Weekly Playlist

Hier geht es um das alles, was den Rocker / Metaller / Goth so bewegt.

Re: Weekly Playlist

Beitragvon frankjaeger » Mittwoch 13. September 2017, 12:09

Tank auf drei - da bist du dann wohl Fan #1 :grins:
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Re: Weekly Playlist

Beitragvon Teichfrosch » Dienstag 19. September 2017, 23:58

Und ich höre momentan Synthpop, u.a. AVEC SANS - NAVVI - die altbekannte PRIEST - LEISURE CRUISE. Das klingt dann z.B. so: https://www.youtube.com/watch?v=8EeocbQVLt0 auch wenn das einer der schwächeren Tracks des Albums ist. Tja. Ist musikalisch alles nicht besonders anspruchsvoll, aber hübsch und macht mich gerade recht glücklich.

Ansonsten:

OATHBREAKER - "Rheia"

Also, das ist schon ganz hübsch, aber den Hype verstehe ich nicht so ganz, der darum gemacht wird. Kommt mir jetzt nicht so wahnsinnig originell vor. Wer Blackgaze mag, macht hier mit Sicherheit gar nichts falsch,

THE JESUS AND MARY CHAIN - "Psychocandy"

Naja, Klassiker halt, was soll man da noch schreiben :)

RADIOHEAD - alles was die Discographie hergibt.

Keine Ahnung, die funktionieren einfach und bleiben absolut überragend.

MY BLOODY VALENTINE - "Loveless"

Muss man regelmäßig hören, einfach weils so großartig ist.

PORTISHEAD - "Third"

Auch so etwas, das man regelmäßig hören muss.

JEFF BUCKLEY - "Grace"

... und noch so ein Album. Ich muss an dieser Stelle nochmal betonen wie schade es ist, dass der so früh von uns gegangen ist.

BOLT THROWER - "Those Once Loyal"

Abnutzungserscheinungen 404
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Re: Weekly Playlist

Beitragvon Schaf » Mittwoch 20. September 2017, 10:40

Froschilein hat offenbar meine Playlist geklaut.
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Re: Weekly Playlist

Beitragvon Teichfrosch » Mittwoch 20. September 2017, 15:05

Das wäre mir aber neu, dass du BOLT THROWER, JEFF BUCKLEY und Synthpop im allgemeinen hörst. Beim Rest... ja. Bewiesenermaßen Diebstahl.
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Re: Weekly Playlist

Beitragvon Schaf » Mittwoch 20. September 2017, 15:41

Teichfrosch hat geschrieben:Das wäre mir aber neu, dass du BOLT THROWER, JEFF BUCKLEY und Synthpop im allgemeinen hörst.


DAFUQ? oO

BOLT THROWER - "Those Once Loyal"
JEFF BUCKLEY - "Grace"
PORTISHEAD - "Third"
MY BLOODY VALENTINE - "Loveless"
RADIOHEAD - alles was die Discographie hergibt.
THE JESUS AND MARY CHAIN - "Psychocandy"


Besitze ich alle und in 3 Wochen bin ich bei Jesus and Mary Chain in Concert.
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Re: Weekly Playlist

Beitragvon Teichfrosch » Mittwoch 20. September 2017, 21:25

Hm. *schulterzuck* Ich würde sagen unser Geschmack ist Boss, aber das wäre auch keine Neuigkeit.

Immerhin kein Synthpop! https://www.youtube.com/watch?v=Ys0AzZBuUBw ... anschmachtenswertes Mädel.
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Re: Weekly Playlist

Beitragvon Schaf » Donnerstag 21. September 2017, 11:42

Nicht die letzte Woche, sondern eher Notizen von meinem dreimonatigen Krankenhausaufenthalt, zu dem ich aufgrund seiner Jähheit nur eine handvoll Platten auf meinem Mini-MP3-Player mit hatte. Irgendwie konnte ich den Notarzt nicht davon überzeugen, meine CDs und meinen iPod mitzunehmen. Spießer.

