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von Havoc » Mittwoch 24. Dezember 2014, 18:17
Oliver Passgang hat geschrieben:Was findet ihr denn alle an dem aus drei, vier lieblos zusammengeklatschten Elementen geshoppten Artwork so toll?
Wieso lieblos? Es mag vielleicht nicht mega aufwändig gewesen sein, dass zusammenzustellen. Aber auf die Idee muss man halt erst mal kommen. Und ich finde dieses Cover passt zu Enslaved und ist sehr schick geworden. Die Farben, das Muster im Hintergrund...die schwarzen Wellen. Wenn die Musik so tönt wie es das Cover vermittelt, dann könnte es wieder ein tolles Album werden. Da ist dann letzten Endes völlig egal, ob der Künstler 1 Stunde oder 1 Monat an dem Cover gearbeitet hat. Es gibt bestimmt auch teure total aufwändige Gemälde, die ich hässlich finde.
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Havoc
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von Oliver Passgang » Mittwoch 24. Dezember 2014, 18:23
Es hat ja auch keiner gesagt, dass ein tolles Artwork aufwändig sein muss. Warum dieses hier aber allgemein so positiv aufgenommen wird, will sich mir nicht ganz erschließen. Vielleicht kommt das aber auch samt haptischer Erfahrung besser.
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von Havoc » Mittwoch 24. Dezember 2014, 18:27
Oliver Passgang hat geschrieben:Es hat ja auch keiner gesagt, dass ein tolles Artwork aufwändig sein muss. Warum dieses hier aber allgemein so positiv aufgenommen wird, will sich mir nicht ganz erschließen. Vielleicht kommt das aber auch samt haptischer Erfahrung besser.
Vielleicht finde ich es auch deshalb cool, weil es suggeriert, dass die Musik wieder vermehrt in Richtung "Vertebrae" gehen könnte. Ja. Ist oft so, dass man Cover dann wenn man das Teil vorliegen hat auf einmal doch besser findet...oder nachdem man auch die Musik kennt. Ich fand dieses Cover hier einfach auf Anhieb irgendwie gelungen und cool.
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von Rüdiger Stehle » Donnerstag 25. Dezember 2014, 00:39
Witziger Weise scheint sich die Musik der Band in meiner Wahrnehmung tatsächlich sehr stark in den Artworks zu reflektieren, und das findet sich auch in meiner Haltung zu den jeweiligen Werken wieder. Ich mag die Band immer noch sehr gerne, und sie beeindruckt und fasziniert mich auch heute noch, aber sie verstört mich auch, und sie ist mir weitgehend unnahbar geworden.
Bis 1998 ("Blodhemn") ist Enslaved auf ganzer Linie "meine" Band, und ab 2000 ("Mardraum") ist sie ein abstraktes Faszinosum, das mich reizt und das ich spannend finde, das mich aber nicht mehr in der Seele berührt. Und genau hier ist auch ein Wechsel der musikalischen Stilistik, der textlichen Konzeption und auch der Artwork-Konzepte zu beobachten.
Bis "Blodhemn" war Enslaved auf all diesen Ebenen eine sehr konkrete, bodenständige, diesseitige Band, während sie ab "Mardraum", spätestens ab "Monumension", esotherisch, metaphorisch, jenseitig und abstrakt wird. Diesen Wandel habe ich nie so richtig verwunden, auch wenn mich - wie gesagt - auch die neueren Scheiben nach wie vor reizen und faszinieren, so ist das doch eine Faszination des Außenstehenden, des Beobachters, während ich bis "Blodhemn" mit Leib und Seele "drin" war in Enslaveds Musik.
Daher habe ich auch bis heute bei jeder Enslaved-Scheibe ein lachendes und ein weinendes Auge. Das lachende freut sich über die Spannung und die Kreativität einer jeden neuen Scheibe, das weinende betrauert die Tatsache, dass Enslaved für mich keine Hymnen mehr schreiben wird, die ich lieben, leben und mitfühlen kann wie "Loke", "Heimdallr", "Suttungs Mjöd" oder "Blodhemn".
Davon abgesehen würde ich mir aber tatsächlich kein "back to the roots"-Album wünschen. Die sollen sich ruhig weiter entwickeln, denn Enslaved ist keine Band, die retro klingen soll. Die muss im Fluss bleiben. Trotzdem fehlt mir der alte Enslaved-Stil sehr.
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von enemy-of-reality » Donnerstag 25. Dezember 2014, 11:35
Schön geschrieben Rüdiger, gefällt mir!
Irgendwie bekomm ich gerade Lust, mal die "alten" Enslaved anzuchecken. Kannst du mir irgendein Album besonders empfehlen? Zur Erleichterung hier die aktuelle Reihung meiner fünf Enslaved-Alben:
1: Below The Lights 2: Axioma Ethica Odini 3: Ruun 4: Isa 5: Vertebrae
MIch würde auch ein Ranking von dir interessieren. Aber natürlich nur, wenn du darauf auch Bock hast.
