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von Oliver Passgang » Dienstag 16. Mai 2017, 14:47
@Peter: Ja, so kann man das auch lesen. Und klar, das ist dann eine eher "oberflächliche" Auseinandersetzung mit der Musik & Materie. Aber: so what? Vielleicht hat der an seinen wenigen Mainstream-Bands mehr Freude als viele Nerds mit ihren ach-so-tiefen Sammlungen. @Nils: Ja, so ist das wohl für viele. Die gehen ja nicht auf Konzerte, um dort dann aktiv schlechte Laune zu haben oder gar nichts beim Konzert zu fühlen. Für mich ist es nur das natürlichste am Fansein überhaupt, mich bei HSB zu zerlegen, bei BLIND GUARDIAN Arm in Arm mit Freunden mitzusingen und mir bei CANNIBAL CORPSE die Rübe abzuschädeln oder bei ENSLAVED die Faust gar nicht mehr herunterzubekommen. Wenn jemand das anders praktiziert: bitte! 
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Oliver Passgang
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von Peter Kubaschk » Dienstag 16. Mai 2017, 14:54
Oliver Passgang hat geschrieben:@Peter: Ja, so kann man das auch lesen. Und klar, das ist dann eine eher "oberflächliche" Auseinandersetzung mit der Musik & Materie. Aber: so what? Vielleicht hat der an seinen wenigen Mainstream-Bands mehr Freude als viele Nerds mit ihren ach-so-tiefen Sammlungen.
Ja, das ist durchaus möglich und spreche ich ihm auch gar nicht ab. Ich finde es halt immer merkwürdig, wenn man sich für etwas interessiert, dass man dann nur an der Oberfläche kratzt, aber gleichzeitig sein Interesse so nach außen kehrt. Das passt in meinem Kopf halt nur bedingt zusammen. Da frage ich mich halt, welche Kriterien angelegt werden, um die Musik zu mögen.
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von Havoc » Dienstag 16. Mai 2017, 14:58
Oliver Passgang hat geschrieben:Vielleicht hat der an seinen wenigen Mainstream-Bands mehr Freude als viele Nerds mit ihren ach-so-tiefen Sammlungen.
Das ist mit Sicherheit so. Viele interessiert halt nur rein die Musik. Die lesen keine Hefte und die interessiert auch nicht wie die Musiker heißen und wie das Cover aussieht. Das ist eben dann der Unterschied ob man das als echtes Hobby ansieht oder ob man nur mal eben so Musik hört und auf ein paar Konzerte fährt. Das ist aber nicht schlimm. Jedem das Seine. Es gibt die unterschiedlichsten Ausprägungen des Musikhörens und des Fandaseins. Ich selbst fahre ja auch kaum auf Konzerte z.B. Aber das ist ja bekannt.
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von Jhonny » Dienstag 16. Mai 2017, 16:01
Erasmus hat geschrieben:Neulich habe ich einen Black-Metaller beim Mitwippen beobachtet, mit dem linken Fuß, mindestens 3 Takte. Hat bei mir jegliche Glaubwürdigkeit verloren, der Poser.
Das war 100% reiner Erasmus-Humor. Ich durfte als Teenie einige Artikel in seiner damaligen Anarcho-Humor-Zeitung veröffentlichen, daher erkenne ich das sofort. Erasmus hat geschrieben:Ach ja: Mir fallen schon oft Metalhörer auf, die sehr an der Oberfläche bleiben. Is ja aber im Grunde ihr Problem... 
Das ist kein Humor mehr, oder nur noch mit einem Augenzwinkern. Ich finde by the way: Wenn jemand mit VOLBEAT, METALLICA, etwas MANOWAR und SABATON eine gute Zeit hat ist das doch voll ok. Mir wäre das natürlich deutlich zu wenig, aber trotzdem hat es mich sehr gefreut, im pastoralen Kollegenkreis über den besten Song auf der "Warriors Of The World" zu diskutieren mit Leuten, die noch nie den Namen CIRITH UNGOL vernommen haben, oder mit einem anderen Kollegen über "Images And Words" zu philosophieren, der wahrscheinlich auch noch nie die Namen HAKEN oder PSYCHOTIC WALTZ gehört hat.