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40 WATT SUN - Wider than the Sky
Nanu, spielten die nicht mal Doom Metal? Zugegeben, der Slowcore Marke RED HOUSE PAINTERS oder CODEINE ist genau mein Ding, aber viele Mettler werden ziemlich blöd aus der (mit Kutten und Patches gefüllten) Wäsche gucken. Nach nur einem Album verwundert der Stilwechsel vielleicht nicht so stark wie damals, als ANATHEMA zu Muschipop oder MY DYING BRIDE zu Trip-Hop wechselten, aber ich hasse es, in meinem iTunes eine Band unter zwei Genres einzuordnen. Wie soll ich die dann wiederfinden, wenn mir spontan der Name der Band entfallen ist?
Anhören: Another Room

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ACHERONTAS - Ma-IoN (Formulas of Reptilian Unification)
Epic Mystical Orthodox Black Fuckin' Metal. Ein grandioses Gemisch aus blumigen Geschrammel amerikanischer Bands à la AKHLYS und WEAKLING, den Melodien schwedischer Bands wie NAGLFAR oder neueren MARDUK und epischen, choralen und Tribal-Elementen im Stil von MELECHESH und DØDSENGEL, veredelt mit einem an Attila Csihar erinnernden Gesang. Dazu noch ein abwechslungsreiches Schlagzeugspiel obendrauf als kleines Bonbon. Insgesamt ein Album, dessen Konzept zwar prätentios, doch dessen Musik dafür gleichermaßen trve as fvck und doch schmusend und schmeichelnd ist — wie ein schwarzes Smoothie. Ja, ich habe all diesen Text bloß geschrieben, um am Ende dieses grottenschlechte Wortspiel machen zu können.
Anhören: Ma-IoN (Formulas of Reptilian Unification)

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ACHERONTAS - Amarta अमर्त (Formulas of Reptilian Unification Part II)
Aha. Hindi: अमर्त (Urdu: امرت) amrit oder amṛta: ein Elixir, das Unsterblichkeit verleiht. Was man nicht alles lernt. Da sage noch einer, Metal wäre blöd. Klingt nach den ersten paar Durchgängen weniger schnuffelig und abwechslungsreich als die ersten Formeln der reptilianischen Vereinigung, doch zumindest hat Sänger Nikolaos "Acherontas V. Priest" Panagopoulos an seinem klaren Gesang gefeilt. Er klingt damit jetzt weniger wie Attila Csihar, sondern technisch ausgereifter, wie ein "richtiger" traditionellmetallischer Sänger. Damit baut er noch ein paar poppige Anker mehr ein als auf dem Vorgänger — halt für die Leute, die sich nicht ständig auf die Blastbeats und Rasierapparat-Riffs konzentrieren können bzw. wollen ;)
Anhören: I AM-Ness — the Tradition of EYE

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BESTIA ARCANA - Holókauston
Tja, wenn Mitglieder von NIGHTBRINGER und AKHLYS hier mitspielen, wird es auch ein bisschen ähnlich klingen, doch als "Nebenprojekt" würde ich es nicht bezeichnen, sondern schlicht und einfach als eine weitere Band der Mitglieder. Weniger episch als NIGHTBRINGER und nicht annähernd so verträumt-psychedelisch wie AKHLYS, sondern kraftvoll, mystisch und wahrlich lovecraftisch. Aus den Tiefen der Dämonenwelt hallend wird Cthulhu persönlich von einem wahnsinnigen Priester beschworen. Wie auf dem von mir bereits sehr geschätzten Vorgänger "Το Αναβαινον Εκ Της Αβυσσου" gibt es ein paar kurze ambiente Momente zwischendurch, die etwas Atmosphäre schaffen und den Hörer einlullen, bevor der Tornado weiter rast oder — wie vermehrt in der zweiten Hälfte — der dezent BEHEMOTH'sche Panzer der Zerstörung alles in gemäßigterem Tempo platt walzt.
Anhören: Obscurator

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BURIED INSIDE - Spoils of Failure
Schade, dass eine sich Album um Album steigernde Band auf dem bisherigen Höhepunkt des Schaffens nach nur vier Alben einfach so auflöste. Da wäre doch bestimmt noch mehr drin gewesen in diesem Gebräu aus Prog, Sludge und Metalcore irgendwo zwischen BETWEEN THE BURIED AND ME, CULT OF LUNA, SHAI HULUD und STARKWEATHER. Nicht nur post-metallisch atmosphärisch, auch mal todesbleiern blastend oder traditionell shreddernd bieten die im Inneren Begrabenen alles, was sich der Hardcore meidende Metaller und sein Metal verabscheuender, aber Hardcore zelebrierender Kumpel gleichermaßen von modernem Geschrammel wünschen.
Anhören: V

