Musikalische Erkenntnis des Tages

Hier geht es um das alles, was den Rocker / Metaller / Goth so bewegt.

Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Jakob » Sonntag 7. Dezember 2014, 02:14

Ich glaube, Tommy muss dringend mal was essen :grins: [Spam off]
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon salisbury » Sonntag 7. Dezember 2014, 02:40

Hihi, nee bin pappsatt.

Ich finde es einfach nur so verwunderlich, warum man es so schlimm finden kann, wenn eine Band/ein Musiker Musik produziert, die eine Großzahl an Leuten hören wollen. Und warum marktgerichtetes Musizieren "herzblut"-gerichtetes Musizieren ausschliessen soll.

Vielleicht liegt es daran, das ich selber manchmal musikalisch kreativ tätig bin. Das ist schon etwas besonderes. Man kann es für sich selber machen oder wenn man gut ist, versuchen, damit Geld zu verdienen. Dass man Musik machen kann, die eine große Anzahl an Leuten erreicht, OHNE Herzblut oder Passion zu haben, kann ich mir einfach nicht vorstellen. Bevor ich also anfange, mein Nichtgefallen damit zu begründen, dass der Musik das Herzblut fehlt, frage ich lieber erstmal mich selber, warum mich denn der künsterlische Ansatz des betreffenden Musikers nicht erreicht. Sehr häufig finde dann auch eine befriedigende Antwort. Das macht es auch extrem einfach, inkompatible Musik abzulegen und zu vergessen. Okay, das ist auch eine Form der Abgrenzung, aber völlig unabhängig von Szenen, Bewegungen und Meinungsbildern :grins:
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Feamorn » Sonntag 7. Dezember 2014, 03:01

Für mehr bin ich gerade zu müde, aber bei der Medienpräsenz will ich doch gerade mal einhaken.
Ich stolper bei YouTube immer wieder auf Videos von ZDFKultur oder EinsFestival, die ich zwar offensichtlich stets "verpasse", die auch größtenteils von ganz großen Festivals stammen, aber doch durchaus mal ziemlich "unbekannten" (für Nicht-Metaller) Stoff zeigen. Ich meine, einen Opeth-Auftritt find ich nun nicht übel im TV, auch wenn er beim RaR aufgezeichnet wird. Und als Einzelfall würde ich das auch nicht bezeichnen. Das war mal anders. Dass es keine tiefgehenden regulären Sendungen gibt liegt aber vielleicht auch am Stil selbst. Ich meine, diese Musikart ist dermaßen zerfasert und heterogen, dass man ohne Probleme Leute findet die kaum oder auch gar keine Schnittstellen mit einem haben, obwohl beide nur oder größtenteils "Metal" hören. Da wird es dann eventuell schwer ein ausreichend großes Publikum zu finden, mit dem sich die Sendung finanzieren (bzw bei den ÖR rechtfertigen) lässt. Und Sendungen nur mit Slayer, Metallica, Maiden, Nightwish und Kreator vermisse ich persönlich nicht wirklich.
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Tragic_Idol » Sonntag 7. Dezember 2014, 03:25

salisbury hat geschrieben:Ich sehe meine persönliche Musiksituation also eher so: Ich befinde mich auf eine unendlich langen Straße mit jeder Menge unterschiedlichster Lokale. Als neugieriger Junge gehe ich überall rein. Wenn mir etwas schmeckt, suche ich ähnliche Lokale. Wenn mir etwas nicht schmeckt, mei, dann gehts halt woanders hin. Auch wenn ser viele Menschen das Essen mögen, ich muss ja nicht hin! Doch beim Futter geht es mir manchmal ähnlich wie bei der Musik: Manchmal zieht's mich halt doch zu McDonalds! Es besteht aber immer die Möglichkeit, ihn zu vermeiden. Aber ihn verdammen? Sich über ihn aufregen? Ihn bekämpfen? Nein, das wird keine Lösung sein, die jemals zu einem befriedigenden Ergebnis führen wird. Und falls ihr meint, in einer Staße zu sein, in der es nur McDonalds-Lokale sind: Es gibt andere Straßen. Einfach dorthin gehen ;-) .

