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Hier geht es um das alles, was den Rocker / Metaller / Goth so bewegt.
von Holger Andrae » Donnerstag 9. April 2020, 14:52
Gerade der letzte Teil Deiner Aussage widerspricht doch der Aussage, dass es sich bei Slayer nicht um eines der Aushängeschilder - im Extrem-Thrash-Bereich vielleicht sogar um DAS Aushängeschild - handelt. Dabei ging es mir jetzt gar nicht um Deine persönlichen Vorlieben. Das wäre Queen bei mir ja zum Beispiel auch nicht im Rockbereich. Wenn man in der Allgemeinheit von Thrash oder gar nur von Heavy Metal redet, fällt der Name Slayer halt sehr schnell.
Meine Belustigung, die absolut kein Angriff war, ging eher in die Richtung: Bei einer Band mit einer langen Diskographie, in der sich etliche allgemein anerkannte "Klassiker" befinden, dann irgendeine Scheibe aus der zweiten Reihe zu nennen, ist schon ein bisschen lustig. Mehr nicht. Vor allem, wenn man diese Meinung auch noch ganz bewusst polemisch als allgemein gültig formuliert. Da muss man sich doch dann nicht über Reaktionen wundern.
Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
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von Rüdiger Stehle » Donnerstag 9. April 2020, 15:02
Eike hat geschrieben:Dass ich aus persönlicher Perspektive schreibe, wenn ich "gut", "besser", "beste" schreibe, müsste ich eigentlich nicht extra betonen, wenn aus dem Kontext klar ersichtlich ist, dass ich kein ethisches Urteil aus der Gottperspektive fälle, oder? Juristisch vielleicht nicht wasserdicht, aber sollte im Weltwissen eigentlich vorausgesetzt werden können...
"Überbewertet" kann ich gerne dennoch konkretisieren:
Aus meiner persönlichen Sicht von der Masse der Nonmetal-, Metal-, Thrash-Hörerschaft auf einen ikonischen Sockel gehoben, der für meinen Geschmack - nun ja - "überbewertet" ist, da es zig Thrash-Bands gibt, die abwechslungsreicheres, energetischeres, interessanteres, konsistenteres, mitreißenderes, schöneres Songmaterial zu Alben verdichtet haben als eben SLAYER.
Einmal mehr frage ich mich:
Babbel ich Babylonisch oder muss man sich sprachhuberisch sehr weit strecken, um mich misszuverstehen?
Eike hat geschrieben:Aus Eike hat geschrieben:"World Painted Blood" ist das beste SLAYER-Album.
und alleine im Kontext dessen, dass das eben nicht das "ikonische" SLAYER-Album ist, oder was auch immer Holg zu seiner persönlichen Erheiterung veranlasste, dass der QUEEN-Vergleich kam, aus einer kleinen - natürlich ebenfalls persönlichen - Nebenbemerkung (cum granum salis) wie: Eike hat geschrieben:Naja, SLAYER ist im Gegensatz zu QUEEN eh völlig überbewertet, von daher hinkt der Vergleich.
zu konstruieren, ich gönnte der Band ihre Stadienauftritte nicht oder fände gar ihren Einfluss auf andere Künstler nicht gegeben, finde ich zumindest etwas weit hergeholt, bzw. mir mehr untergeschoben als da steht. (Für mich persönlich ist SLAYER einfach nicht DAS archetypische Aushängeschild für Thrash, in einem Sinne in dem ich TEMPO als Synonym für Taschentücher oder GOOGELN zum Synonym für per Suchmaschine online ermitteln oder - mit Abstrichen - QUEEN als unantastbar in puncto elaborierter Rock verwende oder mental bibliographiert habe. And that's it.)