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CULT OF LUNA - Vertikal
Kühler, elektronischer, minimalistischer als jedes der Alben zuvor. Vermittelt wirklich ausgezeichnet die Grundidee, die Ästhetik einer monochromen Megametropole zu vertonen. Karge, schmucklose Glasbauten, die sich in den Himmel bohren, gesichtslose Arbeitermassen, die tagein, tagaus aus ebenso trostlosen Bahnen heraus fließen, der Tod durch desolate Monotonie. "Vertikal" ist definitiv schwieriger und weniger eingängig als jeder seiner Vorgänger, belohnt den Hörer jedoch mit einem Kunstwerk, welches das an Ermüdungserscheinungen leidende Nicht-Genre mit dem gruseligen Namen "Post-Metal" neu erfindet. Statt auf ewig NEUROSIS und ISIS nachzuäffen wie zwanzig Dutzend andere Bands, lassen sich COL inspirieren und beschreiten auf jedem Album seit "Salvation" neue Pfade, was sie im Augenblick definitiv zur besten Band der Szene macht.
Anhören: Mute Departure

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CULT OF LUNA - Vertikal II
Schön, wenn B-Seiten genauso gut klingen wie das Album, auf das sie es nicht geschafft haben. Das zeugt von strengen Kriterien seitens der Band. Dabei wäre ich nicht traurig gewesen, wenn jeder der drei "richtigen" Songs der EP auf "Vertikal" zu finden wäre, doch die Band hatte offenbar eine sehr klare Vision auf jenem Album. Oder brauchte Geld — und was ist profitabler als zwei Alben in einem Jahr zu veröffentlichen?
Anhören: Shun the Mask

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CURRENT 93 - Aleph at Hallucinatory Mountain
Der ausgeprägte Doom-Metal-Einfluss macht das nach wie vor zu meinem liebsten C93-Album. Oder liegt es möglicherweise doch an Sasha Greys Gastauftritt? Vielleicht ja beides. Wenn ich mal mein Black-Metal-Album aufnehmen sollte, frage ich Gianna Michaels oder Leah Gotti, ob sie ein paar Zeilen für mich singen würde. Dann verkauft es sich bestimmt etwas besser. Jetzt brauche ich nur noch einen guten Titel für das Album: Vielleicht "Antichristian Bukkake of Slaughtered Goatcunts and Triple Penetration Doom"?! Allerdings würde es mich nicht wundern, wenn es bereits ein Album von einer Ziegen-und-Patronengurte-Band à la ARCHGOAT oder SODOMATOR mit exakt diesem Namen gibt…
Anhören: Invocation of Almost

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DODECAHEDRON - Kwintessens
GORGUTS und ATHEIST spielen Black Metal? Und noch mehr euklidische Geometrie, yeah! Wenn ich mich recht entsinne, hat die Band mit den hier verwendeten Songtiteln zudem sämtliche platonischen Körper aufgebraucht und ihr Konzept damit erschöpft. Aber mal ehrlich, wer will schon geometrische Konzepte in seiner Musik? Ich war eh schlecht in Mathe.
Anhören: Octahedron — Harbinger

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FARSOT - Fail·lure
Ich persönlich mochte ja die Verwendung deutscher Texte auf dem Debüt — Verzeihung: Erstlingswerk — lieber. Klar, die Ban… ähm… Musikgruppe möchte mit der englischen Lyrik mehr Leute erreichen, aber Deutsch klingt so herrlich grimm und frostgebissen in Verbindung mit Schwarzstahl. Nieder mit unnötigem Englisch, Schwarzstahlmusikgruppen sollten ihre Muttersprache verwenden! Nur Tod ist echt! Schwarzstahl ist Orlogo! (Ich fand leider keine germanischen Wörter für "Texte", "Lyrik" und "Musik", ein paar Lehnwörter müssen uns demnach wohl oder übel erhalten bleiben…)
Anhören: Undercurrents

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HOWLS OF EBB - Cursus Impasse: The Pendlomic Vows
Relevanter Death Metal ist heutzutage sehr selten und wenn endlich mal eine Band daher kommt, die tatsächlich etwas Neues macht ohne dabei die Grenzen des Genres zu sprengen, sondern diese komplett auslotet und dabei immer noch 100% Todesblei spielt, wird sie kaum beachtet. Wenn sich der Bandkopf als Chuck Schuldiners Sohn zu erkennen geben würde, würden alle Metaller der Welt hierzu dauerejakulieren, bis ihnen die Genitalien abfallen. Irgendetwas stimmt hier nicht. Diese Jungs sollten von der Fachpresse gehypt werden und nicht weniger Einheiten von ihren Alben verkaufen als die diversen "Graveyard Classics" von SIX FEET UNDER.
Anhören: Subliminal Lock — Precursor to Vengeance

