iwill zaehnchen hat geschrieben:Mal im Ernst, ich mag Jugulator und Demolition durchweg, klingen nur beide nicht immer nach Priest
Was klingt schon nach "Priest"? "Rocka Rolla", "British Steel" oder "Point Of Entry"? Für mich sind das auch beides tolle Scheiben, und nach Priest klingen ist so dermaßen vage und relativ. "Turbo" klang auch nicht nach Priest (wie man es damals erwartet hätte), "Painkiller" auch nicht. Ich finde nicht, dass der Unterschied zwischen "Painkiller" und "Jugulator" größer ist als zwischen "Turbo" und "Painkiller". Ganz im Gegenteil. Priest hat immer ein ererbtes Grundgerüst beibehalten und mit Beiwerk nach dem Geist der jeweiligen Zeit dekoriert. Die Band hat sich so oft neu erfunden, dass da Jug. & Dem. keine Außenseiteralben sind. Zumal die von Ripper toll gesungen werden.
Wo "Rocka Rolla" den psychedelischen Siebziger Rock aufgreift, da holt sich "Sad Wings" protometallische Einflüsse; mit "British Steel", "Screaming" und "Defenders" wurde die NWoBHM-Welle als Rückkoppelung genutzt. Bei "Turbo" der 80er-Synth-Pop. Dann kam eine kleine Rückbesinnung, bevor man sich mit "Painkiller" Thrash-Einflüssen näherte. "Jugulator" ist hörbar vom Post-Thrash à la Pantera und Fear Factory angehaucht, während "Demolition" sanfte Nu-Metal-Einflüsse aufweist. Dann wieder ein Retro-Album zum Metal-Revival und dann mit Nostradamus die Ehrerbietung vor dem symphonischen Operettenstahl... Wenn man sich das alles so anschaut, dann sind Jug & Dem sogar richtig, richtig typische Judas-Priest-Alben.
Vor jemand schimpft: Ich finde die Entwicklung von Priest im vollen Umfang spannend und cool. Das soll also keine Schmähung sein, was ich hier schreibe, denn ja, ich mag alle Priest-Alben. Dabei die letzten beiden vermutlich sogar am wenigsten.
alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet.
Háv. 38