Ich hab dich nicht missverstanden, Eike, und auch nicht konstruiert, dass du persönlich der Band etwas nicht gönnen würdest, sondern ich hab mich ganz ausdrücklich am Begriff der Überbewertetheit an sich abgearbeitet. Hätte ich deine Meinung zu Slayer als kritikwürdig empfunden, hätte ich das schon auch so gesagt. Mir ging's aber tatsächlich nur um Semantik, eben weil ich nicht davon ausgehe, dass du Slayer etwas absprechen willst. Kurz gesagt, ich würd mir wünschen, dass der Begriff in der Musikrezeption seltener vorkommt, weil ich empfinde, dass er unnötig Schärfe in Diskussionen bringen kann, da er subjektive Empfindungen sprachlich objektiviert, meist unabsichtlich. Das ist alles, was ich sagen wollte, und es war eigentlich nicht als Feuer gedacht, sondern als Löschdecke für die Schärfe der Diskussion. Sorry, wenn das nicht so herüber gekommen sein sollte.
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von Eike » Donnerstag 9. April 2020, 18:26
Rüdiger Stehle hat geschrieben:Ich hab dich nicht missverstanden, Eike, und auch nicht konstruiert, dass du persönlich der Band etwas nicht gönnen würdest, sondern ich hab mich ganz ausdrücklich am Begriff der Überbewertetheit an sich abgearbeitet. Hätte ich deine Meinung zu Slayer als kritikwürdig empfunden, hätte ich das schon auch so gesagt. Mir ging's aber tatsächlich nur um Semantik, eben weil ich nicht davon ausgehe, dass du Slayer etwas absprechen willst.
Kurz gesagt, ich würd mir wünschen, dass der Begriff in der Musikrezeption seltener vorkommt, weil ich empfinde, dass er unnötig Schärfe in Diskussionen bringen kann, da er subjektive Empfindungen sprachlich objektiviert, meist unabsichtlich. Das ist alles, was ich sagen wollte, und es war eigentlich nicht als Feuer gedacht, sondern als Löschdecke für die Schärfe der Diskussion.
Sorry, wenn das nicht so herüber gekommen sein sollte.
Verstehe. Also, die ganze Meta-Diskussion mal ganz stumpf zusammengefasst: Der Begriff "überbewertet" wird überbewertet. 
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von Eike » Donnerstag 9. April 2020, 18:30
Holger Andrae hat geschrieben:Gerade der letzte Teil Deiner Aussage widerspricht doch der Aussage, dass es sich bei Slayer nicht um eines der Aushängeschilder - im Extrem-Thrash-Bereich vielleicht sogar um DAS Aushängeschild - handelt. Dabei ging es mir jetzt gar nicht um Deine persönlichen Vorlieben.
Ja, das ergibt schon Sinn. Klarer Fall von aneinander vorbeigeredet. Mich befremdet einfach, dass ausgerechnet SLAYER gemeinhin als das "Paradebeispiel" gilt dafür wie "Thrash" klänge. Aber das ist wirklich bloß persönliche Befindlichkeit. (Und mehr Bedeutung als persönliche Befindlichkeit vs. "allgemeine" Wahrnehmung messe ich dem Begriff "überbewertet" eh nicht zu.)
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von Rüdiger Stehle » Donnerstag 9. April 2020, 18:31
Eike hat geschrieben:Verstehe. Also, die ganze Meta-Diskussion mal ganz stumpf zusammengefasst: Der Begriff "überbewertet" wird überbewertet. 
Ja, sozusagen. Es sah mir einfach so aus, als liefe das gerade auf ein großes Missverständnis hinaus, weshalb ich meinetwegen sinngemäß konkludieren wollte, dass man den Begriff "überbewertet" nicht zu sehr auf die Goldwaage legen darf, da sicher weder Queen noch Slayer objektiv überbewertet sind oder man die Großartigkeit, die Wichtigkeit und die Relevanz der einen Band nicht gegen die der anderen abwägen und dabei zu einem allgemeingültigen Resultat kommen kann, weshalb ergo alles subjektiv ist und wir alle miteinander keinen Grund haben, deswegen in Missstimmung zu verfallen. Das war eigentlich der Antrieb meinerseits... aber auch ich spreche offenbar manchmal Babylonisch. 