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HUMAN SERPENT - Inhumane Minimalism
"Reign in Black" στο ελληνικό στυλ. Auf den Punkt und trotz unbändiger Wut und größtenteils durchgetretenem Gaspedal herrlich melancholisch, melodiös und eingängig. MARDUK scheiterten daran mit ihrer "Panzer Division", doch sind mir die Schweden mit ihrem neueren, etwas abwechslungsreicheren, wenn vielleicht auch weniger markanten Stil sowieso lieber. Die menschliche Schlange hingegen funktioniert als Pilot im inhuman minimalistischen ICE-meets-Concorde-Panzer perfekt. Und gerade wenn einem der Hintern von den vielen unmenschlichen Arschtritten schmerzt und man sich fragt, wie Schlangen einem überhaupt in den Allerwertesten treten können, nimmt diese ihren Fuß vom Gaspedal — weil sie eben eine menschliche Schlange ist und deshalb einen Fuß besitzt — und lässt den Hörer kurz vorm Schluss ein paar melodische Momente lang, die ein wenig an TAAKE oder HORNA erinnern, aufatmen. Das vergriffene Debüt "The Gradual Immersion in Nihilism" könnte nebenbei erwähnt auch endlich mal neu aufgelegt werden, ist ja nur noch zu inhumanen Preisen verfügbar…
Anhören: Trees of Flesh

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KREATOR - Phantom Antichrist
Halt "Violent Revolution 4.0" mit Schlagsahne und Süßkirsche obendrauf. Solange man nicht auf die Idee kommt, allzu gründlich hinzuhören und nach Substanz zu suchen, ist das auch hübschig. Da es Milles Miete bezahlt und den Bedarf des Wacken-Publikums deckt, hat es sicherlich auch seinen Zweck erfüllt und beantwortet somit die beim Hören immer wieder aufkommende Frage, ob dieses Album denn wirklich nötig war. AC/DC oder IRON MAIDEN veröffentlichen ja auch seit 40 bzw. 30 Jahren immer wieder das selbe Album zur großen Freude ihrer Fans und Bankkonten, warum sollte das nicht auch bei KREATOR funktionieren?
Anhören: Phantom Antichrist

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LYKKE LI - Youth Novels
Auch ich brauche hin und wieder etwas leicht zu poppendes. Moment… da stimmt was nicht… ach, ja, die Substantivierung vergessen! …etwas leicht zu Poppendes heißt das natürlich! Gut, dass mir das rechtzeitig aufgefallen ist. Wieso, was dachtet ihr versauten Schweinchen denn? Schämt euch! Egal, zurück zur Musik: Schnuffeliger, minimalistischer Pop von schnuffeligem schwedischen Schneewittchen. Ich steh' ja so auf Schneewittchen-Typinnen, wie eine Freundin das mal so treffend beschrieb. Scheinbar hat die Musik etwas zu wenig UMPF! fürs Radio, ist aber perfekt für den Besuch von jungen Damen, die für SLAYER oder MAYHEM eher wenig Begeisterung zeigen wollen.
Anhören: Complaint Department

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LYKKE LI - Wounded Rhymes
Ein bisschen zart trällernde "Mädchenmusik", wie es der Froschprinz nannte. Grooviger und weniger minimalistisch als der Vorgänger. Weniger Indie, mehr Mainstream.
Anhören: Rich Kids Blues

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HOWLS OF EBB - Cursus Impasse: The Pendlomic Vows
Relevanter Death Metal ist heutzutage sehr selten und wenn endlich mal eine Band daher kommt, die tatsächlich etwas Neues macht ohne dabei die Grenzen des Genres zu sprengen, sondern diese komplett auslotet und dabei immer noch 100% Todesblei spielt, wird sie kaum beachtet. Wenn sich der Bandkopf als Chuck Schuldiners illegitimer Sohn zu erkennen geben würde, würden alle Metaller der Welt hierzu dauerejakulieren, bis ihnen die Genitalien abfallen. Irgendetwas stimmt hier nicht. Diese Jungs sollten von der Fachpresse gehypt werden und nicht weniger Einheiten von ihren Alben verkaufen als die diversen "Graveyard Classics" von SIX FEET UNDER.
Anhören: Subliminal Lock — Precursor to Vengeance