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von Feamorn » Dienstag 16. Mai 2017, 16:30
Ist das nicht auch immer stark von den Sozialisation und den Lebensumständen abhängig, wieviel man so mitbekommt. Ich meine, ich interessiere mich für Musik, aber wenn ich vergleiche, wie wenig ich heute kennen lerne mit der Masse an neuem Input vor ca. 10 Jahren, dann wäre ich heute auch relativ oberflächlich, hätte ich nicht schon 19 Jahre Metal-Fan-Sein auf der Karte sondern erst fünf oder so. Wenn beispielsweise jemand mit Mitte 20 oder Anfang 30 erst in Kontakt mit der Musik kommt, und noch andere Hobbies hat, wie soll der, bei der Masse an Altmaterial und ständig aufkommenden neuen Bands, überhaupt irgendwie "Bescheid" wissen? Ich bin da schon nicht mitgekommen, als ich mich täglich mehrere Stunden exklusiv mit Musik beschäftigt habe. Fällt das weg und fehlt die Zeit und evtl auch die passenden Bekannten und/oder Freunde, kennt man halt nur Metallica, Amon Amarth und Megadeth, auch wenn man das alles saugeil findet. Mit 16 empfand ich die endlosen Cd-Regal der Metal-Abteilungen in den CD-Läden als Herausforderung, die ich dank Zeit im Überfluss dankend angenommen habe, heute mit fast 35 habe ich ziemlich verzweifelt im großen Mangaabteil des Bonner Comicladens gestanden, als ich mit Ghost in the Shell mein erstes Manga-Exemplar kaufen wollte, und mir gedacht "dabei wird es vermutlich wohl bleiben" (jetzt, ein paar Wochen später bin ich mir gar nicht mehr sooo sicher, auch wenn ich noch immer Angst vor dem nächsten großen Fass habe, über das ich mehr wissen will). Zumal man so ganz ohne roten Faden ja auch gar nicht weiß, wo man weitermachen soll. Tour-Packages sind ja schon lange kein zwingender Hinweis mehr auf musikalisch verwandte Bands, Zeitschriften empfand ich in der Beziehung noch nie als Hilfreich und das Konzept der Danksagungen in Booklets ist vermutlich auch nicht mehr das offensichtlichste Hilfsmittel.
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von Rüdiger Stehle » Dienstag 16. Mai 2017, 18:08
Havoc hat geschrieben:Das ist eben dann der Unterschied ob man das als echtes Hobby ansieht oder ob man nur mal eben so Musik hört und auf ein paar Konzerte fährt.
Bzw. der Unterschied, ob man etwas nur als Hobby ansieht, oder als eine der Haupttriebfedern der eigenen Existenz.  Klingt jetzt ein wenig pathetisch, aber ich wäre tatsächlich niemals auf die Idee gekommen, dass Metal für mich (nur) ein Hobby sein könnte.
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von Erasmus » Dienstag 16. Mai 2017, 18:47
Peter hat mit seiner Aussage... - Code: Alles auswählen
"Ich dachte eigentlich, dass der zweite Satz mit dem ersten nicht wirklich in Verbindung steht, sondern sich die Oberflächlichkeit eher darauf bezieht, dass manche Leute halt so 10-20 Metalbands kennen, aber sich darüberhinaus nicht wirklich Mühe machen, mal tiefer in die Materie einzutauchen. Bei uns gab es mal einen auf Arbeit, der lief halt immer mit Shirts von Amon Amarth, Volbeat, Metallica, Motörhead, Disturbed oder A7X rum, der aber keine Ahnung hatte, wer denn Nevermore, Death Angel oder Candlemass sind. Der war für mich ganz klar oberflächlich."
...genau das getroffen, was ich gemeint habe. Beide Sätze standen in keiner Beziehung. Ist ja keine Wertung (daher das "ist im Grunde ihr Problem"). Ich kann`s es halt aus meiner Sichtweise nicht wirklich nachvollziehen. Dass sie damit genauso viel Spaß (oder gar mehr, wer weiß das schon?) haben können, glaube ich hingegen sofort. Und es geht auch nicht um eine Bewertung der Bands. Ich liebe ja Edguy und Guardian genauso, sind ja auch durchaus "komerzielle" Bands. Aber warum man nicht in Booklets nach anderen bands sucht, die evtl. ein Einfluss waren, dass man also in irgendeiner Form "mehr" wissen, tiefer bohren will, das erschließt sich mir nicht. Im Übrigen hat Jhonny meinen Post dann völlig richtig analysiert  Bin schon irgendwie arg durchschaubar. 