Sehr schön geschrieben, ich kann das voll und ganz unterschreiben! Ich hab das Gefühl, dass es sowieso viel zu viel gute Musik gibt um das alles in einem Leben entdecken zu können.
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Peter Kubaschk » Sonntag 7. Dezember 2014, 09:47

salisbury hat geschrieben:Hihi, nee bin pappsatt.

Ich finde es einfach nur so verwunderlich, warum man es so schlimm finden kann, wenn eine Band/ein Musiker Musik produziert, die eine Großzahl an Leuten hören wollen. Und warum marktgerichtetes Musizieren "herzblut"-gerichtetes Musizieren ausschliessen soll.

Vielleicht liegt es daran, das ich selber manchmal musikalisch kreativ tätig bin. Das ist schon etwas besonderes. Man kann es für sich selber machen oder wenn man gut ist, versuchen, damit Geld zu verdienen. Dass man Musik machen kann, die eine große Anzahl an Leuten erreicht, OHNE Herzblut oder Passion zu haben, kann ich mir einfach nicht vorstellen. Bevor ich also anfange, mein Nichtgefallen damit zu begründen, dass der Musik das Herzblut fehlt, frage ich lieber erstmal mich selber, warum mich denn der künsterlische Ansatz des betreffenden Musikers nicht erreicht. Sehr häufig finde dann auch eine befriedigende Antwort. Das macht es auch extrem einfach, inkompatible Musik abzulegen und zu vergessen. Okay, das ist auch eine Form der Abgrenzung, aber völlig unabhängig von Szenen, Bewegungen und Meinungsbildern :grins:


Na ja, ich finde es schon sehr vorstellbar, dass das Herzblut im Laufe der Karriere einer gewissen Routine weicht. Gerade bei den größeren Bands, die damit ihren Lebensunterhalt verdienen, finde ich das sogar extrem naheliegend. So wie der Koch - um bei deiner Analogie zu bleiben - das gleiche Gericht, dass er einst selbst entdeckt hat nach Hunderten von Zubereitungen nicht mehr mit dieser anfänglichen Freude & Euphorie kocht. Und das kann man auch hören bzw. schmecken.

Allerdings kann ich keine Überflutung durch "Konserven Metal", "Schlager Metal" und "Plastik Casting Metal" in meinem Leben feststellen. Der Anteil an Musik, die mir nicht gefällt, ist genauso hoch wie immer.

Gerade beim "Casting" wäre ich sehr vorsichtig. Wenn ich sehe wie viele Bands "plötzlich schon immer" Retro Rock gemacht haben, von denen bis vor einigen Jahren noch nie ein Mensch je gehört hat, dann frage ich mich schon auch, wie viel davon echte Leidenschaft und wie viel Kalkül und Aufspringen auf einen Trendzug ist.
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Raphael Paebst » Sonntag 7. Dezember 2014, 10:36

Ohne das jetzt despektierlich zu meinen, Sally, du bist halt einfach kein Fan sondern interessierter Hörer, was ein großer Unterschied ist.
Für mich als Fan (und vermutlich für Holg und andere, die sich in der, von Rüdiger in Erinnerung an selige BM-Tage als "Inner Circle" bezeichneten Gruppe finden) geht es im Metal eben nicht nur um Musik. Das ist ein wichtiger Teil meines Lebens und an den hab ich größere Ansprüche als "Die Mucke muss knallen". Das ist sicher etwas naiv, aber wir reden hier eben auch von einer Passion, die einen Ausgleich zum öfter mal trüben Alltag bietet, also ist Naivität kein Nachteil. In meiner naiven Metal-Welt bilde ich mir ein, dass die Musiker, deren Musik ich toll finde ebenfalls mehr als nur Musik in dem sehen, was sie da tun. Das mag für die großen wie Maiden oder Metallica nur noch teilweise zutreffen, aber ein bisschen Suspension of Disbelief ist kein Problem. Bei anderen Bands oder Musikern, ja auch Heino, ist hingegen für mich von vornherein klar, dass es eben nicht um Metal, wie ich ihn mir vorstelle geht und da setzt dann ein Abwehrmechanismus ein und ich werde extrem ablehnend. Damit schieße ich sicher auch das eine oder andere Mal übers Ziel hinaus und beschuldige den einen oder anderen Musiker zu unrecht, kein Herzblut in die Sache zu stecken, aber im großen und ganzen habe ich für mich selbst das Gefühl, ganz gut unterscheiden zu können, welche Bands und Musiker meinen Vorstellungen von Metal entsprechen und welche nicht. Und wie es der Zufall nun mal will, finden sich die meisten Bands, die ich aufgrund der oben genannten Gründe nicht mag im Mainstream und die meisten, die ich mag im sogenannten Underground. Ausnahmen gibt es natürlich auf beiden Seiten und ich kann meine Meinung zu einer Band aus den verschiedensten Gründen ändern, aber so funktioniert meine kleine Metal-Welt.