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HUMAN SERPENT - Inhumane Minimalism
"Reign in Black" στο ελληνικό στυλ. Auf den Punkt und trotz unbändiger Wut und größtenteils durchgetretenem Gaspedal herrlich melancholisch, melodiös und eingängig. MARDUK scheiterten daran mit ihrer "Panzer Division", doch sind mir die Schweden mit ihrem neueren, etwas abwechslungsreicheren, wenn vielleicht auch weniger markanten Stil sowieso lieber. Die menschliche Schlange hingegen funktioniert als Pilot im inhuman minimalistischen ICE-meets-Concorde-Panzer perfekt. Und gerade wenn einem der Hintern von den vielen unmenschlichen Arschtritten schmerzt und man sich fragt, wie Schlangen einem überhaupt in den Allerwertesten treten können, nimmt diese ihren Fuß vom Gaspedal — weil sie eben eine menschliche Schlange ist und deshalb einen Fuß besitzt — und lässt den Hörer kurz vorm Schluss ein paar melodische Momente lang, die ein wenig an TAAKE oder HORNA erinnern, aufatmen. Das vergriffene Debüt "The Gradual Immersion in Nihilism" könnte nebenbei erwähnt auch endlich mal neu aufgelegt werden, ist ja nur noch zu inhumanen Preisen verfügbar…
Anhören: Trees of Flesh

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NOCTE OBDUCTA - Totholz (Ein Raunen aus dem Klammwald)
Gehasst von fast allen und die drei, die NOCTE OBDUCTA mögen, besitzen es eh und erfreuen sich daran, was soll man da noch schreiben? :) Deren absichtlich übertrieben kitschigen Texte gehören zur Musik wie das Schlagzeug und die Gitarren. Wenn Torsten auf Englisch über Satan singen würde, würden die Musik hierzulande wesentlich besser abschneiden, denn am avantgardistisch angehauchten Schwarzmetall gibt es nichts, was einen Rezensenten stören würde. Man stelle sich vor, wie kitschig und peinlich "Schrei blutiges Blut", "Der Tanz der Dezemberseelen", "Meine Arme, dein Leichenwagen", "Loblieder an das Himmelszelt während der Abenddämmerung" oder "Lasset frei die Schwäne" klingen würden. Ganz zu schweigen von "Der Usprung der Kacke" oder gar "Schafbock es Trisomie 21"…
Anhören: Trollgott

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OFERMOD - Sol Nox
Klingt halt so, wie man sich orthodoxen schwedischen Black Metal zwischen WATAIN, MORTUUS und ARCKANUM wünscht. Bei den ersten Umdrehungen fehlt im Gegensatz zu den Vorgängern scheinbar so ein poppiger Ohrwurm à la Sisters of Rapture and Pestilence oder Death Cantata, der einem erst einmal den Zugang zum restlichen Album bereitet. Wenn man nach einer Weile in der zweiten Hälfte 'Sun of Dead Seasons' und 'To Dare the Tower' als solche erkannt hat, hat man sich die ersten drei Songs bereits erarbeitet. Eine neue Herangehensweise von Seiten der Band? Oder mangelt es meinen auditiven Cortex momentan an Einsicht bzw. Einhör? Höre ich zu viel Schmusepop einerseits und zu viel undurchdringlichen Black Metal andererseits, dass mir die Vermählung beider Kunstformen sich wie ein melanistisches Eichhörnchen direkt vor meinen Augen bzw. Ohren süß und schwarz davonstiehlt?
Anhören: Sun of Dead Seasons

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PALLBEARER - Heartless
Während 40 WATT SUN bereits auf dem zweiten Album den Metal hinter sich ließen und nun klingen wie eine CODEINE-Tribut-Band, verfeinern diese Jungs ihren Schmuse-Doom mit wenigen Überraschungen, aber schönen, erhabenen Gesangsmelodien und melancholischen Soli. Hört man diese allerdings nicht, bleibt nur die weniger spannende Arbeit des Rhytmusgitarristen, die quasi immer gleich klingt, was das Album stellenweise unnötig in die Länge zieht, wie bei dem zu lang geratenen Dancing in Madness. Man hätte trotz aller positiven Aspekte das Album locker um wenigstens 10 Minuten kürzen können, denn nicht jeder Gitarrist ist ein Tony Iommi und schreibt eingängige Riffs für die Ewigkeit. Und nur weil man Doom spielt, müssen die Songs nicht die 10-Minuten-Marke sprengen. Abgesehen davon sehr gelungenes Album. Kein neuer oder überraschender Sound, aber wer SOLITUDE AETURNUS oder die arg unterbewertete Tony-Martin-Phase von BLACK SABBATH vermisst, findet hiermit einen hörenswerten Ersatz.
Anhören: Lie of Survival