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von Loomis » Donnerstag 25. Dezember 2014, 13:19
Wenn Du bisher nicht so der Black Metaller bist, dann fang vielleicht mal mit der Eld an, Hörbeispiel unten verlinkt. Hier mal ein kleiner Beitrag zu Enslaved, den ich anderswo schon mal gepostet hatte: Ich habe von Enslaved ja auch nicht alles, aber prinzipiell könnte man sagen, dass die alten Sachen von Yggdrasill, Hordanes Land, Vikingligr Veldi und Frost noch recht Black Metal-lastig sind. Bei Yggdrasill ist der Sound echt übel aber die anderen drei kann ich sehr empfehlen. Die Eld war dann etwas melodischer und hatte auch mehr Klargesang. Für manchen Altfan befremdlich, aber mir gefällt die auch super. Dann kam Blodhemn, was stilistisch ein Schritt zurück zu den heftigeren Sachen war, wenn auch nicht ganz so stark wie Vikingligr Veldi oder Frost. Ab Mardraum setzte dann die Hinwendung zum Prog Rock und 70er-Sound ein. Mir gefallen die Sachen auch immer noch, aber da würde ich schätzen. Meine liebsten Alben sind also bislang Hordanes Land bis Eld. Hier mal eine Auswahl von Songs, die die Entwicklung vielleicht ganz gut zeigt: Lifandi Liv Undir Hamri von Vikingligr Veldi: https://www.youtube.com/watch?v=Htgfo5LBsJA793 (Slaget Om Lindisfarne) von Eld: https://www.youtube.com/watch?v=yMFvahxi138Stjerneheimen von Mardraum: https://www.youtube.com/watch?v=hJAdKWfZNkgThoughts Like Hammers von RIITIIR: https://www.youtube.com/watch?v=dQz0_m16SaUP.S.: Im Rock Hard 298 gab es einen Seziertisch von WRM zu Enslaved.
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von Rüdiger Stehle » Donnerstag 25. Dezember 2014, 13:37
Jo, ich kann vieles von dem unterschreiben, wass Loomis sagt. Ein Ranking ist nicht leicht, da meiner Meinung nach alle Alben qualitativ ein sehr hohes Niveau haben. Mein Favorit ist indes "Frost", vermutlich weil ich die Band auf der Tour (1995) erstmals live gesehen habe, und mich das sehr beeindruckt hat. Außerdem sind da wirklich etlich feine Hits drauf, die ich einfach zu besten zähle, was der norwegische BM so am Start hat. Der Ranking-Versuch sieht also wie folgt aus: 1. Frost (die Eingängigste und für mich DER Klassiker) 2. Vikingligr Verldi (die Majestätischste) 3. Hordanes Land (die Anfänge, wenn man das Demo mal außen vor lässt) 4. Eld (die Epischste) 5. Blodhemn (die Aggressivste) --- dann der Bruch --- 6. Isa 7. Ruun 8. Mardraum 9. Below The Lights 10. Axioma Ethica Odini 11. Riitiir 12. Vertebrae 13. Monumension Die Reihenfolge nach dem Bruch ist allerdings sehr vage und kann sich jederzeit ändern, weil ich die Alben nie so intensiv und oft gehört habe, dass sich die Einordnung richtig hätte herausarbeiten können. Das kann also ruck zuck durcheinander gewürfelt werden, wenn ich z.B. drei Mal am Stück "Vertebrae" anhöre. Aber klar ist, dass ich jedes Album ab 2000 deutlich weniger gut finde als jedes Album vor 2000. Man könnte die Liste also ganz einfach so darstellen: 1. alles vor 2000 2. alles ab 2000  Hier mein ewiger Lieblingssong von Enslaved, 'Loke' von der "Frost", der für mich klirrende Raserei definiert wie kaum ein Zweiter, und vom selben Album aber auch die epischere Variante mit 'Isöders Dronning': https://www.youtube.com/watch?v=1fhz8ztPD8Uhttps://www.youtube.com/watch?v=b9TNbGwm5fA
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von enemy-of-reality » Donnerstag 25. Dezember 2014, 17:01
Danke euch, ich werd da mal reinhören!
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von Nils Macher » Donnerstag 25. Dezember 2014, 17:19
Schöner Thread, da fällt mir mal wieder auf, was für substantielle Lücken da in meiner Sammlung klaffen. Aber nach einer Bestellung fehlen mir jetzt nur noch zwei der Prä-2000-Scheiben.
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von Jhonny » Donnerstag 25. Dezember 2014, 18:21
Das liest sich hier alles sehr spannend. Anders als Nils bin ich aber noch komplett blank und habe immer noch keine einzige Enslaved-Scheibe.
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