Das heißt übrigens nicht, dass ich nicht auch Musik als gut einschätze und hin und wieder gern höre, die meinen Ansprüchen an Metal nicht gerecht wird, das ist dann halt aber kein Metal für mich und da geh ich dann auch nicht mit so viel Ernsthaftigkeit und Herzblut ran.
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Holger Andrae » Sonntag 7. Dezember 2014, 12:48

salisbury hat geschrieben:Ich tu mich wirklich extrem schwer, Euer gegenseitiges Verständnis zu verstehen @Holg und Haris. Vielleicht ist es auch eine Frage der Perspektive. Übertragen gesehen, sehe ich Euren Standpunkt so, als würdet ihr in einem Lokal sitzen, in dem es ständig Essen gibt, das nicht schmeckt und vor lauter Essen, das nicht schmeckt, esst ihr nicht mehr das Essen, dass euch eigentlich schmeckt. So klingt das für mich, wenn Holg von den vielen schrecklichen Dingen redet, die er "vorgesetzt" bekommt. Das ist natürlich schlecht für die Seele, weil man sich ja ständig über schlechtes Essen aufregt.


Und du sagst, meine Reviews wären appetitanregend. :D
Mein Posting klang offenbar mal wieder negativer als es gemeint war. Ich höre einfach (fast) nur noch Musik, die ich hören möchte und suche auch ganz bewusst nach solcher Musik. Wenn ich sehe, dass anderswo ganz offensichtlich auch bewusst nach "schlechter" Musik gesucht wird, bin ich raus. Ab und an klicke ich mal irgendwo rein, um zumindest einen kleinen Eindruck von dem zu bekommen, was angeblich nicht gut ist, aber ich verplempere nicht meine Zeit mit der Suche danach. Dazu gibt es zu viele tolle neue Bands. Unabhängig von meinem Geschmack.

salisbury hat geschrieben:Doch Was ist so schlimm an Mainstream? Den gab es schon immer, wird es immer geben und er hält die Industrie am Leben. Gecastete Bands gab es schon immer und Trendreiter auch. Warum deswegen seine gesunde Darmflora riskieren? Oder sich bewusst oder unbewusst von irgendwas ab- oder eingrenzen?


Ich habe nichts gegen Mainstream. Eine Band kann und soll erfolgfreich sein. Ich stehe auf Rush, Queen, Kate Bush, Pink Floyd, etc.

Trendreiterei gab es schon immer. Ein Stil wird erfolgreich, Bands springen auf, Viele, weil sie da plötzlich Bock drauf haben, andere, um mal schnell ein paar Kröten zu verdienen. Das ist oftmals schwer zu unterscheiden und so lange mir der musikalische Output gefällt, ist mir mir fast auch egal, Ich arbeite auch bei einem Unternehmen mit zweifelhaftem Ruf. Also: Glashaus und Steine. Du selbst grenzt Dich doch auch bewusst oder unbewusst aus Thrash, Doom und Gebolze aus. Anders läuft das bei mir auch nicht. Der darmflora schadet das nicht, keine Sorge.

salisbury hat geschrieben:Die Sache mit dem "Herzblut" finde ich auch extrem schwierig. Ein gecasteter Musiker kann eine genauso großer Liebe zu seiner Musik haben wie ein auf anderem Wege zur Bekanntheit gelangter Musiker. Aus irgendeinem Grund hat er sich ja casten lassen. Selbiges gilt für die graue Eminenz, über die wir uns gerade intern den Mund zerfusselen. Ich würde auch nie auf die Idee kommen, jemandem, der sich schon so lange professionell mit Musik beschäftigt, seinne Passion als Musiker in Frage zu stellen, ob die Musik mir nun gefällt oder nicht.