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RÓISÍN MURPHY - Overpowered
Schon ein paar mal erwähnt und ist nach wie vor toller Elektro-Pop von einer tollen Dame.
Anhören: Primitive

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RÓISÍN MURPHY - Hairless Toys
Schwieriger und weniger eingängig als der Vorgänger, aber wie ein nicht so leicht zu überzeugendes hübsches Mädel schält es sich nach einigen Dates so langsam aus den Kleidern…
Anhören: Uninvited Guest

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SAQRA'S CULT - Forgotten Rites
Heiliger Fluxkompensator, Batman! Wer hat hier 1987 heraufbeschworen? Grooviger altmodischer Black Metal aus den Garagen pickliger Halbstarker mit Patronengurten, Vokuhila, Kutten und Spikes, die zwar noch keinen Alkohol trinken dürfen, aber dafür während der Schulferien satanische Musik spielen! Oder BATHORY, DESTRUCTION, SODOM, SARCÓFAGO und HELLHAMMER fanden sich zusammen und spielten ein obskures Demo mit Texten über Maya-Mythologie ein, welches erst jetzt veröffentlicht wurde?
Anhören: Ayawayra

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SLOWDIVE - Pygmalion
Das womöglich beste Album aller Zeiten (neben SWANS' "Soundtrack for the Blind"), auch wenn es in SLOWDIVEs Karriere eher der stilistische Ausreißer ist… Wie dem auch sei, ick freu mir auf dit Konzi am 3. Oktober :D
Anhören: Crazy for Love

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SLOWDIVE - Slowdive
Man hört Neils und ganz besonders Rachels Stimme die vergangenen 22 Jahre an, aber vom etwas weniger engelsgleichen Gesang abgesehen hätte das Album ebenso gut 1995 als Nachfolger von "Souvlaki" erscheinen können. "Slowdive" bietet vielleicht nichts Neues, aber nach so langer Auszeit möchte man erst einmal nichts Neues — sondern ein Album, das einhundertelfprozentig SLOWDIVE ist. Und Musik, Produktion, Ästhetik, Besetzung, ja sogar der Name bieten einem genau das. Ich habe im Gegensatz zu anderen Fans zwar nicht 22 Jahre gewartet, sondern nur 16 oder 17 (und überraschte mich gerade beim Tippen selbst, wie lange das schon wieder her ist), nichtsdestotrotz bin ich absolut zufrieden und träume mich mit einem glücklichen Lächeln in weit entfernte Sphären.
Anhören: Sugar for the Pill

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THE SMASHING PUMPKINS - Gish
Roh, wie es sich für ein grungiges Debüt gehört. Ja, ich bin der Meinung, dass die ersten drei Kürbisplatten zur Grunge-Welle gehören, auch wenn die Band nicht aus Seattle stammt. Noch nicht die beste Scheibe von Billy Corgans Mannen und Frau, aber jeder Song tritt fickende Ärsche. Moment, das klingt auf Deutsch irgendwie nicht richtig…
Anhören: Bury Me

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SWANS - Filth
Minimalistischer Krach, ebenso ungehobelt wie wütend. Michael Gira hielt damals nicht allzu viel von der Welt und seinen Bewohnern. Seinerzeit muss das ziemlich neuartig und extrem brutal geklungen haben, aber nach 35 Jahren, in denen jede zweite Metal-, Hardcore-, Industrial- und Post-Punk-Band den Sound imitiert bzw. als Vorlage genommen hat, muss man sich beim Hören auch mental ein bisschen in die Zeit der frühen 80er zurückversetzen, um das Album zu mehr als nur hundert Prozent genießen zu können.
Anhören: Power for Power

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SWANS - The Burning World
Der Singer/Songwriter-Querschläger der Band wurde anno dazumal von den Fans einer ohrenbetäubenden Krach spielenden Band nicht besonders wohlwollend aufgenommen, heute loben sie die Experimentierfreude von Michael Gira und seinen Mannen und Frau (schon wieder…). Besagte Experimentierfreude wurde anno dazumal zu einem Merkmal von SWANS und schon passt der angebliche Querschläger wunderbar in die zweite Iteration der Band, die von da an bis zu ihrer Auflösung sich an vielen andere Stilen versuchen wird. Das Verlangen nach klassischem Singer/Songwriter/Folk lagern Gira und Jarboe wiederum aus zu ihrem Sideprojekt SKIN (nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Sängerin).
Anhören: The River that Runs with Love Won't Run Dry

