht zu beschreiben, warum seine Musik auf manche (z.B den fast peinlich buckelnden Interviewer) so besonders wirkt. Wie er das erklärt, das finde ich durchaus sympathisch und auch nicht arrogant. Mein allererster Satz zum Thema war ja: "ich mag den Typen".

Und natürlich habe ich mir erstmal die inhaltlichen Punkte rausgesucht, die mir dort weniger gepasst haben. Aber vieles, was er sagt, finde ich auch gut, wobei es wirklich nicht allzu viele neue Weisheiten sind. Im Kern sagt er, dass junge Musiker vielleicht wieder etwas mehr versuchen sollten, ihre Emotionen bei der Musik auszuleben, um 'wertvolle' Kunst zu erschaffen, als stundenlang nur gniedeln zu üben. Und er empfielt, dann bei der Aufnahme, ebenso echt und unverfälscht aufzunehmen, anstatt die "perfekte" Aufnahme anzustreben. Inhaltlich genau dieselben Antworten bekomme habe ich Interviews schon von anderen Musikern auch bekommen. Als Beispiele nur Hendrik Palm von IN SOLITUDE und Elin Larsson von BLUES PILLS. Beides im übrigen Musiker von erst knapp über zwanzig. Auch Martin Bryalsen von LISERSTILLE oder MAYFAIRs Rene schlagen in dieselbe Kerbe. Gut aber, dass ein renommierterer Musiker solche Punkte auch mal nennt. In Prinzip ist dies ja mit der Grund, warum es einen "Retro-Boom" gibt. Bis dahin bin ich also völlig konform mit ihm.
Seine Aussührungen zu Metal insbeondere wie man die Gitarre hält, damit es "Metal" ist, sind für mich indes relativ egal und unwichtig. Auch dass sein Schlagzeuger so brachial dreinhaut, dass er nicht getriggert werden muss, ist sehr seltsam. Soweit ich das (nicht) verstanden habe, kommt es bei der Schlagzeugaufnahme doch gar nicht auf die Lautstärke an (?). Zum Triggern brauchst Du doch nur ein Signal, das man dann hinterher verändert. ABer dass man besonders hinlangen muss, wenn man nicht triggern will, wär mir neu. Jakob? Auch finde ich, dass TRIPTYKONS-Musik (ich hab sie ja auch live erlebt) ein Paradebeispiel für Musik ist, die fast ausschliuesslich von ihrem brachialen Sound lebt. Nicht 30 % wie er meint, sondern wohl eher 90 %. Ich würd die Mucke mal gern akustisch hören und sehen wieviel "authentische" Kompositionskunst dann noch übrig bleibt.

Bleibt mir zu Schluß der Dank an Holg, diese Videointerview zu posten und diese schöne Diskussion anzuregen. :dafuer:
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon salisbury » Sonntag 29. Juni 2014, 13:44

Rüdiger Stehle hat geschrieben: Der Punkt ist für mich, dass ich der Meinung bin, dass eigentlich jede große Metalband der Geschichte auch zu recht eine so große Band geworden ist.


Hier finde ich in der Tat viele Beispiele für mich, die Rüdigers Aussage belegen. Hierbei definiere ich "groß" als über die Metal-Community hinaus bekannt. (Man könnte auch sagen, Metal-Bands, die im ECLIPSED genannt werden :grins: )

MAIDEN hat mit Bruce meines Wissen diesen typischen hohen, klaren Metal-Gesang populär gemacht. Oft kopiert, selten erreicht. Einer, der dies perfektioniert, ist Rob Halford und JUDAS PRIEST. Hier kenn ich mich nicht so aus, aber wenn man die Mucke hört, weiß man, warum sie so groß ist. Da geht es um viel mehr als "being metal". MANOWAR natürlich ist der Inbegriff von Metal und die Mucke absolut charakteristisch, auch heute noch. Geschickt vermarktet und streitbar in Szene gesetzt, Das kennt fast jeder, der schonmal Rockmusik gehört hat und viele finden es gut. AC/DC erreichen mit simplem wie charismatischem Rock die Massen. BLACK SABBATH räumen dem Hörensagen nach gerade überall ab und haben so vielen Bands die Basis für ihr Schaffen gegeben, das ist fast unglaublich. METALLICA sind Megaseller und ich finde auch, zurecht. Das schwarze Album war einfach der pefekte Mix aus Kommerz, Anspruch, Sound und Zeitgeist. Und die alten Sachen werden von vielen gemocht. Auch SLAYER ist einfach zu gut und zu revolutionär um nur als bollernder Thrash-Metal abgetan zu werden. Das könnte man noch länger ausführen...

Sorgen mach ich mir nur, wenn ich überlege, welche von den neueren Bands aus dem Hard Rock/Metal-Bereich heutzutage das Zeug hat, das größere Publikum zu erreichen. Gut wir haben VOLBEAT, die sicherlich vieles richtig machen. MUSE dazuzuzählen ist zumindest streitbar. Selbst die großen Bands der Neunziger sind eigentlich fast weg. Was ist mit PEARL JAM und SOUNDGARDEN? So richtige Renner sind sie ja nimmer, oder? PANTERA hätte super viele Potential gehabt, Legendenstatus zu erreichen mit Phil und Dimebag, aber, na ja...traurig. ICED EARTH? BLIND GUARDIAN? NEVERMORE?
Und was ist heute? Gerade die traditionelle Szene zieht sich ja gerne auf ihre Spezialevents zurück, lässt nur wenig neue Impulse zu, gefällt sich zu sehr, sich selbst zu gefallen, und ist dabei true und alt. Und selbst wenn da mal was Ordentliches hochkommt, ist das ja gleich "Hype" und doof und out. Eigentlich kann man viele Teile der "Retro-Welle" auch mit dazuzählen, doch erstaunlicherweise seh ich genau hier ein paar sehr hoffnungvolle Youngster aufkommen. "Retro" heißt heisst ja auch, im Sinne von dem was Tom Warrior gesagt hat, sich auf das eigentlich wichtige in der Musik (zurück) zu besinnen und das Innerste der Seele nach außen zu kehren. Und im Prinzip ist dies das wichtigste, egal was für ein Bekannheitsgrad. Egal was für ein Stil. Und auch egal, wie rum man die Gitarre hält :grins: .
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