Natürlich kann ein gecasteter Musiker auch Herzblut mitbringen. Aus irgendeinem Grund hat er ja mit der Musik angefangen. Vielleicht ist der Begriff auch misverständlich. Ich nehme als aktuelles Beispiel jetzt mal Panzer. Da wurden nach meinem Empfinden drei B-Promis des deutschen Metals zusammen gepackt, um mal eben ein paar Kröten zu verdienen. Alles, was ich da bisher gehsehen und gehört habe, ist Plastik. Da höre ich lieber Adele oder Lady Gaga. Was mich daran minimal ärgert, ist der Umstand, dass so ein Schnellschuss in die Charts geht und ein paar Newcomer deswegen weniger Scheiben verkaufen. Ich könnte jetzt plakativ von "Verrat an der Szene" schreiben, weil die Beteiligten das nach meiner Meinung auch genau aus diesem Kalkül heraus so machen. Da spreche ich dann auch das Herzblut ab.


salisbury hat geschrieben:Im Übrigen hat es in meinem Leben noch NIE den Fall gegeben, dass die Existenz "schlechter" Musik meine Hingabe zu "guter" Musik (alles subjektiv) in irgendeinster Weise beeinträchtigt hat. Folglich stellt "schlechte" Musik für mich auch kein Problem dar. Ausser ich muss sie hören (Soundcheck...). Aber so lange es Menschen gibt, die sie mögen, gibt es sie zu Recht. Und Mainstream mögen viele!


S.o.
Es gibt ja eigentlich keine "schlechte" Musik.

salisbury hat geschrieben:Ich sehe meine persönliche Musiksituation also eher so: Ich befinde mich auf eine unendlich langen Straße mit jeder Menge unterschiedlichster Lokale. Als neugieriger Junge gehe ich überall rein. Wenn mir etwas schmeckt, suche ich ähnliche Lokale. Wenn mir etwas nicht schmeckt, mei, dann gehts halt woanders hin. Auch wenn ser viele Menschen das Essen mögen, ich muss ja nicht hin! Doch beim Futter geht es mir manchmal ähnlich wie bei der Musik: Manchmal zieht's mich halt doch zu McDonalds! Es besteht aber immer die Möglichkeit, ihn zu vermeiden. Aber ihn verdammen? Sich über ihn aufregen? Ihn bekämpfen? Nein, das wird keine Lösung sein, die jemals zu einem befriedigenden Ergebnis führen wird. Und falls ihr meint, in einer Staße zu sein, in der es nur McDonalds-Lokale sind: Es gibt andere Straßen. Einfach dorthin gehen ;-) .


Da sind wir sehr nahe bei einander.
Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Raphael Paebst » Sonntag 7. Dezember 2014, 13:01

Holg hat geschrieben:Es gibt ja eigentlich keine "schlechte" Musik.

Doch!!!
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon salisbury » Sonntag 7. Dezember 2014, 13:07

Raphael Paebst hat geschrieben:Ohne das jetzt despektierlich zu meinen, Sally, du bist halt einfach kein Fan sondern interessierter Hörer, was ein großer Unterschied ist.