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SWANS - The Glowing Man
Das dritte Album einer Trilogie in der dritten Ausgabe einer Band. Im Gegensatz zu den Vorgängern entspannter und psychedelischer, was in besonders langen Liedern resultiert. Fans von PINK FLOYD und GODSPEED YOU! BLACK EMPEROR! oder AMON DÜÜL II und MOGWAI werden am Sound gleichermaßen Freude haben. Aber es klingt halt doch wie eine schmusigere Version von "To Be Kind". Für eine Band, die einst mit jeder neuen Platte ihre Fans überraschte, ist ausgerechnet das recht überraschend, wenn vielleicht auch nicht positiv…
Anhören: The World Looks Red / The World Looks Black

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TOM WAITS - Orphans (Brawlers, Bawlers and Orphans)
Schöne B-Seiten-Sammlung, aber die strenge Einteilung in Blues-Rocker, Balladen und Blödeleien sorgt dafür, dass man CD 3 eher selten anhört, während eine beliebigere Zusammenstellung dem Album vielleicht eher gut getan hätte. Andererseits braucht man keine eigene Playlist erstellen und hört stattdessen einfach nur CD 1, wenn einem danach ist.
Anhören: Fish in the Jailhouse

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WIRE - Pink Flag
Wenn TALKING HEADS mit THE CLASH zusammen spielen würden, könnte das ungefähr so klingen. Kurz, auf den Punkt, mit vielen musikalischen Einflüssen, aber ohne die Technik der ersteren und ohne den Rotz der zweiteren. Ohne die FUCK YOU!-Attitüde von SEX PISTOLS, aber noch spürbar im Punk verwurzelt. Nur halt mit Brillen und Krawatten. Möglicherweise sollte das Album ursprünglich "Punk Flag" heißen, doch dann haben sich anno 1977 die wahren Punks beschwert, dass es nicht die Idee von zerschlissenen Jeans und einer generellen Obdachlosen-Ästhetik vermittelt.
Anhören: Mannequin

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WIRE - Chairs Missing
Fort ist der Punk, hier ist… ähm… der Sound, den RADIOHEAD in ihrer Jugend scheinbar oft gehört hatten. Vereinzelt rasselnde Gitarrenakkorde und dudelnde Keyboard-Klänge hängen in der Luft, während Colin Lewis britischer als britisch darüber sprechsingt und alles zusammen erzeugt eher eine unheimlich Atmosohäre. Zum Glück gibt es zwischendrin immer wieder ein paar poppigere Nummern wie die eingängige Single Outdoor Miner, die einem die Möglichkeit geben, ein bisschen Luft zu holen, bevor die düstere Stimmung der avantgardistischeren Stücke einem die Kehle zuschnürt.
Anhören: Marooned

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WIRE - 154
Noch experimenteller spielend definieren WIRE den damals noch gar nicht getauften "Post-Punk" für sich neu. Natürlich finden sich Parallelen zu anderen Post-Punkern, besonders JOY DIVISION und BAUHAUS, irgendwer muss ja das Genre geprägt haben. Gotisch und düster wie das an CHRISTIAN DEATH erinnernde A Mutual Friend, punkig wie Once Is Enough, generell eher elektronisch basiert, obwohl die Gitarre im Gegensatz zu den darauf folgenden Alben immer noch eine wichtige Rolle spielt. Trotz aller Stilwechsel ist es insgesamt von der Atmosphäre auch homogener als die beiden Vorgänger, sodass beim Hören gar nicht auffällt, wenn man von den Anfängen des Electro Pop zu 70er Punk Rock zu einem Tribut an den Surf Pop der 50er wechselt. Es ist ein Album, welches es in einem Stück zu hören gilt.
Anhören: Map Ref. 41°N 93°W (Das ist irgendwo bei Des Moines, Iowa, falls es jemanden interessiert. Wahrscheinlich das Maisfeld, wo SLIPKNOT ihre Promofotos machen.)