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von Eike » Donnerstag 9. April 2020, 18:41
Rüdiger Stehle hat geschrieben:Es sah mir einfach so aus, als liefe das gerade auf ein großes Missverständnis hinaus, weshalb ich meinetwegen sinngemäß konkludieren wollte, dass man den Begriff "überbewertet" nicht zu sehr auf die Goldwaage legen darf, da sicher weder Queen noch Slayer objektiv überbewertet sind oder man die Großartigkeit, die Wichtigkeit und die Relevanz der einen Band nicht gegen die der anderen abwägen und dabei zu einem allgemeingültigen Resultat kommen kann, weshalb ergo alles subjektiv ist und wir alle miteinander keinen Grund haben, deswegen in Missstimmung zu verfallen. Das war eigentlich der Antrieb meinerseits... aber auch ich spreche offenbar manchmal Babylonisch. 
Da sprechen wir inhaltlich das gleiche Babylonisch - bloß eben unterschiedliche Dialekte. 
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von Rüdiger Stehle » Samstag 11. April 2020, 22:26
Für die Gewissenhaftigkeit bei der Bearbeitung der Soundcheck-Noten und der aktuell anstehenden Reviews ist so ein Lockdown ziemlich hilfreich. Während ich die zu reviewenden Scheiben fast immer irgendwie in die Heavy Rotation bekomme, ist das beim Soundcheck deutlich schwieriger. Daher ist der April 2020 wohl mein am intensivsten gehörter Soundcheck seit Langem.
Doch auch die Reviews profitieren. Die vergangenen acht Tage hab ich jetzt drei Reviews gepinselt, und ich hab mich dabei echt dergestalt wohlgefühlt, dass ich wirklich das Gefühl gehabt habe, die betreffenden Scheiben sehr gut zu kennen, während ich geschrieben habe. In solchen Zeiten macht das Reviewen und Soundchecken nochmal eine ganze Ecke mehr Spaß.
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von Jhonny » Samstag 11. April 2020, 22:32
Rüdiger Stehle hat geschrieben:Für die Gewissenhaftigkeit bei der Bearbeitung der Soundcheck-Noten und der aktuell anstehenden Reviews ist so ein Lockdown ziemlich hilfreich. Während ich die zu reviewenden Scheiben fast immer irgendwie in die Heavy Rotation bekomme, ist das beim Soundcheck deutlich schwieriger. Daher ist der April 2020 wohl mein am intensivsten gehörter Soundcheck seit Langem.
Doch auch die Reviews profitieren. Die vergangenen acht Tage hab ich jetzt drei Reviews gepinselt, und ich hab mich dabei echt dergestalt wohlgefühlt, dass ich wirklich das Gefühl gehabt habe, die betreffenden Scheiben sehr gut zu kennen, während ich geschrieben habe. In solchen Zeiten macht das Reviewen und Soundchecken nochmal eine ganze Ecke mehr Spaß.
Das freut mich für dich Bei mir ist es gefühlt eher anders herum - seit ich Urlaub habe, bin ich permanent mit den Kids und meiner Frau unterwegs, also tagsüber. Da höre ich deutlich weniger Musik. Abends dafür viel (keine Meetings), aber da höre ich nur wenig für Reviews, das ist dann irgendwie privater Genuss. Dass trotzdem noch einige Reviews online gehen, liegt daran, dass ich die in meiner Arbeitszeit noch geschrieben habe 
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von Holger Andrae » Samstag 11. April 2020, 23:31
Wenn das so weiter geht, werde ich dieses Jahr kaum noch richtig neue Musik benötigen, da ich nun endlich begonnen habe, mein Tapes zu digitalisieren. Gestern schon zwei Mal mit Entenpelle unterm Kopfhörer gesessen. Wie geil war denn bitte Monkey Paw?
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von frankjaeger » Sonntag 12. April 2020, 09:44
Keine Ahnung.
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