Klaro, Du hast damit völlig recht was die globalere Sichtweise angeht. Aber ich bin Fan von Bands. Also von fassbaren Personen mit Namen und Identität. Und hier kann ich genauso reagieren wie Du im Bezug auf "den Metal". Wenn mich eine Band, von der ich Fan bin, enttäuscht, regt mich das auf. Das ist auch schon oft passiert, so lang ich Musik höre. Ich hab mich über MEGADETH geärgert, über OVERKILL, ich war bitter von PSYCHOTIC WALTZ ("Mosquito"; heute nicht mehr) ettäuscht, aktuell von FATES WARNING und AMBERIAN DAWN und es gibt noch mehr. Hier ärger ich mich tatsächlich, was für einen Krampf die gemacht haben, meistens auch noch begleitet von einer großen Menge an Leuten, die das auch noch toll finden. Ich verstehe das Gefühl also. Aber "der Metal"? Das ist für mich so ein abstraktes Gebilde mit jeder Menge völlig unterschiedlicher Klänge und Protaginisten. Rüdiger hat sich zu Lebensaufgabe gemacht, ihn zu erfassen und zu inventarisieren. Ja, das verstehe ich, das geht in mein Hirn rein, das ist eine Art wissenschaftliche Tätigkeit, die aus einer Passion heraus entstanden ist. Ich werde mein Leben bis zu Ende mit er Erfassung und Funktionsweise des Ribosoms verbringen. In der Wissenschaft ist es extrem gefährlich, sich einizig von der eigenen Vorstellung leiten zu lassen, wie die Systeme funktionieren. Und im Metal? Ich finde dieses "System" ebenso hinreichend komplex, so dass ich überhaupt gar nicht in der Lage bin, zu einer Vorstellung zu gelangen, wie dieses zu klingen hat. Zumal dieser Zustand sich ständig verändert...

Nein, es stimmt. Ich bin kein Fan von "dem Metal" oder "dem Prog". Es sind aber Theme, die mich sehr interessieren :grins:
Perfekt analysiert, Raf! .
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Re: Musikalische Erkenntnis des Tages

Beitragvon Haris Durakovic » Sonntag 7. Dezember 2014, 13:34

Die Mechanismen hinter Hypes und wer da alles dahinter steckt, sind mir zu komplex. Klar ist jedoch, dass der mediale Einfluß hier eine entscheidende Rolle spielt. Und damit meine ich nicht Powermetal.de und die ganzen anderen Web- und Fanzines, hinter denen eingefleischte Musikfans mit Hang zum Schreiben stecken, die das nicht machen müssen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.
Aber das würde zu weit gehen, hier und jetzt Trends zu analysieren - da hab ich auch keinen Bock drauf! ;)

Was mir im Falle von "Mainstream" und "zusammengecasteten Bands" ein Dorn im Auge ist, und das wird jeder Mucker ähnlich sehen, der seine letzten Cents in Equipment, Aufnahmen, Promotion usw. steckt: Sie haben das Glück, gut vermarktet werden zu können, Talent ist zweitrangig - dafür gibt es ja den Produzenten, der alles schön geraderückt... Und nicht falsch verstehen, ich will hier keinesfalls alle über einen Kamm scheren, aber vor allem bei den gecasteten Bands, die im Radio dauerrotieren, fehlt der Bezug zu einer oder mehreren Szenen. Sie haben in seltenen Fällen auf klebrigen Fußböden in Locations gepennt, in denen sie zuvor aufgetreten sind (Ausnahmen gibt es selbstverständlich auch hier) usw usf.

Und neben der Einkehr von Routine, die Peter bereits erwähnt hat, kommt irgendwo auch Kalkül dazu, wenn du langfristig an der "Spitze" bleiben möchtest: Was hören welche Leute gerade besonders gerne? In welche Richtung kann ich meinen Sound feinjustieren, um möglichst viele Leute zu erreichen? Kann ich ggf. mehrere Hörerschichten erreichen (a propos Heino)?
Hier kann jeder den Fragenkatalog fortsetzen.

Man würde bestimmt tolle Stimmen hören, würde man sich die Castingshows anschauen und der eine oder andere Song im Radio würde sich sicherlich auch im Kopp festsetzen (denn genau darauf sind die "Hits" im Mainstream ausgelegt) - ABER, und das ist für mich der entscheidende Punkt: Es gibt SO VIEL verdammt geile Mucke, die ich abseits des Mainstream noch nicht entdeckt habe, egal aus welchem Genre - da verbringe ich meine Zeit lieber damit, mich da durch zu hören, als mich mit dem zufrieden zu geben, was mir Radio und Mainstreammedien vorzusetzen versuchen... ;)
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