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WIRE - The Ideal Copy
Kurios, dass diese Band auf ihre ersten drei Alben reduziert wird. Zwar spielen WIRE ab "The Ideal Copy" einen poppigeren, synthlastigeren Stil, doch melodisch und mit poppigen Refrains versehen waren auch deren ersten beiden Alben und elektronisch angehaucht waren "154" und die namenlose 1979er EP ebenfalls. Post-Punker, die Synthpop spielen? Das gelang auch u.a. NEW ORDER, COCTEAU TWINS oder TALKING HEADS — und deren Pop-Phasen sind seltsamerweise nicht der Vergessenheit anheimgefallen. Wobei WIRE weniger nach typischem 80s Synthpop klingen, sondern eher so, als hätten Lou Reed, Thurston Moore, Thom Yorke und Bernard Summer eine R.E.M.-Coverband gegründet. Und wenn ich mir diesen Vergleich so durchlese, klingt das zugegebenermaßen schon auf den ersten Blick irgendwie… ähm… naja… :hmmm:
Anhören: Ahead

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WIRE - A Bell Is a Cup… Until It Is Struck
Interessantes Artwork. Erinnert mich ein wenig an "Three Imaginary Boys" von THE CURE. Nur halt noch weniger kohärent. Damals war das ohne Hilfe von Photoshop wahrscheinlich auch noch eine recht aufwändige Arbeit für den Designer. Musikalisch könnte das Album stellenweise auch von einer Kollaboration von THE SMITHS und DEPECHE MODE stammen. Angesichts der vorhergehenden Alben bin ich mir zudem sicher, dass Sänger und Texter Colin Newman durchaus in der Lage ist, tiefsinnige Lyrics zu schreiben, aber mit den passend zum Cover kontextlosen und surrealen Wortketten hier die Popmusik verspottet. Man braucht keine guten und tiefsinnigen Texte, solange es eingängig klingt, nicht wahr? "I'm blue da-ba-dee nu mă nu mă nu mă iei asereje ja deje tejebe tude jebere sebiunouba majabi an de chocolate raaaiiin some stay dry and others feel the kickin' in the front seat sittin' in the back come on Barbie, let's go oppan gangnam style!" (Gebt es zu, ihr habt alle in Gedanken die entsprechenden Melodien zu den Textfragmenten mitgesungen! Bis auf Rüdiger, versteht sich, denn der kennt keinen einzigen Song davon, weil er es irgendwie schafft, in einer kleinen, komplett abgeschotteten Kiste in einem komplett abgeschotteten Keller voller Metal-CDs und schwäbischem Essen in einem komplett abgeschotteten Haus ohne Fernsehen, Radio und Zeitung vor sich hin zu vegetieren und sich nie aus dem Haus traut. Wahrscheinlich hat er nicht einmal Internet, sondern projiziert seinen Geist telekinetisch in dieses Forum.)
Anhören: Kidney Bingos

Dann noch einen schönen Tag allen armen Seelen, die sich tatsächlich die Mühe machten, das hier durchzulesen oder — Satan bewahre! — gar anzuhören.
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Re: Weekly Playlist

Beitragvon Teichfrosch » Donnerstag 21. September 2017, 15:11

So schnell wird man zum Prinzen :)

Muss mir zum Glück nicht so viel anhören, danke Satan, denn die Hälfte kenne ich ja. Ich weiß nicht, ob mich das traurig oder heiter stimmen soll, denn einerseits ist es natürlich toll, sich auf seinen Geschmack richtig was einbilden zu können, andererseits ist es mir so verwehrt, so manches zum ersten Mal neu zu entdecken.

Und jaja, den Synthpop-Seitenhieb habe ich wohl vernommen :grins:
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Re: Weekly Playlist

Beitragvon Schaf » Donnerstag 21. September 2017, 15:45

Teichfrosch hat geschrieben:Und jaja, den Synthpop-Seitenhieb habe ich wohl vernommen :grins:


Bis auf die Zeile mit dem "Froschprinzen" und der "Mädchenmusik" hatte ich zwar alles schon fertig geschrieben, bevor gestern dieser amüsante Dialog mit dem Synthpop, BOLT THROWER und Co. stattfand. Somit ist keine Erwähnung des Wortes "Synthpop" konkret an dich gerichtet, aber du darfst dir gerne was darauf einbilden ;-) Schließlich bist DU ein Prinz! Bild
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Re: Weekly Playlist

Beitragvon Teichfrosch » Donnerstag 21. September 2017, 16:27

Bäh, das Mäh versaut wieder alles :grins:
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