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von Havoc » Dienstag 16. Mai 2017, 21:21
Jhonny hat geschrieben:Das war 100% reiner Erasmus-Humor. Ich durfte als Teenie einige Artikel in seiner damaligen Anarcho-Humor-Zeitung veröffentlichen, daher erkenne ich das sofort.
Ich kenne Erasmus nicht und habe diese Aussage dennoch auch sofort unter der Rubrik "Ironie/Humor" verbucht. Rüdiger Stehle hat geschrieben:Bzw. der Unterschied, ob man etwas nur als Hobby ansieht, oder als eine der Haupttriebfedern der eigenen Existenz. Klingt jetzt ein wenig pathetisch, aber ich wäre tatsächlich niemals auf die Idee gekommen, dass Metal für mich (nur) ein Hobby sein könnte.
Hobby ist vielleicht auch bei mir etwas zu tief gestapelt, aber Haupttriebfeder der eigenen Existenz auf jeden Fall zu hoch. Aber bei Dir ist das sicherlich auch viel krasser als bei mir. Du warst auf wahrscheinlich 1000 Konzerten oder so. Ich auf vielleicht 15. Dennoch ist mir Musik total wichtig. Das kann mir niemand verbieten. Niemand!! Und ich beschäftige mich ja wirklich extrem viel mit Musik. Nichts interessiert mich mehr. Der Großteil meiner Freizeit geht dafür drauf. Das Feuer lodert nach wie vor. Und das ist gut so. Letzten Endes ist es für mich also schon etwas mehr als nur ein einfaches Hobby, aber weniger als eine Lebenseinstellung oder so. Zum Thema Wissen etc....da hat Feamorn natürlich Recht. Heute gibt es noch viel mehr Stoff als vor 20 Jahren. Und für Einsteiger ist es sicherlich sehr schwierig da noch durchzublicken. Das war es damals ja auch schon, aber man kann von einem 20-Jährigen sicher nicht erwarten, dass er so viel weiß wie ein 35-Jähriger, der seit 15 Jahren Metal hört. Aber manchmal zuckt man dennoch zusammen. Habe letztens mit einem jüngeren Freund über Type O Negative diskutiert und sagte dann irgendwann, dass Peter Steele ja leider auch nicht mehr lebt.....da frage er dann "Wer ist Peter Steele"? Aber gut. Wenn er nur eine CD kauft, diese hört und sicher nicht groß weiter damit beschäftigt....woher soll der ihn dann kennen? 
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von Schaf » Mittwoch 17. Mai 2017, 06:36
Havoc hat geschrieben:Jhonny hat geschrieben:Das war 100% reiner Erasmus-Humor. Ich durfte als Teenie einige Artikel in seiner damaligen Anarcho-Humor-Zeitung veröffentlichen, daher erkenne ich das sofort.
Ich kenne Erasmus nicht und habe diese Aussage dennoch auch sofort unter der Rubrik "Ironie/Humor" verbucht.
Findest du nicht auch die Leute nervig, die Sarkasmus mit Ironie verwechseln? Also mir gehen die unheimlich auf den Keks 
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von Havoc » Mittwoch 17. Mai 2017, 09:03
Schaf hat geschrieben:Findest du nicht auch die Leute nervig, die Sarkasmus mit Ironie verwechseln? Also mir gehen die unheimlich auf den Keks 
Mir nicht. Aber ich habe mich eben rein aus Interesse mal mit den Begriffen beschäftigt und muss feststellen, dass die Beschreibungen sehr nah beieiander sind. Ich tendiere zwar jetzt auch mehr zu Sarkasmus, aber Ironie ist hier glaube ich auch nicht ganz falsch. Wäre hier nicht vielleicht auch "zynisch" passend gewesen? siehe auch hier... https://de.wikipedia.org/wiki/Sarkasmus#Sarkasmus_und_Ironie
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